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Ökonomie - BWL & VWL Disziplinen, die große Probleme mit der wissenschaftlichen Methode haben. Banken, Geldschöpfung, Inflation, Goldstandard, Banking-Theorie

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Alt 20.08.2015, 19:26   #11
basti_79
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Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Hört sich schwer nach Hartz IV an.
Da werden also Arbeitgeber, die zu geringe Löhne zahlen, vom Staat subventioniert.......tolle Wurst.
Wenn sie entsprechend subventioniert werden (eigentlich werden ja die Arbeitnehmer subventioniert), ist der Lohn nicht mehr "zu gering". Wie es aussieht, hat man in Finnland dafür eine verträgliche Lösung gefunden.

Zitat:
Zitat von Groschenjunge Beitrag anzeigen
So sieht's wohl aus. Nennt sich bei uns Aufstocker.
Mit dem kleinen Unterschied, dass man keinen Papierkrieg mit irgendeiner Behörde führen muss, und dass man nicht deswegen als "Aussatz" gilt...

Zitat:
Ich mach in meinem Betrieb was grundsätzlich falsch. Im Ernst, das kann es einfach nicht sein.
Was machst Du denn da falsch? Und warum kann "es" das nicht sein?

Zitat:
wie auch immer: Mir will nach wie vor die Finanzierung eines echten BGE nicht so recht einleuchten.
Was ist denn ein "echtes" BGE? Lass mich raten: Du stellst hier einfach eine Maximalforderung in den Raum und behauptest, die Proponenten würden diese fordern.

Zitat:
Zitat von Groschenjunge Beitrag anzeigen
Wir haben 80 Millionen Einwohner. Nehmen wir mal an, jeder möchte 500 Euro (als Durchschnitt über den Daumen) pro Monat an BGE erhalten wollen, dann sind das 480 Milliarden Euro pro Jahr.
Und nun?
Ja, was "und nun"?

Abseits davon, dass die Zentralbank das nötige Geld einfach drucken könnte, hat niemals jemand gefordert, ein BGE (alternativ: Hartz-IV-Aufstockung, negative Einkommensteuer) etc. sollte jemandem aufgenötigt werden. Man kann sich trotz des unklug gewählten Wortes "Bedingungslos" doch dafür entscheiden, es nicht anzunehmen. Bedingungslos soll meiner Meinung nach soviel heißen wie: unabhängig von Behördlichen Einschätzungen des "Wertes" eines Menschen, seines Arbeitswillens, seiner unterstellten Zukunftsaussichten etc. - ich meine, wie soll das gehen? Sollen dann irgendwann schwer bewaffnete Beamte vor der Tür stehen und verlangen, dass jemand Geldscheine entgegennimmt oder so?

Ich meine, der Annahmezwang (in Deutschland muss man Euro annehmen, wenn eine Schuld besteht) würde gerade auch solche Verhältnisse rechtfertigen. Ein weiterer Hinweis darauf, wie kurz gedacht solche Ideen sind.
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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Alt 20.08.2015, 19:41   #12
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Wenn sie entsprechend subventioniert werden (eigentlich werden ja die Arbeitnehmer subventioniert), ist der Lohn nicht mehr "zu gering".
Nein, da wird der Arbeitgeber subventioniert, der Menschen zu so geringen Löhnen einstellt.
(Natürlich wird auch der Arbeitnehmer subventioniert, aber der bekommt ja im Zweifelsfall Hartz IV, wenn er die Arbeit nicht annimmt).
Würden die Arbeitnehmer nicht aufstocken können, könnten sie den Job gar nicht annehmen, der Betrieb hätte nicht genug Arbeiter.
Zwei Betriebe in der gleichen Branche, der eine zahlt halbwegs vernünftige Löhne, der andere nicht, hat aber genügend Aufstocker im Betrieb.

