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Zeitreisen Ausflüge in Zukunft oder Vergangenheit sind theoretisch möglich...

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Alt 21.06.2002, 17:09   #21
Clemens
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Standard Ein wenig überrascht

Ich bin immer ein wenig überrascht, wenn Meldungen auftauchen, in denen beschrieben wird, wie Zeitreisen möglich sein soll. Und immer wieder muß die Relativitätstheorie herhalten, obwohl diese gerade solche Reisen ausschließt. Und das versuchte (was im ersten Posting beschrieben wird, ist ja keine Zeitreise, sondern ein Zeitsprung), würde sogar im Extremsten der Relaitivitätstheorie widersprechen, da Sprünge in Raum und Zeit nicht möglich sind.

Nehmen wir mal an, just in dem Moment würde ich eine Zeitreise beginnen. Hieße das nicht, ich würde den Text hier rückwärts schreiben, mein Mittagessen wieder aus meinem Innern in den Mund würgen und von der Hitze auf dem Herd auf Kühlschranktemperatur bringen, mit dem Auto rückwärts zum Supermarkt fahren ...

Um ein Beispiel für Relativen Raum (vergleichbares gilt auch für die Zeit und wer möchte, bekommt auch hierfür ein Beispiel):
Ich gehe zehn Meter in eine beliebige Richtung. Selbst wenn ich jetzt wieder zurückgehe, wobei ich mich nicht umgedreht habe, also rückwärts laufe, gehe ich doch im Raum vorwärts, da ich immer betrachten muß, von welchem Ort ich unmittelbar davor gekommen bin. Da spielt noch nicht einmal die Dreidimensionale Fixierung des Raumes durch die Mathemathik eine Rolle. Egal wie ich mich im Raum bewege, ich bewege mich prinzipiell vorwärts. Exakt das gleiche gilt für die Zeit.

Eine Bewegung schneller als das Licht ist aus der Relativitätstheorie ebenfalls nicht abzuleiten. Ich würde jedem sogar raten, niemals zu versuchen mit Lichtgeschwindigkeit zu fliegen. Für Unwissende ist Lichtgeschwindigkeit nur eine banale Geschwindigkeit, doch in der Physik ist das eine besondere Größe, da jedes Objekt (eigentlich nur Licht) eine sogenannte Nullzeit hat. Würde man nun in einem Raumschiff sitzen, welches (wie auch immer) Lichtgeschwindigkeit erreicht hätte, würde sich der arme Captain, seine Besatzung, der Antrieb und alles andere, Nullzeit haben. Das bedeutet keine Bewegung, kein Gedanke, keine Reaktion, nichts ... Bremsen? Wie und wann? Beschleunigen? Breites Grinsen !!!

Der Mensch teilt Zeit in Jahre, Monate, Wochen/Tage, Stunden, Minuten, Sekunden und in noch kleinere Pakete ein. Das ist logischerweise falsch. Selbst die Messung der Zeit mittels Atomuhren ist nicht korrekt. Zeit ist fließend. Sie hat kein Ende und kein Anfang und eigentlich nichts anderes als eine Abfolge von Ereignisse. Das ist dem Menschen natürlich zu abstrakt, damit kann er nichts anfangen und er empfindet Zeit als etwas konstantes, was es aber eigentlich gar nicht ist (Einstein hat in dem berühmten Flugzeugexperiment schon nachgewiesen, daß Zeit keine Konstante ist). Sie nun also Konstante zu benutzen, wie dieser Professer mit seiner etwas seltsamen Idee, die er mit Sicherheit nicht beweiskräftig umsetzen kann, führt schon in der Theorie auf einen falschen Pfad.

Ich hoffe, nun nicht alle Phantasie zerstört zu haben. Die Phantasie um Zeitreise ist immer toll und ich selbst überlege immer wieder, was wäre wenn ...

