:: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften ::

 

Zurück   :: forum.grenzwissen.de :: Das andere Forum für Grenzwissenschaften :: > Erde, Weltraum & Forschung > Unsere Erde - Beobachtungen, Bedrohungen & Katastrophen

Unsere Erde - Beobachtungen, Bedrohungen & Katastrophen Vulkane, Erdbeben, Tsunamis, Wetteranomalien und -katastrophen...

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 12.05.2005, 19:55   #1
HaraldL
Lebendes Foren-Inventar
 
Registriert seit: 18.08.2002
Beiträge: 3.147
Standard Die krassesten Schäden durch Blitzschlag und Überspannung

Im Jahr 1970 zerstörte ein Blitzschlag den Fußpunktisolator des 250 Meter hohen Zentralmast des Langwellensenders Orlunda ( http://www.structurae.de/structures...cfm?ID=s0014182 , http://members.aon.at/wabweb/radio/lw2.htm und http://hem.passagen.se/longwave/m1961-2.html ), worauf dieser einstürzte.
Dies war meiner Erkenntnis nach der einzige derartige Vorfall und dies, obwoh es weltweit viele gegen Erde isolierte Sendemasten gibt, in die bestimmt schon alle ziemlich oft der Blitz eingeschlagen hat!
HaraldL ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.05.2005, 22:19   #2
gumpensund
Gast
 
Beiträge: n/a
Pfeil

Hab schon einige Antennenanlagen gesehen, die bei nahenden
Gewittern extra über nen Riesen- Schalter geerdet wurden.
(natürlich keine Rundfunk- Antennen für Dauerbetrieb)

Der Sinn ist mir noch nie so klar geworden ...
steigt mit der Erdung nich die Wahrscheinlichkeit für nen Einschlag ?
Ich würde sie lieber über ne Funkenstrecke hochlegen, potentialfrei

Aber bei der üblichen Länge der LW- Spargel ist es für den Blitz
ne bequeme Sache ... er spart sich paar hundert Meter Vorkanal
ob nun mit oder ohne Erdung ... scheint in diesem Fall sekundär ...

Ich denk mal, da war am Isolator was faul ...
schon leicht defekt oder einfach nicht passend dimensioniert.

+
  Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2005, 02:11   #3
Llewellian
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Llewellian
 
Registriert seit: 05.01.2004
Beiträge: 4.313
Standard

Naja, einen Mast über einen Schalter zu erden hat einen guten Grund.

Die allermeisten Blitze sind nämlich - auch wenn das für das Auge nicht so aussieht, Erde -> Wolken Blitze.

Der Grund dafür lässt sich einfach aus den ganzen Elektrotechnik Formeln herleiten, das hat was mit Potentialbildung und "Spitzenspannung" zu tun.

Ein Blitz schlägt nicht in das höchste Gebilde auf der Erde ein, sondern eigentlich immer da, wo der grösste Potentialunterschied zwischen Erde und Wolke ist. Zusätzlich noch ein paar andere Faktoren wie Elektrisches Feld, Leitfähigkeit der Luft und so weiter und so weiter.

Das der Blitz in hohe Gebilde einschlägt liegt eigentlich nur daran, das diese zeitgleich auch das "Spitzeste" Ding in der Gegend sind.

Es ist so: Durch ein Potential entsteht ein elektrisches Feld. Dieses bildet eine Raumladung aus. Die geometrische Form des Ladungsträgers bestimmt zudem die Feldstärke an den Eckpunkten. und in einer Spitze - wie z.b einer Antenne oder einem nach oben ragenden nassen Ast kann so eine extrem hohe Feldstärke zusammenkommen.

In dieser enormen Feldstärke werden die Ionisationswege für die Moleküle kürzer, und über einen Kaskadeneffekt kann dann durch freie, natürlich vorkommende Ionen (z.B durch natürliche Radioaktivität entstanden) das ganze Gebiet extrem schnell ionisiert werden.

Ionisierte Luft in einem starken elektrischen Feld kann man sehen. Sie leuchtet blau und orange. So entsteht dann z.b das "Elmsfeuer".

Die Umweltbedingungen wie Regen, Wind, Luftfeuchtigkeit und sonstiges bestimmt dann unter anderem auch die Ausrichtigung der Hauptionisation. Dadurch wird der sogenannte "Vorkanal" gebildet, ein ganz schwach leuchtender und kaum sichtbarer, ganz langsam (etwa 100 m/s) Blitz. Ein leitfähiger Kanal aus ionisierter Luft.

