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Naturphänomene Kurioses und Rekorde aus der Tier- und Pflanzenwelt, atmosphärische und andere Naturschauspiele, verändertes Verhalten von Tieren ...

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Alt 12.02.2005, 15:02   #1
Desert Rose
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Wale sollen schwer entflammbare Chemikalien selbst produzieren

Wow, wenn das sich als richtig herausstellen sollte....

Zitat:
Freitag 11. Februar 2005, 14:05 Uhr

Seetiere produzieren Chemikalien

Schadstoffe im Tran von Walen sind natürlicher Art

Massachusetts (pte) - Wissenschaftler haben herausgefunden, dass giftige Chemikalien, die in Waltran gefunden wurden, nicht gänzlich künstlicher Art sind. Einige der Komponenten, die den umweltschädlichen, flammenhemmenden Chemikalien ähnlich sind , werden von Schwämmen und anderen Meereslebewesen produziert, berichtet Nature http://www.nature.com .

Es ist schon seit langem bekannt, dass sich bestimme künstliche Chemikalien in Tieren ansammeln können. Oft ist dies bei Raubtieren der Fall, die andere verseuchte Tiere essen. Solche hartnäckigen Moleküle, halogenisierte organische Verbindungen genannt, enthalten das giftige Pestizid DDT. Kürzlich wurde eine Gruppe ähnlicher Präparate in Seetieren ausgemacht, aber woher diese stammen, ist nicht bekannt. Es stellte sich die Frage, ob diese methoxylierten polybromierten Diphenylether (PBDE) von langsamen, weichen Seetieren (z.B. Schwämmen) produziert werden, oder ob sie von abgelegten flammenhemmenden Chemikalien stammen. Unveränderte flammenhemmende Moleküle wurden schon im Tier- und Fischgewebe gefunden und sogar in menschlicher Muttermilch.

Chris Reddy von der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) http://www.whoi.edu versuchte dieser Frage zu nachzugehen, indem er die verschiedenen Karbon-Isotopen in den Molekülen untersuchte. Methoxyliertes PBDE, das von Pflanzen oder Tieren produziert wurde, enthält einen beständigen Anteil des radioaktiven Karbon-14, das in geringen Mengen überall im Ozean enthalten ist. Wenn das methoxylierte PBDE künstlicher Art wäre, müsste es von Karbon aus Erdöl stammen, das so alt gewesen sein müsste, dass alles Karbon-14 zerfallen wäre. "Wir nennen das einen 'Tod oder Leben'-Ansatz", so Reddy. Reddys Kollegin Emma Teuten arbeitete monatelang mit einem stinkenden zehn Kilo schweren Tranexemplar von einem gestrandeten Wal. "Ich trennte die Haut ab, würfelte und zerschnitt sie. Das ergab eine Konsistenz, die einem Erdbeershake ähnlich kam", berichtet Teuten. Danach brannte sie mit Hilfe von Säure das Fett weg und erhielt dadurch eine geringe Menge von methoxyliertem PBDE. Wahrscheinlich stammt es von einem Tintenfisch, den der Wal gegessen hatte.

Ein einziger Wal, der wahrscheinlich auch noch krank war, ist kein großer Beweis. Aber Meeressäugetier-Toxikologe Paul Ross ist beeindruckt: "Der Fall scheint klar zu sein."
Quelle
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Zitat:
...
Eigentlich sollen sie verhindern, dass sich elektronische Geräte von selbst entzünden. Doch Flammschutzmittel, die unter anderem in Computerchips und Fernsehgehäusen zu finden sind, tauchen mittlerweile fast überall auf: in der Atemluft, im Wasser und zuletzt sogar in der menschlichen Muttermilch. Nach Einschätzungen schwedischer Forscher verdoppelt sich alle fünf Jahre die Konzentration der feuerhemmenden Stoffe in der Muttermilch. Größtes Problem sind die so genannten bromierten Flammschutzmittel: Sie entweichen bereits bei Zimmertemperatur aus den Platinen und werden nur langsam durch ungefährlichere Alternativen ersetzt.

Selbst in Delfinen, Robben und Pottwalen, die normalerweise in Meerestiefen von mehr als 1000 Metern leben, haben Wissenschaftler zuletzt die verdächtigen Substanzen entdeckt. Doch auch wenn deren Molekülstrukturen den von Menschenhand gemachten Flammschutzmitteln stark ähneln, dürften die bei Walen gefundenen Stoffe natürlichen Ursprungs sein. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen US-Chemiker, die ihre neuen Erkenntnisse jetzt im Fachmagazin "Science" veröffentlicht haben.

Das Team um Emma Teuten von der Woods Hole Oceanographic Institution im US-Bundesstaat Massachusetts hat dazu das Fettgewebe der bis zu fünf Meter langen True-Wale aus dem Nordatlantik untersucht. Dabei stießen die Forscher in der Tat auf zwei Substanzen, die der chemischen Struktur bromierter Flammschutzmittel sehr ähnlich waren. Zwar wiesen die im Tran entdeckten Verunreinigungen eine chemische Gruppe mehr auf als die industriell hergestellten Stoffe. Dieser Zuwachs könnte aber auch durch normale Reaktionen in der Atmosphäre zustande gekommen sein.

Teuten und Kollegen konzentrierten sich daher auf die in den Substanzen enthaltenen Kohlenstoffatome. Deren Altersbestimmung zeigte, dass der Kohlenstoffanteil erst vor kurzem durch Photosynthese in den Ozeanen entstanden ist und nicht schon vor Millionen von Jahren, wie es bei Produkten der chemischen Industrie der Fall sein müsste. Bei den vermeintlichen Flammschutzmitteln im Wal-Tran handelt es sich also, so die Schlussfolgerung der Forscher, um eine "natürliche Verschmutzung". Vermutlich werden die Stoffe von Algen oder Schwämmen produziert.

Dass sie gesundheitlich ungefährlich sind, heißt das aber noch lange nicht. Zwar wirkt eine der neu entdeckten Substanzen sogar antibakteriell und entzündungshemmend. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu den Flammschutzmitteln dürften sie aber auch deren toxische Wirkung geerbt haben.

Dennoch gibt die neue Entdeckung den Forscher Anlass zur Hoffnung. Da die natürlichen Stoffe bereits seit vielen tausend Jahren existieren, verraten sie nicht nur viel über die Langzeitwirkung von Flammschutzmitteln. Die Substanzen können den Wissenschaftlern auch zeigen, wie sich organische Stoffe auf natürliche Weise unschädlich machen lassen.
Weiter hier: Wale haben Brandschutz im Blut
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