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Drogen & Psychedelika Spiritualität fördern, das Bewusstsein erweitern, heilende Kräfte besitzen, in Abhängigkeit und Elend führen... Drogen haben viele Gesichter. Gibt es Zusammenhänge zwischen der heiligen Droge unserer Ahnen und dem Stoff, aus dem heutige Partyträume sind?

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Alt 21.10.2017, 17:35   #11
perfidulo
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Zitat:
Zitat von Venkman Beitrag anzeigen
Also bringt ein Verbot überhaupt nichts!
Das Problem ist, dass das Verbot "von oben" durchgedrückt wurde, ohne vorher um Verständnis bei den Betroffenen zu werben.

Gerade harte Alkoholika (Branntwein, Wodka) galten als billig Trostspender bei den unteren Schichten.

Mit teurem Rotwein oder Champagner knallt man sich nicht die Birne voll. Insofern ist bei Alkohol immer die Klassenfrage im Spiel. Die sozialistischen Länder habern in dieser Hinsicht komplett versagt. Für Bergleute wurde sogar in der DDR ein besonderer Schnaps produziert. Die UdSSR ist auch an der nicht nachvollziehbaren Wodka-Frage zugrunde gegangen.

Es ist richtig: Verbote ohne Einsicht und Alternativen bringen nichts. Aber schon bei den Alternativen haben die meisten Gesellschaften versagt. Wenn es keine Freizeitangebote gibt, bleibt eben nur Saufen und je schneller der Alkohol wirkt, umso besser.

Wir hatten mal in der Aufbruchstimmung der Evangelischen Gemeinden versucht die "Rocker" von der Strasse ins Gemeindehaus zu holen. Als die aber mit Bier ankamen, war bei den Christen der Ofen aus. Solche ideologiebehafteten Konzepte müssen scheitern.
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Alt 21.10.2017, 21:45   #12
Lupo
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Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Mit teurem Rotwein oder Champagner knallt man sich nicht die Birne voll. .
Wer das Geld dafür hat, knallt sich natürlich mit teurem Sprit zu und nicht mit dem billigen Fusel.
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"Die Psychiater hatten einige Spezialausdrücke für meinen Fall. Naja, ich hatte auch einige Spezialausdrücke für die Psychiater." (Charles Bukowski)
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Alt 22.10.2017, 11:58   #13
Venkman
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Zusätzlich nicht zu unterschätzen ist der wirtschaftliche Aspekt von Sucht- und Genußmitteln.

Stell dir vor von heute auf morgen würde keiner z.B. mehr rauchen/trinken usw. was das für die Wirtschaft eines Landes bedeuten würde kann dir sicherlich ein kompetenter User der evtl. Betriebswirtschaft gelernt/studiert hat erläutern. Von einer zusätzlichen "Schwemme" an Arbeitslosen ganz zu schweigen...
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Alt 22.10.2017, 12:05   #14
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Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Das Problem ist, dass das Verbot "von oben" durchgedrückt wurde, ohne vorher um Verständnis bei den Betroffenen zu werben.
Ehrlichgesagt: ich denke nicht, dass das die Ursache für das Versagen des Verbots ist.

Zitat:
Es ist richtig: Verbote ohne Einsicht und Alternativen bringen nichts.
Zur Frage der Drogenabhängigkeit verweise ich gerne auf diese Studie:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rat_Park

Zitat:
Aber schon bei den Alternativen haben die meisten Gesellschaften versagt.
Ist es denn die Aufgabe "einer Gesellschaft" (gemeint ist wohl: der Staat), Alternativen zu produzieren oder hervozubringen?

Aus meiner Sicht leidet unsere heutige Gesellschaft vor allem darunter, dass Alternativen zwar auf dem Papier existieren, aber regelmäßig nicht gangbar sind. Mit den richtigen Stichworten kann man Leute sogar dazu bringen, auszuführen, warum das für Alle das beste seit geschnitten Brot wäre (tm).

Zitat:
Wenn es keine Freizeitangebote gibt, bleibt eben nur Saufen und je schneller der Alkohol wirkt, umso besser.
Hmm. Also...

https://de.wikipedia.org/wiki/Kraft_durch_Freude
https://de.wikipedia.org/wiki/Tourismus_in_der_DDR

Witzig übrigens, dass man kaum Quellen zur Frage des Alkohols im dritten Reich findet. Sicher, "Alkoholiker" galten als "asozial" - andererseits ist aber auch nicht überliefert, dass man z.B. Brauereien oder Brennereien nennenswert behindert hätte.

http://donnerbraeu.rodena.de/donner...._Dritten_Reich

https://www.welt.de/geschichte/artic...che-Feuer.html

Vorläufig können wir uns darauf einigen, dass
  1. Staatliche "Vergnügungsangebote" meistens der Wolf im Schafspelz sind
  2. Die Frage des Rauschmittelkonsums immer für zentral erachtet wurde
  3. Es (bis auf die zitierte Studie) kaum Hinweise darauf gibt, dass das Eine mit dem Anderen überhaupt etwas zu tun hätte

Zitat:
Wir hatten mal in der Aufbruchstimmung der Evangelischen Gemeinden versucht die "Rocker" von der Strasse ins Gemeindehaus zu holen. Als die aber mit Bier ankamen, war bei den Christen der Ofen aus. Solche ideologiebehafteten Konzepte müssen scheitern.
Was ist denn an "Staat" oder "Gesellschaft", wie Du es ausdrückst, kein "ideologiebehaftetes Konzept"?

Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Wer das Geld dafür hat, knallt sich natürlich mit teurem Sprit zu und nicht mit dem billigen Fusel.