In dem Sinne

Clemens
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Alt 22.06.2002, 12:55   #22
Dragonhoard
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Standard RE: Ein wenig überrascht

Ich würde nicht sagen das gerade die Relativitätstheorie Zeitreisen ausschließt. Zumindest die Nullzeitreise über Einstein-Rosen-Brücken wurde schon von ihren Erfindern als sehr interessant angesehen.

Außerdem ist auch gerade die Relativitätstheorie zur Zeit in einem sehr starkem Umbruch, nachdem sich herausgestellt hat, dass sie nicht vollständig ist.
Speziell in der Frage des nicht Überschreitens der Lichtgeschwindigkeitsgrenze gibt es (wissenschaftlich fundiert) Beweise das dieses Verbot nicht allgemein gültig ist.
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Alt 22.06.2002, 13:57   #23
Clemens
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Da der Versuch, bei dem Überlichtgeschwindigkeit festgestellt worden war, nicht reproduzierbar war (verschiedenen Unis haben es ohne Erfolg versucht) ist davon auszugehen, daß bei der Messung oder beim Versuchsaufbau ein Rechenfehler vorliegt.

Die Kernaussage der Relativitätstheorie ist vollständig, die Interpretationen hingegen könnte man noch kilometerweit ausdehen. Die Kernaussage der Theorie bezieht sich darauf, daß Raum und Zeit relativ sind. Allein das schließt Zeitreisen doch schon aus. Es sei denn, man definiert Zeit als etwas absolutes, was es aber nachweislich nicht ist. Es gibt keinen Zeitstrang !!! an dem man sich entlang hangeln kann.

Vielleicht führe ich hier noch einmal ein Gedankenbeispiel an, um die Unmöglichkeit aufzuzeigen:
Die Erde dreht sich, bewegt sich um die Sonne, die Sonne bzw. unser Sonnensystem bewegt sich innerhalb der Milchstraße und selbst die Milchstraße bewegt sich relativ zum Mittelpunkt des Universums. Was würde passieren, wenn ich ein Gerät hätte, daß mich eine Sekunde in die Vergangenheit zurückbringt: Richtig, ich lande im Weltall, weil die Erde hunderttausende Kilometer weit weg ist.
Folge: Ich müßte also nicht nur einen Zeit-, sondern auch einen Raumsprung machen.
Und wie wäre das möglich? Okay, versuchen wir es mit einer gerichteten Raumspalte, die von meinem Ursprungspunkt exakt in die Richtung weist, in der die Erde vor dieser einen Sekunde war. Da aber sicher kein Bus vorbeifährt bzw. in Nullzeit nichts transportiert werden kann, hätte ich a) das Problem der Richtung und b) meiner Unversehrheit, daß ich als Körper kaum unbeschadet in einer Spalte Platz geschweige korrekt am Kreuzungspunkt Spalte und Erde zusammen gesetzt werde.
Also, das mit der Raumreise kann ich auch vergessen, wenden wir uns aber der reinen Zeitreise zu, denn nun würden einige jetzt sagen, dann landet man halt im Weltall, aber Zeitreise sei möglich. Falsch. Die Zeit läßt sich nicht ändern, denn das wäre ja eine Vorbedingung, denn sie gibt es so ja nicht. Sie gibt es ausschließlich als Definition für aufeinanderfolgende Ereignisse. Jegliche Veränderung bedeutet in der Reihenfolge Zeit, unabhängig von einer eventuellen Geschwindigkeit der Zeit. Schicke ich in einem Versuch jemand in die Vergangenheit, verändert sich etwas, und dies kann man in Zeit (vorher --> nachher) ausdrücken. Und schon wieder ist die Zeit positiv. Also, schon das Denkmodell widerspricht sich.

