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Religion Von Animismus bis Zen...

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Alt 20.01.2008, 23:02   #1
koltien
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Standard Weshalb essen Christen ihren Gott?

Das Thema klingt provozierend, ist es aber in ganz anderer Hinsicht,
als einem vielleicht zunächst bewusst wird.
Hier zu Erklärung und Verdeutlichung eine Einschätzung des von mir
so geachteten Erich Zehren (aus seinem Buch "Der gehenkte Gott"):

"Weshalb isst man seinen Gott?

Würde heute ein intelligentes Lebewesen aus einer anderen Welt unsere Erde besuchen und dabei, durch die Bräuche, Begriffe und Vorstellungen des christlichen Abendlandes angeregt, das Neue Testament interessiert studieren, dann hätte dieses Lebewesen gewiss viele Fragen an uns zu richten, die uns in Verlegenheit brächten. Es könnte uns zum Beispiel fragen, was uns eigentlich veranlasst, in einem wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt gehenkten beziehungsweise gekreuzigten jungen Menschen einen Gottessohn zu sehen. Oder was uns angeregt hat, in seiner Hinrichtung eine Erlösung von unseren Sünden zu erblicken. Und ob wir uns, wenn wir es schon glaubten, tatsächlich erlöst fühlten.

Vielleicht würde es uns arglos fragen, an wie viel Götter wir eigentlich glaubten, und unsere Beteuerung, es gebe nur einen Gott, bezweifeln, weil wir doch von einer ganzen Götterfamilie sprächen: vom Vater, Sohn und Heiligen Geist. Falls wir ihm dann bedeuteten, damit sei die Dreieinigkeit gemeint, was überdies ein Geheimnis sei, könnte das Wesen aus einer anderen Welt womöglich auf den Gedanken verfallen, es sei doch eine Vierheit, weil wir noch von einer Gottesmutter redeten.

Endlich ist von ihm auch die Frage zu befürchten, ob unser Gott eine Mehlgott sei, weil wir ihn uns leibhaftig in einer runden Oblate aus ungesäuertem Weizenmehl vorstellten; und ob wir für unseren Gott keine bessere Verehrungsform erdenken konnten, als ihn aufzuessen.

Kurzum, seine Fragen könnten uns in Verlegenheit bringen, weil wir über sie nie richtig nachgedacht haben; und wir dachten darüber nie nach, weil uns, wie unseren Eltern und Großeltern, die Lehre vom Christus von Kindesbeinen an vertraut ist. Als Kinder waren wir nicht imstande, uns eigene Gedanken zu machen, und als Erwachsene sind uns die Dinge so bekannt, dass wir meist keinen Anlass sehen, darüber noch nachzudenken.

Würden wir uns dergestalt mit dem Besucher aus einer andren Welt zu verständigen versuchen, dann wäre dessen Erstaunen über unsere mangelhaften Kenntnisse und eigenartigen Erklärung sehr groß, wenn er die Bedeutung des religiösen Lebens bedenkt. Vielleicht würden wir ihm schließlich verdrossen erklären, dass wir noch keine Zeit gefunden haben, uns mit uns selber zu beschäftigen. Das sei die Aufgabe einiger Spezialisten, die in der Regel nicht geneigt seien, ihre Arbeitsergebnisse mitzuteilen und so weiter.

Dabei könnten wir zu unserer Verwunderung entdecken, dass unsere Priester mit der gleichen Bestimmtheit zum Himmel weisen wie die Archäologen. Dort, so sagen beide, liegen die Quellen unserer Kraft."
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Alt 21.01.2008, 09:24   #2
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von koltien Beitrag anzeigen
Das Thema klingt provozierend, ist es aber in ganz anderer Hinsicht,
Kurzum, seine Fragen könnten uns in Verlegenheit bringen, weil wir über sie nie richtig nachgedacht haben; und wir dachten darüber nie nach, weil uns, wie unseren Eltern und Großeltern, die Lehre vom Christus von Kindesbeinen an vertraut ist.
Falsch. Wir haben durchaus über diese Kinderfragen nachgedacht und die meisten gläubigen Christen können sie auch aus dem FF beantworten. Jedenfalls jene, die ab und zu am Sonntag in der Kirche anzutreffen sind und sich die Bibel schon einmal angeschaut haben.
Ein Problem könnten diese Frage allerdings für Leute werden, die das letzte Mal vor 20 Jahren in der Sonntagsschule von Jesus Christus gehört haben. Und an solche scheint sich auch der lakonische Text, den du zitiert hast,zu richten.

