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Alt 20.05.2018, 21:21   #1
perfidulo
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Standard Öffentliche Gelder für Energieschild

Ein "Esoteriker" in Wien hat knapp 100.000 € öffentliche Gelder für einen Energieschild um das Krankenhaus Nord in Wien bekommen.


Quelle Wochenblick


Kronenzeitung weiss mehr und Profil kennt die Einzelheiten.

Zitat:
95.000 Euro Steuergeld für „Bewusstseins-Forscher“ > Nachrichten ...

www.krone.at/1665893


14.03.2018 - Der Ex-Autohändler und NLP-Trainer legte um die Baustelle einen ... F. seine drei Monate dauernde Tätigkeit im Krankenhaus Nord in Wien-Floridsdorf. ... 95.000 Euro für Analyse und „energetische Reinigung des Grundstücks“ ... können freihändig von der Projektleitung des KH Nord vergeben werden.
Kein Einzelfall





Zitat:
Esoterik: Öffentliche Stellen vergeben Aufträge an Scharlatane

Von Jakob Winter ( 24. 3. 2018 )
Ein Energetiker legte einen „Energie-Schutzring“ um das Wiener KH Nord. Der Hokuspokus kostete 95.000 Euro.

© APA
Energetiker, Strahlengurus und Wünschelrutengänger: Esoterik-Scharlatane verdienen mit öffentlichen Aufträgen gutes Geld – nicht nur im Wiener Krankenhaus Nord.
Die Seestadt Aspern ist ein magischer Ort, voll von Energiezentren und Vitalfeldern – zumindest wenn man einer Esoterik-Studie Glauben schenkt. Im Auftrag der Wiener Wirtschaftsagentur stapfte ein „Geomant“ vor 13 Jahren über die noch unbebaute Fläche der Seestadt. Für die stattliche Summe von 19.000 Euro ließ er die Kräfte der Natur auf sich wirken. Geomanten glauben, dass sie energetische Plätze in einer Landschaft aufspüren können. Die Studie sollte „einen Beitrag zur Stärkung der Lebenskraft des Projektgebietes“ liefern. profil liegt ein Auszug der kruden Arbeit vor: „In Bezug auf die derzeitige Ausprägung der vier Elemente im Projektgebiet wirkt die Luft und das Wasser stark, das Feuer ist ausgeprägt und die Erdqualität noch nicht voll präsent.“ Besonders angetan zeigte sich der Geomant von einem Hollerbusch, dem er „spezifische energetische Eigenschaften“ zuschrieb. Der Strauch solle „im Zuge der Entwicklungsmaßnahmen berücksichtigt werden“, hieß es folgerichtig im Masterplan der Seestadt Aspern. Das Architektenteam sah den Standort für einen „Campus der Religionen“ vor.

Granderwasser ist noch im Markt

Zitat:
Granderwasser darf in Österreich seit einem Gerichtsurteil aus dem Jahr 2006 als „aus dem Esoterik-Milieu stammender parawissenschaftlicher Unfug“ bezeichnet werden. Das hindert Dutzende Gemeinden nicht daran, in ihren Schwimmbädern mit dem „belebten Wasser“ zu werben. Ein Gerät, das „Informationen“ an das vorbeifließende Leitungswasser absondern soll, kostet über 1000 Euro. Besonders pikant wird es, wenn solche Anlagen in Spitälern eingebaut werden – wie etwa in St. Pölten (Niederösterreich) und Bruck an der Mur (Steiermark). Bei den Spitalsträgern dürfte es inzwischen zu einer Bewusstseinsänderung gekommen sein. Auf profil-Anfrage erklärt die niederösterreichische Landeskliniken-Holding: Als die Grander-Geräte eingebaut wurden, habe man „noch nicht den derzeitigen wissenschaftlichen Informationsstand gehabt“. Die steirische KAGES ging noch einen Schritt weiter und montierte die Grander-Schilder ab, „da eine Bewerbung nicht im Sinn unseres Unternehmens ist“. So weit ist man bei der Spanischen Hofreitschule noch nicht: Die Lipizzaner würden seit dem Einbau der Anlage mehr Wasser trinken, lässt sich der Oberstallmeister auf der Grander-Website zitieren.

Zitat:
Um Zehntausende Euro wurden im oberösterreichischen Mühlviertel Wünschelrutengänger durch den Wald geschickt, wo sie Kraftplätze finden sollten. Der örtliche Tourismusverband bietet nun geführte Touren durch die Forste an; ein viertägiger Aufenthalt unter Anleitung eines „Wald-Doktors“ kostet 564 Euro pro Person. Inkludiert ist etwa ein Weg zu den „vier Elementen Feuer, Erde, Wasser, Luft“.
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Alt 20.05.2018, 21:29   #2
perfidulo
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Nette Details (Kronenzeitung)

Zitat:
Planungschaos, Vertuschungsversuche und nicht zuletzt der Hokuspokus-Skandal im KH Nord hatten zuletzt für allerlei Aufregung gesorgt. So soll die Präsidentin des Obersten Sanitätsrats der Republik und KH-Nord-Beraterin Sylvia Schwarz - wie berichtet - die Idee für das Anheuern eines Energetikers gehabt haben. Darauf folgte prompt ein Auftrag an den „Bewusstseins-Forscher“ Christoph F., der einen „Energie-Schutzring“ um die 1,4 Milliarden Euro teure Spitals-Baustelle gelegt haben will.




Verlegung eines Schutzrings

Weitere Leistung: „Anhebung der Schwingung des Grundstücks auf das höchstmögliche Niveau“, dazu eine „Einbettung des Gebäudes in den natürlichen Umgebungsplan von Mutter Erde“ und eine „Verlegung eines Schutzrings, der verhindert, dass negative Energien des Umfelds Einfluss auf das Haus und die Menschen nehmen“. In einem dünnen Leistungsprotokoll hatte der „Bewusstseins-Forscher“ Christoph F. seine drei Monate dauernde Tätigkeit im Krankenhaus Nord in Wien-Floridsdorf beschrieben. In der Einleitung dieses Papiers hatte der Coach (nicht wirklich überraschend) zudem festgestellt: „Uns ist aufgefallen, dass die Voraussetzungen, unter denen das Projekt hier gestartet wurde, alles andere als optimal waren.“


95.000 Euro „Reinigungskosten“
Die Analyse und „energetische Reinigung des Grundstücks“ ließ er sich danach 95.000 Euro kosten. Die Vergabe des Auftrags lief dabei ohne Ausschreibung ab: Aufträge bis zu einem Wert von 100.000 Euro können nämlich freihändig von der Projektleitung des KH Nord vergeben werden.


Unterlagen zum Esoterik-Auftrag fehlen
Ende März wurde der nach dem Skandal schwer belasteten Beraterin der Vertrag aufgekündigt, sie trat wenig später auch freiwillig als Präsidentin des Obersten Sanitätsrates zurück. Alle Versuche, die Vorwürfe zu bestreiten, indem sie von einer „Intrige des KAV gegen mich“ sprach, brachten nichts. Der Druck wuchs nicht zuletzt deshalb, da enthüllt wurde, dass wichtige Buchhaltungsunterlagen zum Esoterik-Auftrag fehlen. So ist nicht klar, wie viele Coachings der beauftragte Energie-Guru für sein fünfstelliges Honorar überhaupt in Wien abhielt.



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