Um noch einmal zu verdeutlichen, wie abstrakt Raum und Zeit eigentlich sind, noch ein weiteres Gedankenmodell.
Es gibt absolut nichts, nur einen kleinen roten Ball.
Frage 1: Wo befindet sich der Ball (x,y,z - Koordinaten)?
Frage 2: Bewegt sich der Ball (Vektor-Richtung)?
Frage 3: Wenn er sich bewegt, mit welcher Geschwindigkeit bewegt er sich?
Antwort zu 1: Unbekannt, da kein eindeutiges Koordinatensystem angelegt werden kann. Vermutung (0,0,0)
Antwort zu 2: Nicht feststellbar, denn wenn er sich bewegt, müßte man irgendwie den vorherigen Punkt exakt bestimmen.
Antwort zu 3: Nicht feststellbar, siehe zu 2. Dazu kommt, daß man keine Zeit feststellen kann.

Denkmodell 2:
Gleicher roter Ball, doch jetzt mitten in einer hohlen Kugel:
Frage 1: Wo befindet sich die Kugel (x,y,z - Koordinaten)?
Frage 2: Wo befindet sich der Ball ?
Frage 3: Wie groß ist die Kugel?
Frage 4: Bewegt sich die Kugel und wenn ja, wie schnell?
Frage 5: Wie könnte man bei einer eventuellen Bewegung des Balles Zeit definieren?
...
Jeder, der für sich nun diese Fragen beantworten möchte und ggf. weitere Fragen hat, kommt dahinter, was Relativität bedeutet. Wenn also jemand sagt, er möchte eine Sekunde in die Vergangenheit reisen, muß sich automatisch fragen, wie er diese eine Sekunde überhaupt bewerkstelligen will, bzw. wie er das einrichten will. Zeit ist relativ zu vorher. Eine Zeitreise hieße doch das Nachher vor dem Vorher, was jeglicher Logik widerspricht. Jegliche Bewegung des roten Balles in der Kugel wäre ein Nachher, egal was sie macht.

Ach ja, das liebe Spiel mit der Überlichtgeschwindigkeit. Nehmen wir mal an, irgendwie könnte ich diese Geschwindigkeit erreichen. Ich fliege also schneller als das Licht. Ich wäre damit schneller als jegliches Atom, schneller als die Elektronen und anderes, die sich um mich herum befindet. Ich wäre schneller als jede Magnetfeldänderung und schneller als irgendetwas. Kein Magnetfeld könnte mich halten, geschweige ein fester Kasten. Von Bremsen keine Spur und da keine Kraft auf mich einwirken könnte (ich bin ja schneller als alles andere) wäre keinerlei Kontrolle möglich. Keine Rakete kann aber schneller als sein Antrieb sein. Damit ich als Überlichtgeschwindigkeit erreiche, müßte der Antrieb ja noch schneller sein. Wie sollte also irgendetwas derart beschleunigt werden, wenn es nichts gibt, was annähernd so schnell ist?

Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt.

Gruß

Clemens
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Alt 24.06.2002, 12:08   #24
Clemens
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Bei Zeitreisen müßte noch etwas berücksichtigt werden. Es gibt eigentlich keine Vergangenheit, jedenfalls nicht existenziell. Ein Glas Wasser steht auf dem Tisch, jemand wirft es herunter. In der Vergangenheit steht das Glas noch immer auf dem Tisch ??? Vergangenheit gibt es nur als Abbild, sei es auf Bilder, Videos oder in der Erinnerung.

Natürlich kommen jetzt einige daher und behaupten, es gibt Paralleluniversen. Dabei stößt man aber unweigerlich auf nicht beantwortbare Fragen.
1. Wie entstehen diese Paralleluniversen?
2. Wann entstehen diese Paralleluniversen?

