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Kurioses Kuriose Geschichten, urban legends...

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Alt 03.10.2004, 04:26   #1
Acolina
Hausdrachen
 
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Registriert seit: 15.01.2002
Ort: just the other side of nowhere
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Pfeil Deutsche Welle informiert auf Klingonisch

Zitat:
Deutsche Welle informiert auf Klingonisch

Bonn (AP) Die Deutsche Welle weitet ihr Internet-Programm jetzt auch auf Außerirdische aus: Zum zehnten Geburtstag des Onlineangebots dw-world erscheinen mehrere Websites auf Klingonisch, der Sprache aus «Raumschiff Enterprise», wie der Sender am Montag berichtete. Aufgeklärt wird über die klingonische Kultur, und außerirdische User können sich über Deutschland im Sektor 001 des Planeten Terra informieren.

«Der Dialog der Kulturen endet nicht am Rand dieses Sonnensystems. Zehn Jahre im Online-Universum müssen mit einem grenzüberschreitenden Angebot gefeiert werden», erklärte Deutsche-Welle-Intendant Erik Bettermann zum Start des klingonischen Angebots. Wer die Lautschrift nicht beherrscht, kann «Klingonisch lernen» mit dem Wörterbuch für Anfänger oder irdischere Sprachversionen wie Deutsch und Englisch anklicken. Im Auftrag von Paramount Pictures hatte der Sprachwissenschaftler Marc Okrand klingonisch als eigene Sprache samt Grammatik erfunden.

Die Deutsche Welle ist seit 1994 im Internet vertreten. Das Online-Angebot wird heute in 30 Sprachen der Welt plus Klingonisch übersetzt.

http://klingon.dw-world.de
(Quelle: Yahoo)

Qapla'
__________________
Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 03.10.2004, 05:24   #2
ying-yang
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Registriert seit: 13.02.2002
Beiträge: 154
Standard Eine kurze Geschichte der klingonischen Sprache

Zitat:
Klingonisch beeinhaltet grammatikalische Eigenschaften aus aller Welt - und doch ist diese Kunstsprache einzigartig

von Lawrence M. Schoen

Die klingonische Sprache erfreut sich heutzutage großer Beliebtheit, doch das war nicht immer so. Während der gesamten drei Jahre, in denen die "klassische" "Star Trek"-Serie ("Raumschiff Enterprise") lief, wurde darin nicht ein einziges klingonisches Wort geäußert. Obwohl die Klingonen in mehreren Episoden der Serie eine Hauptrolle spielten, beschränkte sich ihre sprachliche Charakterisierung auf eine beiläufige Anspielung in der Episode "The Trouble With Tribbles" ("Kennen Sie Tribbles?"), in der ein Klingone bemerkt: "Deshalb wollen sie alle klingonisch sprechen". Und das war's auch schon; man hört kein einziges Wort Klingonisch, bis schließlich 1979 der erste "Star Trek" -Kinofilm herauskam.

Doch schon 1977, zwei Jahre vor diesem Film, hatte Paramount erwogen, eine neue Fernsehserie, "Star Trek" II, zu produzieren. Schauspieler wurden verpflichtet, Drehbücher wurden geschrieben - doch dann wurde die Serie zugunsten des Films eingemottet. Manche Rollen schafften dabei den Sprung ins Kino. Einige der Drehbücher wurden neu überarbeitet und erreichten irgendwann als Episoden von "Star Trek: The Next Generation" ("Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert") ihr Publikum. Ein Drehbuch, das keine Wiederverwendung fand, handelte von Klingonen und stammte aus der Feder von John Meredyth Lucas. Es enthält das erste klingonische Wort: "Kitumba"/ "die Macht": nichts wirklich Aufregendes, aber immerhin mehr, als uns die ursprüngliche Serie jemals gewährte. Schade, dass niemand dieses Wort hören durfte!

Zurück zum Film: In der Eröffnungsszene sind mehrere klingonische Raumschiffe zu sehen, die unter Beschuss der Kreatur V'Ger stehen. Der Kommandant des Leitschiffes brüllt Befehle auf Klingonisch (mit englischen bzw. deutschen Untertiteln) - hier ist zum ersten Mal der schroffe, kehlige Klang der klingonische Sprache zu hören. Aber viel wird nicht geboten. V'Ger fertigt die Klingonen-Schiffe umgehend ab, und wir hören kein Wort mehr - bis zum dritten Film.

