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Alt 23.02.2012, 11:49   #1
Llewellian
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Standard Fehler gefunden. Neutrinos doch nicht schneller als Licht

So, jetzt haben sie den Fehler gefunden. Es gab eine Verzögerung durch eine fehlerhafte GPS - Lichtleiterkabelschnittstelle, die sich systematisch in die Berechnungen eingeschlichen hatte. Nachdem das ausgebessert wurde, fallen die 60 Nanosekunden die "zuviel" waren raus und alles ist im grünen Bereich.

http://www.physorg.com/news/2012-02-...ty-wiring.html
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Alt 23.02.2012, 14:16   #2
Acolina
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Und für unsere Englischhasser hier auch kurz dazu: http://www.spektrum.de/alias/teilche...indung/1142958
__________________
Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 24.02.2012, 07:12   #3
MJ01
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Dass es bei dem fehlerhaften Glasfaserkabel, "das die Daten 60 Nanosekunden schneller die Strecke durch das Kabel übertragen hat als erwartet" ein Logikfehler dahintersteckt, ist aber schon klar!

Diese Daten ergeben ja nicht die Laufzeit der Neutrinos, sondern die Übertragung der Positionsdaten beider Standorte.
Wenn nun das schadhafte Glasfaserkabel die Daten "zu schnell" übertragen hätte, dann hätte man die Strecke "zu kurz" gemessen! Damit wäre die Strecke in Wirklichkeit länger und der Geschwindigkeit der Neutrinos noch größer. Steht so auch in: ZDF-heute
"Zudem steht ein möglicherweise defektes Glasfaserkabel in Verdacht, durch das die GPS-Signale an den Hauptzeitmesser übertragen wurden - was in diesem Fall zu einer Unterschätzung der Geschwindigkeit geführt haben könnte."

Allerdings wäre "ein Gerät, das für die Synchronisierung von GPS-Daten eingesetzt wurde und eventuell nicht präzise genug funktionierte." für eine Überschätzung der Geschwindigkeit verantwortlich.

Es könnte allerdings auch möglich sein, dass die Information über das Glasfaserkabel generell falsch gemeldet wurde.
Denn wenn ein Glasfaserkabel defekt ist, wird es eher die Informationsgeschwindigkeit reduzieren (weil schneller als Licht geht ja nicht). Bei reduzierter Geschwindigkeit wäre dann die Strecke "zu lang" gemessen worden als tatsächlich, was die Neutrinogeschwindigkeit reduzieren würde!

MfG

MJ
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Alt 24.02.2012, 10:43   #4
Llewellian
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Wie mein Physikprof immer sagte:

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Alt 24.02.2012, 11:19   #5
Sakslane
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Hm... Dann braucht sich mein Kollege wohl keine großen Gedanken über die Veröffentlichung seines "Faster than light in Finsler geometry" papers zu machen... Die Nachfrage nach solchen Artikeln war ein ziemlicher Hype, dürfte jetzt aber spürbar nachlassen
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Alt 24.02.2012, 14:59   #6
MJ01
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Abwarten, "...im Mai wird es daher eine neue Testreihe geben."

Aber ich dachte, die GPS-Daten wären immer so exakt und bewiesen laufend die Richtigkeit der Relativitätstheorie, zumindest ist das immer so behauptet worden. Naja, man kann ja behaupten der Fehler ist bei nachgelagerten Apperaturen aufgetreten.

MfG

MJ
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Alt 24.02.2012, 22:41   #7
-CC-
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Zitat:
Zitat von MJ01 Beitrag anzeigen
Dass es bei dem fehlerhaften Glasfaserkabel, "das die Daten 60 Nanosekunden schneller die Strecke durch das Kabel übertragen hat als erwartet" ein Logikfehler dahintersteckt, ist aber schon klar!

Ich hab das jetzt anders verstanden, dadurch, dass das Kabel "locker" war, ist die gemessene Zeit länger als die Tatsächliche. Somit waren die Neutrinos natürlich schneller....

