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Überwachungsstaat Zensur, Medienkontrolle, Telekommunikations-, Verkehrs- und Bürgerüberwachung, Kameras, RFID-Chips...

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Alt 26.09.2005, 13:58   #111
Acolina
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Mal wieder ein kleines Update

Autokennzeichenscan

Schon vor gut einem Jahr brachte das MDR Magazin FAKT einen Beitrag "Kennzeichenüberwachung - Bürger unter Generalverdacht":
Zitat:
Einige Innenminister wollen auf Autobahnen und an Grenzübergängen alle KfZ-Kennzeichen erfassen, um so Straftäter ermitteln zu können. Der normale Bürger steht unter Generalverdacht, so die Kritik von Datenschützern.

Achtung: Sie werden beobachtet, gefilmt und durchgerastert. Sie fahren auf der Autobahn, über die Bundesstrasse, passieren einen Grenzübergang - die Videokamera ist immer dabei. Sie filmt und digitalisiert die Bilder so, dass Computer die Kennzeichen lesen können. Ist das Auto als gestohlen gemeldet oder fahndet die Polizei nach dem Eigentümer, löst der Rechner sofort Alarm aus. Anschließend müssen Polizeibeamte nur noch den Wagen abfangen und stoppen. [...]

Der Staat ermittelt verdeckt. Doch die verdachtslose Rasterfahndung verletzt das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung - das hat das Bundesverfassungsgericht bereits in seinem Volkszählungsurteil von 1983 festgestellt. Schon das reine Erfassen sei ein Eingriff. Das Persönlichkeitsrecht schütze den Bürger davor, dass seine Daten ohne sein Wissen erfasst, registriert oder gespeichert werden. [...]

Von Oktober 2002 bis März 2003 hat der bayerische Innenminister an den bayerisch-tschechischen Grenzübergängen Waidhaus und Schirnding sechs Monate lang jedes Kennzeichen erfassen lassen - nur die Daten der sogenannten Treffer wurden gespeichert. Den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit sieht der Bundesdatenschutzbeauftragte massiv verletzt, wenn zur Fahndung nach Kleinkriminellen und Autodieben die gesamte Bevölkerung vom Staat kontrolliert wird. Autodiebe als Köder für die Zustimmung einer Generalüberwachung?
Nachdem im letzten Jahr in Hessen das Polizeigesetz entsprechend geändert wurde und dort zur Zeit Kennzeichenlesegeräte angeschafft werden, ist jetzt eine Grundrechtsklage am hessischen Staatsgerichtshof eingegangen. Heise berichtet dazu:
Zitat:
Nummernschild-Erfassung kontra informationelle Selbstbestimmung

Am hessischen Staatsgerichtshof ist eine Grundrechtsklage eingegangen, die klären soll, ob Kennzeichenlesegeräte gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung verstoßen. [...] Nach Auskunft des Pressesprechers im hessischen Innenministerium, Michael Bußer, sollen neun Geräte sowohl mobil als auch stationär eingesetzt werden. Sie sollen voraussichtlich Ende des Jahres in Betrieb gehen und an zentralen Verkehrspunkten wie dem Geschwindigkeitskontrollsystem am Elzer Berg (A3) eingesetzt werden. [...]
Das hessische Innenministerium sieht in dem System keinen Angriff auf die Privatsphäre der Bürger, da unverdächtige Kennzeichen sofort wieder gelöscht würden. Somit sei das Aufzeichnen von Bewegungsprofilen unbescholtener Bürger unmöglich.

Eine Klage vor dem Staatsgerichtshof gibt nicht nur den Anwälten, sondern auch dem hessischen Landtag, Datenschützern und der Landesregierung die Möglichkeit, sich zum Thema der informationellen Selbstbestimmung zu äußern. Die Technik der KFZ-Lesegeräte selbst wird in einer mündlichen Verhandlung demonstriert, die nach Angaben des Gerichts in einem Jahr stattfinden könnte. Die Klage vor dem Staatsgerichtshof könnte zu einem Musterfall werden, da andere Bundesländer ebenfalls ihre Polizeigesetze geändert haben, um den automatischen Kennzeichenabgleich möglich zu machen.

Die Klage zur informationellen Selbstbestimmung geht unter Umständen über die Technik der Kennzeichenauswertung hinaus. Immer wieder monieren Datenschützer, dass bei der Raumüberwachung mit Hilfe von Videokameras Daten aufgezeichnet werden, die die Privatsphäre der Abgefilmten verletzen. [...]