Diese beiden ultimativen Fragen werden in dieser Art beantwortet, daß Paralleluniversen zu jedem Punkt einer Entscheidung entstehen. Das Wie wird dabei meistens unterschlagen. Doch nun wissen wir, welche ungeheueren Energien nun schon in unserem Universum vorhanden sind. Beim Entstehen eines Paralleluniversums müßte die exakt gleiche Energiemenge in Form des alten Universums entstehen. Ein wenig sehr weit weg geholt und nicht reproduzierbar, zumal diese Paralleluniversen komplett ohne Zeit sein müßten, denn sonst wären Zeitreisen immer noch nicht möglich, denn wenn in den Paralleluniversen die Zeit weiterläuft, gibt es die Vergangenheit schon wieder nicht.

Und dann stellt sich die Frage, zu welchen Zeitpunkten neue Universen entstehen. Was soll das heißen, jedesmal wenn eine Entscheidung ansteht? Ist damit eine menschliche Entscheidung gemeint? Kaum vorstellbar, daß sich das Universum an die menschliche Handlung knüpft. Jegliche chemische Reaktion? Und das müßte im gesamten Universum gelten. Das wären grob geschätzt unendlich viele in irdischen Sekunden. Und in speziellen Zeitintervallen? Noch unlogischer, da nur der Mensch Zeit in Intervalle teilt, die es so eigentlich gar nicht gibt.

Auch jede andere theoretische Möglichkeit einer Zeitreise läßt sich auf dieser Art widerlegen. Ich finde es nur bedauerlich, daß es manche Physiker nötig haben, sich mit den verrücktesten Theorien ins Rampenlicht zu setzen. Einigen mag man es nachsehen, da sie Geld für Forschungen brauchen. Da kann man nur hoffen, daß sich die Forschungen NICHT auf Zeitreisen beschränken.

Gruß

Clemens
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Alt 24.06.2002, 15:32   #25
Dragonhoard
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Zitat:
Original von Clemens
Da der Versuch, bei dem Überlichtgeschwindigkeit festgestellt worden war, nicht reproduzierbar war (verschiedenen Unis haben es ohne Erfolg versucht) ist davon auszugehen, daß bei der Messung oder beim Versuchsaufbau ein Rechenfehler vorliegt.
Da liegen mir andere Informationen vor. Soweit ich weiß wurde das deutsche Experiment bereits in Japan und in den USA wiederholt, mit ähnlichen Ergebnis.
Zitat:
Original von Clemens
Die Kernaussage der Theorie bezieht sich darauf, daß Raum und Zeit relativ sind. Allein das schließt Zeitreisen doch schon aus. Es sei denn, man definiert Zeit als etwas absolutes, was es aber nachweislich nicht ist. Es gibt keinen Zeitstrang !!! an dem man sich entlang hangeln kann.
Ich würde es ein wenig anders ausdrücken: Raum und Zeit sind untrennbar in der Raumzeit verbunden. Raum und Zeit getrennt gebt es nicht, man könnte es sich eher wie das elektromagnetisches Feld vorstellen. Deshalb kann ein klarerweise auch keinen "Zeitstrang" geben.
Zitat:
Original von Clemens
Vielleicht führe ich hier noch einmal ein Gedankenbeispiel an, um die Unmöglichkeit aufzuzeigen:
Die Erde dreht sich, bewegt sich um die Sonne, die Sonne bzw. unser Sonnensystem bewegt sich innerhalb der Milchstraße und selbst die Milchstraße bewegt sich relativ zum Mittelpunkt des Universums. Was würde passieren, wenn ich ein Gerät hätte, daß mich eine Sekunde in die Vergangenheit zurückbringt: Richtig, ich lande im Weltall, weil die Erde hunderttausende Kilometer weit weg ist.
Folge: Ich müßte also nicht nur einen Zeit-, sondern auch einen Raumsprung machen.
Das ist eine mögliche Interpretation.