Ich habe grundsätzlich nichts gegen Eingriffe des Staates in den Markt (im Gegenteil) aber diesen Eingriff, finde ich völlig daneben.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Was ist denn ein "echtes" BGE? Lass mich raten:
Die Antwort hält das 'B' des Akronyms bereit. Ein echtes BGE wäre eines das bedingungslos ist.
__________________
"Die Psychiater hatten einige Spezialausdrücke für meinen Fall. Naja, ich hatte auch einige Spezialausdrücke für die Psychiater." (Charles Bukowski)

Geändert von Lupo (20.08.2015 um 19:44 Uhr).
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Alt 20.08.2015, 19:53   #13
basti_79
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Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Nein, da wird der Arbeitgeber subventioniert, der Menschen zu so geringen Löhnen einstellt.
Das ist dann wohl eine eigentliche Glaubensfrage: woher kommt das Geld, von dem wir alle Leben? Erzeugen Arbeitgeber es durch ihren Mut und ihre Tapferkeit dabei, Menschen zu selektieren, oder wird es einfach gedruckt und steht jedem zur Verfügung, wenigstens den Lebensunterhalt zu decken?

Zitat:
(Natürlich wird auch der Arbeitnehmer subventioniert, aber der bekommt ja im Zweifelsfall Hartz IV, wenn er die Arbeit nicht annimmt).
Ja, oder eben gar nichts, wenn die Würfel falsch fallen, vgl. SG Gotha, vgl. Suizide etc.

Zitat:
Würden die Arbeitnehmer nicht aufstocken können, könnten sie den Job gar nicht annehmen, der Betrieb hätte nicht genug Arbeiter.
Stimmt. Arbeitnehmer, die keinen Job vorweisen können, den sie "aufstocken" können, werden in die Zwangsarbeit geschickt, damit sie ihre Existenz rechtfertigen dürfen. Das wäre dann wohl auch der Unterschied zwischen dem hiesigen Modell und einem der echten "negativen Einkommenssteuer", wie es in Finnland jetzt anscheinend praktiziert wird. Dieses würde meines Erachtens auch dann ein Einkommen generieren, wenn der "Arbeitgeber" das Einkommen schlicht auf 0 reduziert. Warum man für 0 überhaupt arbeiten sollte, hat mir übrigens noch niemand schlüssig erklären können, das heißt, solch ein Modell würde wenigstens implizit einen Mindestlohn definieren. Branchenabhängig zwar, aber immer noch besser als gar nichts.

Zitat:
Zwei Betriebe in der gleichen Branche, der eine zahlt halbwegs vernünftige Löhne, der andere nicht, hat aber genügend Aufstocker im Betrieb.
Genau, und wenn es nur einen Betrieb in der jeweiligen Branche gibt, der überhaupt akzeptable Löhne zahlt, greift das FDP-Argument: der "Arbeitnehmer" kann sich ja durch jahrelange Zwangsarbeit "umqualifizieren" und schließlich einen miserabel bezahlten Job in einer anderen Branche annehmen.

Zitat:
Ich habe grundsätzlich nichts gegen Eingriffe des Staates in den Markt (im Gegenteil) aber diesen Eingriff, finde ich völlig daneben.
Warum das denn?

Zitat:
Die Antwort hält das 'B' des Akronyms bereit. Ein echtes BGE wäre eines das bedingungslos ist.
Ja, aber nur in ganz extremen Ausdeutungen dieses Worts wäre es überhaupt möglich, da einen Hauch von Realität zu erkennen. Annahmezwang für Hilfsleistungen? Ich denke, davon sind wir hier in deutschland sehr weit entfernt. Vgl. SG Gotha.
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Alt 20.08.2015, 20:33   #14
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Das ist dann wohl eine eigentliche Glaubensfrage: woher kommt das Geld, von dem wir alle Leben? Erzeugen Arbeitgeber es durch ihren Mut und ihre Tapferkeit dabei, Menschen zu selektieren, oder wird es einfach gedruckt und steht jedem zur Verfügung, wenigstens den Lebensunterhalt zu decken?
Du neigst zu kryptischen Abschweifungen, keine Ahnung (wieder mal) was das mit unserem Thema zu tun hat.

Also nochmal.
Unternehmer A zahlt einen Monatslohn von 600 Euro, der vom Amt auf 1000 Euro aufgestockt wird.
Unternehmer B zahlt 1000 Euro.

Die 400 Euro, die Arbeitnehmer A vom Amt bekommt, muss Arbeitgeber A nicht auszahlen, sondern kann sie in die eigene Tasche stecken.