Vorratsdatenspeicherung

Vorab auch an dieser Stelle noch mal der Hinweis auf die EDRI-Kampagne gegen Vorratsdatenspeicherung, die nun schon fast 50.000 Unterschriften sammelte:


Inzwischen haben sich auch Wirtschaftsvertreter deutlich gegen eine Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen, während der britische Innenminister Charles Clarke in Vorbereitung zum Treffen der europäischen Innen- und Justizminister zur Frage der Vorratsdatenspeicherung die Abschaffung oder Aufweichung der Europäischen Menschenrechtskonvention forderte! Angesichts der Terrorgefahr müssten die Bürger- und Menschenrechte eingeschränkt, Verdächtige ohne Rechtsverfahren verhaftet und abgeschoben werden.

Die EU-Kommission möchte alle Telekomanbieter verpflichten, die Daten von E-Mails sechs Monate lang und die Informationen über Telefonate und Faxübermittlungen ein Jahr lang zu speichern. Es sollen dabei sollen sämtliche Verkehrs- und Standortdaten, einschließlich der Teilnehmer- und Nutzerdaten erfasst werden. Des Weiteren sind Bewegungsprofile vorgesehen, bei denen der Standort eines Handybenutzers während eines Gesprächs verfolgt wird. Neben Telefon-, E-Mail- und Internet-Verkehr sollen auch SMS-Kommunikation, Chatten und Filesharing überwacht werden.

Bei der Deutschen Welle findet sich ein interessanter Artikel: "Heißt Daten speichern Terroristen fassen?":
Zitat:
[...] Der Europa-Abgeordnete Alexander Alvaro [...] bemängelte darüber hinaus die Schaffung eines neuen Expertengremiums bei der Europäischen Kommission, das entscheiden soll, ob künftig mehr oder weniger Daten gespeichert werden: Es unterliege keinerlei parlamentarischer Kontrolle. [...]

Heiner Busch, Redakteur der deutschen Zeitung "Bürgerrechte und Polizei" und Vorstandsmitglied des Komitee für Grundrechte in Köln, das sich für die Wahrung von Bürger- und Menschenrechten einsetzt, kritisiert das EU-Vorhaben grundsätzlich: "Die präventive Kontrolle bringt keinerlei Effizienznachweis, höhlt aber zugleich das Telekommunikationsgeheimnis aus. Diese Diskussion hat schon vor den Anschlägen des 11. September begonnen, sie hat also weniger etwas mit Terrorismusbekämpfung als mit einer Automatisierung der Telekommunikationsüberwachung zu tun." [...]

Der Europa-Abgeordnete Alvaro ergänzt, die freiwillige Zusammenarbeit mit Telefongesellschaften etwa in Deutschland und Großbritannien funktioniere sehr gut. Auch aus den Kontakten mit Strafverfolgern ergebe sich ein geteiltes Echo. Viele hielten die gegenwärtige Praxis für ausreichend. [...]

Die Diskussion in Brüssel findet vor dem Hintergrund eines Kompetenzkampfs zwischen den EU-Institutionen statt. Dabei geht es darum, wer zukünftig an den Entscheidungen zur Terrorbekämpfung beteiligt ist. Würde nach dem Kommissionsvorschlag verfahren, könnte das Europäische Parlament in dieser Frage mitentscheiden. Ursprünglich wollte der Innen- und Justizminister einen Rahmenbeschluss der Mitgliedsstaaten herbeiführen - ohne Parlamentsbeteiligung. [...] Das Europäische Parlament hatte schon im Juni 2005 frühere Pläne des Rats abgelehnt. [...]
Der Präsident des europäischen Polizisten-Verbandes EuroCOP sagt, dass die Vorratsdatenspeicherung nichts bringen wird. Auch die Provider laufen Sturm gehen die Pläne der EU. Das Europaparlament ist mehrheitlich gegen die Pläne der EU-Minister, die die Sache als "Rahmenabkommen" in der Innen- und Justizpolitik durchsetzen wollen, wo das Parlament immer noch keine echten Mitbestimmungsrechte hat (!). Der Widerspruch des Parlaments basiert zum einen auf der Berichterstattung von Alexander Alvaro, der sich massiv gegen die Massenüberwachung der Kommunikation in Europa ausgesprochen hat, zum anderen darauf, dass sich das Parlament übergangen fühlt.

Eine Koalition aus möglichst vielen Gruppen wie Europaabgeordneten, Wirtschaft, Cyber-Rights Gruppen, Verbraucherschützern und auch Menschenrechtsorganisationen wie z.B. Amnestie hat gute Chancen, die Massenüberwachung in der EU zu verhindern. Auch, da die einzelnen Mitgliedsstaaten der EU noch sehr uneinig bezüglich der Speicherfristen und vieler ander Details sind. Kann also nicht schaden, möglichst viele Menschen auf diese Dinge aufmerksam zu machen und sich bei o.g. Unterschriftenaktion etc. zu engagieren Inzwischen gibt's auch ein informatives Kampagnen-Wiki. Also soll keiner nachher sagen, er hätte von nix gewusst Es gibt bereits Gegenwind, aber wäre nicht schlecht, wenn daraus eine Katrina würde...

