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Alt 22.06.2018, 11:41   #1
basti_79
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Standard Leistungsschutzrecht, Upload-Filter etc.

Ihr wundert Euch bestimmt, warum ich noch gar nichts zum "Leistungsschutzrecht", zu "Artikel 13" und ähnlichem Blödsinn gesagt habe. Das hat mehrere Gründe, die ich gerne erläutere:
  • Es handelt sich um EU-Richtlinien. Nicht um Gesetze. Damit daraus ein Gesetz wird, muss der Bundestag (oder ein Landtag) entsprechend beschließen. Was noch nicht einmal geplant wurde.
  • Das EU-Parlament ist bekanntermaßen kein Parlament, sondern eine Laberbude.
  • Die wirklichen Probleme beim Datenschutz und anderen IT-politischen Themen liegen woanders.
  • Unser Forum ist nach wie vor nichtkommerziell.

Meiner Meinung nach ist das ein gutes Beispiel für Politik ohne Bodenkontakt: irgendwer entscheidet irgendwas, irgendwer reagiert irgendwie, am Ende nennen alle das Politik, nichts ändert sich, aber man freut sich trotzdem, so eine gute Zeit miteinander verbracht zu haben.

https://blog.fefe.de/?ts=a5d527d1
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Alt 22.06.2018, 12:05   #2
perfidulo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
[*]Das EU-Parlament ist bekanntermaßen kein Parlament, sondern eine Laberbude.


Schön bei Goebbels abgeschrieben.


Meines Wissens, wurde das EU-Parlament (im Gegensatz zur Kommission, aber wen interessieren solche Petitessen bei der Wut), direkt gewählt.
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Alt 28.06.2018, 15:49   #3
basti_79
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Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Schön bei Goebbels abgeschrieben.
Im Unterschied zu Goebbels würde ich aber meine Behauptung mit Argumenten untermauern:
  1. Das EU-"Parlament" hat kaum wesentliche Rechte der Kommission oder dem Rat gegenüber. Insbesondere darf es diese Organe nicht wählen, nicht absetzen, ihnen keine Weisungen erteilen und kann sie nicht sinnvoll überprüfen. Das steht im krassen Gegensatz z.B. zum Bundestag oder anderen nationalen Parlamenten. Dass die entsprechenden Rechte vom Bundestag nicht genutzt werden, um die Regierung zu binden, ist direkt auf dessen Personal zurückzuführen.
  2. Es darf auch aus eigener Kraft keine Initiativen betreiben.
  3. Kommission und Rat werden De Facto von Deutschland und Frankreich kontrolliert. Das heißt, von den jeweiligen Regierungen - Merkel und Macron.
  4. Es hat auch, anders, als immer wieder angedeutet wird, keine Gesetzgebungskompetenz. Alle Gesetze müssen in den Gliedstaaten ratifiziert werden, was unter Anderem zur Folge hat, dass oppositionelle Initiativen noch sinnloser werden, als sie es ohnehin schon sind.

Zu einem funktionierenden Parlamentarismus gehört eben auch das Rückkopplungsprinzip, das man im Englischen vielleicht "Checks and Balances" nennt. Ein Parlament kann noch so demokratisch gewählt sein, wenn man sich dort in leeren Ritualen und rhetorischen Übungen ergeht, ist es nutzlos.

Ein gutes Beispiel für das Gemeinte ist der "Ausgang" bzw. der Verlauf einer Anhörung von Mark Zuckerberg zum Thema "Datenschutzskandal". Und jetzt verwendet man diesen Rohrkrepierer auch noch, um das Thema zu unterdrücken...

Zitat:
Meines Wissens, wurde das EU-Parlament (im Gegensatz zur Kommission, aber wen interessieren solche Petitessen bei der Wut), direkt gewählt.
Das ist inhaltlich falsch. In Wirklichkeit ist die EU-Wahl eine Listenwahl, nach einem System, das dem zur Wahl des Bundestags stark ähnelt. Bei der Recherche fällt mir auf: kein Wunder - das Wahlsystem ist in jedem Gliedstaat anders.

Du meintest vermutlich, dass das EU-Parlament in "freier, gleicher und geheimer" Wahl gewählt wird. Das mag sein, ändert aber nichts daran, dass man sich dort in Stilblüten ergeht, realen Problemen keine Beachtung schenkt und im Wesentlichen das praktiziert, was man vielleicht "Mediendemokratie" oder "Aufmerksamkeitsdemokratie" nennt. Das passt ja auch ganz gut zu den mangelnden Befugnissen.
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Alt 28.06.2018, 16:22   #4
perfidulo
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Das ist alles bekannt und an Lösungen wird gearbeitet.
Nicht alle sind der Demokratie förderlich, aber man kann sich ja in den Diskussionsprozess einschalten, statt Nazi-Parolen zu verbreiten.
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Alt 29.06.2018, 17:23   #5
basti_79
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Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Das ist alles bekannt und an Lösungen wird gearbeitet.
Also dasselbe wie bei allen anderen politischen Problemen.