Um die Threadfrage zu beantworten:
Das Elemenare bei der Eucharistie ist nicht das Essen des Leibes Christi, sondern das Brechen des Brotes unter Christen. Und dazu gehört das Essen nun mal. Wichtig ist aber, dass Christen untereinander Brot brechen und damit symbolisch die Werke Jesu nachvollziehen, um ihn in ihrer Gemeinschaft zu feiern.
Jesus stellte das Brot zu verschiedenen Zeitpunkten in seiner Predigerzeit mit dem Glauben gleich. Das Brot des Glaubens hat dabei im Besonderen an sich, dass es sich vermehrt, wenn man es teilt. Anders als anderes Brot. Ebenso wie anderes Brot nährt es aber und wird jeden Tag gebraucht. Teilen also Christen unter sich Brot im Gedenken an Jesus, so ist das nicht nur ein Hefeteigkloss, sondern es ist ein Symbol für den Glauben, den die Christen in der Gemeinschaft unter sich teilen. Und immer wenn die Menschen dies im Gedächtnis an Jesus tun, dann ist er gegenwärtig.
So brach er denn auch beim letzten Abendbmal das Brot und sagte, 'dies ist mein Laib, der für euch hingegeben wurde. Tut dies zu meinem Gedächtnis'. Denn sein Leib ist im christlich geteilten Brot lebendig. Eigentlich ist sein Leib ja immer mit uns, denn er ist der Rebstock an dem wir wie Trauben hängen und von dem wir die Kraft beziehen, mit der wir reifen, aber explizit anwesend wird er in Brot, das unter Christen brüderlich geteilt wird in Gedenken an seinm Wirken und seinen Tod.
Und dadurch, dass wir dieses Brot, in dem sein Leib, also der wahre Glaube der Christen, anwesend ist, nehmen wir auch diesen Glauben durch eine rituelle Handlung in uns auf. Wir sagen 'Ja' zum Leib Christi und zum Glauben. Mit dieser Handlung lassen wir Gott explizit in unser inneres auf.

Ich hoffe, das war jetzt nicht allzu wirr


Und wenn das Alien sich mit dieser Antwort noch nicht ganz zufrieden gibt, so kann man auf ältere Religionen verweisen, in denen Menschen auch schon die Symbole und die Produkte ihrer Götter gegessen haben, um sie in sich aufzunehmen, und ihnen erklären, dass Menschen das nun mal tun, um Mana zu gewinnen. Ist halt ein Ritual. Das kennt das Alien sicher auch.
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Alt 21.01.2008, 13:11   #3
da kami
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Stellt euer Licht nicht unter den Scheffel, seid das Salz der Erde... das ist der selbe Gedanke.
Schön erklärt Tarlanc.

