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Religion Von Animismus bis Zen...

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Alt 18.10.2007, 13:41   #1
Acolina
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Standard Erfahrungen eines Theologieprofessors

Was passiert, wenn ich als gläubiger, evangelischer Christ Theologie studiere, es in diesem Fach bis zur Professur bringe und dabei fest stelle:
Zitat:
"Es gebe zwar viele Gründe, Christ zu sein, aber keinen stichhaltigen Grund; niemand könne angesichts der historischen Haltlosigkeit zentraler biblischer Aussagen noch Christ sein, und auch ich sei keiner mehr."
Lohnt sich ganz zu lesen: Muss ein Theologieprofessor gläubig sein?

Noch ein paar Auszüge:

Zitat:
[...] Mit der Zeit nahm die Zahl meiner Gottesdienstbesuche jedoch ab und neigte sich am Ende des zweiten Semesters sogar gegen Null. Ich hatte Schwierigkeiten, das auf der Kanzel Gesagte mit dem im Hörsaal Gelernten zu vereinbaren, und fand es zusehends unbegreiflich, wie ein und dieselbe Person christlich verkündigen und wissenschaftlich unterrichten kann. In Predigten über das Alte Testament wurden uns Abraham und Moses so nahe gebracht, als ob sie jetzt zu uns sprächen, in Vorlesungen über die Geschichte Israels lernten wir dagegen, dass Abraham historisch gar nicht existiert hat und über Moses wenig mehr als sein ägyptischer Name bekannt ist. Ähnlich verhielt es sich mit dem Neuen Testament. Beim Ostergottesdienst hieß es aus professoralem Mund, Jesus wurde von den Toten erweckt und zum Herrn über den Kosmos gemacht, indes lernten wir im Seminar über die Auferstehung Jesu: Jesus ist, historisch gesehen, gar nicht auferstanden; die Jünger haben ihn vielmehr in einer Vision gesehen. Das Grab Jesu war gar nicht leer, sondern voll.

Mich bedrückte dieser scharfe Gegensatz zwischen Glauben und Wissenschaft sehr. Hier, in der einstigen Hochburg der deutschen Aufklärung, war ich nun und wollte wissen, was in der Bibel Fiktion und was Faktum ist, und erfuhr es auch. Doch die Sprengkraft dieses Wissens wurde von den hochgeschätzten Lehrern - so schien es mir - durch den Inhalt ihrer Predigten sofort wieder neutralisiert.

Angesichts einer solch ausweglosen Lage rückte der Abbruch des Theologiestudiums in greifbare Nähe. Ich vollzog ihn aber nicht, weil das Wissen um den Ursprung des Christentums und um die Entstehungsgeschichte der biblischen Schriften eine Bereicherung, einen Wert in sich darstellten. Und wo konnte man all das besser lernen als an der Theologischen Fakultät?Außerdem emanzipierte die historische Kritik von den Dogmen der Kirche, besonders auch davon, dass alle Ungläubigen ewig verdammt seien. "Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden" sagte uns "Jesus" bei der Kindertaufe jeden Sonntag durch den Mund unseres Pastors; ich habe das hunderte Male gehört und auch geglaubt und war von diesem Unsinn nun endlich befreit worden.

Daher setzte ich das Theologiestudium bewusst fort, wollte aber nicht mehr Pastor werden und redete mit niemandem über mein Problem. Keiner fragte danach; man konnte auch, ohne dieses Thema anzusprechen, beruflich als Theologe weiterkommen, damals wie heute.

Dreißig Jahre danach, inzwischen ordentlicher Professor für Neues Testament an meiner Heimatuniversität, wagte ich im März 1998 erstmals, den mich seit dem Theologiestudium bedrängenden Konflikt in allen Einzelheiten zu beschreiben, und bekannte öffentlich meinen Unglauben. Unter Verweis auf die allseits bekannten Ergebnisse historischer Forschung - die meisten im Neuen Testament enthaltenen Worte Jesu sind unecht, das Abendmahl ist nicht von ihm eingesetzt worden, die Auferstehung geht auf eine Vision der Jünger zurück - schrieb ich: Es gebe zwar viele Gründe, Christ zu sein, aber keinen stichhaltigen Grund; niemand könne angesichts der historischen Haltlosigkeit zentraler biblischer Aussagen noch Christ sein, und auch ich sei keiner mehr.

