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Religion Von Animismus bis Zen...

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Alt 20.03.2017, 19:51   #1
perfidulo
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Standard jetzt erlaubt: Heidenspaß-Party am Karfreitag

10 Jahre verboten – jetzt erlaubt: Einladung zur „Heidenspaß-Party am Karfreitag“ in München
Vor wenigen Monaten erklärte das Bundesverfassungsgericht das Verbot der „Münchener Heidenspaß-Party 2007“ und die entsprechenden Bestimmungen des Bayerischen Feiertagsgesetzes für nichtig. In seinem Urteil stellte das Gericht fest, dass am „stillen“ Karfreitag sehr wohl getanzt werden darf – unter der Bedingung, dass der Tanz Ausdruck einer klaren weltanschaulichen Abgrenzung gegenüber dem Christentum ist. Dies lassen sich die Veranstalter des „Heidenspaßes“, der bfg München und die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), nicht zweimal sagen und laden nach 10-jähriger Abstinenz zu einer „zünftigen Karfreitags-Sause“ ins Münchener Oberangertheater ein.
Die Veranstaltung am 14.04.2017 beginnt um 15.00 Uhr cineastisch mit der Vorführung des Films „Wer früher stirbt, ist länger tot“, der bereits im Verbotsjahr 2007 gezeigt wurde. Im Anschluss wird das traditionelle „Karfreitags-Schokoladenbuffet“ des bfg München eröffnet, gefolgt von der Verleihung des Blasphemie-Preises „Der freche Mario“. Um 19.00 Uhr startet das Abendprogramm mit Comiclesungen von Ralf König und Piero Masztalerz. Nach einem „Karfreitags-Tango“ lädt ab 21.00 Uhr das „Karfreitags-Schmankerl-Buffet“ zum fröhlichen Schmausen ein. Anschließend wird Michael Schmidt-Salomon das „Wort zum Karfreitag“ sprechen und den „humanistischen Tanzsegen“ erteilen. Unter dem Motto „Tanz‘ den Karfreitag!“ kann und soll dann ab 21.30 Uhr das Tanzbein geschwungen werden – aus strikt weltanschaulichen Gründen, versteht sich. Unterstützt werden die „Weltanschauungs-Tänzer“ dabei von der bekannten Münchner Live-Party-Band „Smart & Handsome“ (der es in diesem Video gelang, 36 Songs in vier Minuten zu spielen).
Für Assunta Tammelleo, die bereits die Heidenspaß-Party 2007 maßgeblich organisiert und nach dem Verbot für den bfg München durch alle Instanzen geklagt hatte, soll mit der Veranstaltung 2017 nicht zuletzt das bahnbrechende Urteil des Bundesverfassungsgerichts gefeiert werden: „Endlich wurde eine gesetzliche Regelung aufgehoben, die religionsfreie Menschen völlig unnötigerweise in ihren Freiheiten einschränkt. Warum sollte ein humanistischer Freigeist als Ausdruck seiner religionsfreien Weltanschauung am Karfreitag nicht tanzen dürfen? Was genau soll einen Gottesdienstbesucher stören, wenn in einem Münchner Stadtviertel eine Party in einem geschlossenen Raum stattfindet? Eine Privilegierung einzelner Religionsgemeinschaften gegenüber der Gesamtbevölkerung darf es nicht geben. Der Gesetzgeber sollte das Feiertagsgesetz endlich ändern, denn der ausnahmslose Schutz des Karfreitags in Bayern verstößt gegen das Grundgesetz.“
Auch gbs-Sprecher Michael Schmidt-Salomon betont das „ernsthafte Anliegen des Heidenspaßes“: „Wir werden an Karfreitag nicht nur aus reinem Vergnügen tanzen, sondern sozusagen im Auftrag des Bundesverfassungsgerichts! Das klingt witzig, hat aber einen ernsten Hintergrund, denn es geht dabei nicht bloß um eine Aufhebung des absurden Tanzverbots, sondern auch um eine Stärkung des Gebots der weltanschaulichen Neutralität des Staates, das durch Rechtspopulisten zunehmend unter Druck gerät. Nicht nur Trump, Putin, Orban oder Kaczynski betreiben Politik auf der Grundlage überkommener christlich-nationaler Werte, sie haben nicht wenige Nachahmer in der AfD oder CSU gefunden, die ähnlich reaktionäre Ziele verfolgen würden, wenn man ihnen die Chance dazu ließe. Um dieser Gefahr auf lustvolle Weise entgegenzuwirken, laden wir alle humanistischen Freigeister zum fröhlichen Protest nach München ein. Dieser Anlass sollte, wie ich meine, selbst die hüftlahmsten Humanisten dazu motivieren, ausnahmsweise einmal das Tanzbein zu schwingen!“
Der Einlass zur Heidenspaßparty im Oberangertheater (Oberanger 38, 80331 München) beginnt um 14:30 Uhr. Der Eintritt ist frei, freiwillige Spenden werden jedoch gerne entgegengenommen. Weitere Informationen zum Programm sowie Reservierungsmöglichkeiten unter: www.religionsfreie-zone.de.
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Alt 20.03.2017, 20:51   #2
HaraldL
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Wie ist eigentlich im Juristendeutsch "tanzen" definiert?
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Alt 21.03.2017, 10:54   #3
basti_79
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Zitat:
Zitat von HaraldL Beitrag anzeigen
Wie ist eigentlich im Juristendeutsch "tanzen" definiert?
Du meinst die Legaldefinition?