Zitat:
Original von ClemensUnd wie wäre das möglich? Okay, versuchen wir es mit einer gerichteten Raumspalte, die von meinem Ursprungspunkt exakt in die Richtung weist, in der die Erde vor dieser einen Sekunde war. Da aber sicher kein Bus vorbeifährt bzw. in Nullzeit nichts transportiert werden kann, hätte ich a) das Problem der Richtung und b) meiner Unversehrheit, daß ich als Körper kaum unbeschadet in einer Spalte Platz geschweige korrekt am Kreuzungspunkt Spalte und Erde zusammen gesetzt werde.
Was meinst du mit dem Problem der Richtung?
Das Nullzeit-Problem sehe ich anders. Wenn es gelingt etwas außerhalb der Raumzeit zu bringen, etwa durch ein Wurmloch (Einstein-Rosen-Brücke), dann gelten die Gesetze der Raumzeit nicht, es vergeht daher auch keine Zeit.
Noch ein kleines Beispiel: Es gibt sehr viele Teilchen die nach der gängigen Theorie aus der Sicht des Teilchens immer mit Nullzeit unterwegs sind. Das sind alle Teilchen die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, für sie selbst vergeht ja keine Zeit.

Zitat:
Original von Clemens
Die Zeit läßt sich nicht ändern, denn das wäre ja eine Vorbedingung, denn sie gibt es so ja nicht.
Die Zeit ändert sich andauernt. Ihr Ablauf ist eine Funktion der Geschwindigkeit, mit der sich der jeweilige Beobachter fortbewegt.
Zitat:
Original von Clemens
Um noch einmal zu verdeutlichen, wie abstrakt Raum und Zeit eigentlich sind, noch ein weiteres Gedankenmodell.
Es gibt absolut nichts, nur einen kleinen roten Ball.
Frage 1: Wo befindet sich der Ball (x,y,z - Koordinaten)?
Frage 2: Bewegt sich der Ball (Vektor-Richtung)?
Frage 3: Wenn er sich bewegt, mit welcher Geschwindigkeit bewegt er sich?
Alles richtig, aber was hat das mit der "wirklichen" Raumzeit zu tun? Einen solchen Raum gibt es nicht. Alle Koordinatensystem können beliebig in einem Raum aufgerichtet werden und dann mathematisch ineinander übergeführt werden.
Für die Relativitätstheorie ist mind. ein weiterer Körper (oder Bezugspunkt) notwendig, auf den man Bewegung definieren kann.

Zitat:
Original von Clemens
Denkmodell 2:
Gleicher roter Ball, doch jetzt mitten in einer hohlen Kugel:
Frage 1: Wo befindet sich die Kugel (x,y,z - Koordinaten)?
Frage 2: Wo befindet sich der Ball ?
Frage 3: Wie groß ist die Kugel?
Frage 4: Bewegt sich die Kugel und wenn ja, wie schnell?
Frage 5: Wie könnte man bei einer eventuellen Bewegung des Balles Zeit definieren?
...
Jeder, der für sich nun diese Fragen beantworten möchte und ggf. weitere Fragen hat, kommt dahinter, was Relativität bedeutet.
Um diese Fragen alle im Zusammenhang mit der Relativitätstheorie beantworten zu können, ohne die Theorie selbst erst zu kennen, muß man ein wirklich guter Physiker sein. Ich glaube deshalb nicht das man (Normalbürger) daraus etwas über die Theorie lernen könnte.

Zitat:
Original von Clemens
Eine Zeitreise hieße doch das Nachher vor dem Vorher, was jeglicher Logik widerspricht.
Ja das würde unserer Vorstellung von Ursache und Wirkung völlig widersprechen. Dieser Vorstellung ist allerdings selbst nur ein altengesessenen Produkt unserer Beobachtungen in der makroskopischen Welt. Das Experiment mit Photonen am Doppelspalt widerspricht z.B. auch dieser Vorstellung, wie auch das Phänomen der verschränkten Photonen. Auch hier tritt eine Informationsübertragung mit Nullzeit auf.

