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Alt 19.12.2005, 16:02   #1
Acolina
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Standard Gesundheitskarte

Nachdem sie in Österreich nun komplett verteilt ist, hält sie ja jetzt auch bei uns Einzug: die "Gesundheitskarte".

Die Krankenkassen halten sich jedoch - auch in den schon eingerichteten Testregionen - mit Infos sehr zurück. Das "Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung" (FIfF) begegnet diesem Missstand nun mit einer eigenen Infobroschüre, die uns Betroffene auf 50 Seiten über Zweck, Sicherheit sowie darüber, wer welches Interesse an der Einführung dieser Gesundheitskarte hat, die immerhin das derzeit größte IT-Projekt der Welt ist, aufklärt.

Die Broschüre (PDF) kann über die Homepage der FIfF oder hier heruntergeladen werden.
__________________
Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 21.03.2008, 10:58   #2
mirja
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Beiträge: 62
Standard Hintergründe im Gesundheitswesen

Ich glaube, dass hier dieser Brief eines enorm couragierten Arztes gut reinpasst und nicht unbeachtet bleiben sollte:

Gesundheitspolitik: Was derzeit wirklich passiert

Es lohnt sich wirklich, bis zum Ende zu lesen!

Nicht die Angst vor einer solchen Zukunftsversion soll uns übermannen,
aber erkennen und sich bewusst werden, was da im Hintergrund läuft,
ist allemal heilsam.

Ápropos, es ist z.B. auch hochinteressant, wie sich in den Supermärkten die Waren
mit Qualitätsurteil "GUT" + "SEHR GUT" vermehren.... ;-) Toll! :-P
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Alt 21.03.2008, 14:00   #3
Acolina
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Standard

Zitat:
Zitat von mirja Beitrag anzeigen
Ápropos, es ist z.B. auch hochinteressant, wie sich in den Supermärkten die Waren mit Qualitätsurteil "GUT" + "SEHR GUT" vermehren.... ;-) Toll! :-P
Naja, guck mal auf die Siegel. Diese Inflation geht - soweit ich das überblicke - auf das Konto von Ökotest. Im Gegensatz zur "Stiftung Warentest" ist "Ökotest" kommerziell orientiert, packt Werbung in ihre Publikationen usw. Wenn ich sehe, wo überall ein "Ökotest: sehr gut" drauf pappt, frag ich mich ernsthaft, was die da getestet und für sehr gut befunden haben. Das Aussehen der Verpackung? Oder die Schaltung einer ganzseitigen Anzeigenserie bei ihnen?

Krieg zwischen Stiftung Warentest und Öko-Test
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Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 21.03.2008, 15:37   #4
mirja
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Beiträge: 62
Blinzeln

Ja, genau das sollte das "Toll! :-P" ausdrücken, ich hab´bei dir bloss den "Derblecken-Smiley" nicht gefunden.
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Alt 25.03.2008, 14:21   #5
Acolina
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Mal ein kleine Presseschau ...

Zitat:
Vier Konzerne beherrschen Klinikmarkt

Nun hat Deutschland selbst die USA überrundet. In keinem anderem vergleichbaren Industrieland werden so viele und so große Krankenhäuser an private Investoren verkauft.
... weiter lesen im Tagesspiegel

Zitat:
Chaos Computer Club warnt vor unabsehbaren Risiken bei der elektronischen Gesundheitskarte

Die zum 1. April 2008 geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eCard) kann nicht wie geplant stattfinden. Das technische Großabenteuer der Bundesregierung wird ohne funktionierende Sicherheitsinfrastruktur anlaufen. Damit legt das datenschutztechnisch fragwürdige und seit Jahren umstrittene Projekt einen erneuten Fehlstart hin.

Nachdem der ehemalige Geschäftsführer der gematik, Dirk Drees, im Dezember 2007 aufgrund der vielen technischen Probleme das Handtuch warf, übernahm nun Peter Bonerz die Führung über das immer wieder verzögerte Projekt. Mehr als ein theoretisches Konzept für die Gesundheitskarte hat die gematik jedoch bisher nicht vorzuweisen. Peter Bonerz erklärte auf der Cebit, dass die geplante technische Infrastruktur noch nicht in Betrieb genommen werden kann, da die offizielle Ausschreibung der Public-Key-Infrastruktur (PKI) des zentralen Backbone-Server-Verbundes bislang immer noch nicht abgeschlossen ist. [...]

Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt wird zeitgleich mit der Gesundheitskarte jedem Bürger eine eindeutige Nummer (Patienten-ID) zugewiesen. Damit kann jeder Mensch und seine Krankengeschichte auch nach Jahren noch zurückverfolgt werden. Die Stammdaten aller Versicherten werden zentral und unverschlüsselt gespeichert sowie zur Authentifizierung genutzt. Zusätzlich wird auch die bislang freiwillige elektronische Patientenakte (ePA) zentral gespeichert
, auch wenn die Bundesregierung immer wieder behauptet, dass die Kontrolle über die sensiblen Daten beim Versicherten bleibt.

Aus der bisher vorliegenden technischen Dokumentation der Gesundheitskarte geht außerdem hervor, dass es später sogenannte Mehrwertdienste geben wird. Durch dieses fragwürdige Geschäftsmodell sollen in Zukunft die immensen Kosten der Einführung und des Betriebes der Infrastruktur refinanziert werden. [...]
... weiter lesen beim CCC

Zitat:
Deutsche Patientendaten bei Google Health?

Als deutscher Patient betrachtet man die Aktivitäten von Google und Microsoft, mit Behandlungsdaten Geld zu verdienen, aus einer interessierten aber unbeteiligten Distanz. [...]

Auf einen Weg, wie deutsche Patientendaten in die Hände von google gelangen können, hat die Bundesärztekammer hingewiesen. In Selektivverträgen von Krankenkassen mit Ärztegruppen, wie dem AOK-Hausärztevertrag in Baden-Württemberg ist vorgesehen, dass Ärzte zukünftig Patientendaten in von den Krankenkassen finanzierte persönliche Gesundheitsakten einspeisen. Das wäre das Tor für Google und Microsoft. Gesundheits-IT-Systeme sind aufwändig und die kommerzielle Verwertung von Daten würde kostenmindernd wirken. [...]
... weiter lesen bei Stationäre Aufnahme

Zitat:
Landesärztekammer Hessen lehnt Gesundheitskarte ab

Frankfurt – Gegen die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte eGK hat sich die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen am Samstag in einer Resolution ausgesprochen. Die Delegierten warnten vor einer Aushöhlung des Datenschutzes durch die Karte. [...]

Im Augenblick sei weder ein sinnvoller Nutzen der Karte für Patienten und Ärzte erkennbar, noch sei der Umfang der finanziellen und zeitlichen Belastungen für Ärzte und ihre Patienten bekannt.
... weiter lesen im Ärzteblatt

Zitat:
Bundesärztekammer warnt vor Geschäft mit elektronischen Patientenakten

Berlin – Vor einem Geschäft mit elektronischen Patientenakten gewarnt hat die Bundesärztekammer (BÄK). Konkret geht es um den Hausarztvertrag, den zurzeit die AOK Baden-Württemberg, der Hausärzteverband und der MEDI Verbund aushandeln. Darin sei vorgesehen, dass Ärzte zukünftig Patientendaten in „persönliche Gesundheitsakten“ der Patienten einspeisen. Dies bedeutet eine externe Speicherung von Patientendaten auf zentralen Servern der Industrie im Auftrag der Krankenkassen. [...]
... weiter lesen im Ärzteblatt

Zitat:
Zahnärzte fordern Stopp der elektronischen Gesundheitskarte

Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ, in dem etwa 20.000 Zahnärzte zusammengeschlossen sind, fordert die sofortige Einstellung aller Arbeiten an der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Nach Ansicht des Verbandes verstößt die Einführung dieser Speicherkarte gegen das neue Grundrecht auf "Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität" informationstechnischer Systeme, wie es gestern vom Bundesverfassungsgericht definiert wurde. "Wenn laut Urteil Computer-Festplatten in die hochschützenswerte Privatsphäre fallen, dann sind doch die intimen Gesundheitsdaten des Patienten erst recht zu schützen", begründete Verbandsvorsitzender Karl-Heinz Sundmacher die Forderung nach einem sofortigen eGK-Stopp.

Der FVDZ ist der älteste und größte zahnärztliche Verband, der über Jahrzehnte fast alle Mandatsträger in den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV) gestellt hat. [...]
... weiter lesen bei Heise
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