Zitat:
Das Wort „Eucharistie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Danksagung“
http://www.jugend.bistum-wuerzburg.d...charistie.html
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Alt 21.01.2008, 13:51   #4
Lupo
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Oje, ich bin ja wahrlich kein Verfechter des christlichen Glaubens wie die Bibel ihn lehrt, aber wenn man das Ganze in Frage stellen will, dann bitteschön ein wenig pfiffiger und nicht mit so hirnlosen Fragen, die selbst die meisten Kinder noch beschämen würden.
Oder anders gesagt, wenn die Fragen die Intelligenz des Lebewesens repräsentiert, muss der Gute per Anhalter bis hierher gereist sein. Selber wäre er wohl kaum imstande Raumschiffe zu bauen.
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Alt 21.01.2008, 23:20   #5
koltien
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Zitat:
Ich hoffe, das war jetzt nicht allzu wirr
Nein, Tarlanc, überhaupt nicht wirr. Das sind die ganz üblichen Erklärungen, die man auf eine solche Frage zu hören bekommt. Da erwarte ich nichts anderes von gläubigen Christen. Eben eine Antwort wie aus dem FF.
Meistens ist es dann so, dass die nebenher gestellten Fragen sich der zentralen - Wer isst schon seinen Gott? - unterordnen und meistens auch schnell vergessen werden.

@Lupo: Ob allerdings Kinder von solchen hirnlosen Fragen beschämt wären, wage ich zu bezweifeln. Die haben da noch ein etwas unverkrampfteres Verhalten. Ab einem bestimmten Alter können die auch bis 3 oder 4 zählen.

@Tarlanc
Den letzten Satz von Dir finde ich sehr interessant, weil er auf etwas hindeutet, was ich als ganz wichtig ansehe:
Zitat:
Und wenn das Alien sich mit dieser Antwort noch nicht ganz zufrieden gibt, so kann man auf ältere Religionen verweisen, in denen Menschen auch schon die Symbole und die Produkte ihrer Götter gegessen haben, um sie in sich aufzunehmen, und ihnen erklären, dass Menschen das nun mal tun, um Mana zu gewinnen. Ist halt ein Ritual.
Tja, Menschen tun das nun mal, vor allen Dingen in grauen Vorzeiten. Es geht eben um uralte Rituale, symbolhafte Handlungen. Da lass ich aber mal zunächst wieder Erich Zehren zu Wort kommen:

"Was ist Religion überhaupt? Ist der Geister- und Gespensterglaube Religion? Hier stockt bereits die Antwort. Zunächst einmal der Wesenszug allen Religiösen: Traditionsbindung und Traditionstreue. Religiöse Kräfte fließen immer aus alten Quellen. Schon deshalb ist der Gedanke, es handele sich bei den gegenwärtigen Religionen um unabhängige Neuschöpfungen in geschichtlicher Zeit – beim Christentum zur Zeit Jesu von Nazareth – unhaltbar. Ihre wesentlichen Glaubensinhalte müssen weitaus älter sein. Allein die die Zusammenfassung älterer Glaubenselemente zu einem neuen Gebilde in einer Zeit ausgeprägter Religionsmengerei vermag „neu“ zu sein.
Kraft und Beständigkeit religiöser Glaubensinhalte erweisen sich besonders in den Mythen und Kulturgebräuchen primitiver Völker. Beides beherrscht intensiv die gesamte Lebensführung, die sich auch durch einen äußeren Wechsel der Geschichtsabläufe kaum beeinflussen lässt. Die Einrichtungen von Wasserleitungen, Stromnetzen oder Motorpflügen hat damit nichts zu tun. Der religiöse Menschen unterscheidet betont zwischen Glauben und Wissen; er ist konservativ, traditionsgläubig und seelisch gebunden. Denn Religion ist – dem Wortsinn nach – Gewissenhaftigkeit, ja Gewissenszwang. Gewissenhaftigkeit berührt Unbewusstes, Ererbtes, das Gewissen schlechthin. Religion ist dergestalt eine seelische Macht des Unbewussten – nicht des Bewusstseins, das allenfalls als Werkzeug dient – und vermag, je älter die Überlieferung ist, mitunter wie gestautes Wasser hervor zu brechen. Wie ein verborgener Strom fließt es dahin. Das Unbewusste, das Gewissen, ist dergestalt am widerstandsfähigsten gegenüber allen wissenschaftlichen Fortschritten und den daraus gewonnenen Einsichten der Vernunft. Insoweit gehört es tatsächlich zu den größten und überpersönlichen Mächten der menschlichen Welt. Denn es ist eingeprägt. Das treffendere Wort von der „Einbildung“ ist leider begrifflich verdorben und kann hier nicht verwendet werden.
Die alten Philosophen und Theologen sprachen von der Anamnesis, der Erinnerung und vom Wissen als Wiedererinnerung. Christliche Mystiker lehrten vom Christus in uns; ja, wesentliche Elemente aller religiösen Mystik beruhen auf der Wiederaufnahme alter Erfahrungen, auf überliefertem Wissen. Aus dunklen Seelenschichten taucht es plötzlich wieder auf und vermag mit unglaublicher Gewalt Leben und Geist des Menschen zu beherrschen.
Noch heute trägt mindestens die Hälfte der europäischen Bevölkerung irgendein Amulett, obwohl nichts, aber auch gar nichts, in dem seit nahezu zwei Jahrtausenden wirkenden christlichen Evangelium dazu auffordert, Amulette zu tragen. In die modernsten Düsenflugzeuge und Kraftwagen werden Maskottchen, Talismane gehängt; ihre Besitzer gehen schwarzen Katzen aus dem Wege, vermeiden „Unglückszahlen“ und reden von „Opfern“ des Verkehrs oder der Verhältnisse, als ob es noch Götter wären, denen solche Opfer gebracht werden. Kurzum: Der Mensch trägt unter seiner, meistens hauchdünnen, Verstandesschicht eine unbewusste und sehr mächtige Schicht als das seelische Erbe seiner Vergangenheit."
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Alt 21.01.2008, 23:36   #6
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von koltien Beitrag anzeigen
Da erwarte ich nichts anderes von gläubigen Christen. Eben eine Antwort wie aus dem FF.
Wieso sagst du denn, dass die Fragen kritisch sind und nicht beantwortet werden können?