Diese Aussage eines Theologieprofessors - "ich bin kein Christ" - rief die evangelischen Kirchen in Niedersachsen auf den Plan. Ihre juristischen Vertreter intervenierten unverzüglich beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Sie verlangten disziplinarische Maßnahmen und, als dies auf taube Ohren stieß, meine Ausgliederung aus der Theologischen Fakultät. Zugleich wurde den Angehörigen des habilitierten Lehrkörpers dringend nahe gelegt, sich diesem Begehren anzuschließen. Das taten sie dann auch prompt. Mehr noch: kein einziges Mitglied des Kollegiums hat mir öffentlich beigestanden, obwohl die meisten dieselben historischen Einsichten teilten. [...]

Nun sind sich alle in der Geistes- oder Naturwissenschaft Tätigen einig, dass Forschung frei sein muss und nicht von vornherein weiß, zu welchen Ergebnissen sie führt. Diese Freiheit der Wissenschaft ist erst nach langen Kämpfen gegen Einsprüche der christlichen Kirchen errungen worden. Da Theologie bis heute ein Universitätsfach ist, haben die dort Tätigen - so sollte man eigentlich denken - auch Anrecht auf volle Wissenschaftsfreiheit. [...]

Selbst die Bundesrichter in Leipzig blieben hart und bestätigten die Maßnahmen meines Arbeitgebers aus dem Jahre 1998, und zwar mit folgender Begründung: Die Theologische Fakultät der Universität Göttingen sei eine konfessionsgebundene Einrichtung, sie diene der Ausbildung des theologischen Nachwuchses der evangelischen Kirche wie auch der Vertiefung und Übermittlung von Glaubenssätzen. Die an ihr tätigen Hochschullehrer übten damit ein konfessionsgebundenes Amt aus. Dafür sei nur geeignet, wer ein entsprechendes Bekenntnis hat. Die Universität sei verpflichtet, ihren Lehrbetrieb so zu organisieren, dass dieser den kirchlichen Eignungsanforderungen genüge.

Mit diesem Urteil haben die obersten Verwaltungsrichter den kirchlichen Charakter von Theologie an der Universität festgeschrieben; anders lässt sich die Aussage nicht verstehen, dass die Hochschullehrer die kirchlichen Glaubenssätze vertiefen sollen. Das aber heißt zugleich, dass die Theologie den Richtern zufolge keine Wissenschaft und demgemäß ein Fremdkörper an der Universität ist.

Man darf gespannt sein, ob der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts sich den Ausführungen zum kirchlichen Charakter der Theologie anschließen wird.
Aus vielen, meist nächtelangen Gesprächen mit den diversen Pastoren/Pfarrern im Familien- und Bekanntenkreis kenne ich diese Diskrepanz zwischen Predigt und eigentlicher Überzeugung, zwischen Glauben und Wissenschaft auch sehr gut. Auf meine Frage, wie er sich denn reinen Gewissens sonntags auf seine Kanzel stellen kann, antwortete einer von ihnen: "Ach weißt du, was ich da sonntags mache, definiere ich als Psychotherapie, als Lebenshilfe für diejenigen, denen der Glaube an so etwas, ein solches Märchen hilft, den Alltag zu meistern. Die wollen auch gar nicht die Wahrheit wissen, die wollen ihre Illusion behalten. Andere, die, die tiefer fragen, kommen sowieso nicht zum Gottesdienst..."

Mein altes Gymnasium lag ganz in der Nähe der Kirchlichen Hochschule Bethel, so ergab sich auch einiger persönlicher Kontakt zu den Studenten dort, man besuchte die gleichen Parties, Veranstaltungen... Und so einige, die ich dort kennen lernte, litten, zum Teil echt heftig, unter dem gleichen o.g. Konflikt. Für manchen kam das einem Einsturz ihres Weltbilds gleich und ein geflügeltes Wort besagte damals "von der KiHo direkt nach Morija" und meinte, dass die KiHo der Hauptnachschublieferant der psychiatrischen Klinik "Morija" ein paar Straßen weiter war. Sicher "etwas" übertrieben und sicher gabs da auch noch andere Gründe für.
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Alt 18.10.2007, 20:35   #2
Lawrence P. W.
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vielleicht sollte dieser dann mal die Frage stellen, was er da macht.
Wenn man die sog. Wissenschaftliche Auslegung als einzig Wahre nimmt und nicht begreift, daß Verkündigung ein weiteres und tieferes Feld umfaßt als wieweit ein Spaten stechen kann, hat er seinen Beruf verfehlt.

