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Amerika Das Rätsel von Nazca, die Hochkultur der Maya... und Weiteres aus Nord-, Mittel- und Südamerika.

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Alt 20.09.2010, 12:37   #1
Spöckenkieker
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Hab gestern die Doku bei Historychannel gesehen über den Kensington Stein. Für mich war der bis jetzt immer ne Fälschung, da ein Schwede einen mit schwedisch Runen beschriebenden Stein findet. Interessant fand ich aber dann doch, dass die Schrift nicht so wirklich altschwedisch ist, sondern irgend was anderes. Es bestehen angeblich Ähnlichkeiten zu den Schriften der Zistersienser. Außerdem sieht die Schriftausführung schon sehr gut aus, nicht wie die schlechten Fakes aus Burrwos Cave zB. Weis hier jemand was genaueres dazu? Bevor ich mir die Mühe mache und das alles selber rauskrame.


http://de.wikipedia.org/wiki/Runenstein_von_Kensington
http://www.unsolved-mysteries.info/archiv/8archivobj011.htm
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Alt 20.09.2010, 14:36   #2
MJ01
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@Hallo Spöckenkieker!

Habe diesen Filmbeitrag auch gesehen, aber da steckt nach dessen Interpretation mehr dahinter.
Eine richtig große, angebliche Verschwörungstheorie. Zumindestens wird es so im Beitrag dargestellt!
Angeblich soll am am Freitag, den 13. Oktober 1307 eine große Templerflotte von der portugisischen Küste aus Richtung Westen aufgebrochen sein,....

http://www.geocaching.com/seek/cache...8-13c385a01c65

Obs stimmt?

MfG

MJ

Geändert von MJ01 (20.09.2010 um 14:59 Uhr).
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Alt 20.09.2010, 15:24   #3
Spöckenkieker
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Naja das Konstrukt mit den Templern ist quark, daher hab ich danach nicht gefragt. Das passt ja nicht mit der damaligen Situation in Schweden. AUch das angebliche Wappen von Sinclair war in der Doku falsch. Und auch die angebliche Unterschrift von Columbus ist auf keinen Fall mit diesem Hackenx versehen. Der Tower von Newport ist gut datiert an Keramik und anderen Hinterlassenschaften und sogar c14 daten geben sein Alter an.

Was mir aber erst gerade aufgefallen ist, ist das angebliche Datum auf dem Stein 1362 soll da stehen. Aber nach welchem Kalender? Nach dem Gregorianischen Kalender kann es ja nicht sein, denn den gabs da noch nicht. Hätte man nicht eher die Regierungsjahre eines Herrschers angegeben?
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Alt 20.09.2010, 16:38   #4
MJ01
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Zitat:
Zitat von Spöckenkieker Beitrag anzeigen
Naja das Konstrukt mit den Templern ist quark, daher hab ich danach nicht gefragt. Das passt ja nicht mit der damaligen Situation in Schweden. AUch das angebliche Wappen von Sinclair war in der Doku falsch. Und auch die angebliche Unterschrift von Columbus ist auf keinen Fall mit diesem Hackenx versehen. Der Tower von Newport ist gut datiert an Keramik und anderen Hinterlassenschaften und sogar c14 daten geben sein Alter an.
"In 1992, radiocarbon dating tests of the tower's mortar were undertaken by a team of researchers from Denmark and Finland. The results support a construction date between 1635 and 1698. However, the full range of dates from the samples taken is between 1410 and 1930."
Demnach könnte man sich eine rege Umbautätigkeit zwischen 1410 und 1930 vorstellen.
und
"Informed by the city authorities in spring 2008 that the asphalt path around the tower was to be removed and replaced with concrete, Chronognostic arranged for some of their experienced local volunteers to undertake several small excavations after the old path material had been removed, lasting from May 30 to June 4. They concentrated on areas directly in line with the Tower pillars, and in two of the three major pits they dug, found columns of discoloration, about 35 cm in diameter, which appeared to indicate the former presence of substantial wooden posts about 4 metres out from the tower walls, possibly supports for a wooden roof. No such discoloration was found in the third aligned test pit, or in a smaller pit dug without reference to the Tower columns. Small finds included charcoal, but carbon dating of this was inconclusive."
Also ursprünglich eher keine Windmühle.