Zitat:
Original von Clemens
Ach ja, das liebe Spiel mit der Überlichtgeschwindigkeit. Nehmen wir mal an, irgendwie könnte ich diese Geschwindigkeit erreichen. Ich fliege also schneller als das Licht. Ich wäre damit schneller als jegliches Atom, ....
Wie sollte also irgendetwas derart beschleunigt werden, wenn es nichts gibt, was annähernd so schnell ist?
Wie sollen wir auch Kenntniss darüber haben, wenn man es nicht messen kann. Man kann es nur durch theoretische Überlegungen postulieren, und möglicherweise einmal nachweisen, möglicherweise alerdings auch nie.
Auch ist es auch unmöglich ein herkömmliches Raumschiff, mit herkömmlichen Triebwerken, auf Überlichtgeschwindigkeit zu beschleunigen. Es wäre ja nicht einmal die Lichtgeschwindigkeit selbst möglich.
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Alt 24.06.2002, 15:39   #26
Dragonhoard
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Standard RE: Weitere Aspekte

Zitat:
Original von Clemens
Auch jede andere theoretische Möglichkeit einer Zeitreise läßt sich auf dieser Art widerlegen. Ich finde es nur bedauerlich, daß es manche Physiker nötig haben, sich mit den verrücktesten Theorien ins Rampenlicht zu setzen. Einigen mag man es nachsehen, da sie Geld für Forschungen brauchen. Da kann man nur hoffen, daß sich die Forschungen NICHT auf Zeitreisen beschränken.
Es ist allerdings sehr schade, dass man mit solchen, zum Teil sehr phantastischen, Ideen, Geld für neue Forschung lukrieren muß, aber das sagt doch einiges über die Finanzierungsstrukturen der Wissenschaft aus...

Ich glaube nicht, dass es sehr viele Forscher gibt, die sich alleinig mit dem Thema "Zeitreise" beschäftigen. Man kann daher kaum davon sprechen, das man sich "nur" mit solch "unsinnigen" Dingen beschäftigt. Die meisten Möglichkeiten ergeben sich als Nebenprodukt der Entwicklung neuer Theorien und Modellen. Bereits Anfang des 20.Jhtd glaubet man in der Physik gibt es nichts mehr neues zu entdecken, dann kam die Relativitätstheorie und die Quantentheorie. Ich würde also von einem einzementieren der heutigen Theorien waren, und die Unstimmigkeiten als Chance zur Enwicklung neuer Ideen sehen. Das wird eigentlich in der Physik auch so gesehen.
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Alt 24.06.2002, 16:24   #27
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@Dragonhoard
Würdest du bitte die Quellen nachreichen für das Experiment in Japan und USA, ich habe bislang im Internet vergeblich danach gesucht, daß es erfolgreich war. Inzwischen habe ich auch einen Redakteur einer namhaften Wissenschaftzeitschrift gebeten, mir dabei zu helfen.Bislang lese ich immer nur über diesen einen Versuch, der in unzähligen Artikel behandelt wird, aber nie über einen gelungenen Neuversuch.

Bei deinem letzten Artikel hast du die Stringtheorie vergessen, die ja nach der Quantentheorie kam, weil selbst die Quantenmechaniker alle Viere von sich gestreckt und erklärte haben, daß eben nicht alles damit erklärbar ist. Dann kam die Stringtheorie und auch die muß eingestehen, daß sie eben nur ein mathematisches Modell ist, welches möglichst nah an der Realität ist. Es gibt also eigentlich nichts neues, sondern nur neue Interpretationen der Realität.