Wenn man die Frage, was bedeutet Glauben für mich auf gegewärtige Litarturanalysen und Spatenfunde beschränkt, kommt man aber wahrscheinlich zu keinem anderen Ergebnis.

Oder wie Kierkegaard sagte: Glaube ist das, was mich unbedingt angeht.

Daß Menschen trotzdem und auch trotz der kirchlichen Strukturen ihren Dienst als Geistliche in der Gemeinde verantwortungsvoll aufnehmen, dem gebührt Respekt und nicht vermeintlich beweisbare Verachtung.
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Alt 18.10.2007, 22:22   #3
Elisabeth
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Wir lieben das „Machertum“, die neuzeitlichen Erfolge in Medizin und Technik erkennt man in unserer Mentalität. Wir sagen, ich werde mir die Welt schon richten oder in der Religion, ich werde mir Gott schon richten. Wir lieben es unsere Religiosität selbst zu fabrizieren.
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Alt 19.10.2007, 03:17   #4
Acolina
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Ja, Elisabeth, sagt der Zisterzienser Karl Wallner hier

Aber darum gehts ja gar nicht.

Es geht darum, dass Menschen am Sonntag in der Predigt etwas erzählt wird, was so (zumindest historisch) nicht stimmt - wider besseres Wissen.

Natürlich kann ich weiterhin glauben, Jesus sei tatsächlich von den Toten auferstanden und gen Himmel entschwunden. Oder, dass es Abraham gab etc., keine Frage. Aber ich kann mich dabei nicht auf tatsächliche Geschehnisse berufen.

Wie Gerd Lüdemann eben sagt:
Zitat:
Es gebe zwar viele Gründe, Christ zu sein, aber keinen stichhaltigen Grund; niemand könne angesichts der historischen Haltlosigkeit zentraler biblischer Aussagen noch Christ sein...
Es gibt keine historischen, stichhaltigen Gründe für meinen Glauben. Auf eben diese beruft sich aber nicht nur die Predigt am Sonntag.

Es gibt natürlich zig andere. Ich kann sagen, das zu glauben, was da steht, egal ob es nun historisch ist oder nicht, gibt mir Halt, was weiß ich. Oder ich brauch das, weil ich sonst nicht weiß, was gut oder schlecht ist, weil ich sonst Angst vor dem Tod hab etc. Ist ja auch ok. Aber ich sage das dann mit dem gleichen Recht, wie eben ein anderer sagt, diese oder jene Idee und der Glauben an sie gibt mir Halt, sagt mir, was gut oder schlecht ist. Ich kann sagen, was da steht, was ein Jesus gesagt haben soll, find ich unabhängig davon, ob er es oder sonstwer nun sagte, gut, weise etc. So wie ein anderer sagt, was Buddha oder XYZ sagt, find ich weise. Ich kann mich aber nicht wirklich auf einen Jesus als historischen Menschen, gar historisch belegten Sohn Gottes (im christlichen Sinne, wo es ja fleischgewordener Gott bedeutet und nicht wie im Jüdischen eigentlich nur guter, weiser Mensch), der das gesagt hat, berufen.

Dieser ganze Schnickschnack um die eigentliche Essenz, die sich in vielen Weltbildern, vorchristlichen, christlichen, atheistischen, agnostischen etc. pp. findet, die im Prinzip nichts weiter besagt als, deinen Nächsten zu lieben, ist für dich und ihn gesünder als ihn zu hassen und was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu, ist menschen gemacht, die Essenz auch, ich wüsste zumindest nicht, wofür man einen Gott braucht um zu erkennen, was einer Gemeinschaft und mir darin gut tut und was nicht. Aber ok, das ist wieder ein anderes Thema. Manche scheinen ja tatsächlich dafür einen Gott zu brauchen.

Es ist aber gerade dieser Schnickschnack, um den wir uns zwischen Konfessionen, Religionen, Weltanschauungen streiten. Mit welchem Recht??

Ich denke, es ist sinnvoller sich auf diese Essenz zu besinnen, als darüber zu sinnieren, welche Konfession nun die "echte" (sowieso nur von Menschen erfundene) Kirche ist und alten Männern, die sich selbst bzw. in Tradition eines selbst ernannten nun zum Vertreter Gottes auf Erden und für unfehlbar erklären, zu huldigen.

