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Astronomie Hier geht's nicht nur um Astronomie im klassischen Sinne, sondern auch um all die Mythen, Geschichten und Prophezeiungen, die sich rund um Sterne, Kometen und andere Himmelskörper ranken.

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Alt 18.07.2005, 11:18   #1
Sajuuk
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Standard Erster Planet unter drei Sonnen entdeckt

Moin
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Erster Planet unter drei Sonnen entdeckt

Ein extrasolarer Planet der Jupiter-Klasse wurde unter drei Sonnen in der Cygnus Konstellation etwa 149 Lichtjahre von der Erde entfernt entdeckt.

Maciej Konacki, ein Planetenwissenschaftler, berichtete in der Ausgabe von der Fachzeitschrift Nature am 14. Juli über diese spektakuläre Beobachtung. Der Planet der Jupiter-Klasse umkreist den Hauptstern des Triple-Star Systems, bekannt als HD 188753. Die drei Sterne sind 149 Lichtjahre von der Erde entfernt und so knapp nebeneinander, wie der Saturn von unserer Sonne entfernt ist. Anders ausgedrückt, ein Beobachter auf diesem Planeten würde drei helle Sonnen am Himmel beobachten können. Der Hauptstern, den der Planet umrundet, würde als sehr großes Objekt am Himmel erscheinen. Dadurch ist ein Planetenjahr nur dreieinhalb Erdentage lang. Während die Hauptsonne unserer Sonne sehr ähnlich ist und gelb am Himmel erscheint, ist die größere der beiden kleineren Sonnen orange und die kleinste rot.

Konacki nennt diesen neuen Typ von Planeten in Anlehnung an den ersten Star Wars Film "Tatooine Planeten". Luke Skywalker bot sich auf seinem Heimatplanten eine ähnliche Aussicht, wie sie einem Beobachter am neu entdeckten extrasolaren Planeten geboten werden würde. Obwohl das die erste Beobachtung eines Planeten in einem multiplen Sternensystem war, dürfte dies kein Einzelfall bleiben. Konacki betont, dass binäre und multiple Sternensystem in unserer solaren Nachbarschaft weit verbreitet sind. Die Schwierigkeit bestand bis vor kurzem im Auffinden von extrasolaren Planeten. Mit Hilfe einer neuen Präzisions-Technologie entdeckten die Forscher die meisten extrasolaren Planeten. Diese Technologie ist aber einfacher für Studien an Einzelsternensystemen anwendbar. Bis jetzt haben die Forscher grundsätzlich binäre und multiple Sonnensysteme gemieden, da die momentane Plantenauffindungs-Methode für solche komplizierten Systeme fehlschlug. In den letzten Jahren verstärkte sich nebenbei auch die Theorie, dass in solchen Sonnensystemformationen aufgrund der starken Umweltbedingungen keine Planeten existieren könnten.


Umso mehr freut sich Konacki über seinen Durchbruch, der durch seine Entwicklung einer neuen Messmethode möglich wurde. Bei dieser Methode kann Konacki präzise die Geschwindigkeit aller Mitglieder der Konstellation bestimmen und somit Rückschlüsse auf existierende Planeten in solchen Systemen ziehen. Für die Suche nach extrasolaren Planeten in genau diesen Systemen mit mehreren Sternen verwendete er das Keck I Teleskop auf Hawaii. "Die Existenz von Planeten in multiplen Sonnensystemen stellt nun unsere Theorie über die Entstehung von Planeten unter eine schwierige Prüfung. Aufgrund der Gravitationskräfte, die von drei Himmelskörpern ausgeübt wird, ist eine Entstehung eines Planeten unter Berücksichtigung der momentanen Entstehungstheorie unmöglich".