Zitat:
Nicht alle sind der Demokratie förderlich, aber man kann sich ja in den Diskussionsprozess einschalten, statt Nazi-Parolen zu verbreiten.
Erst einmal ist es gleichgültig, ob ein machtloses Parlament demokratisch gewählt wird oder nicht. Dazu kommt dann noch, dass der Bundestag eigentlich das Organ wäre, das sich in irgendwelche "Diskussionsprozesse" einschalten sollte. Wobei ich stark bezweifele, dass es in der BRD oberhalb der kommunalen Ebene überhaupt Diskussionsprozesse im Sinne des Wortes gibt. Es gibt sicherlich jede Menge sinnleerer Rituale, manche davon parlamentarisch verbrämt, andere wiederum durch die Menschenverachtung der Nazis geadelt, aber das kann ja nicht bewirken, dass tragfähige Lösungen auftauchen. Wo sollen die denn herkommen? Aus den Köpfen dieser Schnapsleichen?
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Alt 05.07.2018, 14:59   #6
basti_79
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Der derzeitige Schildbürgerstreich ist abgeblasen worden: das EU-Parlament hat den Antrag abgelehnt. Damit wird es jetzt ein Jahr brauchen oder so, bis der ganze Zirkus von vorne losgeht.
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Alt 05.07.2018, 15:10   #7
HaraldL
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Wie lange bräuchte überhaupt so ein Copyright-Filter für die Prüfung? Wenn das durch Prüfung des Bildinhalts erfolgen sollte, bestimmt ewig lange, denn es müßten tausende Bilder verglichen werden!
Kann er nicht überlistet werden, in dem man ein Bild vergrößert oder verkleinert?
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Alt 09.07.2018, 21:46   #8
basti_79
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Zitat:
Zitat von HaraldL Beitrag anzeigen
Wie lange bräuchte überhaupt so ein Copyright-Filter für die Prüfung? Wenn das durch Prüfung des Bildinhalts erfolgen sollte, bestimmt ewig lange, denn es müßten tausende Bilder verglichen werden!
Kann er nicht überlistet werden, in dem man ein Bild vergrößert oder verkleinert?
Nein.

Es gibt mittlerweile Techniken, mit denen man auch z.B. vergrößerte oder verkleinerte Bilder, und auch Ausschnitte "wiedererkennen" kann.

https://www.tineye.com/

Außerdem geht es hauptsächlich nicht um Bilder, sondern darum, dass man in Zukunft auf jeden Hyperlink eine Steuer zahlen soll. Das bringt normalerweise sogar Fascholiberale auf, deren Kinder man mehrere Stunden täglich einer Hirnwäsche unterzieht. Das heißt, da ist irgend etwas durcheinandergeraten. Die Liberalen müssten jetzt eigentlich die Opposition gegen diese Initiative fordern, anstatt "Mauern, Zäune und Schießbefehle, endlich, der Zweck heiligt die Mittel, das ist doch Liberal, die Linken sind Schuld und die Grünen".
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basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.07.2018, 01:34   #9
HaraldL
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Aber in wie weit verlangsamen Upload-Filter einen Upload und wie oft verhindern sie, daß ein Bild hochgeladen werden kann, auf dem KEIN Copyright drauf ist, nur weil es einen mit Copyright ähnelt?
HaraldL ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.07.2018, 13:24   #10
basti_79
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Keine Ahnung, ehrlichgesagt. Ich weiß nicht mal, wie ich mir das technisch vorzustellen habe. Also klar, theoretisch kann man z.B. bestimmte Dateien sperren. Als Gegenmaßnahme kann man das Bild einfach ein paar Pixel verkleinern. Dann greift ein Vergleich von Dateien nicht mehr.

Es ist ja jetzt auch nicht so, dass problematische Inhalte nicht gemeldet würden. Eher, dass die Musikkonzerne darauf drängen, dass sie die x-millionste Kopie von irgendeinem Song von Shakira sperren können, und dass die Internetkonzerne befürchten, dann auch etwas gegen Nazis unternehmen zu müssen. Weil sich ja zeigt, dass man bestimmte Inhalte doch systematisch bekämpfen kann. Das war ja bislang die Ausrede.
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