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Ägypten Wozu dienten die Pyramiden wirklich? Wie alt ist die Sphinx? Woher stammt die Hochkultur Ägyptens?

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Alt 20.12.2017, 18:04   #1
ElLobo1
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Standard Das plötzliche Erscheinen der Kamele im alten Ägypten

Wenn es um Kamele im alten Ägypten geht, findet man dazu meist folgendes:

"Das einhöckerige Kamel scheint im alten Ägypten nicht völlig unbekannt gewesen zu sein, doch es spielte vorerst keine wichtige Rolle, weder im alltäglichen noch im kultischen Leben. Insofern gibt es so gut wie keine Reliefdarstellungen oder Bildnisse über dieses Tier. Es gab schlicht keinen Bedarf für Kamele, denn der Hauptverkehrsweg war der Nil, wo Schiffe für den Transport der Waren verwendet wurden. Auf dem Landweg nahm man für den Transport der Waren Esel her.

Erst als sich neue Lebensformen entwickelten, d.h. nomadische Aktivitäten zwischen den Oasen entstanden und an Bedeutung gewannen, hatte man Bedarf an Kamelen. Das geschah vermutlich ab dem 7. Jahrhundert vor Chr. Genaue zeitliche Einschätzungen, wann Kamele domestiziert wurden, gibt es nicht."


Da frage ich mich doch als kritischer Geist gleich folgendes:
Kamele sind heute in Ägypten nicht mehr wegzudenken - trotz Nil und sogar Autos!
Wie kommen Forscher eigentlich dazu zu behaupten, das Kamel habe nicht schon die ganze Zeit über ein tragende Rolle gespielt? Etwa weil es Reliefdarstellungen mit Esel gibt, und keine mit Kamelen?
Wie kann etwas geleugnet werden, nur weil es keine Überlieferung dafür gibt?
Das Kamel ist nach Ansicht einiger Forscher offensichtlich aus der Luft heraus entstanden!

Ich denke, viel wahrscheinlicher wäre anzunehmen, dass das Kamel schon immer eine tragende Rolle in ganz Afrika gespielt hat, und vor der letzten Eiszeit sogar auch in Amerika, denn von dort sind sie ja eingewandert...

Das Kamel eignet sich beispielsweise für Karawanen sehr viel besser, braucht weniger Wasser, kann mehr tragen, und ist weniger störrisch. Daher ist es bestimmt schon mit alten Karawanen vermutlich von Osten her frühzeitig - also nach Ende der letzten Eiszeit schon - in Afrika eingetroffen, und hat sichdort sicher rasant verbreitet.

Ägyptologen sagen, es hat keinen Bedarf für diese Tiere gegeben, doch das gegenteil ist wahr. Schiffe und Boote kamen sicher erst nach den Kamelen auf, und die menschen brauchten schon immer Lasttiere für ihre Übersiedlungen - auch zum Nil hin!
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Alt 20.12.2017, 20:38   #2
Sancho
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Vom zweihöckrigen Kamel gibt es eine Felsgravur auf einer Handelsroute durch die Wüste. Im Nord- und Südteil der Sahara gab es normalerweise das einhöckrige Dromedar. Es gehörte immer zu den Nomadenvölkern und da diese von den Ägyptern verächtlich angesehen wurden, waren es die Dromedare gleich mit. Man hat sie wohl wegen Vorurteilen oder aus religiösen Gründen abgelehnt. Die Nomaden hingegen bewunderten wohl die Ägypter und ihre Schiffe als Transportmittel. So nannten sie ihre Dromedare eben "Wüstenschiffe".
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Alt 20.12.2017, 23:20   #3
ElLobo1
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Es gibt viele Felsgravuren in der heutigen Sahara, die beweisen, dass nur ein paar tausend Jahre vor unserer Zeit die Welt ganz anders ausgesehen hat. Ganz abgesehen von den Bohrungen, etwa im Fayum See, die sogar gezeigt haben, dass er zwischendurch einmal ausgetrocknet war. Klimaschwankungen haben schon immer eine große Rolle gespielt, und dürfen nicht unberücksichtigt bleiben bei der Betrachtung ferner Ereignisse.

