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Alt 19.09.2018, 17:57   #1
basti_79
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Standard Thesen zur Causa Maaßen

Die Causa Maaßen hat mittlerweile Flurschäden angerichtet, die so erheblich sind, dass es zu Fehlwahrnehmungen und aus Panik sogar zu öffentlichen Idiotien kommt. Ich möchte hier, um Ruhe in die Diskussion zu bringen, einige Thesen vorstellen.
  1. Maaßen erfüllt die für die große Koalition wichtige Aufgabe, Wähler von der AfD und aus PEGIDA und IB zurückzugewinnen. Maaßen ist, wie allgemein bekannt, Faschist und Rassist. Ein solches "Goldstück", das selbst Ronny aus Sachsen noch befürworten kann, ohne sich vor seinen Kameraden schämen zu müssen, lässt man nicht fallen
  2. Man kann die SPD beschuldigen. Das ist zwar absurd, weil Maaßen ohne die CDU/CSU gar nicht in seiner Position wäre, aber das spielt keine Rolle, solange man öffentlich ohne Weiteres darstellen kann, dass die SPD den kriminellen Maaßen unterstützt.
  3. Die CDU/CSU kann so ihre Macht demonstrieren, was ihr in Hessen und Bayern helfen wird. Im Gegenzug wird die SPD jetzt ein paar mal die Opferrolle machen dürfen, und damit für Nazis attraktiv
  4. Die Eliten gehen immer noch davon aus, dass die Bürger nicht mitdenken
  5. Die Presse hält sich mit Kritik zurück, um nicht den schwarzen Peter zugeschoben zu bekommen
  6. Der Bundestag ist längst entmachtet und hat auch keine kompetenten Redner (ansonsten läge der Misstrauensantrag schon längst auf dem Tisch des Präsidiums)
  7. Ein Nebenzweck der ganzen Operation ist auch, die Aussichtslosigkeit jedes Versuchs des Widerstands zu verdeutlichen. Eine Bundesregierung, die Maaßen z.B. vor den Gerichten beschützen und im Job halten, gar befördern kann, kann auch alles andere

Wieder einmal wird deutlich, dass das politische System der BRD die zentrale Aufgabe demokratischer Formen, nämlich unblutig korrupte Beamten auszutauschen, nicht erfüllen kann. Ein Teil der Problematik ist auch, dass dieser Vorgang als "neuartig" oder "besonders Skandalös" betrachtet wird. Es ist aber, zumindest seit ich politisch denken kann, standard, dass die Behörden die Täter belohnen und die Opfer bestrafen. Oft genug ist man gerade darauf besonders stolz.
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Alt 19.09.2018, 18:24   #2
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
[*]Maaßen erfüllt die für die große Koalition wichtige Aufgabe, Wähler von der AfD und aus PEGIDA und IB zurückzugewinnen. Maaßen ist, wie allgemein bekannt, Faschist und Rassist. Ein solches "Goldstück", das selbst Ronny aus Sachsen noch befürworten kann, ohne sich vor seinen Kameraden schämen zu müssen, lässt man nicht fallen
Ja, ich glaube, diese Denke herrscht vor allem bei der CSU.
Erstaunlich, dass die bei den sinkenden Umfragewerten nicht verstehen, dass es so nicht funktioniert.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
[*]Man kann die SPD beschuldigen. Das ist zwar absurd, weil Maaßen ohne die CDU/CSU gar nicht in seiner Position wäre, aber das spielt keine Rolle, solange man öffentlich ohne Weiteres darstellen kann, dass die SPD den
Äh, Moment mal, es geht ja aktuell nicht darum, wer ihn ins Amt gehoben hat, sondern wer verantwortlich für seine Beförderung ist. Und da ist die SPD genauso schuldig wie CDU/CSU

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
[*]Die CDU/CSU kann so ihre Macht demonstrieren, was ihr in Hessen und Bayern helfen wird. Im Gegenzug wird die SPD jetzt ein paar mal die Opferrolle machen dürfen, und damit für Nazis attraktiv
Wenn die SPD jetzt rum jammert, dass sie um die GroKo zu erhalten diesem Mist zugestimmt haben, wird sie für Nazis attraktiv?
Das ist Unsinn.
Das mit den Opferrollen ist wie mit den Fingern und den Daumen. Jeder Daumen ist ein Finger, aber nicht jeder Finger ist ein Daumen. Genauso verhält sich das auch mit Opferrollen.


Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
[*]Die Presse hält sich mit Kritik zurück, um nicht den schwarzen Peter zugeschoben zu bekommen
Paralleluniversum? Geheime Presse?
Die Presse, die ich gelesen habe, kritisiert das.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
[*]Der Bundestag ist längst entmachtet und hat auch keine kompetenten Redner (ansonsten läge der
Misstrauensantrag schon längst auf dem Tisch des Präsidiums)
Ja, dass da von Die Linke oder den Grünen, der FDP nichts kommt ist schon ein kleiner Skandal.
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"Die Psychiater hatten einige Spezialausdrücke für meinen Fall. Naja, ich hatte auch einige Spezialausdrücke für die Psychiater." (Charles Bukowski)
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Alt 19.09.2018, 18:58   #3
basti_79
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Was noch dazukommt: Merkel ist gar nicht auf Seehofers Erlaubnis angewiesen, um den Maaßen aus Amt und Würden zu entfernen. Das haben die sich schlicht ausgedacht.

Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
[Rückeroberung von AfD-Stimmen]
Ja, ich glaube, diese Denke herrscht vor allem bei der CSU.
Erstaunlich, dass die bei den sinkenden Umfragewerten nicht verstehen, dass es so nicht funktioniert.
Welche Umfragewerte sinken denn da?

Zitat:
Äh, Moment mal, es geht ja aktuell nicht darum, wer ihn ins Amt gehoben hat, sondern wer verantwortlich für seine Beförderung ist. Und da ist die SPD genauso schuldig wie CDU/CSU
Was hätte denn die SPD tun können, um seine Beförderung zu verhindern? Also außer, den Koalitionsbruch ausrufen, was sie natürlich schon immer hätte tun können.

Zitat:
Wenn die SPD jetzt rum jammert, dass sie um die GroKo zu erhalten diesem Mist zugestimmt haben, wird sie für Nazis attraktiv?
Ja, selbstverständlich. Vor allem können Nazis jetzt auch wieder deren Schwesterpartei CDU wählen.

Zitat:
Das mit den Opferrollen ist wie mit den Fingern und den Daumen. Jeder Daumen ist ein Finger, aber nicht jeder Finger ist ein Daumen. Genauso verhält sich das auch mit Opferrollen.
Nämlich wie? Ich würde sagen, jedes "Seht her, wie wir leiden. Die Anderen sind alle Schuld!" (jede Opferrolle) macht eine Partei für Nazis attraktiv.

Zitat:
Paralleluniversum? Geheime Presse?
Die Presse, die ich gelesen habe, kritisiert das.
Beleg' das mal bitte. Ich lese da nur "Mimimi, wir haben ja von nichts gewusst, die Linken sind schuld, weiter wie bisher, macht doch erstmal Vorschläge"...

Zitat:
Ja, dass da von Die Linke oder den Grünen, der FDP nichts kommt ist schon ein kleiner Skandal.
Naja, gerade die Parteien der Bundesopposition haben ja vereinzelt Blähungen veröffentlicht. Genau wie dass ein paar Groko-Verrätern etwas aus dem Gesicht gefallen ist. Hat natürlich ein entsprechendes Echo zur Folge gehabt. Die können sich dann in drei Jahren von der AfD aufstellen lassen, wenn sie noch ein paar Jahre im Bundestag rumgammeln wollen. Die müssen ja jeden nehmen.

Ich verstehe auch nicht so recht, was daran kein Skandal wäre, dass die Oppositionsparteien sich in diesem Zusammenhang genau so verhalten wie sich alle Oppositionsparteien seit 1949 verhalten haben: Wegducken, rumnölen, "weiter wie bisher" einfordern. Ich würde das anders machen.
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Alt 19.09.2018, 19:26   #4
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen

Nämlich wie? Ich würde sagen, jedes "Seht her, wie wir leiden. Die Anderen sind alle Schuld!" (jede Opferrolle) macht eine Partei für Nazis attraktiv.