Die ist unerheblich. Es geht, so die herrschende Meinung, um - man gebe sich das:

Zitat:
An den stillen Tagen sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen nur dann erlaubt, wenn der diesen Tagen entsprechende ernste Charakter gewahrt ist.
http://gesetze-bayern.de/Content/Document/BayFTG-3

Wichtig ist also der "ernste Charakter", den die Veranstaltung dann aufweisen... hätte müssen? würde müssen?

Das ist ja schon eine witzige Konstruktion. Da ist also nicht etwa lachen verboten, sondern Veranstaltungen, auf denen man z.B. lachen könnte, werden verboten. Vorher. Da muss also irgendein armer Tropf auf dem Amt jemandem mit ernster Miene erklären, dass seine geplante Veranstaltung den Eindruck gemacht hätte, sie wäre zu spaßig geplant gewesen für die ernsten Tage.

Eine Legaldefinition dieses "ernsten Charakters" scheint nicht auffindbar, ebensowenig eine für Tanz.

Die Frage ist aber trotzdem eine gute.
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Alt 22.03.2017, 17:24   #4
Lawrence P. W.
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Na dann frohes Selbstbeweihräuchern und Tanzbeinschwingen.

Ich finde es nur ziemlich erbärmlich, dass eine angeblich humanistisch "gebildete" Gemeinschaft, die sich auch noch "tolerant" meint nennen zu dürfen, sowas in Gegnerschaft von großen Teilen der Gesellschaft und Gemeinschaft in diesem Land abzieht.
Aber ihr werden euch schon genügend Begründungen zurufen.

So wie du es halt von deinen alten Parteiversammlungen noch kennen dürftest.
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Alt 22.03.2017, 17:42   #5
perfidulo
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Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
Ich finde es nur ziemlich erbärmlich.....
Das war klar, dass unser Betbruder davon nicht entzückt sein würde. Aber anderen Leuten die Freude am Leben zu nehmen, gehört ja zu den Grundpfeilern seiner Ideologie.

Ohne die ständige Drohung mit den Höllenqualen würden sie über die Stränge schlagen.

Das regen sie sich über ein harmloses Tanzvergnügen auf.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41652119.html

wer es noch nicht kennt.....