Diese historischen Sachen haben ja auch erst mal nichts mit so etwas wie "Gotteserfahrung" (oder was immer man auch dafür hält) - spiritueller Erfahrung - zu tun. Etwas, dass sie so nennen, hatten Menschen zu allen Zeiten (so lange Überlieferungen zurück reichen) rund um den Erdball. Auch ohne die Geschichten, die in der Bibel stehen. Lange vor einem Jesus und auch danach und ohne von ihm zu wissen, ohne an ihn zu glauben. Ja selbst, ohne an einen Gott zu glauben ...


Zitat:
Original von Lawrence P. W.
Daß Menschen trotzdem und auch trotz der kirchlichen Strukturen ihren Dienst als Geistliche in der Gemeinde verantwortungsvoll aufnehmen, dem gebührt Respekt und nicht vermeintlich beweisbare Verachtung.
Allen Menschen, die sich für das Wohlergehen anderer einsetzen, gebührt Respekt. Egal ob und welcher Religion sie dabei angehören. Seelsorge funzt auch unabhängig von Glauben. Natürlich kann ich jemand erzählen, Gott liebt dich und nimmt dich an, wie du bist. Ich kann das aber auch selbst tun, ihn annehmen, wie er ist, ihm zeigen, dass er liebenswert ist usw. Letzteres halte ich für ehrlicher und direkter. Bisher habe ich noch nicht erlebt, dass es schlechter wirkt. Und andersgläubige Seelsorge, z.B. die der Schamanen, funzt auch bestens.

Ein menschliches Konstrukt namens Kirche/Christentum etc. als nachweislich göttlich auszugeben, dem gebührt kein Respekt. Das ist Vortäuschung falscher Tatsachen, lügen.
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Alt 19.10.2007, 10:24   #5
Lawrence P. W.
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Doch das Problem beginnt nicht erst mit Lüdemann. Viele Jahrzehnte vorher wurden Studenten von solchen Professoren geprägt. Daher verwundert es nicht, daß die Kirchen leer sind. Die Pastoren haben dann nachgeplappert, was sie auf der Uni gehört haben: Christus ist nicht leiblich auferstanden; In der Bibel gibt es nur wenige Worte, die direkt von Jesus stammen; Die Bibel ist voller Legenden usw.

Warum sollen die Leute also kommen? Um Legenden zu hören?
Da halte ich es lieber mit Luther: Das Wort FÜR EUCH fordert eitel gläubige Herzen; und mit der Heiligen Schrift: Jesus spricht: Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. (Lk).

Die ganze "aufklärerische" Art Theologie zu treiben liegt auf der Linie von 1. Moses 3: Der Mensch will sein wie Gott. Das ist ihm aber schon immer zum Verhängnis geworden auch im Gebrauch der Machtpositionen innerhalb verschiedener Religionen.
Darum auch das erste Gebot.
Es ist an der Zeit, daß wieder eine bescheidene und demütige Frömmigkeit gepflegt wird.
Natürlich finde ich es richtig, daß an die Texte wissenschaftlich herangegangen wird - aber es ist nicht die einzige Verstehensweise der Texte.
Natürlich kann jeder das glauben, was ihn betrifft.
Das Christentum ist mein Weg und mein Glaube.

Und wenn dieser Mann nicht mehr glauben kann/will, sollte er auch seine Konsequenzen ziehen.
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Alt 19.10.2007, 11:22   #6
Acolina
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Zitat:
Original von Lawrence P. W.
Die Pastoren haben dann nachgeplappert, was sie auf der Uni gehört haben: Christus ist nicht leiblich auferstanden; In der Bibel gibt es nur wenige Worte, die direkt von Jesus stammen; Die Bibel ist voller Legenden usw.
Ja sry, wenn es aber nun mal so ist? Es ist ein Märchen-/Legendenbuch.

Zitat:
Original von Lawrence P. W.
Warum sollen die Leute also kommen? Um Legenden zu hören?
Eben, was soll ich mit einer Religion, die auf Märchen und Legenden beruht?