In den Anfängen des alten Ägyptens gab es noch gar keine Wüste. Der Nil war von weiter Savannenlandschaft umgeben, vielleicht sogar von Wäldern ähnlich dem alten Libanon mit seinen Zedernwäldern, und mit einer Fülle von Tieren, die heute dort verschwunden sind, darunter Elefanten, Kamele, Giraffen, Nashörner...
Menschen, die sich im Niltal ansiedelten, waren mit diesen Tieren vertraut, und selbstverständlich spielten sie eine Rolle, auch und sicher das Kamel. Und Wüstenschiffe kann es früher gar nicht gegeben haben, denn es gab ja keine Wüste. Das Kamel ist ursprünglich auch kein reines Wüstentier, da es sich ja in Amerika entwickelt hat. Seine Robustheit hat es aber zu einem perfekten Überlebenskünstler und Wanderer gemacht, denn diese Art hat die Welt umrundet, mit oder ohne Zutun des Menschen!
Und es gibt sogar eine frühe Grabanlage in Ägypten, in der Elefanten den König ins Jenseits begleiten...
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Geändert von ElLobo1 (20.12.2017 um 23:23 Uhr).
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Alt 21.12.2017, 06:29   #4
MJ01
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Zitat:
Zitat von ElLobo1 Beitrag anzeigen
Es gibt viele Felsgravuren in der heutigen Sahara, die beweisen, dass nur ein paar tausend Jahre vor unserer Zeit die Welt ganz anders ausgesehen hat. Ganz abgesehen von den Bohrungen, etwa im Fayum See, die sogar gezeigt haben, dass er zwischendurch einmal ausgetrocknet war. Klimaschwankungen haben schon immer eine große Rolle gespielt, und dürfen nicht unberücksichtigt bleiben bei der Betrachtung ferner Ereignisse.

In den Anfängen des alten Ägyptens gab es noch gar keine Wüste. Der Nil war von weiter Savannenlandschaft umgeben, vielleicht sogar von Wäldern ähnlich dem alten Libanon mit seinen Zedernwäldern, und mit einer Fülle von Tieren, die heute dort verschwunden sind, darunter Elefanten, Kamele, Giraffen, Nashörner...
Menschen, die sich im Niltal ansiedelten, waren mit diesen Tieren vertraut, und selbstverständlich spielten sie eine Rolle, auch und sicher das Kamel. Und Wüstenschiffe kann es früher gar nicht gegeben haben, denn es gab ja keine Wüste. Das Kamel ist ursprünglich auch kein reines Wüstentier, da es sich ja in Amerika entwickelt hat. Seine Robustheit hat es aber zu einem perfekten Überlebenskünstler und Wanderer gemacht, denn diese Art hat die Welt umrundet, mit oder ohne Zutun des Menschen!
Und es gibt sogar eine frühe Grabanlage in Ägypten, in der Elefanten den König ins Jenseits begleiten...
Exakt diese Informationen zeigen aber, dass es das Kamel in der vordynastischen Zeit in Ägypten wahrscheinlich schon gegeben hat, die Ägypter aber keine Notwendigkeit sahen, es in ihrer Kultur einzusetzen. Kamele zu domestizieren ist recht schwierig und die Vorteile der robusten Bauweise der Kamele (trittsicher in sandreichen Gebieten, langes Aushalten ohne Wasser) war in dem damaligen savannen-/wald-/z.T. dschungelartigen Gebiet eher kontraproduktiv (zwischen den Zehen würden sich etwa z.T. die Grasbüschel/Nadeln verfangen??).
Ein weiterer Faktor ist, dass der Geruch der Kamel nicht besonders angenehm ist (Abscheu-, Minderwertigkeits- Gefühl in der ägyptischen Kultur) und dass Pferde/Esel vor diesem Geruch zu mindestens anfangs scheuen (siehe Diskussion hier)
Apropos, das Kamel stammt aus Nordamerika, wo es einmal Raten genügt, genau..., vor 10.000 Jahren ausgestorben ist.

Geändert von MJ01 (21.12.2017 um 06:34 Uhr).
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Alt 21.12.2017, 12:39   #5
perfidulo
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Hier steht eine ganze Menge und deckt sich mit den verherigen Ausführungen.

http://www.kemet.de/ausgaben/4-2004/kamele.htm

Bin gespannt, welches Fass El Lobotomo jetzt aufmachen will. Ohne Recherche versteht sich.
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Alt 21.12.2017, 13:14   #6
Sancho
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Interessant ist auch, daß sich das einhöckerige Dromedar etwa vor 25 Millionen Jahren in Nordamerika vom zweihöckerigen Trampeltier getrennt hat. Der Fötus des Dromedars hat in der Gebärmutter noch zwei Höcker ausgebildet. Der einzelne Höcker bildet sich erst kurz vor der Geburt aus. Das Geburtsgewicht des Trampeltiers liegt zwischen 30 bis 45 Kilogramm. Das des Dromedars erreicht bis zu 100 Kilogramm. (Aus der französischen Wikipedia)
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