Oder verstehe ich das jetzt falsch?


-CC-
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Alt 25.02.2012, 08:23   #8
MJ01
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Also soweit ich es verstanden habe, gab es zwei Fehler, die die Messung der Strecke der Neutrinos einmal verlängert und einmal verkürzt haben könnte und zwar jedesmal im GPS-Bereich:
  1. Einen Ozilator, der falsch gemessen hat:
    Bei den möglichen Messfehlern geht es konkret um ein Gerät, das für die Synchronisierung von GPS-Daten eingesetzt wurde und eventuell nicht präzise genug funktionierte. "Es könnte zu einer Überschätzung der Flugzeit der Neutrinos geführt haben"
  2. Und ein Fehler im Glasfaserkabel, der die GPS-Daten gemessen hat:
    Unter Berufung auf Quellen im Umfeld der beteiligten Wissenschaftler berichtete "Science" bereits gestern, die Ursache des Fehlers sei ein Glasfaserkabel, das einen Computer mit einem GPS-Gerät verbindet. Nachdem diese Verbindung überprüft worden war, stellten die Forscher fest, dass die Daten 60 Nanosekunden weniger für die Strecke durch das Kabel brauchten als erwartet ...ein möglicherweise defektes Glasfaserkabel in Verdacht, durch das die GPS-Signale an den Hauptzeitmesser übertragen wurden - was in diesem Fall zu einer Unterschätzung der Geschwindigkeit geführt haben könnte.

Tatsache ist, aufgrund der bisherigen Informationen, dass die beiden Fehler in die jeweils gegenteilige Richtung laufen! Außer, wie ich bereits erwähnte, die Info wurde falsch übermittelt!

PS:
Gutes Kommentar:
Zitat:
Zitat von Llewellian Beitrag anzeigen
Wer viel misst, misst oft Mist. ;o)
MfG

MJ

Geändert von MJ01 (25.02.2012 um 08:37 Uhr).
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Alt 26.02.2012, 10:57   #9
Lawrence P. W.
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Zitat:
Zitat von Llewellian Beitrag anzeigen
Wie mein Physikprof immer sagte:

Wer viel misst, misst oft Mist. ;o)
Meiner sagte immer:
Chemie ist das, was knallt und stinkt
Physik ist das, was nie gelingt.
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Letztendlich muss jeder Atheist dran glauben
Der Glaube ist eine Realität von den Dingen, die wir hoffen.
Nietzsche "Gott ist tot" ............................................ Gott "Nietzsche ist tot"
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Alt 29.02.2012, 14:25   #10
Sakslane
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Ich habe mich gerade mal mit einer Expertin unterhalten, die bei OPERA arbeitet (ich bin gerade auf der DPG-Frühjahrstagung in Göttingen). Sie sagte aus, dass es da zwei Effekte gibt. Der "lose Stecker" sorgt dafür, dass die Neutrinos scheinbar 85ns zu früh ankommen, die fehlerhafte Synchroniation der Uhren sorgt für eine scheinbare Verzögerung um 25ns. Beide zusammen würden damit genau die 60ns erklären, um die die Neutrinos scheinbar zu früh ankommen. So ganz sicher ist das aber noch nicht, sie hat den Stecker selbst noch nicht in der Hand gehabt und je nachdem, wie er nun genau steckt, sind es mal 0ns und mal 80-85ns. Sie hatte sich aber dafür eingesetzt, diese mögliche Fehlerquelle nun sehr schnell (vor der DPG-Tagung) zu veröffentlichen, bevor die Kollegen hier davon erzählen und gegen die Wand rennen...

Im Mai (oder wegen der neuen Erkenntnisse vielleicht auch früher) soll aber noch mal eine Geschwindigkeitsmessung mit dem CNGS-Beam durchgeführt werden. Dann wird nicht nur OPERA die Ankunft der Neutrinos messen, sondern auch die anderen Neutrino-Experimente ICARUS und BOREXINO im Gran Sasso. Man ist gerade dabei, deren Uhren zu synchronisieren.
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