Beleg' das mal bitte. Ich lese da nur "Mimimi, wir haben ja von nichts gewusst, die Linken sind schuld, weiter wie bisher, macht doch erstmal Vorschläge"...
Schwachsinn!
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Alt 20.09.2018, 12:01   #5
basti_79
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Nehmen wie z.B. mal das Manöver der SPD.

https://www.zeit.de/politik/deutschl...rea-nahles-spd

Das ist erst einmal eine verarbeitete Agenturmeldung, und dann bleibt der Journalist, der sie verarbeitet hat, anonym.

Zitat:
Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hat ihre Zustimmung zur Beförderung von Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen verteidigt.
Erst einmal hat sie schon bei einer Veranstaltung am Vorabend hier in Marburg gewusst, dass man Maaßen nicht würde loswerden können, und deswegen das Ausmaß ihres Versagens verschwiegen. Und dann hat immer noch die CDU diese Beförderung vorgeschlagen.

Dass man deswegen nicht "die Regierung stürzen" könne (einen Misstrauensantrag stellen), hat sie sich ausgedacht. Man kann jederzeit und aus jedem Grund einen Misstrauensantrag stellen, wenn man die nötigen Stimmen zusammen hat.

Zitat:
Die SPD hatte wegen seiner Äußerungen zu den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz Maaßens Ablösung als Behördenchef gefordert, Seehofer stellte sich hinter ihn.
Nicht nur die SPD hatte deswegen seine Absetzung gefordert. Dazu kommt noch, dass er sich ja auch strafbar gemacht hat, indem er Dienstgeheimnisse an die AfD verraten hat, und dass er, wie allgemein bekannt, Rassist ist.

Zitat:
So wie bereits mehrere SPD-Politiker vor ihm, machte auch der stellvertretende Parteivorsitzender Ralf Stegner vor allem den Bundesinnenminister für die Eskalation verantwortlich.
Da mag er recht haben mit, da übersieht der pseudonyme Journalist aber, dass die Eskalation hauptsächlich durch "Chemnitz" provoziert wurde.

Außerdem gilt hier wie dort der Spruch: "Wenn jemand behauptet, dass es regnet, und der andere das Gegenteil behauptet, ist es Deine Aufgabe, das Fenster zu öffnen und nachzuschauen, ob es nass ist oder trocken".

Zitat:
Zuvor hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Castellucci offen die Entlassung Seehofers aus der Regierung gefordert.
Da macht sich der Journalist wenigstens mit dem Schutz Maaßens durch Seehofer gemein. Wo ist das Problem dabei, gleich beide rauszuwerfen?

Zitat:
Kühnert forderte von Nahles, den Koalitionsvertrag nachzuverhandeln.
Da darf die SPD also Hurenlohn fordern, und der Journalist unterstützt das auch noch...

Da braucht man gar nicht nach dem Verhandlungsspielraum fragen. Die SPD wird fordern, dass das Rentenalter und die Bezahlung von Sozialarbeitern geändert wird. Dazu werden 30.000 Stellen "in der Pflege" geschaffen, damit die Alten nicht zur Revolution aufrufen.

Zitat:
Zitat von Nahles
Und wenn das [die Beförderung Maaßens] nicht passt, dann hätte auch Frau Merkel an dieser Stelle ein Veto einlegen können – hat sie auch nicht gemacht.
Der oben bereits erwähnte Hurenlohn dürfte erklären, warum sich Nahles hier öffentlich derart ernierdrigt.

Das Schlusswort des Artikels darf natürlich Merkel abgeben. Sie sagt: "Weiter wie bisher".