Zitat:
Original von Lawrence P. W.
Da halte ich es lieber mit Luther: Das Wort FÜR EUCH fordert eitel gläubige Herzen; und mit der Heiligen Schrift: Jesus spricht: Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. (Lk).
Das hätte der jute Luther mal lieber selber beherzigen sollen. Statt in seinem "Wider die stürmenden Bauern" zu schreiben:
Zitat:
"Solch wunderliche Zeiten sind jetzt, dass ein Volk den Himmel eher mit Blutvergießen verdienen kann denn anders sonst mit Beten ... Steche, schlage, würge hie[r], wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmermehr erlangen. Denn du stirbst im Gehorsam gegenüber dem göttlichen Wort und Befehl."
Oder in seiner "Tischrede":
Zitat:
"Prediger sind die allergrößten Totschläger. Denn sie ermahnen die Obrigkeit, dass sie entschlossen ihres Amtes walte und die Schädlinge bestrafe. Ich habe im Aufruhr alle Bauern erschlagen; all ihr Blut ist auf meinem Hals. Aber ich schiebe es auf unseren Herrgott; der hat mir befohlen, solches zu reden ..."
Oder über die Juden:
Zitat:
"Wenn ich könnte, so würde ich ihn [den jüdischen Mitbürger] niederstrecken und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren."

"Diese Taugenichtse und Ausplünderer sind keiner Gnade und keines Mitleids wert."

"... dass man ihre Synagogen oder Schulen mit Feuer anstecke, ... dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre ... "
(aus: "Tischrede" und "Über die Juden - weg mit ihnen!")

Zitat:
Original von Lawrence P. W.
Die ganze "aufklärerische" Art Theologie zu treiben liegt auf der Linie von 1. Moses 3: Der Mensch will sein wie Gott. Das ist ihm aber schon immer zum Verhängnis geworden.
Ach ja? Wohin hat denn die unaufklärerische Art geführt?

Vor allem wurde ihm zum Verhängnis, Legenden aus einem Buch namens Bibel als Rechtfertigung fürs Morden, Vernichten und Quälen zu nutzen. Vor allem wurde ihm zum Verhängnis zu glauben, er handele in Gottes Auftrag.

Zitat:
Original von Lawrence P. W.
Es ist an der Zeit, daß wieder eine bescheidene und demütige Frömmigkeit gepflegt wird.
Nein, es ist an der Zeit, dass auch der Letzte erkennt, dass weder Bücher, wie die Bibel, noch ein Gott dazu berechtigen, zu quälen und zu morden. Oder anderen seine Lebensweise aufzudrücken. Oder die Lebensweise anderer für falsch zu erklären. Dass sie diese Bücher als das sehen, was sie sind: Märchen und Legenden.

Es ist an der Zeit, dass sie selber denken, statt sich auf irgend wen oder irgendwas zu berufen. Dass sie ihre Taten selber verantworten. Dass sie der Verantwortung, die aus Mensch sein erwächst, gerecht werden.

Es ist mehr als an der Zeit klar zu stellen, dass sich aus Legenden keine Rechte und Forderungen ableiten lassen.

Zitat:
Original von Lawrence P. W.
Natürlich kann jeder das glauben, was ihn betrifft.
Das Christentum ist mein Weg und mein Glaube
Ja, es darf gern dein Weg sein. Nichts gegen einzuwenden. So lange du dich dabei an die Menschenrechte hältst. So lange du anderen nicht vorschreibst, was sie zu tun und zu lassen haben. So lange du nicht verlangst, man möge Kritik oder Satire bez. der Legenden, an die du glaubst, als "Gotteslästerung" verbieten und strafrechtlich ahnden. Das gilt nicht nur für dich. Jeden Gläubigen. Und auch Ungläubigen.

Nicht, dass wir uns missverstehen: Ich sage nicht, im Namen der Religion wurde nur schlechtes getan. Ganz und gar nicht. Aber wie Weinberg so schön sagt:
Zitat:
Mit oder ohne sie würden gute Menschen Gutes tun und böse Menschen Böses. Aber damit gute Menschen Böses tun, dafür bedarf es der Religion.
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Alt 19.10.2007, 18:19   #7
Lawrence P. W.
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Märchenbuch? Nenne mir doch mal eine Geschichte, die der literarischen Gattung der Märchen entspricht aus der Bibel?

Und wie ist deine Definition und Verständnis von Legende?