Zitat:
Da lass ich aber mal zunächst wieder Erich Zehren zu Wort kommen:
Willst du jetzt die gesamte Homepage dieses eher unbedarften Religionskritikers zitieren? Oder ist es eine Broschüre?

Natürlich ist der Mensch nie vollständig der archaischen Religionen entwachsen. Weder der Mimickry, noch der Mythologie noch der Metaphysik (um bei Horkheimer und Adorno anzuknüpfen). Selbst heute, in unserer weitgehend säkualrisierten Welt, bestehen diese Formen der Mana-Gewinnung noch. Das ist weder eine neue noch eine beunruhigende, noch eine zitierwürdige Feststellung. Es ist ganz offensichtlich so und wurde schon von Leuten festgestellt, die etwas mehr von Religion und Anthropologie verstehen als der von dir zitierte Kollege.

Was also willst du mit diesem Thread?
- Das Christentum mit dummen Kinderfragen angreifen, die jeder Sonntagsschüler beantworten kann? -> Das ist offensichtlich nicht gelungen
- Ungeschickt und über sieben Ecken darauf hinweisen, dass auch heutige Religionen noch Elemente von Religionen beinhalten, die sie überlebt haben? -> So what?
- Auf die Publikation eines Möchtegern-Religionskritikers hinweisen? -> Dafür gibt es das Werbung-Forum.

Falls ich keine Möglichkeit übersehen habe, macht dieser Thread also eigentlich keinen Sinn oder er ist falsch platziert.
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Alt 22.01.2008, 00:24   #7
koltien
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Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Wieso sagst du denn, dass die Fragen kritisch sind und nicht beantwortet werden können?
Ich sage ja nicht, dass die Fragen kritisch sind. Und: sie können beantwortet werden.
Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Willst du jetzt die gesamte Homepage dieses eher unbedarften Religionskritikers zitieren? Oder ist es eine Broschüre?
Weder noch.
Unbedarft würde ich diesen Religionskritiker, den Du nicht kennst, nicht bezeichnen. Als seine Bücher Ende der 50er Jahre erschienen, war an eine Homepage nicht zu denken. Eine Broschüre ist's nicht, sondern zwei Schinken von insgesamt rund 750 Seiten. Ich wies schon einmal mit wenigen Auszügen im "alten" Forum drauf hin; die sind nun erstmal weg. Aber auch das Wenige erschien mir kein geeigneter Einstieg in eine sehr komplexe Materie zu sein. Das wäre etwa so, als wenn ich einen Vers aus der ersten Tafel des Gilgamesch-Epos zitieren würde, um dann über das ganze Epos zu diskutieren. Oder nimm einen Vers aus dem Johannes-Evangelium etc. . .