Am 16.9. haben Datenschutzbeauftragte aus 32 Ländern auf der 27. Internationalen Konferenz der Datenschutzbeauftragten in Montreux eine Erklärung verabschiedet zum Thema "Datenschutz ist Menschenrecht" (s. auch Heise-Artikel), nach der unabhängig von existierenden nationalen Gesetzen ein Mindestmaß an Datenschutz weltweit standardisiert werden soll.

In einem sehr interessanten Artikel berichtete Telepolis gestern, wie die USA zum Überwachungsstaat mutiert:
Zitat:
Der Washington-Post Reporter Robert O'Harrow, Jr. beschreibt, wie es nach dem 11. September zu einem Bündnis zwischen privaten Informationsdiensten und der amerikanischen Regierung kam. Dabei zeigt er auch, wie im Zuge von Übernahmen und Allianzen kaum mehr als eine Handvoll von Datenbank-Betreibern mittlerweile detailgenaue Informationen über sämtliche US-Haushalt bereithält. Was als Jagd auf Terroristen beginnt, endet als Suche nach Kunden und Angestellten, die der Kriminalität nur verdächtigt werden – und keine Chance haben, sich zu wehren.
Was gab's noch?

Achja, der CCC warnt vor einem Biometrie-Desaster bei den neuen Reisepässen:
Zitat:
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat kürzlich die "BioP2-Studie" zur Leistungsfähigkeit biometrischer Verfahren für die neuen Reisepässe ("ePass") veröffentlicht. Der Chaos Computer Club (CCC) warnt nach Auswertung der Studie nachdrücklich vor dem Einsatz der offensichtlich untauglichen Biometriesysteme. Angesichts der unzulänglichen Technik und den enormen Kosten droht der Bundesrepublik ein neues Hi-Tech-Debakel.
Die Schweizer Armee möchte gern den zivilen Funkverkehr abhören:
Zitat:
Kantonale Polizeidirektoren wehren sich dagegen, dass die Armee den Funkverkehr von Privaten abhören kann. [...] Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) will das 395 Millionen Franken teure System [«Integrierte Funkaufklärungs- und Sendesystem» (IFASS)] auch im Inland für Abhöraktionen einsetzen, wie der Botschaft des Bundesrats zu entnehmen ist: «Bei subsidiären Sicherungseinsätzen kann IFASS dazu dienen, die drahtlose Kommunikation gewaltbereiter Gruppierungen zu erfassen und zu lokalisieren und im Falle eines Einsatzes von Gewalt zu stören.»
Jau und die Niederländische Regierung lässt ab 2007 Daten über jedes Kind in einem "Elektronisch Kinddossier" sammeln, wie Heise berichtet.

Jau, was soll man nun da alles zu sagen? Nun auf alle Fälle: Lasst euch nich bange machen, engagiert euch und wie sagte meine Oma immer? "Der Mensch denkt und Gott lenkt" Auch wenn ich mich eher nicht zum typischen Christen zähle, da ist schon was dran...
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Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 29.09.2005, 09:57   #112
Acolina
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Es gibt auch mal was Positives zu berichten:
Zitat:
EU-PARLAMENT ZUR DATENSPEICHERUNG

"Unverhältnismäßig und unwirksam"

Die Abgeordneten des EU-Parlaments machen dem EU-Ministerrat keine Freude: Dessen Pläne zur so genannten "Vorratsdatenspeicherung" von Telefon- und Internetverbindungsdaten schmetterte das Parlament heute ab. Die EU-Datenschützer dürfte das freuen.

Ein Tag, nachdem sich der EU-Datenschutzbeauftragte Peter Hustinx gegen Aspekte der Datenspeicherungspläne des EU-Ministerrats ausgesprochen hat, ließ das Parlament noch weit deutlichere Worte folgen.

Das Europaparlament hat die umstrittenen Pläne des Ministerrats zur Vorratsspeicherung von Kommunikationsdaten entschieden zurückgewiesen. Das Vorhaben, Telefonate, SMS-Mitteilungen, Internet-Protokolle und E-Mails bis zu 36 Monate abzuspeichern, sei weder angemessen noch wirksam bei der Bekämpfung von organisiertem Verbrechen und Terrorismus, begründete die EU-Volksvertretung am Dienstag in Straßburg ihre Ablehnung.

Der auf Initiative von Großbritannien, Frankreich, Irland und Schweden zustande gekommene Ratsbeschluss wäre ein "tiefer Eingriff in den Schutz persönlicher Daten", betonte der Berichterstatter Alexander Alvaro (FDP). Zudem sei der Vorschlag unpraktikabel, weil ein elektronisches Datenvolumen anfallen würde, das "ungefähr vier Millionen Kilometer gefüllter Aktenordner" entspreche. Ein "einmaliger Suchlauf mit der vorhandenen Technik ohne zusätzliche Investitionen" würde "mindestens 50 Jahre dauern".

