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Alt 09.03.2007, 18:03   #1
Acolina
Hausdrachen
 
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Registriert seit: 15.01.2002
Ort: just the other side of nowhere
Beiträge: 11.074
Standard Antiislamischer Rassismus

Bei TP finden sich zwei lesenswerte Artikel von Bastian Engelke:

Von der aufgeklärten Intoleranz zum pauschalen Hass: Teil 1 | Teil 2

Zitat:
Dieser antiislamische Rassismus ist im Unterschied zum klassischen, etwa zum deutschnationalen Rechtsextremismus, entschieden gesellschaftsfähiger und vermag es sogar, sich als zukunftsweisend, als fortschrittlich darzustellen (wenngleich es nicht überraschen kann, dass seine Versuche, sich gar zum originären Gegner des Rechtsextremismus zu stilisieren, doch arg bemüht wirken. Dies gelingt ihm, indem er Stereotype der radikalen Rechten – Überfremdung, kriminelle Ausländer, das Scheitern von "Multikulti" - mit den Glaubensbekenntnissen eines angeblich US-amerikanisch geprägten Liberalismus kombiniert. Er erhält dadurch den Anschein von Modernität und vor allem ein Alibi – wer proisraelisch ist, kann ja kein Rassist sein; wer als Deutscher proamerikanisch ist, kann ja kein Nationalist sein; wer sich zu bürgerlichen Freiheiten und zur Tradition der Aufklärung bekennt, ist totalitärer oder faschistischer Umtriebe von vornherein unverdächtig.

Sieht man genauer hin, kann dies jedoch nicht über den rassistischen Mechanismus hinwegtäuschen, Handlungsweisen, die man an bestimmten Individuen beobachtet hat und verurteilt, zu deren Wesenseigenschaften umzudeuten, um dann diese Wesenseigenschaften der ganzen Großgruppe zu unterstellen, als deren Vertreter man den anderen ansieht. Die Sorgfalt, mit der hier Fälle gesammelt werden, in denen Moslems sich einer Untat schuldig gemacht haben, dient dem alleinigen Zweck, jeden einzelnen als Beleg für die Gefährlichkeit und Minderwertigkeit der ganzen Gruppe anzuführen.

Aus der alten Rechten vertraut ist auch das Wettern gegen "Multikulti" und das Verteufeln der politischen Linken. Dabei steht aus PI-Perspektive der ganze mediale [extern] Mainstream links. Ebenso altbekannt ist der von Ressentiment und Abwehr aufgeladenen Vorwurf, deutsche Interessen würden nicht (mehr) wahrgenommen. Wenn dabei das "deutsche" wahlweise durch "westliche", "europäische" oder auch "christliche" ersetzt wird, ändert das nichts an der Konstruktion eines als rein und harmonisch gedachten "Wir" gegen ein Verunreinigung und Bedrohung bedeutendes "Sie". Häufig geht das Bedrohungsszenario bis hin zum Verschwörungsdenken, wenn suggeriert wird, Medien und Politik seien vom Islam indoktriniert oder gar unterwandert, und wenn hinter den – hier einhellig abgelehnten – Rechtsextremismus-Studien der letzten Zeit entsprechende Machenschaften [extern] vermutet [...]

Argumentation, Schlammschlacht, Gewalt

Ein Zitat aus Letzterem beschreibt etwas, das auch hier im Forum "schön" zu beobachten ist - leider:
Zitat:
Was mich an Diskussionen wie derjenigen, die mein Artikel "Von der aufgeklärten Intoleranz zum pauschalen Hass" im Telepolis-Forum und anderswo ausgelöst hat, am meisten beunruhigt, ist die Entwertung des Arguments als Prinzip der zivilisierten Auseinandersetzung, die sich in ihnen zeigt. Ich bin in einer Tradition des Lernens und Streitens aufgewachsen, in der es zu den Regeln einer Debatte gehört, dass man die von der Gegenseite vorgebrachten Argumente kritisch prüft und in seiner Erwiderung zu ihnen Stellung nimmt, in der Regel zu dem Zweck, sie zu entkräften. Dieses Prinzip bedeutet zugleich, dass man zumindest an den stärksten und wichtigsten Argumenten der Gegenseite nicht vorbeigehen kann, wenn man überhaupt etwas erwidern will. So trifft immer wieder Argument auf Gegenargument, und im Verlauf der Debatte sondern sich die stärkeren Argumente beider Seiten von den schwächeren - idealerweise steht am Ende ein Erkenntnisgewinn.

Demgegenüber ist es ein sicheres Anzeichen für einen unproduktiven, destruktiven Streit, wenn dies nicht geschieht; wenn man die zentralen Argumente des anderen ignoriert und es allein darauf anlegt, ihm einen Schlag zu versetzen. Dies kann man mitunter mit einem guten Argument, aber eben auch mit Tricks, Sprüchen, Polemik, Diffamierung usw. machen. Vielen scheinen alle rhetorischen Mittel gleichermaßen recht zu sein; egal, ob sie berechtigt, fair, begründet, der Wahrheitsfindung in Bezug auf die Streitfrage dienlich sind oder nicht. Die Extremform einer solchen nicht-argumentativen Auseinandersetzung nennt man manchmal "Schlammschlacht".

Das Abgleiten von Diskussionen über Fragen, in denen es in letzter Konsequenz um Leben und Tod geht, in eine Schlammschlacht, beunruhigt mich deswegen, weil das Prinzip der Argumentation darauf hinausläuft, dass sich die besser begründete, rationalere Position am Ende durchsetzt und zur Grundlage von Handlungsentscheidungen wird. Je mehr man sich mit dem Prinzip der Schlammschlacht begnügt, desto weniger ist das der Fall, und desto weniger ist also Verlass darauf, dass das künftige Handeln der Beteiligten ein überlegtes und begründetes sein wird.
__________________
Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 09.03.2007, 18:49   #2
perfidulo
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Registriert seit: 10.12.2005
Ort: Hauptstadt des Grauens
Beiträge: 9.264
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Für alle, die sich die Orginale antun wollen, hier die Adresse

http://www.politicallyincorrect.de/

noch härter (wenn man den Koran anklickt)

http://www.ave-zentrum.org/

Es ist der selbe verbohrte pro-Amerikanismus, der auch bei Jungle World zu finden ist. Jede Kritik an den USA ist verdächtig und latent antisemitisch, bzw. Antiisraelisch. Als ob es nicht genug Israelis gäbe, die selbst mit der Politik ihrer Führung unzufrieden sind..

Den Kopftuch-Fundamentalisten seien die folgenden Bilder aus der ruhmreichen deutschen Vergangenheit empfohlen, wo das Kopftuch noch Pflicht für anständige Frauen war:


und
__________________
Vor jeder Antwort beachten: Ich bin kein Adept der Fantomzeit!
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