Ich lese da keine Kritik. Schon gar nicht der Parteien der großen Koalition. Das ist reine CDU-Propaganda. "SPD, hört mal auf zu nerven, wir haben hier einen Staat zu regieren". Die politischen und persönlichen Hintergründe werden verschleiert, allgemein Unverständliches wird nicht erklärt. Hier ein paar Fragen in dem Zusammenhang:
  1. Warum hat man nicht Seehofer und Maaßen gleichzeitig rausgeworfen?
  2. Welche strategischen Optionen ergeben sich für die große Koalition daraus, einen Nazi vom Verfassungsschutzpräsidenten (eine Position, die ja nur Nazis offensteht) zum Staatssekretär des Nazis Seehofer zu befördern?
  3. Wie kommt es, dass die Presse diesen Klüngel flächendeckend hinnimmt und brav Folgschaft schwört?

Die Nazis werden jetzt keine Schwierigkeiten mehr damit haben, die SPD zu wählen, und mit der CDU schon gar nicht. Das ist auch das Ziel des Manövers: die große Koalition für die Nazis wieder wählbar zu machen.

Merkel hat ihr Kabinett nicht im Griff, und versucht, die Schuld dafür der SPD zuzuschreiben. Die Presse macht den Trick mit, weil sie keinen Weg mehr sehen, mit den Nazis anders umzugehen als sie mitregieren zu lassen.
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Alt 20.09.2018, 16:09   #6
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Bei der Zeit hat die Unterstützung des Nazis Maaßen und die der Herrschaft der CDU System.

https://www.zeit.de/politik/deutschl...-peter-prinzip

Merkt Euch die Namen. In diesem Fall den von "Lenz Jacobsen".
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Alt 21.09.2018, 11:28   #7
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Zitat:
Die Maaßen-Beförderung und die Tradition der Gestapo
Zitat:
Hans-Georg Maaßen ist ein erklärter Rechter und Anhänger der AfD.
http://www.wsws.org/de/articles/2018.../maas-s20.html
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Alt 21.09.2018, 16:08   #8
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Da tut sich ja doch noch etwas. Jetzt kritisiert der Lindner Merkel. Nicht etwa, weil sie zwei Nazis in ihrem Kabinett duldet, sondern, man höre und staune:

Zitat:
Merkel habe im Fall Maaßen nur moderiert, nicht entschieden.
Das muss man erklären. Aus Lindners Perspektive muss der Maaßen durch die Bundestagswahl Ende 2017 eine neue weiße Weste bekommen haben. Merkel duldet ja schon seitdem Seehofer und auch Maaßen. Das ist zwar vielleicht eine Duldung durch Unterlassung, aber es ist geläufig, dass man sowohl Handeln als auch Unterlassen vom Ergebnis her beurteilen muss.

Lindner ergeht sich da in der Schilderung seiner Auffassung von der Hierarchie der Bundesregierung, und kommt zu dem Schluss:

Zitat:
Mit ihr [Merkel] verbindet sich leider keine Führungsstärke mehr.
Das mutet paradox an. Ende 2017 einen Nazi zu setzen, und den dann Ende 2018 auch noch zu befördern oder seine Beförderung zu dulden, zeigt sowohl Führungsstärke als auch Durchsetzungwillen. Die einzig denkbare Erklärung ist, dass Lindner denkt, dass "Führungsstärke", "Parteitreue" und "Erkenntnisresistenz" identisch sind.

Wieder fragt sich, warum die Merkel Seehofer und Maaßen nicht einfach rauswirft.

https://www.welt.de/politik/deutschl...ngschefin.html

Was noch dazu kommt: Die CDU hat ja mal versprochen, nicht mit der AfD zu koalieren. Erst jetzt wird deutlich, wie schlau das war: nachdem die AfD jetzt in der "Sonntagsfrage" zur zweitstärksten Kraft im Bundestag aufgerückt ist, kann die SPD keinen Druck aufbauen. Im Bedarfsfall würde Merkel die SPD einfach kippen, deren Leute durch AfD-Leute ersetzen und sich von der AfD im Amt bestätigen lassen. Die SPD hat so auch eine gute Ausrede, weiterhin Sidekick der CDU zu bleiben.

Ist auch ein bisschen merkwürdig, dass die AfD jetzt nicht jubiliert, wo sie ihren Mann ins Innenministerium manövriert haben. Es bleibt spannend.
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Alt 21.09.2018, 17:17   #9
basti_79
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Bei SPON, und leider hinter der Paywall: Die meines Wissens erste Erwähnung der Tatsache, dass Merkel zumindest einen Teil der Schuld trägt, innerhalb eines Massenmediums.