Verstehst du nun, warum damit die Arbeitgeber subventioniert werden ?
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Alt 21.08.2015, 04:44   #15
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Zitat:
Zitat von Groschenjunge Beitrag anzeigen
Wir haben 80 Millionen Einwohner. Nehmen wir mal an, jeder möchte 500 Euro (als Durchschnitt über den Daumen) pro Monat an BGE erhalten wollen, dann sind das 480 Milliarden Euro pro Jahr.
Und nun?
Sorry, ich wollte in keinster Weise andeuten oder behaupten, dass ein BGE finanzierbar wäre, sondern eher, dass man das Geld - Steuergeld! -, welches seit ca. 7 Jahren dazu verschleudert wird, Griechenland noch und noch und noch zu retten, im eigenem Land dringend benötigt wird, um bspw. Kitaplätze auszubauen und vor allem die dortigen Beschäftigten vernünftig zu bezahlen, oder um in die schulische Bildung zu investieren: wir brauchen keine hochqualifizierten Fachkräfte aus dem Ausland für Jobs, die nicht mit Einheimischen besetzt werden können, wir brauchen ein Bildungssystem, das unsere Jugend zu hochqualifizierten Fachkräften macht
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Alt 21.08.2015, 05:11   #16
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Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Zu den "Wirtschaftsflüchtlingen": Armut bedroht ebenfalls Leben und Gesundheit, man muss diesen Begriff nicht so diffamierend verwenden.
Ja, so wird uns das von der Politik und von der ihr hörigen Mainstream-Presse suggeriert, aber Wirtschaftsflüchtlinge sind nicht gleich Armutsflüchtlinge!
Armutsflüchtlinge sind viell. Sinti & Roma aus Rumänien (die sollten auch hier bleiben und ein neues Zuhause finden), oder ein Teil der Leute aus dem Kosovo oder anderen ehemaligen jugoslawischen Ländern. Die genannten Wirtschaftsflüchtlinge, die aus/via Afrika nach Europa und nach Deutschland kommen, haben in der Regel mehrere Tausend Euro an die Schlepperbanden gezahlt, "fliehen" somit nicht aus Armut...

Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Versteh ich nicht, genau das ist doch seit Monaten Thema in der Systempresse und soweit ich mitbekommen habe, durchaus nicht mit einer einheitlichen Meinung zum Thema.
Falls Du die Griechenland"rettung" meinst, ist das zwar richtig - wobei dem Bürgern/Wählern auch nicht die ganze Wahrheit erzählt wird -, was aber den Steuerzahler all die Flüchtlinge kosten, da herrscht schon eher Schweigen im Walde Und in diesem Jahr werden weit mehr Flüchtlinge "erwartet", als bisher prognostiziert, inzwischen spricht man von 800.000 und mehr ...


Saludos!
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Alt 21.08.2015, 05:33   #17
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Hört sich schwer nach Hartz IV an.
Da werden also Arbeitgeber, die zu geringe Löhne zahlen, vom Staat subventioniert.......tolle Wurst.
Wenn sie entsprechend subventioniert werden (eigentlich werden ja die Arbeitnehmer subventioniert), ist der Lohn nicht mehr "zu gering".
Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Nein, da wird der Arbeitgeber subventioniert, der Menschen zu so geringen Löhnen einstellt.
Das ist dann wohl eine eigentliche Glaubensfrage: woher kommt das Geld, von dem wir alle Leben?
Das Bruttosozialprodukt wird im Grunde von den sogen. Arbeitnehmern erschaffen, ich sehe daran nix mit 'ner Glaubensfrage verknüpft. Wenn kein Arbeitnehmer zur Arbeit geht, gucken die Arbeitgeber/Unternehmer/Kapitalisten etc. dumm aus der Wäsche, denn niemand produziert etwas, was die Arbeitgeber/Unternehmer/Kapitalisten zu Geld machen bzw. verkaufen könnten


Saludos!
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Geändert von Torsten Migge (21.08.2015 um 05:53 Uhr).
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Alt 21.08.2015, 07:22   #18
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Abseits davon, dass die Zentralbank das nötige Geld einfach drucken könnte,
und was dann?


Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Das ist dann wohl eine eigentliche Glaubensfrage: woher kommt das Geld, von dem wir alle Leben?
Das ist keine Glaubensfrage. Letztlich wollen wir nicht das Geld, sondern wollen die Produkte und Dienstleistungen, die wir für unser Leben brauchen. Und weiterhin möchten wir möglichst wenig Arbeitszeit verwenden, um das zu ermöglichen. Von daher sind Gelddruckaktionen für ein BGE völlig sinnlos, weil sich die Menge der Güter und der Dienstleistungen nicht passend zur Geldmenge ändert. Kurz: Inflation.


Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Erzeugen Arbeitgeber es durch ihren Mut und ihre Tapferkeit dabei, Menschen zu selektieren, oder wird es einfach gedruckt und steht jedem zur Verfügung, wenigstens den Lebensunterhalt zu decken?
Wir hätten noch einen Arbeitsplatz als Strohmannargumentendrescher frei, da kannst du viel Geld verdienen.


Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Ich habe grundsätzlich nichts gegen Eingriffe des Staates in den Markt (im Gegenteil) aber diesen Eingriff, finde ich völlig daneben.
Wie man so schön pauschal sagt: das verzerrt den Wettbewerb. Subventionen welcher Art auch immer sind darüber hinaus immer problematisch, weil viele Unternehmen das als feste Kalkulationsgröße mit einbeziehen und sich somit daran gewöhnen, dass jemand "per Automatik mit bezahlt".


Zitat:
Zitat von Torsten Migge Beitrag anzeigen
Sorry, ich wollte in keinster Weise andeuten oder behaupten, dass ein BGE finanzierbar wäre, ...
In Ordnung.


Zitat:
Zitat von Torsten Migge Beitrag anzeigen
wir brauchen keine hochqualifizierten Fachkräfte aus dem Ausland für Jobs, die nicht mit Einheimischen besetzt werden können, wir brauchen ein Bildungssystem, das unsere Jugend zu hochqualifizierten Fachkräften macht
Dann präsentiere mal Zahlen. Wir brauchen übrigens auch Eltern, die ihren Kindern beibringen, dass die Welt nicht nur aus Youtube Klicks mit Dollarfaktor und DSDS besteht.


Zitat:
Zitat von Torsten Migge Beitrag anzeigen
und vor allem die dortigen Beschäftigten vernünftig zu bezahlen
Wenn Kunden billig im Ausland einkaufen, wie soll man dann eigene Fachkräfte gut bezahlen? Auch Löhne und z.B: die Dienstleistungen meines kleinen Unternehmens unterliegen dem internationalen Wettbewerb.
Bezahlst du freiwillig mehr Geld für das gleiche Produkt?


Zitat:
Zitat von Torsten Migge Beitrag anzeigen
Die genannten Wirtschaftsflüchtlinge, die aus/via Afrika nach Europa und nach Deutschland kommen, haben in der Regel mehrere Tausend Euro an die Schlepperbanden gezahlt, "fliehen" somit nicht aus Armut...
Hoffen aber auf das gelobte Land oder sind dermaßen verzweifelt, dass sie keine klaren Gedanken mehr fassen können. Versetz dich in deren Lage, wie würdest du denken/handeln?


Zitat:
Zitat von Torsten Migge Beitrag anzeigen
... was aber den Steuerzahler all die Flüchtlinge kosten, da herrscht schon eher Schweigen im Walde
IIRC dürfen die auch nicht arbeiten, obwohl nicht jeder nur "Kuhhirte" ist. Da sind wir Gefangene des eigenen Systems.
__________________
"Der frühe Vogel mag vielleicht den Wurm fressen, aber erst die zweite Maus bekommt den Käse." Vince Ebert
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Alt 21.08.2015, 10:15   #19
basti_79
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Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Also nochmal.
Unternehmer A zahlt einen Monatslohn von 600 Euro, der vom Amt auf 1000 Euro aufgestockt wird.
Unternehmer B zahlt 1000 Euro.

Die 400 Euro, die Arbeitnehmer A vom Amt bekommt, muss Arbeitgeber A nicht auszahlen, sondern kann sie in die eigene Tasche stecken.

Verstehst du nun, warum damit die Arbeitgeber subventioniert werden ?
Man kann das so sehen, ja. Und damit dann (wieder einmal) alles begründen. Genauso, wie man mit einem falschen Verständnis der Verfassung deren Negation begründen kann. Nachweislich.

Was wäre denn die politische Botschaft dahinter? Kann man in Deinem Bild überhaupt irgendwie "die Arbeitnehmer subventionieren"? Was ja das wäre, worauf es ankäme.