1995 entdeckten die Wissenschaftler den ersten "heißen Jupiter" (ein extrasolarer Planet mit einer sehr gerinegn Orbitperiode). Heute sind mehr als 20 dieser Planten bekannt, die andere Sterne umkreisen. Bis jetzt ging man davon aus, dass diese Planeten aus einer Scheibe aus Gas und verdichteter Materie im Umkreis von drei Astronomischen Einheiten (drei mal die 160 Millionen Kilometer Distanz von der Erde bis zur Sonne) geformt werden. Eine ausreichende Menge dieser Materie innerhalb von den drei astronomischen Einheiten produziert einen Kern, der fähig ist genug Gas anzuziehen, um einen großen Planeten zu formen. Nach der Entstehen wandern die Planeten zu einem sehr nahen Orbit um den Mutterstern. Falls der Mutterstern von weiteren Sternen umrundet wird, wirken auf die Gasscheibe zusätzlichen Gravitationskräfte, die die Ausbreitung der Gasscheibe zum geforderten Mindestradius zur Planetenentstehung verhindern könnten. Im Fall der Konstellation von HD 188753 hätte die Scheibe aus Gas und Materie nur einen Radius von 1,3 Astronomischen Einheiten zur Verfügen, was eindeutig zu wenig für die Bildung eines Planeten wäre.

"Wie so ein Planet in einem so komplizierten System geformt wird, ist wirklich sehr knifflig. Ich glaube wir können durch diese Beobachtung noch viel darüber lernen wie große Planeten geformt werden," sagte Konacki.
Quelle

Gruss:Kuun-Laan
__________________
Sei frei wie ein Vogel, sei stolz ein wie ein Adler, und geniesse das Leben.
So wie du bist, denn jeder ist für sich ganz was besonderes.
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Alt 18.07.2005, 16:27   #2
gumpensund
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Nu ja ... tolle Entdeckung, hab ich auch am Samstag ziemlich gestaunt ...

Wäre auch rechnerisch interessant, so ne Planetenbahn um 3 Sonnen.
Ist aber afaik noch gar nicht raus, ob der recht weit entfernte 3. Stern
(der kleine rote) überhaupt im System gebunden ist.

Eher klein, weit weg und ziemlich langsam ... wird wohl noch ne Weile dauern,
bis man ihre Bahndaten genauer abschätzen kann ... und sich dann evtl
Hinweise auf eine Bindung ergeben ...

+
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Alt 18.07.2005, 19:56   #3
Llewellian
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Registriert seit: 05.01.2004
Beiträge: 4.313
Standard

Der Planet hat keine Bahn um die drei Sonnen, sondern ist sehr nah an einer der Sonnen dran.

Das ist auch die einzigste Bahn, in der er sich innerhalb des Sonnensystemes halten kann.

Weil wie schon Newton zeigte: Es gibt keine Lösung für ein Dreikörperproblem bei Gravitationsbedingten Bahnberechnungen.

Das einzigste was die ganze Sache stabil macht, ist wenn einer der beiden Körper gegenüber einem anderen in der Masse verschwindend gering ist.

Dann kann man das näherungsweise als "Zweikörperproblem" betrachten, durch die Nähe des Planeten zur Sonne 1 entfallen dann im Groben auch die Gravitativen Einflüsse der beiden anderen Sonnen.

Das entspräche in etwa dem folgenden Beispiel:

Sonne - Erde - Mond. Der Mond hat eine gegenüber der Erde sehr viel geringere Masse und ist genügend nahe an uns dran, als das die Sonne die Bahn so stören könnte, das der Mond aus der Umlaufbahn fliegt.
Llewellian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.07.2005, 21:36   #4
gumpensund
Gast
 
Beiträge: n/a
Pfeil

Ja, ist schon klar ...

Als fetter Gas- Riese sollte er näher dran sein. Und anderenfalls hätt ihn
auch niemand entdeckt ... bei den beiden heuz bevorzugten Methoden ...

Hatte nur vorhin ein wenig vor mich hin geträumt, so von einer schönen
liegenden 8 um 2 Sonnen rum ... )

Mit 3 Sonnen klappe das dann nicht mehr so gut ...
drum hatt ich die kleine rote erst mal bissl weiter weg diskutiert ...

+

Und auf den ollen Isaak geb ich eh nicht sonderlich viel.
Das ganze behavioristische Statisten- Gesindel á la Newton, Locke und
Descartes ist mir einfach zu wenig lebendig ... :P

+
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