Bevor es weitergeht - hier zwei Häppchen obskuren Trivialwissens. Häppchen Numero 1: Der Schauspieler, der die ersten Klingon-Zeilen sprach, war Mark Lenard, der sein "Star Trek"-Debüt als Romulaner feierte, aber besser bekannt ist für seine Darstellung Sarek von Vulcans, Spocks Vater. Diese Szene machte Lenard zum ersten Schauspieler, der bei "Star Trek" drei verschiedene außerirdische Lebewesen spielte. Häppchen Numero 2: Die Erfinder des ersten gesprochenen Klingon waren Jon Povill, Associate Producer des Films, und James Doohan, ein Dialekt-Experte der auch als Chefingenieur "Engineer Montgomery Scott" bekannt ist. Jahre später, in "Star Trek IV, "The Voyage Home" ("Zurück in die Gegenwart"), tut sich Scottie schwer beim Hantieren mit dem Kontrollpult eines erbeuteten "Bird of Prey" (klingonisches Raumschiff): "...Klingonisch lesen, das ist schwer!"), Doohan selbst hatte jedoch offenbar mit der Sprache keine Probleme.

1984 veröffentlichte Pocket Books den "Star Trek"-Roman Nr.16 "The Final Reflection" ("Der letzte Schachzug", Heyne Verlag) von John M. Ford. Das ist bis dato der einzige "Star Trek"-Roman, der in seiner Gesamtheit aus der Sicht der Klingonen geschrieben ist. Seine Handlung beschäftigt sich überwiegend mit einem Spiel, eine Art von Klingonen-Schach, und Ford liefert nicht nur das Vokabular für sein Spiel, sondern auch eine Reihe von Wörtern und Fachausdrücken, wie Ehren- und Rangtitel. Ford nannte seine Schöpfung "Klingonaase" und erklärte, er habe nicht eine Sprache erfinden wollen, sondern vielmehr eine nicht-menschliche Sichtweise für seine Leser. Die Wörter und Sätze dieses Buches sind zwar beliebt bei den Fans der Klingonen, aus sprachwissenschaftlicher Sicht jedoch, sind sie eine Sackgasse.

Zu einer wirklichen Sprache wurde Klingonisch erst mit der Freigabe von "Star Trek III:The Search For Spock" ("Auf der Suche nach Mr. Spock") im Jahre 1984. Paramount beauftragte den Sprachwissenschaftler Marc Okrand mit der Gestaltung einer Sprache - etwa so, wie man etwa einen Künstler beauftragt, eine Kulisse zu malen, oder einen Tischler, einen Szenenaufbau zu bauen. Okrands Aufgabe war ziemlich heikel: Er hatte eine Sprache zu erfinden, die zwar bizarr und ausländisch klingen musste, aber den Schauspielern gleichzeitig nicht allzuviele Probleme bei der Aussprache bereiten sollte.

Er begann mit einer Untersuchung der Klingon-Fetzen, die man in der Eröffnungsszene des ersten Kinofilms hatte hören können. Die Kompilation dieser Klänge wurde zum Ausgangspunkt für die klingonische Lautlehre. Im Verlaufe seiner Ausarbeitung, fügte Okrand der Sprache noch weitere Phoneme hinzu, wie das [tlh], das sich in mehreren indianischen Sprachen findet, und ein Knacklaut ['], welcher eigentlich eher ein Klangstillstand ist, als ein übliches Phonem. Angefangen hat also letztlich alles mit den von Lenard produzierten, von Doohan und Povill erfundenen Lauten. Die Untertitel zu den damaligen Lautäußerungen spielten dabei ebenfalls eine wesentliche Rolle. Diese Untertitel lieferten Okrand die Vorgabe, dass eine bestimmte Anzahl von Sprechlauten einen bestimmten Satz darzustellen habe. Ihm selbst blieb dann überlassen, welche Worte oder Wortteile aus welchen Silben bestanden. So wurde die klingonische Syntax geboren.

