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Alternative Heilverfahren Akupunktur, Ayurveda, Bach-Blüten, Homöopathie etc.

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Alt 25.12.2006, 14:08   #11
Tarlanc
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Sodele, jetzt kann ich etwas differenzierter antworten. Hab mich etwas enigelesen. Insbesondere der Research Report des National Center for Complementary and Alternative Medicine (NCCAM) ist wirklich gut und aktuell.

Ich möchte dieses Posting drum mit einer mehr oder weniger wörtlichen Übersetzung des Eingangs-Ratschlages dieses Papers beginnen:
* Es ist wichtig für Patienten, dass sie, vor jeglicher komplementären Therapie, ihre Krankheit durch einen Arzt bestätigen lassen. Es kann sein, dass Symptome von anderen Krankheiten irrtümlich für Rheuma gehalten werden, welche durch eine Therapie schlimmer werden kann.
* Auch wenn eine kompementäre oder alternative Therapie durchgeführt wird, sollte der Zustand regelmässig durch einen zugelassenen Arzt überwacht werden.
* Es gibt eine Menge von ungeprüften, unsicheren oder schädlichen Therapien für Rheuma. Es ist wichtig, sich zu informieren um nicht mit einer schlechten Therapie eine gute zu ersetzen.
* Viele Alternative Heilmittel machen gross Werbung und haben einen überzeugenden Auftritt im Internet oder in anderen Medien. Diese sind teilweise auch durch Patientenberichte (testimonials) ausgeschmückt. Es ist wichtig, nicht gleich auf solche Werbungen hereinzufallen, sondern ihren wissenschaftlichen Hintergrund zu prüfen.
* Keine der komplementären Heilmittel, welche in diesem Artikel erläutert werden, wurden eindeutig als Heilmittel für Rheuma bestätigt. Auch wenn viele davon vielversprechend sind und eine Therapie sinnvoll ergänzen können, wird davon abgeraten, sich alleine auf diese Mittel zu verlassen.

Zu den Heilmitteln:

Tripterygium wilfordii, auch Thunder God Vine (TGV) genannt, ist eine Wurzel, von welcher Teile in der chinesischen Medizin angewandt werden. Sie wird auch als Insektengift eingesetzt.
Medikamente aus dieser Pflanze werden gegen Rheuma-Beschwerden eingesetzt und wissenschaftliche Studien mit der Pflanze haben positive Ergebnisse erzielt.
In einer Studie von Tao X. et al. wurde die Wirksamkeit an 32 Patienten getestet, welche mit konventioneller Medizin nicht die gewünschten Erfolge hatten. 10 Patienten erhielten 360mg/tag und 8 davon hatten eine signifikante Verbesserung (um 20% auf einer speziellen Skala). 10 Patienten erhielten 180 mg/tag und 4 von ihnen hatten auch eine Verbesserung. Die 12 Patienten der Placebo-Gruppe hatten keine Verbesserung zu verzeichnen. Ein Placebo-Effekt wird danach ausgeschlossen.
(Wer mehr über die Studie wissen möchte: Tao X. et al, Benefit of an extract of Tripterygium wilfordii Hook F in patients with rheumatoid arthritis. Arthritis and Rheumatism 2002; 46(7): 1735-1743.)
Die Medikamente lindert die Symptome und macht die Gelenke beweglicher.
Vorsicht ist allerdings bei Osteoporose-Gefährdung geboten. Langzeit-Anwendung kann die Mineraliendichte der Knochen verringern und damit die Osteoporose fördern. Ausserdem verstärkt das Medikament Immunsuppressoren. Sollten solche eingenommen werden, muss mit dem Arzt geklärt werden, ob die Anwendung von TGV ratsam ist.

Omega-6-Fettsäuren werden nicht nur bei Rheuma sondern auch für andere Gebrechen eingesetzt. Die Wirkung gegen Rheuma ist nicht gut belegt, es kann jedoch sein, dass die Morgensteifheit durch eine Omega-6 reiche Diät verringert wird.
Vorsicht: Diese Öle können Bläungen verursachen.

Omega-3-Fettsäuren kommt in Fisch-Ölen vor und wird ebenfalls gegen verschiedene Beschwerden eingesetzt. Es steigert wahrscheinlich die Beweglichkeit von Rheuma-Kranken. Doch saubere Studien über die Wirksamkeit fehlen noch.
Vorsicht: Lebertran kann hohe Dosen Vitamin A enthalten. Es ist nicht ratsam den VitA-Tagesbedarf um mehr als das Doppelte zu überschreiten. Dies sollte bei der Einnahme von Lebertran beachtet werden.

