:: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften ::

 

Zurück   :: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften :: > Politik & Wirtschaft > Politik & Zeitgeschehen > Ökonomie - BWL & VWL

Ökonomie - BWL & VWL Disziplinen, die große Probleme mit der wissenschaftlichen Methode haben. Banken, Geldschöpfung, Inflation, Goldstandard, Banking-Theorie

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 09.08.2017, 03:03   #1
basti_79
Lebende Moderatoren-Legende
 
Benutzerbild von basti_79
 
Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 9.229
Standard Die Sprache der Ökonomie

Hier hat jemand den Sprachgebrauch einiger Ökonomen untersucht.

https://www.heise.de/tp/features/Mar...v-3795004.html
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.08.2017, 11:39   #2
Tarlanc
Super-Moderator
 
Benutzerbild von Tarlanc
 
Registriert seit: 14.10.2006
Ort: Neuhausen a. Rhf. (CH)
Beiträge: 4.107
Standard

Das ist mal eine wirklich schlechte Studie. Keine Empirie, keine Transparenz, keine Diskussion der Resultate. Sowas wirft ein extrem schlechtes Licht auf Wissenschaftler, die tatsächlich Textanalyse betreiben.

Die gute Frau hatte beim Lesen zweier Bücher mal so diffus das Gefühl, dass einige Worte positiv und die anderen negativ konnotiert sind und schreibt einen 100-seitigen, theoretisch etwas löchrigen und methodisch komplett unzureichenden Beitrag darüber. Und dann findet sie noch ein paar Abschnitte und Abbildungen, die sie aus dem Kontext reissen und zitieren kann.

Dass das Ding nur als Working Paper auf dem Privat-Uni-Server rumliegt, verwundert mich nicht. Ein Peer Review würde so ein Murks nie überleben. Ich hatte ehrlich schon bessere BA-Arbeiten.
__________________
Even people who are a pain in the arse can stimulate new thinking.
Vaughan Bell, Institute of Psychiatry, London
Tarlanc ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.08.2017, 12:10   #3
basti_79
Lebende Moderatoren-Legende
 
Benutzerbild von basti_79
 
Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 9.229
Standard

Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Ein Peer Review würde so ein Murks nie überleben.
Bist Du Dir da sicher? Immerhin schreiben die Geisteswissenschaftler alle solches Zeug.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.08.2017, 12:30   #4
Tarlanc
Super-Moderator
 
Benutzerbild von Tarlanc
 
Registriert seit: 14.10.2006
Ort: Neuhausen a. Rhf. (CH)
Beiträge: 4.107
Standard

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Bist Du Dir da sicher? Immerhin schreiben die Geisteswissenschaftler alle solches Zeug.
Sie ist Wirtschaftswissenschaftlerin.

Und Geisteswissenschaftler dürfen von mir aus schreiben, was sie wollen. Die haben nicht den Anspruch, empirisch abgestützte Aussagen zu machen.
Bei Sozialwissenschaftlern erwarte ich empirische Kompetenz und saubere Forschung.

EDIT: Ja, ich bin mir sicher. Es ist ein nicht unerheblicher Bereich meines Berufs, solche Einschätzungen zu treffen.
__________________
Even people who are a pain in the arse can stimulate new thinking.
Vaughan Bell, Institute of Psychiatry, London
Tarlanc ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.08.2017, 15:12   #5
basti_79
Lebende Moderatoren-Legende
 
Benutzerbild von basti_79
 
Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 9.229
Standard

Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Sie ist Wirtschaftswissenschaftlerin.
Also Geisteswissenschaftlerin.

Zitat:
Und Geisteswissenschaftler dürfen von mir aus schreiben, was sie wollen.
Anscheinend nicht.

Zitat:
Die haben nicht den Anspruch, empirisch abgestützte Aussagen zu machen.
Wirtschaftswissenschaftler etwa? Ich hatte bislang den Eindruck, es würde sich eher um "normative Wissenschaft" handeln.