Versucht Ihr eigentlich echt, zu derailen, oder habt Ihr nur das Thema aus den Augen verloren?
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Alt 22.10.2017, 12:14   #15
basti_79
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Zitat:
Zitat von Venkman Beitrag anzeigen
Stell dir vor von heute auf morgen würde keiner z.B. mehr rauchen/trinken usw. was das für die Wirtschaft eines Landes bedeuten würde kann dir sicherlich ein kompetenter User der evtl. Betriebswirtschaft gelernt/studiert hat erläutern.
Spirituosen: 2,3 Mrd. €

https://de.statista.com/themen/2283/...n-deutschland/

Bier: 8 Mrd. €

https://de.statista.com/themen/1490/...n-deutschland/

Wein: 1,6 Mrd. €

https://de.statista.com/statistik/da...kaufsstaetten/

Zusammen also - schätzen wir mal hoch und mit nicht erfassten Sonderfällen - 15 Mrd. €. Bei einem BIP von 3,1 Bio. €. Das produzierende Alkoholgewerbe umfasst also nicht einmal ein halbes Prozent der Wirtschaft Deutschlands, gemessen in umgesetzten Euro.

Was sollte der Betriebswirt jetzt noch dazu sagen?

Zitat:
Von einer zusätzlichen "Schwemme" an Arbeitslosen ganz zu schweigen...
Zu der Zahl der Beschäftigten finde ich keine gute Statistik, da kann man aber davon ausgehen, dass es sich ähnlich verhält.

Auch an Dich persönlich hier der Hinweis: ich hatte ein anderes Thema vorgeschlagen.
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Alt 22.10.2017, 12:26   #16
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Versucht Ihr eigentlich echt, zu derailen, oder habt Ihr nur das Thema aus den Augen verloren?
Letzteres.


Aber um dann auch auf deine Eingangsfrage einzugehen:

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Nach einer Studie der Universität von Alabama korreliert der Gebrauch "klassischer Psychedelika" (LSD, Psilocybin, Meskalin) negativ mit kriminellem Verhalten - im Gegensatz zu "anderen verbotenen Substanzen".

Bezüglich der Kausalität kann man keine Aussage treffen. Ob es nun eine gemeinsame Ursache für ethisches Verhalten und den Gebrauch von Psychedelika gibt oder ob das eine die Auswirkung des Anderen ist, lässt sich mit dieser Methodik auch nicht feststellen.

Welchen Sinn hat es nun, solche Substanzen zu verbieten?

http://neurosciencenews.com/psychede...minality-7763/
Ich weiß nicht welchen Sinn es macht solche Substanzen zu verbieten, aber so weit mir bekannt, gehört die durch Substanzen induzierte Kriminalitätsrate bislang nicht zu den Argumenten für ein Verbot.
Wenn das eine Argumentation wäre, müsste man Alkohol als erstes verbieten (und schwups sind wir wieder beim Alkohol...)
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Alt 22.10.2017, 13:33   #17
basti_79
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Wer sagt denn, dass die Herrscherkaste sich jemals hätte von Logik einschränken lassen, oder auch nur von Vernunft oder Gewissen?
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Alt 22.10.2017, 13:50   #18
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Zitat:
Zitat von Venkman Beitrag anzeigen
Stell dir vor von heute auf morgen würde keiner z.B. mehr rauchen/trinken usw. was das für die Wirtschaft eines Landes bedeuten würde.....
Das ist ein hohles Argument.
Da muss man auch die Kosten, die diverse legale Süchte verursachen, dazurechnen (Ausfall durch Krankheit, Heilungskosten).

Aber im Sinne des Bruttosozialprodukts (was ein völlig falscher Parameter für den Wohlstand einer Gesellschaft ist, wäre es auch verdienstvoll einen Porsche zu kaufen und dann bei der ersten Ausfahrt gegen einen Baum zu setzten. Oder noch besser ein Dutzend andere Autos mitzerschroten.

Aber mit solchen Pseudoargumenten wurde auch die Atomwirtschaft und nicht zu vergessen die Rüstungsindustrie verteidigt. Ach die vielen Arbeitslosen bei Heckler&Koch und wie sie alle heissen.

Hören wir doch auf, uns von koruppten Wirtschaftstheoretikern abhängig zu machen.
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Alt 24.10.2017, 21:09   #19
basti_79
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Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Ich weiß nicht welchen Sinn es macht solche Substanzen zu verbieten,
Das sollte eigentlich ein Argument sein.

Zitat:
aber so weit mir bekannt, gehört die durch Substanzen induzierte Kriminalitätsrate bislang nicht zu den Argumenten für ein Verbot.
Och.

"Snopes" argumentieren hier gegen die Hypothese, dass Gras rauchen (!) Gewaltverbrechen hervorbringen würde:

https://www.snopes.com/marijuana-leg...violent-crime/

Warum sollten sie das tun, wenn es nicht jemanden geben würde, der dafür argumentiert?

Ausserdem:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bescha...minalit%C3%A4t

Mir scheint es, als wäre Dein Wissen unvollständig.

Zitat:
Wenn das eine Argumentation wäre, müsste man Alkohol als erstes verbieten (und schwups sind wir wieder beim Alkohol...)
Ja, wenn man unterstellt, dass die Herrscherkaste logisch denkt oder eventuell vorhandenes Gewissen bemüht. Die tun aber nachweislich chronisch weder noch.

Ausserdem hatte ich nicht vorgeschlagen, über für und wieder jeder Totalprohibition jedweden Rauschmittels zu diskutieren, sondern anstelle dessen darüber, ob die Totalprohibition bei den so genannten "klassischen Psychedelika" schädlich ist oder nützlich. Anscheinend eher schädlich, Suff und Kippen hin oder her...
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