Zitat:
Zitat von Groschenjunge Beitrag anzeigen
und was dann?
Ja, was dann?

Zitat:
Das ist keine Glaubensfrage. Letztlich wollen wir nicht das Geld, sondern wollen die Produkte und Dienstleistungen, die wir für unser Leben brauchen.
Stimmt, oder diejenigen, die man einander für nötig erklären kann oder die, die man einfach für nötig hält. Und dann wollen viele ja auch noch, dass andere diese Produkte und Dienstleistungen eben nicht kaufen können. Damit es Statussymbole gibt und Hierarchien und so etwas.

Zitat:
Und weiterhin möchten wir möglichst wenig Arbeitszeit verwenden, um das zu ermöglichen.
Richtig. Und schon vor Jahren hat man erkannt, dass in der Realität das Gegenteil von dem passiert, was "positiv denkende" (dh. nicht dem Spätkapitalismus zugeneigte) Ökonomen prophzeit haben:
  • Die Arbeitszeiten sind gleich geblieben
  • Die Reallöhne sind stagniert
  • Der Profit der Besitzer ist gestiegen

Zitat:
Von daher sind Gelddruckaktionen für ein BGE völlig sinnlos, weil sich die Menge der Güter und der Dienstleistungen nicht passend zur Geldmenge ändert. Kurz: Inflation.
Hmm. Da kommt jetzt ins Spiel, dass die Zentralbankzinsen derzeit ungefähr 0 sind.
  1. Welcher Aufschlag auf die Zentralbankzinsen wird den Banken gestattet?
  2. Welche Begründung führt man dafür an?
  3. Warum löst die unsichtbare Hand des Marktes nicht augenblicklich das Problem, das zu BGE-Forderungen (oder solchen nach zivilisierten Sozialsystemen) führt?
Dass es zu einer Inflation käme, kann man doch eigentlich nur begrüßen: Kredite könnte man besser abbezahlen, die Vermögen der Reichen würden weniger Wert und Geld ist ja ohnehin nichts anderes als eine Zähleinheit, deren Wert frei definierbar ist. Was ist das Problem dabei?

Zitat:
Wie man so schön pauschal sagt: das verzerrt den Wettbewerb.
Merkste selber, ne?

Zitat:
Subventionen welcher Art auch immer sind darüber hinaus immer problematisch, weil viele Unternehmen das als feste Kalkulationsgröße mit einbeziehen und sich somit daran gewöhnen, dass jemand "per Automatik mit bezahlt".
Warum wäre das in einem "Markt" problematisch, der ohnehin mit horrendem Aufwand "stabilisiert" wird. Anführungszeichen, weil der sogenannte Arbeitsmarkt weder ein Markt im eigentlichen Sinne sein soll (sonst könnten wir ihn auch Sklavenmarkt nennen), und weil Stabilität die Antithese des heutigen Zustands ist.

Wenn ich mich recht erinnere, hast Du in einer der Schuldiskussionen darauf hingewiesen, dass die Grundrechte der Schüler dem Zweck der Bildung im Weg stehen. Genauso ist es ja mit Arbeit: Grundrechte sind eigentlich ein Verlustfaktor, der ohne weiteres wegrationalisiert werden kann und oft auch wird. Darum übrigens vermutlich der ständige Vergleich des Herrschaftsverhältnisses "Schule" mit dem Zustand eines "freien Arbeitnehmers" (dh. absolut abhängiger Mensch mit einer Lizenz zum Geldverdienen) im Spätkapitalismus.

Zitat:
Dann präsentiere mal Zahlen. Wir brauchen übrigens auch Eltern, die ihren Kindern beibringen, dass die Welt nicht nur aus Youtube Klicks mit Dollarfaktor und DSDS besteht.
Na das ist doch mal ganz einfach: droh den Kindern einfach damit, dass man ihnen keine Lizenz zum Geldverdienen geben wird, wenn sie sich derart "danebenbenehmen".

