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Sterbeforschung Reinkarnation, Nahtoderlebnisse und Vergleichbares sind hier an der richtigen Stelle.

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Alt 22.06.2005, 01:03   #31
RedneX
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@ camäleon
Vielen Dank für diesen Bericht.

Vielleicht verstehen jetzt einige warum ich ein/e Hirntote/r nicht als Leiche sehe, sondern immer noch als Lebender Mensch.

Solange das Herz schlägt, das Blut durch die Adern fliesst, die Haut warm ist etc, ist der Mensch nicht tot, vielleicht ist ein Teil Tod, unbestritten. Aber Hirntod ist noch nicht ganz Tod...erst wenn alles versagt und der Körper Kalt wird, dann ist schluss. Ob mit oder ohne Maschinen, spielt keine Rolle.

Dies oben erwähnte Geschichte ist ein trauriges Beispiel und entwürdigung vom einzelnen Menschen.

Mir ist schon klar das Mediziner den Hirntod als entgültige Weisung zum Tod darstellt. Aber als Familie vom betroffenen sieht man dies nicht so....
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Alt 22.06.2005, 11:07   #32
Jahnine
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Heul, besonders am morgen früh sowas zu lesen verschlägt einem die ganze Tageslaune. Dieser Mutter hat es wohl die Lebenslaune verschlagen.....

Siehste, darum meinte ich vorher schon mal, dass ich denke dass manchmal einfach die Ärzte ihre Kunstgriffe machen müssen für Ihren persönlichen Ruhm, dass es eben dabei manchmal gar nicht mehr um das Wohl des Patienten geht.
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Alt 23.06.2005, 00:53   #33
camäleon
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Zitat:
Mir ist schon klar das Mediziner den Hirntod als entgültige Weisung zum Tod darstellt. Aber als Familie vom betroffenen sieht man dies nicht so....
Mit dem Hirntodkonzept gibt es lebendige und tote. Entweder so oder so. Es teilt den Menschen in Mensch oder Ware. Sterbende Menschen gibt es in dem Zusammenhang nicht und das ist der Hauptkritikpunkt den ich an diesem Konzept habe.

Sterben ist in meinen Augen ein sakraler Akt, (und vielleicht der schwierigste), der hierbei komplet unberücksichtigt bleibt und eine Reduktion auf das Vegetative erlebt.
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Alt 23.06.2005, 08:25   #34
Streifi
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Wie schon erwähnt, es bleibt die Frage, ob der Hirn für den Körper, oder der Körper für das Hirn da ist. Ist das Hirn für den Körper da, ist beim Hirntot nur das wichtigste Organ ausgefallen, der Körper ansich wäre noch als Leben anzusehen, könnte aber eben nicht mehr allein (da fehlendes Bewußtsein) gesteuert werden und bliebe letzten Endes den Maschinen überlassen. Wäre der Körper für das Gehirn da (und so sehen es wohl die Mediziner, da schliesslich das Hirn der Sitz des Geistes (Geist im Sinne von Bewußtsein), der Erinnerungen, der Empfindungen und des Verstandes ist), dann wäre der Körper nach dem Hirntot "überflüssig", wobei Teile eines Toten mit Organspendeausweis wenigstens irgendwo anders weiterleben könnten.
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Alt 08.07.2005, 22:40   #35
camäleon
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Leben im Sinne von Anwesenheit Bewusstsein oder Bewusstheit zu definieren find ich juristisch äusserst problematisch. Tod würde demnach Abwesenheit von Bewusstsein oder Bewusstheit bedeuten.

Wir hätten es somit mit einem neuen Todesbegriff, einem sozialen Todesbegriff zu tun. Dies schafft unweigerlich die begriffliche Nähe zur Todesstrafe und gewissen Konzepten aus der Nazi Zeit.

Man muss sich im Klaren darüber sein, dass das Hirntodkonzept einer pragmatischen Not zum legitimen Töten entsprungen ist. Vorab sei hier die Versorgungskapazität der Transplantationsmedizin mit „lebensfrischen Organen“ genannt.

Ein weiterer Grund für die Schaffung des Konzeptes wird in der „Entlastung der hirngeschädigten Patienten und deren Familien“ gesehen (Harvard Medical School 1968). Also wiederum geht es um die Legitimation zu töten. Hier entsteht eine Begriffliche Nähe zur aktiven und passiven Sterbehilfe oder gar zur Euthanasie.
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Alt 25.07.2005, 13:55   #36
Parzival
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Ich denke uns ist allen klar, dass der Mensch mehr ist als nur Körper und Organfunktionen.

Habe hier mal ein paar Zitate ausgewählt, welche in einem Interview über Organtransplantation von "hirntoten" Organspendern, mit Frau Ines Odaischi, Pfarrerin der Evangelischen Landeskirche in Baden, gefallen sind.