Zitat:
Zitat von Tarlanc Beitrag anzeigen
Was also willst du mit diesem Thread?
- Das Christentum mit dummen Kinderfragen angreifen, die jeder Sonntagsschüler beantworten kann? -> Das ist offensichtlich nicht gelungen
- Ungeschickt und über sieben Ecken darauf hinweisen, dass auch heutige Religionen noch Elemente von Religionen beinhalten, die sie überlebt haben? -> So what?
- Auf die Publikation eines Möchtegern-Religionskritikers hinweisen? -> Dafür gibt es das Werbung-Forum.

Falls ich keine Möglichkeit übersehen habe, macht dieser Thread also eigentlich keinen Sinn oder er ist falsch platziert.
Unter Religion finde ich das Thema schon richtig platziert.

Vielleicht wäre ein kürzerer Einstieg etwas besser:
Christentum ist im Grunde alte Mondreligion.
Wie Menschen vor 2000 Jahren dachten, was sie fühlten, wissen wir nicht. Aber wir wissen, was die alte Mondreligion besagte, wie sie sich darstellte, welchen Symbolgehalt sie hatte. Wir wissen, wie sie sich über Jahrtausende entwickelte, bis Jesus von Nazareth sie schließlich neu auslegte.

Er ist am dritten Tage auferstanden von den Toten. Der Mond ist seit jeher am Himmel "gestorben" und nach drei Tagen auferstanden.

Nein, ich will das Christentum nicht angreifen. Es existiert, so wie andere Religionen, und es hat seine Existenzberechtigung, es gehört zur Menschheitsgeschichte ganz unverzichtbar dazu. Das Christentum etwas besser zu verstehen, könnte es evtl. auch ermöglichen, andere Religionen besser zu verstehen, zu denen es übrigens zahlreiche Parallelen gibt.

Noch Interesse, darüber zu diskutieren?
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Alt 22.01.2008, 09:16   #8
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von koltien Beitrag anzeigen
Unbedarft würde ich diesen Religionskritiker, den Du nicht kennst, nicht bezeichnen.
Ich schon. Aber das kann auch damit zusammenhängen, dass ich ihn nur nach seinen Publikationen beurteile.

Zitat:
Vielleicht wäre ein kürzerer Einstieg etwas besser:
Christentum ist im Grunde alte Mondreligion.
Wie Menschen vor 2000 Jahren dachten, was sie fühlten, wissen wir nicht. Aber wir wissen, was die alte Mondreligion besagte, wie sie sich darstellte, welchen Symbolgehalt sie hatte. Wir wissen, wie sie sich über Jahrtausende entwickelte, bis Jesus von Nazareth sie schließlich neu auslegte.
Bleiben also noch zwei Fragen:
1) Worauf willst du jetzt mit diesem Thread hinaus und worüber soll diskutiert werden?
2) Wie kommst du auf so absurde Ideen?
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Alt 22.01.2008, 22:09   #9
koltien
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Zitat:
Zitat:
Zitat von koltien
Unbedarft würde ich diesen Religionskritiker, den Du nicht kennst, nicht bezeichnen.

Ich schon. Aber das kann auch damit zusammenhängen, dass ich ihn nur nach seinen Publikationen beurteile.
Wenn Du seine Publikationen kennen würdest, hättest Du nicht Homapage oder Broschüre erwähnt. Ich folgere daraus, dass Du sie nicht kennst.
In der Tat ist das aber ein Problem - für mich. Ich kann nicht auf eine Homepage verweisen, die jeder einsehen kann. AUch nicht auf eine Broschüre, die sich jeder beschaffen könnte. Und das finde ich ausgesprochen schade.