Wir sollten von vorherein feststellen, daß die Physik, so wie sie gelehrt wird, ausschließlich ein Abbild der Realität ist. Man preßt sie in Formen und Formeln und stellt dabei immer wieder fest, daß die Realität so eben gar nicht ist. Dennoch begehen viele immer wieder den Fehler und schließen von der Mathematik auf die Physik. Sie berechnen etwas und erklären, so muß die Realität sein. Daß das ausgemachter Blödsinn ist, muß ich hier erst gar nicht erläutern. Und doch haben wir es stets so gemacht. Aus unseren xyz-Koordinaten hat man einen dreidimensionalen Raum gemacht. Meine Frage an meinen Physiklehrer, man könne doch einen Punkt auch in einem wxyz-Koordinaten-System berechnen, oder in einem vwxyz-System, wir also wahlweise einen drei-, vier- oder fünfdimensionalen Raum hätten, brachte ihn zumindest zum Stutzen, bevor er lachte. Mit unserem Koordinatensystem ist die Darstellung eines Punktes, Geraden oder eines Körpers möglich, nicht aber tatsächlich den Raum. Zeit kann ohne Raum nicht sein, da nur dort Zeit sein kann, wo sich etwas bewegt. Doch umgekehrt ist es sehr wohl möglich, Raum ohne Zeit ist zumindest denkbar, da Zeit keine Voraussetzung für Zeit ist. Die Zusammenfassung von Raum und Zeit benutzt man ausschließlich dort, um Bewegung zu verdeutlichen. Man muß also vorsichtig bei der Definition von physikalischen Begriffen sein.

Übrigens, ich denke mir meine Weisheiten nicht einfach so aus, wie ein Aliengläubiger seine grüne Männchen. Ich bin in einem Geisteswissenschaftlichen Verlag groß geworden, habe zahlreiche Bücher über Physik, Philosophie, Wissenschaften, Gesellschaft usw. gelesen und kenne auch einige der Autoren. Ich erzähle das nur deshalb, damit man nicht auf den Gedanken kommt, ich bin in der 5. Klasse Physikunterricht ausgestiegen und bete nun Sci-Fi-Filme an :-)

Du hast im übrigen Recht, als du zu meinem Beitrag hinzugefügt hast:
Zitat:
Das sind alle Teilchen die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, für sie selbst vergeht ja keine Zeit.
Das heißt doch, daß parallele Teilchen mit Lichtgeschwindigkeit zueinander auch keine Zeit haben können, da sie zueinander keine Bewegung haben. Innerhalb dieser Teilchen kann sich nichts und niemand bewegen ...

Mit meinen Beispielen mit den Fragen sind Gedankenmodelle zu Raum und Zeit und verdeutlichen im einzelnen, wie sich was rekonstruieren läßt, um von der realen Physik auf die mathematischen Physik kommt. Daß es so etwas von uns nicht betrachtbar ist, ist logisch, da in dem Moment der Betrachter automatisch Einfluß auf dieses System nehmen würde.
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Alt 26.06.2002, 17:08   #28
Dragonhoard
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@Clemens
Ich hab heute versucht meinen Kollegen zu erreichen, der mir die Geschichte mit den weiteren Experimenten erzählt hat, leider vergebens. Ich versuch die Woche noch ihn zu erreichen, damit ich dir genauere Fakten liefern kann. Ich glaube die Experimente in den USA wurden in Boston gemacht, aber ohne Gewähr. Das Semster ist leider diese Wocxhe schon aus, da sind nicht mehr viele Leute auf der Uni, aber ich versuch mein Bestes.
Ich weiß im Netz findet man allgemein nur sehr wenig zu diesem Thema ... eigentlich seltsam.

Ja da gäbe es noch ein paar andere Theorien, wie die Quantenfeldtheorie, aber ich will in diesem Rahmen nicht zu sehr ins Detail gehen, weil es für viele Mitleser ohnehin schon kompliziert genug ist.
Ein Professor bei uns auf der Uni hat einmal gesagt, dass er vermutet es gäbe vielleicht 100 Menschen auf der Erde die die Relativitätstheorie ganz verstanden haben. Er selbst hat sich nicht dazugezählt, und ich will diese Behauptung auch nicht für mich treffen.