Fragt sich, wo man da den Nachrichtenwert ableiten will. Und warum man nur "die Führungsstärke" in Frage stellt, und nicht auch den offensichtlichen Mangel an Einsicht und Kompetenz. Und den Mangel an Kritik aus den eigenen Reihen, der Koaliationsparteien seit jeher definiert.

http://www.spiegel.de/plus/wie-sich-...0-000159547634
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Alt 22.09.2018, 15:55   #10
basti_79
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Diesen Artikel sollte man nur mit der Kneifzange anfassen, wenn überhaupt. Dennoch lassen sich einige Informationen entnehmen.

Zitat:
Wie die [eng verbundene] „Bild“-Zeitung berichtete, schlug Seehofer nicht nur vor, dass Maaßen mit dem SPD-nahen BKA-Chef Holger Münch die Posten tauscht – was Nahles kategorisch abgelehnt hatte.
Nahles war mit der Position "Maaßen muss gehen" in die Verhandlung gegangen. Seehofer war und ist der Vorgesetzte von Maaßen.

Zitat:
Die [chronisch schwindsüchtige] bayerische SPD hatte gefordert, dass die SPD-Mitglieder im Kabinett gegen die Berufung Maaßens zum Staatssekretär stimmen sollen.
  1. Wäre das ihr gutes Recht
  2. Hätte es wahrscheinlich keine Wirkung - die CDU hat die Mehrheit im Kabinett
  3. Scheut man sich anscheinend selbst in Bayern noch davor, Maaßen vor den zuständigen Richter zu bringen

Zitat:
Dabei geriet auch Nahles zunehmend in den eigenen Reihen unter Druck, der NRW-Landesverband bereitete eine Resolution gegen den Koalitionsbeschluss vor.
Eine "Resolution" ist eine - unverbindliche - Erklärung einer Position. Es handelt sich ebenfalls um eine wirkungslose Maßnahme.

Zitat:
Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach hat die Union vor einem weiteren Imageschaden gewarnt, wenn sie in Bezug auf den umstrittenen Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen einen neuen Kompromiss mit der SPD eingeht.
Man könnte stattdessen Fragen, welche Funktion Maaßen als Person für die CDU erfüllt. Allerdings dürfte man sich dann nicht in Medien wie der "Welt" über solche Sachen ausbreiten.

Zitat:
Der Vorsitzende der Bundespolizei-Gewerkschaft, Ernst G. Walter, hat die Neuverhandlung der umstrittenen Beförderung des Verfassungsschutz-Präsidenten Hans-Georg Maaßen scharf kritisiert. Semantische Differenzen würden hier aus purem parteipolitischem Kalkül zu Staatskrisen hochstilisiert und auf höchster Ebene getroffene Vereinbarungen wegen fallender Umfragewerte von heute auf morgen wieder infrage gestellt, sagte Walter dem „Handelsblatt“.
Es handelt sich nicht um "semantische Differenzen". Die "Hetzjagd"-Frage und die dazugehörige Fälschungs-VT sind ja nur die Spitze des Eisbergs. Ebensowenig handelt es sich um "parteipolitisches Kalkül", wenn die SPD um die Absetzung eines Nazis bittet. Eine Partei mit vernünftigen Bonzen würde anbieten, einen CDU-Mann an seine Stelle zu setzen, das ist richtig.

Zitat:
Maaßen hatte die Echtheit eines Videos zu Angriffen auf Ausländer in Zweifel gezogen.
Das ist falsch. Er hatte behauptet, das Video wäre gefälscht. Darüber hinaus hat er versucht, die Diskussion auf die Frage zu lenken, ob es sich bei den Vorgängen um "Hetzjagden" gehandelt hätte. Das wird der Sache nicht gerecht.

Zitat:
Unterdessen warnt der stellvertretende CDU-Vorsitzende Volker Bouffier [der sich bald einer Wahl stellen muss] Union und SPD vor einem Bruch der Regierungskoalition.
https://www.welt.de/politik/deutschl...-beide-ab.html
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