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Alt 15.02.2015, 06:11   #1
Torsten Migge
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Standard Schule und Integration

Funktioniert Integration in Deutschland tatsächlich? Sie müsste - nicht zuletzt - in der Schule beginnen.
Dort funktioniert sie aber nicht wirklich, zumindest nicht überall!

Zwei Beispiele von vielen (sind sicher Ausnahmen bzw. Extremsituationen, aber Ausnahmen bestätigen die Regel ), in denen ein Bild der realen Zustände an manchen deutschen Schulen gezeigt wird!

Video-Dokus:
NDR: Deutschlandfeindlichkeit an deutschen Schulen
Auseinandersetzung der Religionen in der Schule: Kampf im Klassenzimmer - Deutsche Schüler in der Minderheit


Saludos!
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Alt 15.02.2015, 09:12   #2
Lupo
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Zitat:
Zitat von Torsten Migge Beitrag anzeigen
Funktioniert Integration in Deutschland tatsächlich? Sie müsste - nicht zuletzt - in der Schule beginnen.

Nein, genau dann wird es zum Problem, wenn es erst in der Schule beginnt.
Was glaubst du wie Ausländer in Deutschland "deutschenfeindlich" werden?
Sie bekommen vom Amt Geld in den Arsch geschoben, beim Bäcker werden ihnen Brötchen und Gebäck geschenkt, der Metzger wirft ihnen seine besten Würste hinterher und alle Menschen lächeln sie lieb an. Und dann werden sie plötzlich aus einer Laune oder weil sie undankbare schlechte Menschen sind deutschenfeindlich?

Ich glaube, eher nicht.

In der Regel haben diese Menschen schon eine Menge Ablehnung, Diskriminierung und Persepktivlosigkeit erfahren.

Integration ist keine Einbahnstraße und muss schon deutlich vor der Schule beginnen.
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"Die Psychiater hatten einige Spezialausdrücke für meinen Fall. Naja, ich hatte auch einige Spezialausdrücke für die Psychiater." (Charles Bukowski)
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Alt 15.02.2015, 11:04   #3
basti_79
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Vor allem sollte man die Schulen zivilisieren. Selbst wenn man annimmt, dass man Menschen durch Bildungs- und Erziehungsversuche irgendwie ändern könnte, zu behaupten, diese Schulen sollten zu eriner Weltanschauung erziehen, nach der alle Menschen gleichwertig seien, ist gelinde gesagt übertrieben.

Wie wäre es mit der viel einfacheren Hypothese, dass Lehrer Rassismus und rassistische Diskriminierung wollen? Es scheint alles dafür zu sprechen:
  • Wird das Thema selber von Lehrern peinlichst vermieden und wenn überhaupt aus der Außenperspektive diskutiert ("Darf man Schulen mit so vielen Ausländern haben?" - natürlich darf man)
  • Die Schulen funktionieren noch wie in der Kaiserzeit, von Demokratisie oder Rechtsstaatlichkeit keine Spur
  • Allgemein scheint nicht erkennbar, wie meinetwegen Beschäftigung mit Fremdsprachen, Geschichte oder Physik auf Rassismus wirken könnte
  • Lehrer verwenden entmenschlichende Kürzel ("SuS" = "Schülerinnen und Schüler", "mit MH" = "mit Migrationshintergrund"), um über die Opfer ihrer Praxis zu sprechen
Solange man jedoch eine der Schülergruppen zum Täter macht und die andere zum Opfer, nimmt man gar nicht wahr, wie die Behörden von dieser Situation profitieren. Seltsamerweise darf jetzt auch "migrantische Gewalt" als zentral gelten, während der ganz normale Terror (vgl. Pfeiffer) verschwiegen wird. In dieser Studie läßt sich übrigens auch erkennen, dass Migranten nicht, wie hier behauptet, übermäßig gewalttätig seien.


Durch solche Klischees verschärft man das Problem schlimmstenfalls noch, da wahrscheinlich die meisten Migranten nicht zur Gruppe der Schulgewalttäter zählen.