Ich glaube alle physikalischen Theorien sind mehr oder weniger mathematische Modelle der Wirklichkeit, und ich glaube auch das noch ein ganz schönes Eck Arbeit vor uns liegt bis wir unsere Welt einigermasen zufriedenstellend beschrieben können.
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Alt 26.06.2002, 17:42   #29
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@Dragonboard
Das verflixte an der Relativitätstheorie ist, daß der menschliche Verstand nicht gewohnt ist, relativ zu denken. Für unseren Verstand ist die Gerade immer noch die kürzeste Möglichkeit von Punkt A zu Punkt B zu gelangen. Wärest du ein Lichtstrahl, wäre es für dich auch die kürzeste Möglichkeit, doch als Betrachter erkennst du plötzlich, daß es eine krumme Linie ist.
Wir wachsen mit der Uhr und dem Zentimeterstab auf, die beide absolut in ihren Einheiten sind. Alles was wir beobachten ist absolut und um relativ zu denken, müssen wir uns selbst als Betrachter sehen.
Selbst für Einstein war es schwer, relativ zu denken. Bevor man einen physikalischen Vorgang beschreibt, muß man sich zwingen gedanklich einen Schritt zurück zu machen und sich bewußt werden, daß einige für uns nur so scheint, weil wir an das Absolute gewöhnt sind. Reproduziert man das Beobachtete noch einmal und bedenkt dabei die Relativität, erscheint so einiges in einem anderen Licht.
Eines der größten Probleme mit den sogenannten Welttheorien ist, daß gleich zu Beginn einiges vorrausgesetzt wird, was man nur aus Beobachtungen kennt. Zum Beispiel in der Quantentechnik, in der zu Beginn Elektronen, Neutronen und Positronen als gegeben vorausgesetzt werden und erst später in Frage gestellt wird, ob sie tatsächlich jeweils ein Teilchen darstellen oder vielleicht aus mehreren Teilchen bestehen. Doch zu diesem Zeitpunkt sind die Eigenschaften von Elektronen, Positronen und Neutronen schon längst in die Theorie eingegangen und nicht mehr heraus lösbar. Um dennoch weitere Phänomene zu erklären, müssen unweigerlich weitere Teilchen hinzugefügt werden, was schlußendlich zu einem Zusammenwirken zahlreicher Teilchen führt und erkennbar in eine Sackgasse führt.

Die Relativität zu verstehen ist nicht das kompliziereste, relativ zu denken dagegen sehr. Wir denken bei Zeit an einen Zeitstrang, den es gar nicht geben kann. Doch in unserer Erinnerung gibt es diesen, damit wir uns an Vergangenes erinnern. Schon andere Philosophen haben festgestellt, daß am Ende eines Experiments, der Beginn nicht mehr existiert. Nur durch Notation (in der Erinnerung, Film, Mitschrift) ist es möglich, das Ende mit dem Anfang zu vergleichen. Gibt es eine Lücke in der Notation, ist ein Rückschluß nicht mehr möglich. Denke an den Ball in einem Fußballtor (Klasse Beispiel zur WM :-)). Wie kam der Ball dahin? Gäbe es einen Zeitstrang, müßte man eindeutig den Zeitpunkt feststellen können, in dem er über die Torlinie gerollt bzw. geflogen ist. Feststellbar wäre das nur mit einem Abbild der Vergangenheit, nicht durch die Vergangenheit selbst.

Relativität zu verstehen heißt nichts anderes, sich selbst als Relativ zu betrachten. Man selbst ist weder ein absoluter Punkt im Raum, noch mit absoluter Zeit.
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Alt 30.06.2002, 17:12   #30
Dragonhoard
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So da hab ich was gefunden: Is zwar nicht Boston sondern Berkeley aber das klingt doch ziemlich ähnlich.

Conditional probabilities in quantum theory, and the tunneling time controversy
bzw:
How much time does a tunneling particle spend in the barrier region?

Allgemeine Beschreibungen der Forschergruppe findet man unter:

Forschergruppe von Chiao Raymond

Ich werd weiterhin versuchen noch mehr andere Infos zu bekommen.
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