Früher hatte man mal Angst davor, dass die Jugend politisch wird und gegen die heutigen Verhältnisse rebelliert. Heute hat man Angst davor, dass die Jugend sich nicht (freiwillig und glücklich, selbstverständlich) verwerten lässt. Sag', was Du willst, ich mache da ein Muster aus. Ich betrachte jüngere Menschen als diejenigen, die vielleicht diesen Karren noch aus dem Dreck ziehen können, indem sie die ererbten Probleme neu denken. Sie auf einen nutzlosen, weil "unwirtschaftlichen" (oder sogar "Verlustbehafteten") Anhang ihrer Eltern zu reduzieren, weil das jetzige System nun einmal keine Verwendung hat für sie, scheint mir übermäßig.

Zitat:
Wenn Kunden billig im Ausland einkaufen, wie soll man dann eigene Fachkräfte gut bezahlen?
Gar nicht. Konkurrenz belebt halt das Geschäft. Entweder Du bietest billigere Preise, oder Du erwirkst einen Schutzzoll, oder Du lebst damit, dass die unsichtbare Hand des Marktes Dein Unternehmen meuchelt. Witzigerweise werden ja Unternehmen hier gewohnheitsmäßig weitaus mehr Menschenrechte zugeschrieben als Menschen. Das lässt sich nicht rechtfertigen. Wenn ein Unternehmen "sich nicht am Markt halten kann", ist es eben zum ökonomisch Korrekten Untergang mit Mann und Maus verdammt.

Man sollte auch noch dazusagen, dass Du diese Situation ziemlich verzerrt darstellst. Es ist z.B. geläufig, dass Deutschland die "freien Märkte" in Afrika für Nahrungsmittel ruiniert, schlicht und einfach, indem hiesige Massenhaltungshühnchen zu einem zehntel des Preises dort verkauft werden. Dasselbe mit Getreide. Und damit wird afrikanischen Bauern ihre Arbeit und damit auch ihre Existenzgrundlage genommen. Der Normalfall ist umgekehrt: "wir" (dh. einige Geldbesitzer) vernichten Arbeitsplätze in Afrika, um auch noch den letzten Cent aus diesem Kontinent herauszuquetschen.

Zitat:
Auch Löhne und z.B: die Dienstleistungen meines kleinen Unternehmens unterliegen dem internationalen Wettbewerb.
Bezahlst du freiwillig mehr Geld für das gleiche Produkt?
Nein, aber das führt eben nicht dazu, dass eine "unsichtbare Hand des Marktes" die gesamte Bevölkerung solange in Zwangsarbeit festhält, bis das Gewinnstreben der Profiteure gestillt ist. Das soll es ja auch gar nicht werden. Das jetzige System der für den Täter schmerzfreien Vernichtung anderer Menschen ist an seinem Ziel angekommen.

Zitat:
IIRC dürfen die auch nicht arbeiten, obwohl nicht jeder nur "Kuhhirte" ist. Da sind wir Gefangene des eigenen Systems.
Das ist jetzt interessant. Wie rechtfertigst Du die teilweise menschenunwürdige Unterbringung von Flüchtlingen unter diesen Umständen?

http://www.grundeinkommen.ch/bedingu...rbeiterklasse/
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Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
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basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.08.2015, 10:52   #20
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Man kann das so sehen, ja.
Danke.
Aber du willst es nicht so sehen?
Warum nicht?
Warum willst du Arbeitgeber staatlich unterstützen, die sich durch zu geringe Löhne einen Wettbewerbsvorteil verschaffen wollen?

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Und damit dann (wieder einmal) alles begründen.
basti, lass doch die Strohmänner dem Bauern oder sage, was ich damit begründen wollte.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Genauso, wie man mit einem falschen Verständnis der Verfassung deren Negation begründen kann. Nachweislich.
Nachweislich? Wenn du deine Beiträge dazu meinst?
Guter Witz.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Was wäre denn die politische Botschaft dahinter?
Was ist deine politische Botschaft, wenn du dich für ausbeuterische Arbeitnehmer stark machst?
Zur FDP übergelaufen?

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Kann man in Deinem Bild überhaupt irgendwie "die Arbeitnehmer subventionieren"?

Die Frage verstehe ich nicht, ich habe mich doch nicht gegen eine Subventionierung von Arbeitnehmern ausgesprochen, sondern gegen eine der Arbeitgeber.
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"Die Psychiater hatten einige Spezialausdrücke für meinen Fall. Naja, ich hatte auch einige Spezialausdrücke für die Psychiater." (Charles Bukowski)
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