Zitat:
Wie kommst du auf so absurde Ideen?
Ich bin ja garnicht drauf gekommen. Ich hab's vor etwa 35 Jahren gelesen und mir hin und wieder Gedanken drüber gemacht. Auch geforscht und gelesen, ob's denn wirklich sein könnte, was der Zehren da so behauptet. Und das ist wirklich starker Tobak, so seh' ich das. Aber in all dieser Zeit hab' ich nichts gefunden, was dagegen sprechen könnte. (Im Gegenteil.)

Das Faszinierende dabei für mich war, das mein eigener Glauben schlichtweg negiert wurde, alles, was mir als Kind beigebracht wurde, ich als Jugendlicher lernte, war einfach - futsch. Unwiederbringlich.
Religion, Glauben an Gott: alles von Menschen gemacht und erdacht. Da fällst Du erstmal in ein ziemlich tiefes Loch. Ich war auch ziemlich wütend, weil ich es einfach nicht verstanden habe. Das war in der Tat sehr absurd.

Heute weiß ich, dass dieser religiöse Glauben zwar sehr hilfreich sein kann, aber uns beständig im Kreis herumführt. Und wenn's unentwegt im Kreis geht, kann man auch von einer Sackgasse sprechen.

Doch es gibt Auswege. Verständnis in tiefere Zusammenhänge der menschlichen Geistesgeschichte ist da nur einer, jedoch sehr verstandesmäßig gestaltet. Da bleibt das Gefühl auf der Strecke. Genau das aber spricht Zehren an - und untermauert es mit zahllosen Erklärungen, die von jedem nachzuvollziehen sind. Das finde ich faszinierend. Darüber möchte ich mich gerne austauschen. Und damit wäre auch Deine erste Frage beantwortet:

Zitat:
Worauf willst du jetzt mit diesem Thread hinaus und worüber soll diskutiert werden?
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Alt 23.01.2008, 20:22   #10
Acolina
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Also, wenn ich dich, koltien, und das, was du bisher von Zehren zitiert hast, richtig verstehe, geht es schlussendlich einfach darum, dass Religionen astronomische Phänomene beschreiben bzw. darin ihren Ursprung haben.

Dass solcherlei in Religionen eine Rolle spielt, denke ich auch. Dass Astronomie der alleinige Ursprung von Glauben ist, bezweifel ich aber.

Ich denke, bei der Entstehung von Glauben / Religion spielen viel mehr Faktoren rein.


Mal so ein grober Umriss meiner Vorstellung:

Man versetze sich mal in die Situation eines Urmenschen. Ihm wird bewusst, dass seine Existenz endlich ist. Er kann vorausschauend denken, er besitzt die Möglichkeit abstrakt zu denken, sich auszumalen, was passiert, wenn, wird sich der ständigen Gefahr, in der er und seine Gruppe schwebt, bewusst: Unberechenbare Naturgewalten, wilde Tiere, die ihn zum Fressen gern haben etc.pp. In seiner Umwelt beobachtet er vor allem eins: Ständiges Fressen und gefressen werden. Alles ist unsicher, jeder Augenblick kann sein Ende bedeuten. Ihm fehlen für die meisten Dinge das Wissen um das Warum, Erklärungen ...

Würdet ihr euch nicht auch mehr oder weniger verzweifelt auf die Suche machen nach Dingen, auf die Verlass ist? Dann bemerkt ihr, Sonne, Mond, Sterne unterliegen Rhythmen, sind berechenbar. Das bringt doch schon mal etwas Ordnung ins alltägliche Chaos. Egal, was passiert, die Sonne geht wieder auf. (Der Tempel (von lat. tempus - Zeit?) als Ort auch der Zeitmessung, in diversen Religionen waren Priester ja auch zugleich kundige Astronomen und Kalender"beauftragte" )

Man könnte auch kurz vereinfachend sagen: Bei euch auf der Erde herrscht Chaos, am Himmel hingegen wohltuende Ordnung und Berechenbarkeit. Und ihr versucht, die Ordnung des Himmels auf die Erde zu holen ...

