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Phytotherapie - Heilpflanzen Erfahrungen mit Heilpflanzen, Tipps zum Sammeln etc., Rezepturen, Fragen...

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Alt 29.04.2004, 08:31   #1
Desert Rose
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Neuer Ansatz gegen Sehstörungen: Spinat im Auge

Zitat:
29.04.2004 - Medizin

Spinat im Auge

Neuer Ansatz gegen Sehstörungen: Lichtabsorbierendes Pflanzenpigment zur Nervenstimulation


Spinat könnte in Zukunft Blinden einen Teil ihres Sehvermögens zurückgeben: Amerikanische Wissenschaftler wollen lichtempfindliche Pigmente aus Spinatpflanzen in die Nervenzellen der Netzhaut im Auge einbauen und so den Sehnerv stimulieren. Damit könnten Menschen, deren eigene lichtempfindliche Sehzellen zerstört sind, zumindest eingeschränkt wieder sehen. Ein erster Schritt in Richtung dieser ungewöhnlichen Therapie ist dem Team um Elias Greenbaum von den Oak-Ridge-Labors bereits gelungen: Im Labor reagierten menschliche Netzhautzellen, die mit den Spinatpigmenten aufgerüstet waren, auf einfallendes Licht. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist (Ausgabe vom 1. Mai, S. 8).

Krankheiten der Netzhaut, wie die im Alter häufig auftretenden Makuladegeneration oder die Erbkrankheit Retinitis pigmentosa , zerstören die so genannten Photorezeptorzellen im Auge. In funktionsfähigem Zustand wandeln diese Zellen einfallendes Licht in elektrische Impulse um, die über die Nervenzellen des Sehnervs ins Gehirn geleitet und dort zu einem Bild verarbeitet werden. Sind die Photorezeptorzellen beschädigt, fehlt die Nervenstimulation und der Patient ist blind. Wird der Sehnerv jedoch auf eine andere Art und Weise – beispielsweise durch winzige Elektroden – stimuliert, kann der Patient Lichtreize wieder wahrnehmen.

Der Ansatz von Greenbaum und seinen Kollegen basiert auf dem gleichen Prinzip, nur dass die Wissenschaftler keine Elektroden verwenden, sondern das so genannten Photosystem 1 aus der Spinatpflanze. Dieser Komplex aus Eiweißmolekülen spielt bei der Photosynthese bei Pflanzen eine wichtige Rolle und kann, genau wie die Photorezeptorzellen, ebenfalls Licht in elektrische Impulse umwandeln. Den Forschern gelang es nun, den Komplex in die Membran kultivierter menschlicher Augenzellen einzubauen. Wurden diese Zellen dann mit Licht bestrahlt, reagierten sie darauf und öffneten Kanäle in ihrer Membran.

Greenbaum und seine Kollegen werten dieses Ergebnis als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer neuen Therapie. Andere Wissenschaftler sind jedoch skeptisch: Es sei nicht bewiesen, dass eine ähnliche Reaktion auch im Auge möglich sei. Auch könne bislang nicht beurteilt werden, ob der Körper die Spinatpigmente überhaupt toleriert oder ob sie vom Immunsystem abgestoßen werden. Sollten sie tatsächlich funktionieren, sei es außerdem völlig unklar, ob diese Funktion auf Dauer aufrecht erhalten werde.

ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel
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