Zitat:
Was mir aber erst gerade aufgefallen ist, ist das angebliche Datum auf dem Stein 1362 soll da stehen. Aber nach welchem Kalender? Nach dem Gregorianischen Kalender kann es ja nicht sein, denn den gabs da noch nicht.
Differenz wären ohnedies nur max. 14 Tage, höchstens man fröhnt dieser Zahlenschwubs.... , oder wie sagt man hier dazu?

Zitat:
Hätte man nicht eher die Regierungsjahre eines Herrschers angegeben?
Wenn es echte Schweden waren wahrscheinlich, aber wenn nicht?

"Der Beginn des 14. Jahrhunderts war durch Thronkämpfe innerhalb der Königsdynastie der Folkunger geprägt. Dies führte zu einer Stärkung des Hochadels und in weiterer Folge zu Konflikten zwischen König und Reichsrat beziehungsweise der Ratsaristokratie. König Birger Magnusson wurde 1317 vertrieben und sein Nachfolger Magnus Eriksson wurde 1363 abgesetzt. Auch der 1364 gewählte Albrecht von Mecklenburg wurde 1389 gestürzt, nachdem er versucht hatte, die Königsmacht zu stärken. 1388 wurde die dänische Königin Margarethe von einer aufständischen Adelsfraktion als schwedische Herrscherin anerkannt. Nach dem Sieg über Albrecht im Jahr danach wurden Dänemark, Norwegen und Schweden unter einem Regenten vereinigt. 1397 wurde Margarethes Neffe Erich von Pommern zum König der drei Reiche gekrönt und die Kalmarer Union errichtet. Sie bestand bis 1523, auch wenn sie selten funktionierte.
Margarethes und Erichs Politik zielte auf die Begrenzung und Zurückdrängung der Adelsmacht. Der Reichsrat wurde entmachtet und eine zentralisierte, von Dänemark ausgehende Verwaltung mit hauptsächlich dänischen und deutschen Vögten aufgebaut."

Also wäre "Magnus Eriksson" damals König gewesen, aber eher eine Zeit von Konflikten und Aufständen und somit keine direkte Bindung zu "seinem König".
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Schwedens

MfG

MJ

Geändert von MJ01 (20.09.2010 um 16:42 Uhr).
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Alt 20.09.2010, 17:47   #5
Spöckenkieker
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Zitat:
Umbautätigkeit zwischen 1410 und 1930
Naja wenn man c14 Untersuchungen macht gibt es immer außreißer, aber dann wird stattistisch vorgegangen und die Mehrheit der Daten gibt das Datum an. Dabei muss man aber verstehen, dass nicht unterschiedliche Proben in unterschiedliche Zeiten datiern sondern ein und die selbe Probe durchaus verschiedene Zeiten aufweisen kann. Daher ist die Range der C14 daten unwichtig, wichtig ist die häufung, und diese passt nunmal zu den anderen Funden, wie Keramik, Pfeifenköpfe, Gewehrschloss usw.

Zitat:
Differenz wären ohnedies nur max. 14 Tage
Ja nur wenn die den Julianischen Kalender benutzt hätten. Aber wer hat das damals so geschrieben? Hätte man das nicht in lateinischen Zahlen/Buchstaben geschrieben wenn man schon julianische Daten nennt (zumindest die templer hätten doch in latein geschrieben)? Und das Regierungsjahr würde der Schreiber doch dann nehmen von dem, welchen er als rechtmäßigen König anerkennt (margarethe I?)