Valeriana Officinalis ist ein Kraut, welches als mildes Schlafmittel eingesetzt wird. Es hilft nicht gegen Rheuma, hilft jedoch beim Durchschlafen. Die Patienten erwachen nicht so oft unter Schmerzen, was das allgemeine Wohlbefinden steigert.
Jedoch fehlen bei diesem Medikament saubere Untersuchungen, welche die richtige Dosierung feststellen.

Ingwer, Curcumin, Boswelia: Studien laufen und werden in den nächsten Jahren zu Ergebnissen kommen. Bislang ist die Wirksamkeit nicht bestätigt.

Chondroitin/Glucosamin, ist ein Medikament, welches aus Glucosaminsulfat und Chondroitinsulfat aus Knorpeln von Schlachtvieh oder Haifischen hergestellt wird. Es hilft gegen Arthritis (Knochenarthritis), jedoch ist eine Wirksamkeit bei Rheuma (Gelenkarthritis) nicht bestätigt. Auch hier wird aber geforscht.
Vorsicht: Wird das Medikament aus Haifischen gewonnen, können Spuren von Quecksilber darin enthalten sein. Quecksilber ist giftig.

Diäten, welche auf Nachtschattengewächsen basieren und auf Mais, Tierische Fette und Mais verzichten, können die Symptome lindern und die Rheuma verlangsamen. Als Begleitung zu einer Therapie ist eine Ernährungsumstellung ratsam.

Akupunktur ist noch nicht in klinischen Studien systematisch überprüft worden. Aber es zeichnet sich durch kleine Studien ab, dass Akupunktur die Symptome lindern kann.

Ständige Magnete sind komplett nutzlos. Hier tritt nur ein schwacher Placebo-Effekt auf. Ansonsten zeigte sich noch in keiner Studie eine Besserung.

Elektromagnete wurden erfolgreich getestet und können schmerzlindernd wirken. Das Rheume geht zwar nicht weg, aber die Schmerzen sind etwas geringer.
Vorischt bei Magneten: Sie können die Blutgefässe erweitern und sollten von Schwangeren Frauen nicht angewendet werden. Für weitere Nebenwirkungen kann der Arzt Auskunft geben.

Mineralbäder haben keine direkte Wirkung auf Rheuma. Doch es wurde in epidemiologischen Studien herausgefunden, dass eine Reise in eine Kur oder ans Tote Meer durchaus die Symtome lindern kann. Der Tapetenwechsel, die Ernährungsumstellung und der Urlaub tun dem Körper allgemein gut.

Homöopathie kann eine Symtomlindernde Wirkung haben. Die Beweislage ist nicht gerade toll, aber es wurden vereinzelt gute Ergebnisse erzielt, welche über den Placebo-effekt hinaus gehen.

Meditation, Tai-Chi, Yoga... ist als Ergänzung zu einer konventionellen Therapie zu empfehlen. Auch hierzu gibt es gute Studien:
Astin J.A. Mind-Body Therapies for the management of pain. Clinical Journal of Pain, 2004; 20(1): 27-32.
Astin J.A. et al. Psychological Interventions for rheumatoid arthritis. Arthritis and Rheumatism, 2002; 47(3): 291-302


Das sollte fürs Erste an alternativen Heilverfahren reichen. Falls jemand noch von einem anderen Heilmittel gehört hat, werde ich dazu gerne weitere Studien suchen. Ansonsten verweise ich auf die Links meines letzten Postings.

Und nochmal: Jede Therapie ist durch einen Arzt zu überwachen. Nicht durch ein Selbsthilfe-Buch, nicht durch eine Website und nicht durch den Regalauffüller im Reformhaus, sondern durch einen zugelassenen Arzt. Rheuma ist eine ernstzunehmende Krankheit.
__________________
Even people who are a pain in the arse can stimulate new thinking.
Vaughan Bell, Institute of Psychiatry, London
Tarlanc ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.12.2006, 12:47   #12
Leah
Benutzer
 
Registriert seit: 07.09.2005
Beiträge: 52
Standard

Hallo zusammen,

im Fernsehen sah ich mal eine Doku von der Dr. Bruckner Gesundheitsklinik für Rheumakranke. Einige wurden dort mit dem Rollstuhl reingefahren und gingen auf eigenen Füßen wieder hinaus.

Mit einer Ernährungsumstellung kann das Krankheitsbild schon erheblich verbessert werden.

Bei den schmerzenden schwer beweglichen Händen von Tims Mutter könnte das Rollen von Qi-Gong Kugeln in den Händen eine Verbesserung bringen.
Leah ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.12.2006, 05:10   #13
katsam
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Rheuma?