Der Nutzen dieser Praxis ist klar erkennbar. Über die eigentliche Frage, ob allen Menschen nicht von Geburt an alle Grundrechte zustehen, wird gar nicht mehr geredet. Es geht bloss noch darum, welche Personengruppe gerade das Problem darstellt. <ironie> Immerhin ist man bei den Behörden so weit gekommen, den Feind nicht mehr in einer bestimmten Religionsgemeinschaft zu suchen. Eine beachtliche Entwicklungsleistung, die sie da in den letzten knapp 70 Jahren vorgelegt haben. </ironie> Demokratie sieht anders aus als diese Schulen von innen. Wer möchte mir erzählen, dass diese Schulen irgendwen zu irgendeiner sinnvollen Anschauung bezüglich der Frage des Rassismus "bilden" wollen?
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Alt 16.02.2015, 05:57   #4
Torsten Migge
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Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Nein, genau dann wird es zum Problem, wenn es erst in der Schule beginnt.
Dann findet also Integration überhaupt nicht statt! Jedenfalls scheint es danach. Schaut man sich bspw. das von mir zweite verlinkte Video an und hört, was bspw. der türkischstämmige Jugendliche (der mit der Goldkette) so von sich gibt (von Ehre der Familie, Mädchen dürfen nicht allein feiern oder in die Disko gehen, etc.), ist da der Deutschenhass und die Diskriminierung von Mädchen/Frauen (man könnte das auch als Faschismus benennen) offenbar vom Elternhaus eingeprägt - weil eben die Eltern auch nicht wirklich integriert sind!

Wie soll da noch eine tatsachliche Integration funktionieren? Da ist doch die Multi-Kulti-Politik der letzten 20 Jahre ganz tüchtig gescheitert.
Nur offen sagen und/oder diskutieren darf man das hierzulande nicht, dann wird man gleich in die rechte Ecke geschoben und als Fremdenfeindlich gewertet

Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
In der Regel haben diese Menschen schon eine Menge Ablehnung, Diskriminierung und Persepktivlosigkeit erfahren.
Das bezweifle ich - siehe oben. Sicher, es gibt Ablehnung, Diskriminierung und auch Perspektivlosigkeit, die nicht nur Einwanderer in Deutschland erfahren haben, aber ich bezweifele, dass das eine wesentliche Rolle spielt...


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Alt 16.02.2015, 07:57   #5
basti_79
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Zitat:
Zitat von Torsten Migge Beitrag anzeigen
Dann findet also Integration überhaupt nicht statt!
Vorschlag: sieh es doch einfach so. Und zieh dann die Konsequenzen. Wenn die Schulen diesen (doch anscheinend zentralen?) Auftrag nicht umsetzen, kann man auch darüber reden, inwiefern sie andere Aufträge umsetzen. Witzigerweise sind die x-GIDisten ja vermutlich meistenteils zur Schule gegangen. Sie sind aber offenbar nicht in der Lage, in solchen Bahnen zu denken. Das heißt, solche Schulen haben auf offenkundig rassistische Weltanschauungen keine Wirkung gehabt.

Die spannende Frage ist meines Erachtens, ob diese Schulen zu Rassismus bilden sollen, ob sie das Gegenteil verursachen sollen, oder ob sich das indifferent verhält. Der erste Fall ist zynisch, der zweite findet offenbar nicht statt und im dritten bedeutet das, dass die Legende, dass Schulen irgendwen irgendetwas "lehren" könnten, einer Grundlage entbehrt.

Zitat:
Jedenfalls scheint es danach.
Nein ehrlich, Du kannst Dir offenbar aussuchen, wie Du das sehen magst. Ich frage danach, wie es denn sein soll. Darf man zu "integrationszwecken" Menschen mit Gewalt bedrohen, behördlich belästigen oder entführen? Dann ist die Inklusion jetzt schon total, sie erreicht bloss nicht die ihr zugeschriebenen Ziele.

Was ist schlimmer? Das richtige unter den falschen Vorwänden zu machen oder etwas falsches zu machen und es als richtig zu bezeichnen?

Persönlich halte ich die Frage der "Integration" (worin?) von Einwanderern in dieser Form für falsch gestellt. Wer Menschen mit der Zerstörung ihrer Familie bedroht, braucht sich nicht wundern, wenn sie alles mögliche machen. An dieser Stelle kann man viel besser fragen, wie es gelingt, innerhalb der Schulen die jüngsten antisemitischen Ausfälle zu verschleiern.

