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Alt 01.01.2014, 15:33   #1
Der Phoenizier
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Beitrag Das Wunder der Kathedralen

Hier geht es um Techniken des Mittelalters und meines Erachtens bietet der Film die bessere Anschauung. Zumindest mir wurden technische Einzelheiten erst klar, nachdem ich den Film gesehen hatte. Dazu der Link:

http://www.youtube.com/watch?v=YskeOrqytuw

Der Bau einer Kathedrale sollte wie ein Wunder wirken, denn das christliche Volk sollte im Glauben gestärkt werden. Ein gewisses Maß an Geheimhaltung musste sein. Das einfache Volk sollte ja nicht durch natürliche Erklärungen irritiert werden. Über die Statik sehe ich aus zwei Gründen hinweg. Die Kathedralen stehen noch heute, und folglich muss die Statik stimmen. Vor allem lässt sich theoretisches Wissen leicht geheim halten, und Aufzeichnungen sind nicht überliefert.

Zur praktischen Umsetzung brauchte man Kräne, und solch ein Kran wird im Experiment rekonstruiert. Ich sehe mit Erstaunen, was die Übertragung menschlicher Muskelkraft in einem Laufrad bewirken kann. Zum Schluss hebt dieser Kran ein ganzes Auto. Hier sieht man, worin sich der Kran von einem Flaschenzug unterscheidet. Der Kran hat die bessere Übertragung und hebt Lasten, die ein Flaschenzug nicht mehr bewältigen konnte. (Man sollte bitte mal versuchen, ein Auto mit dem Flaschenzug zu heben). Sehen wir ruhig darüber hinweg, dass es im Mittelalter noch keine Autos gab. Ich finde das Experiment sehr anschaulich, denn unter dem Gewicht eines Autos kann ich mir mehr vorstellen als unter dem Gewicht mittelalterlicher Bauteile. Trotzdem hat das Experiment einen kleinen Schönheitsfehler. Der Projektleiter versucht vergeblich, den Kran zu drehen. Im Original müssen diese Kräne drehbar gewesen sein, denn anders wäre der Bau von Kathedralen nicht möglich gewesen. Nun aber folgt die große Herausforderung:

Auf Bildern der damaligen Zeit sieht man den Kran weit oben am Gebäude angebracht. Das erscheint mir äußerst plausibel, denn nur so ist zu erklären, wieso sich schwere Bauteile an dem Platz befinden, wo wir sie heute noch sehen. Die große Preisfrage lautet: Wie gelangte der Kran nach oben? Als Ganzes wäre der Kran für einen Flaschenzug zu schwer gewesen. Also konnte man nur einzelne Teile nach oben ziehen. Demnach hätten Handwerker den Kran freihändig in der Luft montieren müssen. Das wäre ungefähr so, als ob man einen Zimmermann zum Seiltänzer ausbilden müsste. Der Film zeigt, wie schwierig das selbst noch am Erdboden ist. Die passgenaue Montage gelingt nur im Team. (Hier nicht einmal ganz, denn die Drehscheibe sitzt nicht richtig). Dazu müssen Handwerker ihre Kräfte exakt koordinieren und dazu brauchen sie volle Bewegungsfreiheit. Auf einem Gerüst hat aber der Handwerker nur eingeschränkte Bewegungsfreiheit und alleine wird er keine Kran montieren. Das Team muss sogar noch genauer zusammenarbeiten, denn es darf ja nichts runterfallen.

Hier möchte ich das Problem eingrenzen. Die alten Bilder halte ich aus zwei Gründen für authentisch. Der Kran steht an der einzig richtigen Position, um die Kathedrale vollenden zu können. Kräne sind weithin sichtbar, und da konnte man dem Volk nichts vormachen. Anders mit Montage in großer Höhe. Mit bloßem Auge kann man technische Einzelheiten nicht erkennen. Da hatte die Kirche leichtes Spiel. Da hat wohl ein Engel geholfen? Nun bin ich mal gespannt, was die Esoteriker dazu sagen...
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Alt 01.01.2014, 17:33   #2
perfidulo
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Zitat:
Zitat von Der Phoenizier Beitrag anzeigen
Die Kathedralen stehen noch heute, und folglich muss die Statik stimmen.
Beiweitem nicht alle. Viele sind schon ein paar Jahre nach dem Bau zusammengebrochen und was Du sieht sind oft verbesserte Versionen.

Manchmal hat man es dann auch ganz aufgegeben. Der Kölner Dom stand jahrhunderlang dumm rum bis er mit dem Mitteln des 19. Jahrhunderts fertig gebaut wurde.

Und gar manches wundervoll gefügte Gewölbe lag nach dem 2. Weltkrieg in Trümmern und was wir sehen ist 20. Jahrhundert. Das erfährt man meist nur am Rande, wenn man die ausliegenden Materialien sorgfältig liest.
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Alt 01.01.2014, 19:43   #3
Der Phoenizier
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Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Beiweitem nicht alle. Viele sind schon ein paar Jahre nach dem Bau zusammengebrochen und was Du sieht sind oft verbesserte Versionen.

Manchmal hat man es dann auch ganz aufgegeben. Der Kölner Dom stand jahrhunderlang dumm rum bis er mit dem Mitteln des 19. Jahrhunderts fertig gebaut wurde.

