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Alt 01.07.2009, 20:00   #1
Zeitungsjunge
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RSS-Feed Lindau-Interview: Laserforschung mit Bernhard Basnar

Ich hatte am Sonntag das Vergnügen, ein Interview mit Bernhard Basnar zu führen, der an der TU Wien Laserforschung betreibt. Bernhard arbeitet nicht mit normalen Lasern, sondern mit Quantenkaskadenlasern. In normalen Lasern fallen Elektronen von einem angeregten Energielevel auf ihr Ausgangsniveau zurück, auf dem sie vorher eine Lücke hinterlassen haben. Bei diesem Rekombination genannten Vorgang senden sie ein Photon aus, das wiederum andere angeregte Elektronen rekombinieren lässt. Bei einem Quantenkaskadenlaser dagegen finden die strahlenden Übergänge ohne Rekombination statt.

</p> Diese Besonderheit beruht auf der speziellen Schichtstruktur des Lasers. Durch geschickte Auswahl der Schichtmaterialien lassen sich die Eigenschaften der Laserstrahlung steuern.

</p> Die Wellenlänge des Lasers hängt allerdings nicht nur von den Eigenschaften des Lasermaterials selbst ab, sondern auch von dem was direkt an seiner Außenseite vor sich geht.

</p> Dieses evaneszente Feld direkt an der Oberfläche kann jetzt mit allen Arten von Beschichtungen interagieren. Zum Beispiel kann man eine Beschichtung aufbringen, die auf den pH-Wert einer Lösung reagiert, indem sie ihre Absorptionseigenschaften ändert. Dieser Einfluss reicht, um die Wellenlänge des Lasers merklich zu verschieben. Bernhard hat natürlich schon Anwendungen für das Phänomen im Blick.

</p> Die zweite Möglichkeit ist besonders im Hinblick auf zukünftige Sensoren interessant, denn die Möglichkeiten der Technik sind fast unerschöpflich. Praktisch jedes Beschichtungsmaterial, das auf einen externen Stimulus mit einer Veränderung der Absorptionseigenschaften reagiert, kann so zu einem hochempfindlichen Sensor gemacht werden.

</p> Auf diese Weise kann man insbesondere auch Größen messen, die speziell bei sehr kleinen Proben nur sehr schwer direkt messbar sind, zum Beispiel, Temperatur oder pH-Wert. Dementsprechend wird die neue Technologie vor allem für Systeme relevant, in denen kleinste Stoffmengen untersucht werden.



</p> </p> Bernhard würde gerne weiter in Wien an Quantenkaskadenlasern arbeiten. Ob er seine Forschungen nach dem Auslaufen seiner Postdoc-Finanzierung weiterführen wird, ist er sich allerdings noch nicht sicher. Auch in Österreich sind die Forschungsgelder knapp.

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