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Alt 09.01.2017, 18:21   #1
basti_79
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Standard Erfolg für den Neoliberalismus

Endlich hat der Neoliberalismus mal etwas vorzuweisen. Was für ein Pech, dass wir nicht schon viel früher auf diese segensreiche Ideologie gestoßen sind. So kann das gute werden! Wer anders denkt, ist links! Das hat ja so niemand kommen sehen! Endlich kann alles weitergehen wie bisher! Die EU ist Schuld. Der Pomrehn hat es eingesehen. Endlich.

https://www.heise.de/tp/news/Zahlrei...n-3592171.html
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
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Alt 10.01.2017, 11:45   #2
perfidulo
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Was soll dieses substanzlose Gequake. Nichts davon lese ich in dem Beitrag.

Pomrehn, den ich noch aus meinen Jugendtagen kenne, stellt lediglich den Kapitalismus in Frage, so wie wir das früher schon getan haben. Recht hat er!
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Alt 10.01.2017, 12:27   #3
basti_79
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Naja, das, was da bei Telepolis steht, ist halt auch substanzlos und läuft auf "weiter wie bisher" hinaus.

Zitat:
Wollen wir in einer Gesellschaft leben, in der der Mensch vor allem dem anderen ein Wolf ist, oder in einer Gesellschaft, die keinen zurück lässt und für jeden sorgt?
Die zitierte Redensart "der Mensch ist des Menschen Wolf" stammt aus einer antiken Komödie (!), der Faschokapitalist Hobbes nahm sie auf und machte sie bekannt. Selbst den ältesten Altlinken müsste auffallen, dass
  1. Die Antwort mitunter anders ausfällt, als sie hoffen
  2. Die Kulturtechniken, die die in Frage gestellten Verhältnisse aufheben können, längst existieren (Demokratie, Recht, Selbstorganisation), bloss halt oft nicht angewendet werden
  3. Dass "Kritik" meistens auf der Ebene der Worte stehenbleibt und selten dazu führt, dass jemand etwas besser macht
Wo Du da in dem Text "Kapitalismuskritik" liest, ist mir schleierhaft. Ich lese da Kritik an kapitalistischen Staaten/Regimes, nicht aber am Kapitalismus. Höchstens an dessen Folgen. Mal im Ernst: wenn sich die Linken seit 1949 immer bloss mit solchem Quark auseinandergesetzt haben, wird mir einiges klar.
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Alt 10.01.2017, 14:44   #4
perfidulo
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Naja, die "Linke" in Deutschland waren tatsächlich meist "Salonlinke", die sich auf das Theoretisieren kapriziert haben. Erstmal eine solide Kapitalschulung.......

Das mag daran liegen, dass die Arbeiter der Faust durch das KPD-Verbot ruhiggestellt wurden oder in der SPD gezügelt wurden. Aber die Bundesrepublik ist nicht die ganze Welt. Bei Deinen Fremdsprachenkenntnissen dürfte es Dir doch leichtfallen die globale Diskussion und die Praxis des Klassenkampfs zu verfolgen.

Es sind leider die Jungs von der VI. Internationale, die fleissig über alles berichten, was mehr als Theorie ist. Sie hoffen überall auf Umsturz.

Kritik an kapitalistischen Staaten ist Kapitalismuskritik.
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Alt 10.01.2017, 16:11   #5
basti_79
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Zitat:
Bei Deinen Fremdsprachenkenntnissen dürfte es Dir doch leichtfallen die globale Diskussion und die Praxis des Klassenkampfs zu verfolgen.
Äh. Ich sag's mal so: Ich hab' keine Ahnung, was Du Dir unter "Klassenkampf" vorstellst. Ich beobachte (mit meinen Sprachkenntnissen):
  1. In Süd- und Mittelamerika, Afrika und in manchen Teilen Asiens wird irgendwie gemuckelt, das Ergebnis ist meistens nicht "Unabhängigkeit".
  2. In "der westlichen Welt" geht immer alles weiter wie bisher, es werden von verschiedenen Parteien gewaltige ideologische Popanze aufgebaut, die aber alle als Dreh- und Angelpunkt die ewige Wiederkunft des Alten haben.
  3. Einige Teile von Asien (Russland möchte ich dazuzählen) und Afrika sind, technisch betrachtet, totalitäre, autoritäre Staaten, in denen von "Freiheit" oder "Klassenkampf" nicht die Rede ist.
Witzigerweise versuchen irgendwelche Westentaschennazis immer wieder, in einer merkwürdigen Synthese von "ex oriente lux" und "das wird man ja doch noch mal sagen dürfen", die stalinistische (!) Steinzeit-Diktatur Nordkorea (!) als "interessant", "neuartig", "erstrebenswert" etc. darzustellen. Passt natürlich wegen autoritärem Weltbild und wegen Ethnopluralismus (die Nordkoreaner stellen keine Immigrationsgefahr dar), aber auf mich wirkt das immer unbeholfen und ziemlich lächerlich.


Zitat:
Es sind leider die Jungs von der VI. Internationale, die fleissig über alles berichten, was mehr als Theorie ist. Sie hoffen überall auf Umsturz.
Ja. Tut sich da was, bzw. etwas anderes als seit, sagen wir mal, 1949 oder 1867? Wenn nicht, würde ich sagen: weiterschlafen. Außerdem, was eine richtige revolutionäre Bewegung sein will, braucht Männer und Frauen.

Zitat:
Kritik an kapitalistischen Staaten ist Kapitalismuskritik.
Vor diesem Argument stehe ich jetzt beinahe hilflos. Was heißt "beinahe". Das ist so albern, dass ich da ernsthaft antworten muss: Nein.
  1. Man kann den Kapitalismus kritisieren, ohne einen konkreten Staat bzw. die dortige Praxis zu kritsieren (Marx hat's vorgemacht, würde ich sagen, der hat halt konkrete Beispiele verwendet, aber abstrakte Kritik geübt).
  2. Man kann (mitunter) einen kapitalistischen Staat kritisieren, ohne den Kapitalismus zu kritisieren, und ohne einen bestimmten Vorgang als kapitalistisch darzustellen. z.B. war die Ermordung Charles Arubes durch Handlanger Idi Amins sicherlich Unrecht, unabhängig davon, ob Amin nun Kapitalist war, Kommunist, oder nichts von beiden. Genau dasselbe kann man über die GULAGs im "kommunistischen" Russland Stalins sagen.
  3. Auf irgendeiner Ebene verstehe ich das, was Du schreibst. Ich würde Schreiben: Kritik an kapitalistisch geprägten Regierungen ist immer Kritik an deren Kapitalismus.
  4. Mir scheint es da auch einen Zusammenhang mit Deinem (meiner Meinung nach merkwürdigen) Argument zu geben, das GG sei "kapitalistisch geprägt". Abseits der Tatsache, dass Du dieses Argument gar nicht begründet hast, scheint in beiden Aussagen etwas (ungenanntes) mitschwingen zu müssen, damit man sie nachvollziehen kann.
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