Und nochmal zu den Runen ich versuche das gerade ein bisschen außeinander zu nehmen, kenne aber nur die germanischen Runen, die da anscheinend doch ganz anders sind. Aber bei welchen Runen gab es die Umlaute, gibt es dazu Vergleichsfunde? Allerdings spricht das ja auch wieder gegen eine Fälschung, denn so doof wäre ein Fälscher nicht. Es sei denn er kopiert den ganzen Text.

Was ich wiederrum merkwürdig finde ist. Man macht einen Stein, ähnlich wie einen Grabstein und meißelt dann auf der Oberfläche die Schriftzeichen ein, ohne eine komplette gerade Fläche zu machen, sondern man meißelt einfach über die Bruchkannte. Hätte man nicht besser eine gerade Fläche gemacht.
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Alt 21.09.2010, 14:31   #6
MJ01
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Zitat:
Zitat von Spöckenkieker Beitrag anzeigen
Ja nur wenn die den Julianischen Kalender benutzt hätten. Aber wer hat das damals so geschrieben? Hätte man das nicht in lateinischen Zahlen/Buchstaben geschrieben wenn man schon julianische Daten nennt (zumindest die templer hätten doch in latein geschrieben)? Und das Regierungsjahr würde der Schreiber doch dann nehmen von dem, welchen er als rechtmäßigen König anerkennt (margarethe I?)
Denke, das habe ich schon im letzten Posting geschrieben:
"Also wäre "Magnus Eriksson" damals König gewesen, aber eher eine Zeit von Konflikten und Aufständen und somit keine direkte Bindung zu "seinem König"."

Lateinische Schriftzeichen bei den Templern? Nachdem der Papst so viele von Ihresgleichen abgemurkst hat?

Zitat:
Und nochmal zu den Runen ich versuche das gerade ein bisschen außeinander zu nehmen, kenne aber nur die germanischen Runen, die da anscheinend doch ganz anders sind. Aber bei welchen Runen gab es die Umlaute, gibt es dazu Vergleichsfunde? Allerdings spricht das ja auch wieder gegen eine Fälschung, denn so doof wäre ein Fälscher nicht. Es sei denn er kopiert den ganzen Text.
meinst Du so was:
(Scherz!!)

Original:


Vergleiche:

Ich hoffe die Bilder werden angezeigt (manchmal funktioniert es, manchmal nicht!)

Zitat:
Was ich wiederrum merkwürdig finde ist. Man macht einen Stein, ähnlich wie einen Grabstein und meißelt dann auf der Oberfläche die Schriftzeichen ein, ohne eine komplette gerade Fläche zu machen, sondern man meißelt einfach über die Bruchkannte. Hätte man nicht besser eine gerade Fläche gemacht.
Soweit der Text richtig übersetzt wurde, war er in großer Eile geschrieben worden und sollte für Wissende (darum auch kein Latein) ein Hinweiszeichen für den weiteren Aufenthalt darstellen. In diesem Fall, wenn bei einem Meisslhieb ein Teil des Steins wegbricht (was leicht vorkommt), wird man nicht, so wie sonst, komplett neu anfangen.
"Wir lagerten bei [einem See mit] zwei Inseln, eine Tagesreise im Norden von diesem Stein. Wir waren einen Tag lang fischen. Als wir zurückkamen, fanden [wir] 10 Männer rot von Blut und tot"