Und gar manches wundervoll gefügte Gewölbe lag nach dem 2. Weltkrieg in Trümmern und was wir sehen ist 20. Jahrhundert. Das erfährt man meist nur am Rande, wenn man die ausliegenden Materialien sorgfältig liest.
Klar doch - die Baumeister des Mittelalters mussten auch den 2. Weltkrieg einplanen. Was verlangst du noch? Sollten sie vielleicht atombombensichere Bunker bauen? Fragen über Fragen. Ist dir Chartres kein Begriff? Hast du noch nie von Notre Dame gehört? Willst du sogar den Kölner Dom in Zweifel ziehen?

Jetzt verstehe ich, warum man dich "Zeitenhopser" nennt. Du ignorierst historische Belege und springst in den Jahrhunderten herum, wie es dir gerade passt. Ich wette darauf, dass du dir das Video gar nicht erst angeschaut hast. Warum auch? Du weißt ja eh alles besser...:
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Alt 01.01.2014, 19:48   #4
perfidulo
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Du weißt ja eh alles besser...
Ach, endlich einer der mich versteht.
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Alt 02.01.2014, 20:20   #5
Der Phoenizier
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Zitat:
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Ach, endlich einer der mich versteht.
Ich glaube nicht, dass wir das Gleiche meinen. Ich vereinfache die Datierung, indem ich in Alternativen denke. Also noch mal von vorne. Es war unmöglich, eine Kathedrale ohne einen Kran zu bauen. Vor Erfindung des Motors konnte der Kran nur mit menschlicher Muskelkraft angetrieben werden. Zum Beweis genügt mir genau eine Kathedrale, deren Bau nachweislich vor dem 19. Jh. fertiggestellt wurde. Da kann ich mir aussuchen, welche Kathedrale am besten belegt ist. Vermutlich Chartres, denn da gibt es sicherlich Quellen.

Daraus ziehe ich den Schluss, dass Menschen während der Gothik ihren Kran so konstruiren mussten, wie es im Film gezeigt wird. Voila! Demnach ist die Rekonstruktion authentisch und gibt die historische Realität wieder.
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Alt 02.01.2014, 21:38   #6
Buenaventura
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saemtliche einwaende und beispiele perfidulos waren voellig richtig, voellig egal ob er dazu das video gesehen hat oder nicht, und du machst dir nicht mal die muehe, darauf einzugehen.
hast du dir evtl selber nicht genau durchgelesen, was er geschrieben hat?

ps: habe das video mangels interesse auch nicht gesehen
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Alt 02.01.2014, 22:32   #7
Der Phoenizier
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Zitat:
Zitat von Buenaventura Beitrag anzeigen
saemtliche einwaende und beispiele perfidulos waren voellig richtig, voellig egal ob er dazu das video gesehen hat oder nicht, und du machst dir nicht mal die muehe, darauf einzugehen.
hast du dir evtl selber nicht genau durchgelesen, was er geschrieben hat?

ps: habe das video mangels interesse auch nicht gesehen
Mit der Antwort bin ich nicht einverstanden!

Dazu erstens: Die Einwände perfidulos treffen nicht das, was ich meine. Um weitere Missverständnisse zu vermeiden, habe ich meinen Standpunkt nochmals klargestellt.

Und zweitens: Warum beteiligst du dich an einer Diskussion, während du offen sagst, dass dir das Interesse fehlt? Das verstehe ich nicht.
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Alt 03.01.2014, 14:49   #8
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warum wohl? weil ich den text von dir gelesen habe und darauf hin feststellte, dass mich der film nicht interessiert.
mich interessierten aber eben die antworten, deshalb habe ich die gelesen. und die von perfidulo traf zu.
was daran falsch sein sollte, hast du uebrigens immer noch nicht geschrieben.
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Alt 03.01.2014, 17:41   #9
Der Phoenizier
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Zitat:
Zitat von Buenaventura Beitrag anzeigen
was daran falsch sein sollte, hast du uebrigens immer noch nicht geschrieben.
Hier unterscheide ich zwischen "falsch" und "irrelevant". Zerstörte Kathedralen sind ein sehr unfruchtbares Gebiet. Zum einen dürfte der Nachweis sehr schwer fallen. Vor allem gehört der 2. Weltkrieg hier nicht zum Thema. Ich kommentiere deshalb nicht, weil ich es nicht nötig habe, solchen Hinweisen nachzugehen.

Du hältst es ja nicht einmal für nötig, dir ein Video anzuschauen, obwohl das viel einfacher wäre. Aber mir willst du zumuten, Nachforschungen anzustellen, die hier überhaupt nicht zum Thema gehören. Das halte ich für falsch.
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Alt 03.01.2014, 18:17   #10
perfidulo
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Zitat von Der Phoenizier Beitrag anzeigen
Zerstörte Kathedralen sind ein sehr unfruchtbares Gebiet.
Irrtum. Sie bieten die besten Informationen dazu, wie sich die Bautechnik von Fehler zu Fehler entwickelt hat und wie durch Innovationen die anfängliche Vision doch noch Wirklichkeit wurde.

Bestes Beispiel: Die Auflösung der massiven Wände in ein filigranes Strebwerk, das von außen überhaupt nicht mehr wie ein Gebäude aussieht. Viele fanden das häßlich und haben versucht, es durch den Begriff "gotisch" abzuqualifizieren. Nur Barbaren konnten etwas bauen!

Dahinter steckte aber ein eingespieltes System der Vorfertigung, wie später beim Eifelturm (den auch viele häßlich fanden).

Es gab einen regelrechten Wettstreit um den höchsten und schönsten Turm. Oft konnte sich der Sieger nicht lange an seinem Triumpf erfreuen.
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