Und Luther war ein Kind seiner Zeit mit guten und sehr bedenklichen Gedanken von heute aus betrachtet, vielleicht solltest du dir in der Analyse der Vergangenheit mal die Arroganz der Gegenwärtigen Geisteslage ablegen...

Das ist von der gleichen Qualität, wenn ich Stalin und Mao Massenmorde an den eigenen Leuten als alleiniges Produkt der Atheisten bewerten würde.

Zitat:
Vor allem wurde ihm zum Verhängnis, Legenden aus einem Buch namens Bibel als Rechtfertigung fürs Morden, Vernichten und Quälen zu nutzen. Vor allem wurde ihm zum Verhängnis zu glauben, er handele in Gottes Auftrag.
Darum gibt es ja auch das 1. und 2. Gebot! Da der Mensch dazu neigt auch im Glauben sich an Gottes Stelle zu setzen.

Zitat:
So lange du dich dabei an die Menschenrechte hältst. So lange du anderen nicht vorschreibst, was sie zu tun und zu lassen haben. So lange du nicht verlangst, man möge Kritik oder Satire bez. der Legenden, an die du glaubst, als "Gotteslästerung" verbieten und strafrechtlich ahnden. Das gilt nicht nur für dich. Jeden Gläubigen. Und auch Ungläubigen.
An welcher Stelle soll ich das getan haben?
Wenn du dich zum Gericht lästern möchtest, ist es doch deine Entscheidung nicht meine.

Zitat:
Mit oder ohne sie würden gute Menschen Gutes tun und böse Menschen Böses. Aber damit gute Menschen Böses tun, dafür bedarf es der Religion.
Mensch, da waren ja Mao und Stalin tiefgläubige Menschen... s.o.
Im Christentum hätten sie gegen das 5. Gebot verstoßen.
Die Gebote sind eindeutig und klar! Natürlich hat es nicht an Versuchen gefehlt sie zu beugen, findet sich sogar im Alten Testement.

Nee, Aco, den Menschen den Glauben nehmen wollen und nichts anzubieten, ist billig!
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Alt 19.10.2007, 23:33   #8
Heike
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Standard RE: Erfahrungen eines Theologieprofessors

Das ewig alte Lied

vom buchstäblichen Verständnis
falscher Übersetzungen
- aus persönlichen Gründen:
die Unfähigkeit in sinnbildliche Inhalte der Zeit zu überbersetzen
(Methaper/Allegorie/Symbol/Gleichnis/Parabel oder wie auch immer)
erstaunlich für einen „ehrwürdigen“ Professor, dessen gebildeter Geist offensichtlich nicht einer Doktrin dienen will

-aus politischen Gründen:
gewollt falsche Übersetzungen um Macht über das Bewusstsein von Menschen zu haben zwecks Kontrolle,
Geschichtsfälschung im römischen Reich--> spätere Mysifizierung, durch Übernahme der „wahren Geschichten“ hier durch den Ausbilder

vom unreflektierten Wiedergeben
- die Bibelfestigkeit im Rezitieren von Versen als Ausbildungsziel: bestanden


und mangelnder Selbstreflexion
besonders hinsichtlich Unterbewusstsein und Bewusstsein; Bücher/Infos/Gesprächspartner gibt`s ja nicht erst seit heute.


Sein Bekenntnis ist ja wohl nicht die Erkenntnis der menschlichen Machtansprüche durch Verdummungsstrategie im Deckmäntelchen unglaubwürdiger Geschichten sondern das Überwinden durch Erkennen und Tun entgegen menschenfeindlicher und gesellschaftszerstörender Konkurrenzprinzipien durch die schöpfungsmythische Mitteilung (übrigens egal welcher Religion!).

Der arme Mann! :heul:
So ein feines Titelchen und persönlich blickt er´s nicht, etwa ein sogenannter nützlicher „Idiot“?

Kann ja mal unter Basisreligion z.B. unter Dogmatismus, Dualismus und Polarität nachschlagen und dabei noch andere Überlegungen in diesem Zusammenhang entdecken.
Aber wie soll er das finden, wenn das hier unter Werbung weggepackt ist??
Heike ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.10.2007, 23:38   #9
Acolina
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Standard RE: Erfahrungen eines Theologieprofessors

Zitat:
Original von Heike
[Aber wie soll er das finden, wenn das hier unter Werbung weggepackt ist??
Keine Sorge, er weiß recht sicher, wie man googlet ...
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