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Verschwörungstheorien Bilderberger, New World Order, Schattenregierungen, Weltregierung oder gar Weltdiktatur?

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Alt 21.06.2017, 19:09   #1
basti_79
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Standard Der Schrecken der Konservativen

Als ich hier im Forum angefangen habe, mich mit Verschwörungstheorien auseinanderzusetzen, ist mir etwas aufgefallen, das mir tief in Erinnerung geblieben ist: es gibt, formal, keinen (leicht erkennbaren) Unterschied zwischen Verschwörungstheorien, religiösen Inhalten aber auch neu entdeckter Wissenschaft. Das hat mich damals sehr stark fasziniert. Im Laufe der Zeit habe ich dann "ortho-Wissenschaft" (mit den kanonischen Beispielen Physik und Mathematik), Geisteswissenschaft und eben "Parawissenschaft" (bzw. Verschwörungsglaube, Religion etc.) einem Gefühl folgend deutlicher abgrenzen können.

In meinem Sinne ist "ortho-Wissenschaft" solche, die sich auf die Realität (und im Streitfall auf Popper - selbst, wenn er nicht beim Namen genannt wird), Geisteswissenschaft alles andere, was Wissenschaft genannt wird, und in welche Kategorie (z.B. hier im Forum) neuer Inhalt nun gehört, ist eben ohne genauere Untersuchung unmöglich zu sagen. Das ist auch der Grund für mich, z.B. Traumdeuter und "Historiker" und "Archäologen" nicht gleich zu verscheuchen, obwohl ich mir meistens schon nach 2 oder 3 Beiträgen deutlich vorstellen kann, wie sich die Sache entwickeln wird.

Aus meiner Perspektive gibt es da ganz scharfe Kriterien, die ich auch erklären kann (und neulich gegenüber ElLobo1 wieder einmal erklären musste). Zuerst wende ich Occams Razor an: Ist das Gemeinte zuviel zu lesen oder zu lernen? Werden offenichtlich ohne Not neue Konzepte oder Begriffe eingführt? Hier im Forum bin ich dabei deutlich "nachlässiger" (permissiver) als "privat". Das liegt daran, dass hier fast unbegrenzt Platz ist, anders als in meinem Hirn.

Das zweite Kriterium ist (bei Bedarf, der wiederum hier im Forum anders ist als Privat) Poppers kritischer Rationalismus. Den hatten wir hier mal vor Urzeiten als die silberne Kugel erkannt, zumindest, was Wissenschaft angeht. Was Popper nicht wegbekommt, ist Wissenschaft, oder muss zumindest unbedingt als solche gelten. Kritischer Rationalismus ist vermutlich die permissivste als sinnvoll vorstellbare Erkenntnistheorie.

Über die Jahre hat mein Weg etliche Schlingen und Schleifen genommen. Je älter ich werde, je mehr ich lerne, desto deutlicher fallen mir da einige Zusammenhänge auf:
  • Konservative Politik ist letztendlich nur möglich, wenn man sich Kritik verweigert, das heißt insbesondere auch dem kritischen Rationalismus.
  • Entsprechend dem Dunning-Kruger-Effekt ist jeder davon überzeugt, ein kritischer Denker zu sein, bzw. ganz schön tolerant, was Weltanschauung angeht.
  • Mit politischen Diskussionen kann man - ganz im Sinne Poppers - die Grenzen der Weltanschauung der anderen prüfen.
  • Der Spruch "Zeige einem dummen Menschen einen Fehler, und er wird Dich beleidigen. Zeige einem Weisen einen Fehler, und er wird sich bei Dir bedanken" ist wahrer, als es auf den ersten Blick scheint.
Was ich mich oft Frage ist, welche Filter Konservative überhaupt einsetzen - ausser "interessiert mich nicht", der da schon so klischeehaft häufig auftaucht, dass man da schon Ignoranz unterstellt anstelle von aufrichtigem Nichtinteresse.


Ein anderer scheint zu sein: "das regt mich furchtbar auf". Konservative sitzen aus meiner Perspektive in einem Gefängnis, desse Zellen im Laufe der Zeit immer mehr zusammenschrumpfen. Und noch schlimmer: meine Filter bewirken, dass ich im Laufe der Zeit immer deutlichere Hypothesen aufstelle, die immer schwerer zu widerlegen sind. Erfahrungsgemäß führt die Vetrtetung solcher Hypothesen dazu, dass die Konservativen hysterisch werden. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Umkehrschluss auch gilt, aber es ist schon drollig, dass ich einige Sätze kenne, mit denen man fast jeden Konservativen aus der Reserve locken kann.


Was man sich da mal klar machen muss: bei Zuhörern könnte es durchaus sein, dass das dominant und letztendlich auch erfolgreich wirkt. Das bedeutet, die Konservativen könnten in Zukunft noch viel mehr mit solchen Sätzen konfrontiert werden. Und ihre Gegenstrategien (Traditionalismus, Autoritarismus, Gewalt, Zusammenrotten) scheinen mehr und mehr Wirkungslos zu werden, weil den Leuten immer mehr auffällt, was die Folgen des Konservativismus sind, und wie hohl der eigentlich ist.


Ich sehe glänzende Zeiten auf mich zukommen.


Vielen Dank fürs Leen.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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