Zitat:
EDIT: Ja, ich bin mir sicher. Es ist ein nicht unerheblicher Bereich meines Berufs, solche Einschätzungen zu treffen.
Hmm. Was sagt das denn aus?
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.08.2017, 17:01   #6
Tarlanc
Super-Moderator
 
Benutzerbild von Tarlanc
 
Registriert seit: 14.10.2006
Ort: Neuhausen a. Rhf. (CH)
Beiträge: 4.107
Standard

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Also Geisteswissenschaftlerin.
Nein. Ökonomie ist keine Geisteswissenschaft.
Zitat:
Hmm. Was sagt das denn aus?
Dass ich da sicher bin.
__________________
Even people who are a pain in the arse can stimulate new thinking.
Vaughan Bell, Institute of Psychiatry, London
Tarlanc ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.08.2017, 17:20   #7
basti_79
Lebende Moderatoren-Legende
 
Benutzerbild von basti_79
 
Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 9.229
Standard

Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Nein. Ökonomie ist keine Geisteswissenschaft.
Nicht?

Dafür wird aber ganz schön viel Wert auf die heiligen Schriften und deren korrekte Exegese gelegt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Geisteswissenschaft

Zitat:
Damit ist eine Wissenschaft gemeint, welche Erklärungen gibt, die sich nicht auf natürliche, sondern „geistige“ Ursachen beziehen. In diesem Sinne redet auch z. B. Gottsched von einer „Geisterlehre“.
Die Ursachen für Ökonomie im engeren Sinne sind allesamt geistig. Geld ist eine Idee. Das erkennt man z.B. daran, dass Tiere mit Geld nicht umgehen können. In der Ökonomie scheint darüber hinaus die Regel zu gelten, dass einmal Geschriebenes unverrückbar wahr ist und auch bleibt, sofern es denn den Grundlagen des Fachs gerecht wird. Das kann man z.B. am Wikipedia-Artikel über Verelendungstheorien erkennen.

Da steht etwa wörtlich - und ohne Quellenangabe:
Zitat:
Die Verelendungstheorie konnte durch die gesellschaftliche Entwicklung in den hoch entwickelten Industrieländern nicht bestätigt werden.
Meiner bescheidenen Meinung nach ist das Gegenteil der Fall - nämlich dass gerade "in den hoch entwickelten Industrieländern" durch verschiedene Indikatoren (gute Quellenlage) deutlich wird, dass der Lebensstandard und auch die Zukunftsaussichten für breite Teile der Bevölkerung sinken.

Das ist jetzt anscheinend ein Gedanke, der bei Ökonomen nicht in den Kopf passt. Die erkennen nicht einmal an, dass es häufig auch nur so aussehen würde. Der Gedanke, dass es "in den hoch entwickelten Industrieländern" (oder irgendwo anders) Elend gäbe, wird zuverlässig verdrängt.

Wenn man irgendeine (reale, d.h. in der Wirklichkeit verankerte) Fragestellung ausmachen kann, mit der sich Ökonomen beschäftigen sollten, dann wäre es meiner Meinung nach gerade die Beseitigung von Armut und Elend. Ich werde den Eindruck nicht los, dass ein "Ökonom" jemand ist, der zu diesem Zweck den Weg geht, zu verleugnen, dass Armut und Elend überhaupt existieren, und dass Kapitalakkumulation (oder eine Ebene tiefer: Abschöpfung des durch die Leistung gekaufter Arbeit entstandenen Mehrwerts) die Ursache dafür ist.