Heute war ich beim Fussdoctor in Los Angeles.
Wurde mir empfohlen. Naja. Mal sehen. Er sagt, er sei sich zu 90 % sicher, daß es Rheumatoid Arthritis ist. Ich beschrieb ihm folgende Symptome: im Mai 2006 fing der rechte Fuss an weh zu tun. Im unteren Ballen. Der Orthopäde meinte, es wäre ein Spreizfuss. Da könne man auch nicht viel machen, sagte er. Ich machte Tape um den Fuss um ihn zu stabilisieren und spielte Volleyball im Sand. Das war gut. Der Fuss schmerze vorallem auf Beton.
Es wurde so schlimm, daß ich nicht mehr die Treppen runter kam ( 5ter Stock, Dachgeschoss, mmmhmh!) Man machte mir Einlagen und röntge mich. Nix. MRT erbrachte auch nichts. Ich bekam Schmerzen im Knie, weil ich oft nur das eine, gute Bein belastete.
Die Schmerzen wurden fieser, so daß ich morgens oft lange nicht laufen konnte. Im Laufe des Tages wurde es dann oft etwas besser.
Das Blutbild ergab, daß der Reumafactor ein wenig erhöht war. Die Ärztin verschrieb mir zur Sicherheit "ARCOXIA" ein Reumemittel. Dieses Mittel hilft und ich kann gehen. Wenn ich die Pillen nicht einnehme, kann ich einen Tag später keinen Fuss mehr vor den Anderen setzen.
Ich erinnere mich, daß ich viel Durchfall hatte eine Zeit lang im Sommer und manchmal wachte ich mit enormen Nackenschmerzen auf.
Am 28. September dann war eine riesen Party bei der ich lange aufblieb und lange tanzte. Am nächsten Tag konnte plötzlich meinen linken großen Zeh nicht mehr bewegen.
Der ganze Zeh tat weh. Zurück in Berlin sagte der Orthopäde das ginge schon vorbei. Vielleicht hatte ich ein Schwellung und mich irgendwo gestossen. Tja, der Zeh ist immernoch fast steif. Und es bildet sich langsam, aber sichtbar ein HALLUX VALGUS am linken Knochen. Manchmal schmerzt das höllisch. Ich habe gehört, daß man den irgendwie mit Bandagen behandeln kann. Sollte man auch, weil, wenn nicht, dann wird er irgendwann ganz unerträglich.
Morgens fühlen sich die Zehen an, als wenn sie einen Krampf haben. Das erste Aufstehen aus dem Bett ist immer ganz klapperig und ich fühle mich, als wäre ich 80 und als würden mir gleich die Füße weg brechen. Das dauernd manchmal eine Stunde, manchmal mehr. Wenn ich zufällig mal stolpere, oder unbedacht gegen einen Ball trete, habe ich das Gefühl meine Zehen brechen durch. Als wären sie aus Glas.
Ich hatte gehofft, daß ich hier in der Autostadt meine Füße ein wenig schonen kann, doch die Füße schmerzen auch wenn sie zu lange über dem Gaspedal hängen. Dann fühlt es sich an, als brennen sie, als wäre alles Blut nur da.
Ich kann kaum Schuhe tragen, die vorne geschlossen sind. Alles was die Zehen brührt, oder sie ein wenig zusammen drückt fühlt sich an, als wären sie verkrampft. Massieren tut manchmal gut, manchmal ist es zu schmerzhaft und es ist besser die Füße gar nicht anzufassen.
Ach ja, und was ich bisher immer ignoriert habe:
Meine Fingerknochen sind geschwollen. Meißtens immer nur der vom Mittelfinger an der rechten Hand. deshalb habe ich immer gedacht, ich hätte mich gestoßen oder auf rgendwas drauf gehauen.
Aber es scheint wohl auch mit dazu zu gehören. Meine Hände haben vor 4 Jahren angefangen immer mal regelmäßig einzuschlafen. In den komischsten Situationen. Beim Rennen, in der U-Bahn, beim Gähnen, kochen, Sex.
Der Doctor sagt, es gibt dafür keine Heilung.
Mann habe ich mich scheiße gefühlt, als ich da wieder raus kam!

Da alles erst im Mai angefangen hat, wüßte ich gerne, ob mir jemand einen lebensrettenden Tip geben kann, wie ich den Fortlauf dieser Schmerzen beeinträchtigen kann.

Vielen Dank!
K.
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Alt 04.12.2009, 21:47   #14
Grozav
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Rheuma

Ich würde Ihnen einen 4 wöchigen Urlaub am Totem Meer empfehlen.Der Beitrag ist von2006,wahrscheinlich lesen Sie ihn gar nicht.Es würde mich interessiern wie es Ihnen jetzt geht.
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