Dieser Vorblitz wächst langsam in Richtung des grössten Potentialunterschiedes, so wie eine Kompassnadel immer gen Norden zeigt.

Stösst dieser dann mit der Hauptladung - oder einem gegengerichteten Vorblitz aus der Wolke zusammen, bilden diese einen Kurzschluss zwischen den beiden Potentialfeldern. Dann fliesst für kurze Zeit eine Menge Strom, welche die Luft schlagartig erhitzt. Was dann für den Knall sorgt. Ausserdem wird dadurch die Luft extrem zum Leuchten gebracht, der Blitz.

Weil es auf diesen "Spitzenladungseffekt" und den lokalen Potentialunterschied ankommt, kann es durchaus sein, das der Blitz tatsächlich in einen Baum neben einem Hochspannungsmast einschlägt, obwohl doch dieser sehr viel besser geerdet und sogar höher ist.

Deshalb - wegen dieses Effektes sind Blitzableiter auch nicht dachmittig, sondern immer an den Kanten angebracht. Oder wie bei einem Funkturm, nicht nur an der Spitze ganz oben, sondern wendelförmig um den ganzen Turm.

Weil - je nach Innenwiderstand des Objektes solche Potentiale auch einfach nur an bestimmten Teilen des gesamten Objekts auftreten können, und nicht über das ganze Objekt verteilt.
Llewellian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2005, 14:09   #4
HaraldL
Lebendes Foren-Inventar
 
Registriert seit: 18.08.2002
Beiträge: 3.147
Standard

Die wendelförmigen Gebilde, die man an den Spitzen mancher (nicht aller Sendetürme) sieht, dienen nicht dem Blitzschutz,sondern verhindern daß bei starken Sturm die Spitze ins Schwingen gerät oder gar abbricht. Meist sind nämlich Spitzen, die eine solche Wendel tragen leichte Kunststoffzylinder unter denen sich - vor Witterungseinflüssen geschützt - Sendeantennen von Fernsehsendern befinden.
HaraldL ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2005, 15:04   #5
Llewellian
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Llewellian
 
Registriert seit: 05.01.2004
Beiträge: 4.313
Standard

Jo. Stimmt schon. Der Wendel hat durchaus noch andere Funktion. Und auf dem Wendel läuft der Blitzableiter ;o).

Aber mal was anderes:

Blitzschäden können schon wirklich KRASS sein. Ich weiss nicht, ob sie es im Deutschen Museum in München immer noch vorführen, aber vor ein paar Jahren haben sie immer ein 2.5 Quadrat Kupferkabel, das mit eine paar Aluflittern bestückt war zwischen zwei Isolatoren gespannt...

Und aufs Knöpfchen gedrückt... PÄNG... Kabel verdampft, die Flitter rieseln leise auf den Boden... ;o)
Llewellian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2005, 16:13   #6
gumpensund
Gast
 
Beiträge: n/a
Pfeil

Das führen die dort in der Hochspannung seit über 40 Jahren fast
unverändert vor ... recht beeindruckend, auch weil es in der riesen
Halle ordentlich scheppert. Schau ich mir immer wieder gerne an,
wenn nich grad 5 Schulklassen drum rumstehen ...

Ist schon paar Jahre her, als es es unfreiwillig mal nachgemacht hab.
Auf meinem Flachdach hatt ich nen horizontalen Dipol gespannt,
so 2 x 10 meter aus bester Antennenlitze (Phoshorbronze ca 4 qmm)

Dann etwa 3 meter über meiner Mütze ein sehr trockener Knall.
Als ich mich nach dem Gewitter auf dem Dach umsah, war die Antenne
beinahe komplett verschwunden. Waren nur noch hunderte kleiner
kupferfarbener Kügelchen auf der Dachhaut. Schätzungsweise 80%
des Materials waren einfach verdampft ... Rest geschmolzen ...

Das Ding hatte keine nennenswerte Höhe ... nur so 6 meter über Grund
und ringsum stehen nahe viele Bäume, die dreimal so hoch sind.

+
  Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2005, 17:14   #7
nane
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

ja nu ich ess auch nich alles - son elektrischer lichtwurm
is halt nen gourmet
  Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2005, 21:41   #8
Llewellian
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Llewellian
 
Registriert seit: 05.01.2004
Beiträge: 4.313
Standard

Ja, das mit dem trockenen Knall kenn ich...