Zu welchem "Zweig" gehört die Ökonomie denn Deiner Meinung nach? Naturwissenschaft kann es ja nicht sein, dann wären Fragestellungen wie die da oben ja Kritik und Theorie zugänglich. Strukturwissenschaft wird es wohl kaum sein. Beschäftigt sich Ökonomie mit dem Sollen und nicht mit dem Sein? Dann wäre sie ja eine "normative Wissenschaft", Habermas wäre im Unrecht und es könnte alles weitergehen wie bisher. Was ja nur zufällig auch das Ziel aller geisteswissenschaftlichen Bemühungen ist.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2017, 21:40   #8
Tarlanc
Super-Moderator
 
Benutzerbild von Tarlanc
 
Registriert seit: 14.10.2006
Ort: Neuhausen a. Rhf. (CH)
Beiträge: 4.107
Standard

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Zu welchem "Zweig" gehört die Ökonomie denn Deiner Meinung nach?
Sozialwissenschaften.
Manchmal wird sie aber auch separat neben Geistes- und Sozialwissenschaften eingegliedert.

Du solltest Wiki nicht nur verwenden, um Zitate für dein haltloses Geschwurbel zu suchen, sondern gelegentlich auch als Nachschlagewerk.
__________________
Even people who are a pain in the arse can stimulate new thinking.
Vaughan Bell, Institute of Psychiatry, London
Tarlanc ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.08.2017, 17:53   #9
basti_79
Lebende Moderatoren-Legende
 
Benutzerbild von basti_79
 
Registriert seit: 18.11.2005
Beiträge: 9.229
Standard

Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Sozialwissenschaften.
Komisch. Sozialwissenschaften habe ich bislang auch für Geisteswissenschaften gehalten. Der Grund dafür ist, dass die sich offensichtlich nicht auf die Realität beziehen, sondern im Grunde nur die politische Ideologie des aktuell dominierenden politischen Systems replizieren.

Das beste Beispiel dafür sind ja die Schulen. Da hat man ja im Sinne der Sozialwissenschaften Laborbedingungen. Es werden aber keine Versuche durchgeführt (die werden für unethisch gehalten), sondern Ergebnisse vorgegeben und dann sollen die erreicht werden. Dazu kommt dann noch, dass die Menschenrechte (die "westlichen Werte", auf deren Export man sich so gerne berufen möchte, um einen Krieg anzuzetteln) in Frage stehen, bzw. teilweise entzogen werden.

Zitat:
Manchmal wird sie aber auch separat neben Geistes- und Sozialwissenschaften eingegliedert.
Selbst wenn, was hätte das denn für eine Bedeutung?

Würde das z.B. bedeuten: "Was sich rechnet, ist auch ethisch?" Oder, noch besser: "Was kein Geld kostet, existiert nicht?"

Zitat:
Du solltest Wiki nicht nur verwenden, um Zitate für dein haltloses Geschwurbel zu suchen, sondern gelegentlich auch als Nachschlagewerk.
Was da in der Wikipedia (so heißt das Werk übrigens) steht, weiß ich durchaus. Ich hatte aber nach Deiner Meinung gefragt, nicht danach, was in der Wikipedia steht.

Was meinst Du denn eigentlich mit "haltloses Geschwurbel"?
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Stichworte
framing, wehling

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Sprache & Justiz basti_79 Justiz 4 25.03.2017 18:48
Flassbeck über Verblendung in der Ökonomie basti_79 Ökonomie - BWL & VWL 11 20.04.2016 19:21
Begriffsbildung in der Ökonomie basti_79 Ökonomie - BWL & VWL 3 17.08.2014 18:16
Das Geheimnis der Sprache Der Phoenizier Kryptographie & Computersicherheit 23 25.07.2013 02:11
verkommene sprache ? nane Kurioses 3 11.12.2002 21:42


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 01:50 Uhr.


Powered by vBulletin® ~ Copyright ©2000 - 2017 ~ Jelsoft Enterprises Ltd.


Das forum.grenzwissen.de unterliegt der Creative Common Lizenz, die Sie hier nachlesen können.
Wir bitten um Benachrichtigung, falls Sie Inhalte von uns verwenden.