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Alt 10.04.2018, 18:31   #1
basti_79
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Standard Bildung und Rechts

Mir fallen da beim Thema Bildung und Rechtsextremismus einige Unstimmigkeiten auf.
  1. "Bildung" (das heißt: fortwährende Schulbesuche) wird immer wieder als Mittel gegen Rechtsextremismus dargestellt, vorwiegend von Menschen, die aus dem Schulsystem ihr Geld beziehen
  2. Inhaltlich gibt es da krasse Diskrepanzen: z.B. funktionieren die Schulen im Prinzip noch wie im dritten Reich (Autoritätsprinzip, keine Demokratie, überhaupt verzerrtes Verständnis von Recht und Staat, Mobbing statt Therapie)
  3. Politische Parteien funktionieren innerlich nach denselben Prinzipien wie Schulen, meistens, ohne dass das auch nur hinterfragt wird

Wie das überhaupt funktionieren soll, dass man durch falsche Vorbilder und antidemokratische, zuweilen antiintellektuelle Praxis zu demokratischem Denken anregen will, erklärt sich mir nicht. Dieser Fehlschluss scheint auch zugrundezuliegen, wo der Staat keine Mittel gegen die AfD oder gegen die FDP wenden will. Beide Parteien sind auf dem Papier demokratisch, also gerade so demokratisch wie der umgebende Staat oder auch wie die Schulen. Bei beiden Parteien heißt das aber nicht mehr als "Vorstandswahlen nach Mehrheitsprinzip" und "gelegentlich abstrakte Entscheidungen der Basis". Diese Entscheidungen können dann - wie bei anderen Parteien auch - von der Elite der jeweiligen Partei nach Gutdünken ausgelegt werden.

Meiner Meinung nach befördert die heutige Politik (und damit auch die daran angeschlossenen "Bildungsinstitutionen") Rechtsextremismus, indem sie ihn letztendlich in Vollendung institutionalisiert praktizieren. Das war früher anders. Beispielsweise gab es mal einen riesigen Bohei um eine "Frankfurter Schule", wo mal ein paar Leute nachgedacht hatten und die richtigen Schlüsse gezogen hatten. Damals drohte man nur mit dem Untergang des Abendlandes, sollte jemand das Gesagte ernst nehmen. Heutzutage hat man die Zügel offenbar angezogen: Zwangsarbeit ist an der Tagesordnung, dass die Schulgesetze verfassungswidrig sind, ist offenkundig.

Unter diesen Umständen muss sich schon mit dem Aggressor identifizieren, wer ernsthaft behaupten möchte, "Bildung" (gemeint ist wohlgemerkt die heute notorische Form der Altersdiskriminierung durch Hirnwäsche) würde "gegen Rechts helfen".

Gegen Totalitarismus helfen Demokratie und Recht. Nicht politischer Stillstand, intellektuelle Impotenz und offene Menschenverachtung.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
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Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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