Zitat:
Odaischi: Als die ARD im November 1999 einen Film über Organspende1 ausstrahlte, wurde unter anderem berichtet, daß hirntote Organspender während der Explantation Abwehrbewegungen mit den Armen und Beinen machen, daß der Blutdruck in die Höhe schnellt und die Herzkurven signifikante Ausschläge zeigen. Auf die Frage nach Anästhesie bei Organentnahmen erklärte ein Mediziner, Prof. Angstwurm, daß Organspender zur Unterdrückung solcher „Rückenmarkreflexe“ zwar Muskelrelaxanzien bekommen, aber keine Narkose. Sie seien ja hirntot und könnten daher keine Schmerzen mehr verspüren...
Auf die Frage hin, ob sie glaube, dass die Organspender bei der explantation Schmerzen erleiden, antwortete sie:

Zitat:
Odaischi: Ich muß immer das annehmen, was ich auch sehe. Und wenn ich das Skalpell an einen Menschen setze und dieser Mensch fängt an zu schwitzen und macht Abwehrbewegungen, dann bedeutet dies, daß er Schmerzen hat, daß im Körper eine Instanz vorhanden ist, die das wahrnimmt. Und wer sagt mir, daß diese Instanz nur im Gehirn und nicht im ganzen Körper sitzt? Wer sagt mir außerdem, daß das Gehirn wirklich so tot ist, wie die Ärzte meinen?

Und woher soll ich wissen, ob das Bewußtsein nicht eine Funktion der Seele ist und damit auch Erkennen, Fühlen und Empfinden umfaßt, und zwar auf bewußter und unbewußter Ebene? Wenn das Gehirn ausfällt, bedeutet es noch längst nicht, daß auch das Bewußtsein und damit das Erleben von mir, von anderen Menschen, von Welt ausgefallen ist.

Wenn ein Mensch während der Organentnahme Abwehr- und andere Reaktionen zeigt, sind das eindeutig Schmerzsignale – und da kann das Gehirn so tot sein wie es will. Genau wissen es die Ärzte und Wissenschaftler nämlich auch nicht. Von der Deutschen Stiftung Organtransplantation Region Baden-Württemberg wurde mir in einem Schreiben mitgeteilt, daß es überhaupt nicht zu belegen sei, ob ein für hirntot erklärter Mensch keinerlei Wahrnehmungsvermögen, insbesondere Schmerzempfinden hat. Wenn also sogenannte namhafte Neurologen behaupten, Organspender hätten kein Schmerzempfinden, ist das für mich eine Null-Aussage.

Akzeptabel wäre noch die Feststellung: „Nach meiner Erfahrung würde ein hirntoter Mensch innerhalb weniger Minuten oder sogar Sekunden sterben, wenn ich die Beatmungsgeräte wegnehme. Das habe ich x-mal erfahren, und so dürfte es aller Voraussicht nach auch in diesem Fall sein.“ Wenn ich aber sage: „Meine Apparate messen nichts mehr, also hat der hirntote Mensch kein Bewußtsein und kein Schmerzempfinden“, ist das reine Spekulation. Ob ein Sterbender Bewußtsein hat, ist von außen nicht erkennbar. Nur der Sterbende selbst kann dies wissen, aber niemals der Herr Professor.
Ich stimme mit diesen Ausführungen überein, wie sieht es mit euch aus?
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Alt 04.08.2005, 10:54   #37
Jahnine
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So, die Frau, von der wir es hier mal hatten, hat ihr Baby jetzt gekriegt. Liest Du hier:


Hirntote brachte Mädchen im siebten Monat zur Welt

Eine hirntote Schwangere, die zur Rettung des Kindes drei Monate lang künstlich am Leben gehalten wurde, ist im US-Staat Virginia von einem Mädchen entbunden worden.

Das Baby kam am Dienstag in Arlington per Kaiserschnitt zur Welt. Bei der Geburt im siebten Schwangerschaftsmonat wog es nur 812 Gramm und war etwa 35 Zentimeter gross. Die 26-jährige Mutter hatte am 7. Mai infolge eines Krebsleidens einen Gehirnschlag erlitten und wurde kurze Zeit später für klinisch tot erklärt.

Sie wurde an Geräte zur Lebenserhaltung angeschlossen, um dem Embryo eine Chance zum weiteren Wachstum zu geben. Die Familie hatte im Internet um Spenden für die hohen Arztrechnungen gebeten und von Geldgebern rund um die Welt etwa 400000 Dollar erhalten. Das weitere Schicksal der Mutter war nach der Geburt des Kindes zunächst unklar.

Quelle: 20 Minuten CH

Der letzte Satz hat mich stutzig gemacht. Das Schicksal der Mutter war nach der Geburt des Kindes zunächst unklar. Na, das Kind ist ja jetzt da, wie geht es denn nun mit ihr weiter?
Und der Vater? Schade, dass nicht mehr darüber drin stand, vllt googelt sich ja heut da noch was raus......

Gruz J. :heul:
Jahnine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.08.2005, 17:21   #38
camäleon
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Nun, die Tote dürfte ihren Zweck als Ersatzteillager erfüllt haben und andersweitig verwendet worden sein.

Hier ein interessanter Link zur ethischen Problematik von postmortalen Schwangerschaften.

http://www.uni-leipzig.de/~debatin/G...Hirnt_schw.htm
camäleon ist offline   Mit Zitat antworten
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