Danach befasste sich Okrand mit den Episoden der klassischen (Ursprungs-)Serie: Er nahm jede Zeile, die von einem Klingonen (auf Englisch) gesprochen wurde, und schrieb dazu eine Übersetzung. Gegebenenfalls ergänzte er dabei das bestehende Vokabular. Grammatikalische Merkmale und zusätzliche Sprechlaute wurden nach Bedarf hinzugefügt, unter Bezug auf ein breites Spektrum irdischer Sprachen. Das ist wohl der Grund dafür, warum bestimmte Aspekte der klingonische Sprache den Bewohnern der Erde recht bekannt vorkommen: kein Wunder, dass manche Leute denken, Klingonisch basiere auf einer bestimmten natürlichen Sprache! In Wahrheit, so Okrand, sei er zu einer völlig anderen Sprache gewechselt, sobald er merkte, dass er zu intensiv von einer bestimmten Sprache oder Sprachenfamilie entlehnt habe. So enthält Klingonisch zwar grammatikalische Elemente aus aller Welt, doch seine spezielle Kombination aus all diesen Eigenarten ist einzigartig. Einzigartig ist auch seine Lautgestalt. Einzelne "klingonische" Sprachlaute sind zwar in allen Weltsprachen zu finden, aber keine Sprache auf der Erde enthält sie alle.

Okrands Buch "The Klingon Dictionary", das im Jahre 1985 veröffentlicht wurde, trägt eigentlich einen unzutreffenden Titel: Das Buch gleicht eher den überarbeiteten Feldnotizen eines Sprachwissenschaftlers. Es ist eine Einführung in die Sprache, keineswegs aber das letzte Wort in der Sache, und besteht aus einer detaillierten Beschreibung der Grammatik und einem Glossar mit zweitausend Wörtern.

In den Jahren 1988 und 1991 kamen die fünften und sechsten "Star Trek"-Filme in die Kinos. Während der entscheidenden Dreharbeiten war wiederum Okrand zur Stelle, um Texte für die Klingonen-Darsteller zu übersetzen, ihnen die richtige Aussprache beizubringen, und den Regisseuren für wichtige Szenen beratend zur Seite zu stehen. Eine geringfügig erweiterte Ausgabe seines Wörterbuches wurde im Jahre 1992 herausgegeben. Okrand dachte, damit wäre die Sache vorbei, doch in Wirklichkeit war das Ende noch lange nicht in Sicht.

Die erste Ausgabe seines Wörterbuches hatte sich überraschend gut verkauft. In den USA hatten es einige Leute so sorgfältig studiert, dass sie die Sprache besser beherrschten als ihr Schöpfer. Nahezu gleichzeitig begann sich das Internet zu entwickeln und die meisten dieser ersten Klingon-Sprecher verfügten über gute Computerkenntnisse. Seit einigen Jahren bereits, gab es eine "mailing list" für Diskussionen über die klingonische Sprache.

Im Januar 1992 wurde dann das "Klingon Language Institute (KLI)" ins Leben gerufen. Seine Aufgabe bestand zunächst darin, für alle Klingon-Sprecher - nicht nur für jene mit E-Mail-Zugang - ein gemeinsames Forum zur Erforschung der Sprache zu schaffen. Mit wachsenden Mitgliederzahlen wuchsen auch die Interessensgebiete des KLI: Übersetzungen von Shakespeare und der Bibel ins Klingonische wurden von ihm ebenso herausgegeben, wie Belletristik und poetische Werke. Marc Okrand und das KLI nahmen Kontakt miteinander auf, und der Erfinder der Sprache nutzt seither den vierteljährlichen Bericht des Instituts, um Interessenten neue Einblicke und ein neues Vokabular zu vermitteln.

Das anhaltende Interesse am Klingonischen ermöglichte es Okrand sogar, zwei Kassetten und zwei weitere Bücher herauszugeben, in denen die Sprache weiter ausgeführt wird. Kürzlich sicherte sich Pocket Books die Rechte an der KLI-Übersetzung von "Hamlet". Eine komplett in Klingonisch verfasste Kurzgeschichte ist demnächst in einer neuen "Star Trek"-Anthologie nachzulesen.

Im Gegensatz zu anderen künstlichen oder konstruierten Sprachen profitiert Klingonisch vom "Star Trek"-Phänomen und der großen Fangemeinde der Serie, lockt also stetig neue Anhänger aus den entlegensten Milieus an. Wen wundert es da noch, dass Klingonisch häufig als die am schnellsten sich ausbreitende Sprache in der Galaxis bezeichnet wird?

Quelle
Und hier das Wörterbuch klingonisch/deutsch ... deutsch/klingonisch

Qapla'
ying-yang ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.10.2004, 01:40   #3
HaraldL
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Registriert seit: 18.08.2002
Beiträge: 3.168
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Wie doof, daß Kurzwellen von der Ionosphäre reflektiert werden und nichts ins Weltall vordringen können!
HaraldL ist offline   Mit Zitat antworten
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