Ich schätze diese Info kennst Du schon:
Zitat:
Erst im Jahre 1907 wurde der Stein von Hjalmar Rued Holand eher zufällig wiederentdeckt. Holand versuchte nun, die Authentizität des Steines zu beweisen. Er vermutete, dass die Expedition des Schweden Paul Knudson bis zum Fundort des Kensington-Steines in Minnesota vorgestoßen war. Im Jahre 1354 wurde Knudson von Magnus Eriksson, dem damaligen König über Norwegen und Schweden, beauftragt, das Christentum zu verbreiten und dabei auch etwas über den Verbleib der Grönland-Wikinger zu erfahren. Knudsson stieß in Grönland aber nur auf verlassene Höfe - keine Siedler waren in Sicht. Nach Holands Vermutungen setzte der Seefahrer die Mission, bzw. Expedition in Richtung Westen fort. Er segelte über die Hudson Bay in den See Lake Winnipeg und dann den Fluss “Red River” hinauf. Knudson selber kehrte nie nach Norwegen oder Schweden zurück. Es heißt aber, dass sieben seiner Männer - darunter auch der Navigator Nicolas Lynn - nach Europa zurückkamen.
http://www.eldey.de/Geschichte/Wikin...ensington.html

und

Zitat:
Im Jahr 1898 hat der schwedische Einwanderer Olof Öhman in Minnesota einen großen Stein in seinem Acker gefunden. Er putzte die Erde vom Stein und bemerkte dann mysteriöse Zeichen. Mit einem großen Nagel gelang es ihm, die Zeichen zu aufkratzen und damit deutlicher zu machen.
....mit neuester Technik ... untersuchen.
Das Ergebnis war überraschend. Unter der geritzten Runenschrift wurde eine ältere gefunden. Auch wurde anderen Zeichen entdeckt, die nicht aufgekratzt worden waren. Chemische Analyse zeigte, dass die ursprüngliche Runenschrift mehr als 200 Jahre alt war und deshalb nicht von Öhman geritzt werden konnte.
http://islaendisch.blog.de/2007/10/3...stein~3226960/

Es kann natürlich auch so sein:

Zitat:
...In die Schmalseite ist die Jahreszahl 1362 graviert.
Die schlichte Zahl, geschrieben nach einem speziellen, auf der Zahl fünf basierenden System, ist für Helmer Gustavson, Chefrunologe am Stockholmer Reichsdenkmalsamt, ein Beleg für die Unechtheit: Diese Datierungsart und weitere Auffälligkeiten finden sich nur noch ein einziges Mal wieder - auf einem hölzernen Joch, das ein Runenschreiber 1907 in der abgelegenen schwedischen Region Dalarna ritzte, wo sich diese Tradition bis in die Neuzeit erhielt: "Aus dieser Epoche", so folgert Gustavson, "stammt auch der Kensington-Stein."
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-29475145.html

Zitat:
Unheilschwanger schließt der Text mit der Passage: „Erlöse uns von dem Bösen.Neben anderen sprachlichen Ungereimtheiten, war es vor allem diese Passage, die seriöse Wissenschaftler stutzig machte. Später zeigte sich, dass Ohman sie wohl aus einem schwedischen Lehrbuch kopiert hatte, in dem das Vaterunser auf Runen geschrieben war.
http://www.focus.de/wissen/bildung/G...id_400799.html

Zitat:
Die Angelegenheit wäre also als mißlungener Scherz ad acta gelegt worden, wäre 1907 nicht der Sachbuchautor Hjalmar Rued Holand auf den Stein aufmerksam geworden. Ein Besuch bei Ohman entzündete in ihm die Flamme des fanatischen Missionars. Mit unermüdlichem Einsatz, in Veröffentlichungen und zahllosen Vorträgen versuchte er den Runenstein als echt darzustellen. 1948 schien er seinem Ziel ein wichtiges Stück nähergekommen zu sein, als der Stein in der ehrwürdigen Smithsonian Institution in Washington ausgestellt wurde. Die Skeptiker, unter ihnen der Schwede Sven B. F. Jansson, wiesen auf sprachliche Ungereimtheiten hin: Einige der verwendeten Runen seien 1362 bereits ausgestorben gewesen, andere noch gar nicht erfunden worden.
http://www.wienerzeitung.at/Desktopd...ter=W&cob=7695
Reallexikon der germanischen Altertumskunde, Band 25

MfG

MJ

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