Dann fällt euch auf, dass Riten, Zeremonien, Einteilung des Jahres und Feiern bestimmter verlässlicher, immer wiederkehrender Zeitpunkte euch und eurer Gruppe gut tun, da sie Halt geben. Ordnung, Sicherheit. Auch den Zusammenhalt fördern.

Des Weiteren bemerkt ihr irgendwann, dass euer Hirn ganz versessen drauf ist, in allem Muster zu erkennen, und hervorragend auf Symbole anspricht. Und beim Durchtesten, was ist essbar, was nicht, fällt auf, dass manches Kräutlein einem ganz neue Dimensionen eröffnet Die ersten Psychedeliker und Psychologen aka Schamanen nahmen ihren Dienst auf ...

Und last but not least:

In uns allen schlummert irgendwie eine vage Erinnerung an ein verlorenes Paradies. Einen Ort, wohlig warm und kuschelig , an dem alle unsere Bedürfnisse ad hoc, unangefragt erfüllt wurden. An dem Subjekt und Objekt eins waren, man sich eins mit allem fühlte. Die Quelle unseres Urvertrauens. Man mag nun darüber streiten, ob unsere Erinnerung tatsächlich so weit zurückreichen kann, sicher keine konkrete, aber eine im Sinne eines vagen Gefühls schon, denke ich. Recht sicher ist, dass die letzte Zeit der Schwangerschaft und die ersten drei Monate nach unserer Geburt einen wichtigen Einfluss auf unser Urvertrauen haben. Kurz, für mich (nicht nur mich ) weist dieser Ort diverse Parallelen mit unserer Existenz während der Schwangerschaft (im besten Falle auch den Monaten danach, bis wir so langsam nach und nach wahrnehmen, dass ein Unterschied zwischen ich und du, uns und unserer Mutter etc. besteht) auf.

Dieser Zustand des Einsseins zieht sich als Verheißung durch so ziemlich alle Religionen. Mal heißt er Nirwana, mal Paradies ... Und unabhängig davon, ob wir glauben und was wir glauben, suchen wir irgendwo doch alle danach, diesen Zustand und sei es nur für einen Augenblick wieder zu erlangen. Im Gebet, in der Meditation, in der Liebe, beim Sex, beim trippen ... (Ich schließ mal so frei weg von mir auf andere )

Irgendwo in all diesem, denke ich, liegen die Ursprünge des Glaubens, der Spiritualität und der später dann institutionalisierten Religionen.

Glaube beschreibt in meist mythischer Sprache Vorgänge im Menschen, seine Suche nach Beständigkeit, Berechenbarkeit, Vertrauen. Die Suche nach einem Mittel, Grund, diesem Chaos der Schöpfung um ihn herum zu widerstehen. Gleichzeitig zeugt er aber auch vom enormen menschlichen Potential, sich diesen Grund zu schaffen, Sinn zu stiften usw. Schlussendlich sind Gottes- und Selbsterkenntnis identisch.

In diesem Zusammenhang finde ich es auch interessant, mit den Worten "Auferstehung" und "Glaube" zu spielen. In Auferstehung steckt ja auch das wieder aufstehen nach einer Krise, überhaupt das aufstehen, wieder auf die Füße kommen, wieder Boden unter die Füße bekommen, auch widerstehen, der Not widerstehen usw. Glaube bedeutet in seiner hebräischen Wurzel bestehen, standhalten, bleiben, im deutschen ist glauben wiederum Synonym für vertrauen. Beides hängt also eng zusammen, für mich steht es für grundlegende menschliche Verhaltensweisen.

Ok, genug Palaver ...
__________________
Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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