Zitat:
Päpste fast aller Jahrhunderte predigten geschlechtliche Enthaltsamkeit und hielten sie selber nicht. Das belegt mit zum Teil unbekanntem Material der Kirchenhistoriker Deschner in einem neuen Buch.
Sie priesen die Keuschheit und koitierten wie jedermann. Ihren Geistlichen verboten sie die Frauen und hielten sich selber Maitressen. Sie ließen Ehebrecher töten, aber begatteten Verheiratete."
Zu solch hartem Urteil über nicht wenige Päpste kommt der im fränkischen Haßfurt lebende Literatur- und Kirchenhistoriker Karlheinz Deschner in einer "Sexualgeschichte des Christentums", die in wenigen Tagen erscheinen soll und neue Details über das mißliche Verhältnis der katholischen Hierarchie zur Sexualität enthält**.
An zahlreichen Beispielen aus der Kirchengeschichte demonstriert Deschner unter anderem, daß vor allem manche Päpste zwischen dem 9. und 17. Jahrhundert einen bemerkenswerten Trend zur freien Liebe zeigten.
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Alt 22.03.2017, 18:08   #6
basti_79
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Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
Ich finde es nur ziemlich erbärmlich, dass eine angeblich humanistisch "gebildete" Gemeinschaft, die sich auch noch "tolerant" meint nennen zu dürfen, sowas in Gegnerschaft von großen Teilen der Gesellschaft und Gemeinschaft in diesem Land abzieht.
Versammlungsfreiheit ist nun einmal ein Grundrecht. Genausowenig, wie wir Atheisten (nicht einmal, wenn wir behördliche Unterstützung haben) ein Recht dazu haben, Religiösen vorzuschreiben, wie laut oder wie leise sie zu feiern hätten (Stichwort auch: Muezzin!), gibt es dieses Recht umgekehrt.

Nur, dass halt ein nicht vorhandenes Recht gerne als Tradition oder Folklore abgefeiert wird. Von denen, die es ausnutzen wollen.
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Alt 22.03.2017, 22:29   #7
Lawrence P. W.
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Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Das war klar, dass unser Betbruder davon nicht entzückt sein würde. Aber anderen Leuten die Freude am Leben zu nehmen, gehört ja zu den Grundpfeilern seiner Ideologie.

Ohne die ständige Drohung mit den Höllenqualen würden sie über die Stränge schlagen.

Das regen sie sich über ein harmloses Tanzvergnügen auf.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41652119.html

wer es noch nicht kennt.....
Und dann kommt es zu sowas, dass man dann komplett und stolz bildungsbefreit, so einen "Schwachsinn" postet....
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Alt 23.03.2017, 07:14   #8
Lupo
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Zitat:
Zitat von Lawrence P. W. Beitrag anzeigen
Und dann kommt es zu sowas, dass man dann komplett und stolz bildungsbefreit, so einen "Schwachsinn" postet....
Die geistige Tiefe und Komplexität dieses Argumentes ist bemerkenswert.
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"Die Psychiater hatten einige Spezialausdrücke für meinen Fall. Naja, ich hatte auch einige Spezialausdrücke für die Psychiater." (Charles Bukowski)
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Alt 23.03.2017, 07:52   #9
Lawrence P. W.
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Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Die geistige Tiefe und Komplexität dieses Argumentes ist bemerkenswert.
Lässt sich dadurch toppen:
Zitat:
Zitat von perfidulo:
Das war klar, dass unser Betbruder davon nicht entzückt sein würde. Aber anderen Leuten die Freude am Leben zu nehmen, gehört ja zu den Grundpfeilern seiner Ideologie.

Ohne die ständige Drohung mit den Höllenqualen würden sie über die Stränge schlagen.
Aber auf dem Auge ist die Dioptrinzahl leider zweistellig und wird zudem als durchblickende Klarsicht interpretiert...
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Alt 23.03.2017, 07:59   #10
Groschenjunge
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
... Religiösen vorzuschreiben, wie laut oder wie leise sie zu feiern hätten (Stichwort auch: Muezzin!) ...
Stichwort Glockengeläut: http://www.juraforum.de/lexikon/glockengelaeute
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