Ich Vollidiot war bei einem Kumpel, der hat einen riesigen Garten, am Rand eines Dorfes. In einer Ecke steht einer der Standfüsse einer Hochspannungsleitung (220kV), 10 m daneben ein kleiner Baum. Es gewitterte, wir waren auf der überdachten Terrasse und tranken Kaffee.

Ist immer wieder nett von dort auf einem Hügel bei Kempten bei Gewitter ins Voralpenland runterzukucken und die Blitze zu beobachten...

Tja, der Baum fing plötzlich vor Elmsfeuer blau zum Leuchten an, ich Depp hol die Kamera und geh auf etwa 15 m ran, um den Baum zu Fotografieren....

Plötzlich ein Knall und durch den Sucher seh ich noch wie die Trümmer auf mich zugeflogen kommen... mich hat nix getroffen... aber der Baum war einfach nicht mehr da. Komplett gesprengt.

Naja... der Tinnitus hat 2 Tage zum Abklingen gebraucht. Mann, so ein Blitz ist mal ECHT Laut, wenn er neben einem runtergeht....

He he he... das beste war: Am nächsten Tag erzähl ich das meinem Meister in der Ausbildung in der Elektrowerkstatt und er hätt mir dafür beinahe eine geschoben... mit den Worten "Jung, du bist jetzt 3 Jahre in der Ausbildung - was hab ich dir Trottel eigentlich beigebracht? Was glaubst du eigentlich warum wir immer den Wetterdienst anrufen bevor wir irgendwo raufklettern und Kabel verlegen...."

Naja....

Das richtig schlimme an Blitzen ist ja nicht unbedingt der Einschlag selbst, sondern eher die EMP Schockwelle, die noch in einigen hunderten Metern Entfernung von der Einschlagstelle Elektrogeräte durch die Induktionsspannung (ausgelöst durch die EMP Welle) zerstören kann.
Llewellian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.05.2005, 00:02   #9
gumpensund
Gast
 
Beiträge: n/a
Pfeil

Uff ... ... hast du ja nochmal Dusel gehabt, daß sie dir den Baum
nicht in Einzelteilen mit der Pinzette rauspuhlen mußten ...

Da zählst du zu den wenigen, die den Zerknall eines Baumes in
der Nähe nicht nur erlebt sondern sogar überstanden haben.

+

Erinne mich gerade nicht an die Volumenänderung der
durch den Blitz erhitzten Luft ... aber bei Dihydrogenmonoxid
(reichlich im Baum ...) zu Dampf liegt sie knapp unter 1 : 1700

Aus jedem Liter auf der Blitzbahn im Baum werden 1700 l heißer Dampf.
Da das ziemlich fix passiert, ist alleine dieser Knall schon nicht ohne ...

+
  Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2005, 20:33   #10
Willi
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 22.12.2002
Ort: Oberbayern
Beiträge: 363
Standard

Hallo.

Hat zwar nichts mit Schaden zu tun, ist aber trotzdem nicht schlecht.

Hat schon mal jemand erlebt, wie ein Blitz in's Wasser einschlägt?
Ich war in jüngeren Jahren bei der Wasserwacht. An einem Sommertag spätnachmittags hing da mal ein Gewitter über dem See. Ich hab dann zufällig gesehen, wie ein Blitz in den See gekracht ist. Es knallte verdammt laut und eine Wasserfontäne spritzte hoch.

War wirklich ganz schön eindrucksvoll.....


Gruß
Willi
Willi ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Die krassesten Blüten der Geldfälscher HaraldL Kurioses 8 14.03.2006 10:49
Die krassesten Kochrezepte HaraldL Kurioses 1 27.07.2005 21:05
Erleuchtung durch Sex? Spritzer Esoterik 55 08.07.2005 13:17
Todesfälle und gesundheitliche Schäden durch parapsychologische Phänomäne HaraldL Psychologie & Parapsychologie 2 13.09.2002 15:08
Wieviele Menschen kamen durch UFOs zu Schaden? HaraldL Entführungen im Zusammenhang mit dem UFO-Phänomen 3 20.08.2002 11:55


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 02:03 Uhr.


Powered by vBulletin® ~ Copyright ©2000 - 2018 ~ Jelsoft Enterprises Ltd.


Das forum.grenzwissen.de unterliegt der Creative Common Lizenz, die Sie hier nachlesen können.
Wir bitten um Benachrichtigung, falls Sie Inhalte von uns verwenden.