Mir persönlich ist das eigentlich alles zu krank. Ich würde viel lieber zivilisierte Schulgesetze sehen und Grundrechte.

Zitat:
Schaut man sich bspw. das von mir zweite verlinkte Video an und hört, was bspw. der türkischstämmige Jugendliche (der mit der Goldkette) so von sich gibt (von Ehre der Familie, Mädchen dürfen nicht allein feiern oder in die Disko gehen, etc.), ist da der Deutschenhass und die Diskriminierung von Mädchen/Frauen (man könnte das auch als Faschismus benennen) offenbar vom Elternhaus eingeprägt - weil eben die Eltern auch nicht wirklich integriert sind!
Können Eltern denn sowas?

Und warum gelingt es da nicht, die massig vorhandene Ignoranz auf die Eltern dieses Jugendlichen zu projizieren und (per Nürnberger Trichter?) "das richtige" (TM) in dessen Kopf zu schlagen?

Kleiner Tip: es könnte damit zu tun haben, dass man hier öfters Werkzeug, Weg und Ziel verwechselt. Und auch keine ethischen Fragen stellt.
  • Werkzeug Schule: kann es das überhaupt? Wenn ja, unter welchen Bedingungen?
  • Weg: offenbar ist hier jedes Mittel Recht, um "Integration", "Inklusion" und "Gleichheit" herzustellen, egal, was man darunter versteht. Gerade das halte ich nicht für einen rechtfertigbaren Schluß.
  • Ziel: Hier vorgegebenermaßen "Integration"? - Wann ist die denn erreicht? Muss der Jugendliche jeden Tag um 6 aufstehen und die richtigen Parolen brüllen? Oder immer den rechten Arm nach oben klappen, wenn ihm Uniformierte über den Weg laufen?
Wann ist denn "Integration"?


Zitat:
Wie soll da noch eine tatsachliche Integration funktionieren?
Was stellst Du Dir denn darunter vor?

Zitat:
Da ist doch die Multi-Kulti-Politik der letzten 20 Jahre ganz tüchtig gescheitert.
Die Schulpolitik der letzten 150 Jahre ist gescheitert. Menschenhatz mit dem Ziel Integration ist genauso verkehrt wie jede andere. Du hättest es bloss gern, dass sich das irgendwie in "der Ethnie" begründen läßt. Das geht aber nicht, da die Widersprüche zwischen normalem Leben und Schule so enorm sind.

Es sollen ja alle Menschen vor dem Gesetz gleich sein. Im Falle der Schule heißt das, dass man Kinder sinnlos quält, um ihre Individualität zu zerstören. Im Falle von Einwanderern wird dann danach jeder Rest von Individualität auf die Tatsache projiziert, dass es sich um einen Einwanderer handelt. Dass es Deutsche gibt, die Synagogen beschmieren oder Asylanten bedrohen, spielt dann keine Rolle mehr.

Zitat:
Nur offen sagen und/oder diskutieren darf man das hierzulande nicht, dann wird man gleich in die rechte Ecke geschoben und als Fremdenfeindlich gewertet
Stimmt nicht.

Zitat:
Sicher, es gibt Ablehnung, Diskriminierung und auch Perspektivlosigkeit, die nicht nur Einwanderer in Deutschland erfahren haben, aber ich bezweifele, dass das eine wesentliche Rolle spielt...
Da hab ich jetzt den Faden verloren. Entweder es geht allgemein um solche Prozesse, dann müsste man auch z.B. den "NSU" diskutieren. Oder es geht um diese Prozesse in Bezug auf Einwanderer, dann müsste man die Frage stellen, ob man überhaupt irgendwen in eine Schule verschleppen darf.

Falls nicht, reduziert sich die ganze Diskussion auf die Inkompetenz von Pädagogen, die kaiserzeitlich denken und versuchen, ein Nachkriegs-Weltbild in Kinder zu prügeln. Dass das nicht funktionieren kann, wusste man übrigens schon zu Zeiten der Weimarer Republik (vgl. Remarque: Im Westen nichts neues).

Also: wozu solche Schulen, wenn sie selbst in dieser Frage nichts nützen? Einfach nur, um sich am Leid von Kindern zu weiden?
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