Nach Ansicht des Parlaments würde die vorgeschlagene Datenspeicherung zudem gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstoßen. Diese schreibt vor, dass Datenüberwachung und -speicherung gesetzlich geregelt sowie "in einer demokratischen Gesellschaft notwendig" sind und einem "legitimen Ziel" dienen. Die Erfüllung dieser Kriterien im Rahmen des Ratsvorschlags sei jedoch fraglich.

Die Europarlamentarier wollen außerdem nicht hinnehmen, dass der Rat über die Datenspeicherung allein entscheiden will - ohne Mitwirkung des Parlaments. Dabei erhält die EU-Volksvertretung Rückendeckung von der Kommission: Sie legte am 21. September einen Alternativvorschlag vor, der eine Mitentscheidung des Parlaments vorsieht. Diesem Vorschlag zufolge soll die Dauer der Datensspeicherung zudem auf maximal zwölf Monate begrenzt werden.

Offiziell ist noch nicht entschieden, welcher Vorschlag zum Zuge kommt. Eine Reihe von EU-Staaten lehnt bislang eine Beteiligung des Parlaments ab. Der britische Ratsvorsitz signalisierte unterdessen Entgegenkommen. Demnach könnte der Rat das Europaparlament an der Entscheidung beteiligen, wenn dieses im Gegenzug eine Abstimmung noch in diesem Jahr zusichert.

AFP
(Quelle: Spiegel.de)
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Alt 18.10.2005, 11:56   #114
Acolina
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Zitat:
Original von ron82
poste hier mal ein paar (englische) news der vergangenen tage. How NSA access was built into Windows
Vergangenen Tage? Die NSAKEY-Story ist uralt. Er wurde '98 entdeckt, der Heise-Artikel ist von '99.

Gab damals wilde Geschichten bis hin zum "NSAKEY ermöglicht MS / NSA Vollzugriff auf jeden Windows-PC" usw., was allerdings Humbug ist.

Zitat:
Was hat es nun mit dem NSAKEY auf sich? Er ist ein sogenannter Public Key (siehe Glossar), der Kryptoalgorithmen zertifizieren kann. Solche Algorithmen sind bei Microsoft über eine sogenannte CryptoAPI als Treiber in das Betriebssystem eingebunden. Dieses modulare Verfahren sorgt dafür, das Microsoft in den USA eine starke Verschlüsselungtechnik und beim Export eine schwächere Version anbieten kann. Je nach Bedarf wird der entsprechende Kryptoalgorithmus installiert und von Microsoft zertifiziert, damit nicht Hinz und Kunz ihre Algorithmen einbauen können. Zur Zertifizierung dient ein Public Key, der von Microsoft im Betriebssystem hinterlegt ist. [...]

So entpuppt sich der NSAKEY für die Selbstzertifikation von Kryptosystemen als einfacher Weg, mit dem die NSA sichere Regierungsversionen von Windows erzeugt, ohne dafür eine teure Microsoft-Lizenz zu zahlen. Der Hinweis auf den NSAKEY, den die Microsoft-Programmierer in einer Windows-Version stehengelassen haben, ist vielleicht eine subtile Rache an dem billigen Jakob der Regierungsstellen oder an dem Unsinn der Exportkontrolle, die jede amerikanische Softwarefirma behindert. Eines ist er jedenfalls nicht: eine eingebaute Hintertür zum Lauschen.
(Quelle)

Weitere Infos:
Hintertür für Uncle Sam?
Microsoft bestreitet Beihilfe zur Spionage
Debatte um NSAKey geht weiter

Aber wofür brauch ich einen NSAKey, wenn's doch so schöne Sachen wie SubSeven, BackOrifice oder Magic Lantern hat?

Zu "Government And Computer Manufacturers Caught Installing Hard-Wired Keystroke Loggers Into All New Laptop Computers" ist dieser Link interessant: The Dell keylogger conspiracy hoax

Zum RFID-Chip siehe auch hier. Die StopRFID-Kampagne des FoeBuD e.V. bringt da laufend aktuelle Infos zu.

Zum Thema Fingerabdrücke gibt's hier eine Anleitung für den kreativen Familienbastelabend
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Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
Acolina ist offline  
Alt 19.10.2005, 00:06   #115
Tylion
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Cool, nen keylogger in meinem Notebook.
Mit welchem Kernelmodule läuft das?
Tylion ist offline  
Alt 19.10.2005, 03:58   #116
ron82
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Zitat:
Original von Acolina
Zitat:
Original von ron82
poste hier mal ein paar (englische) news der vergangenen tage. How NSA access was built into Windows
Vergangenen Tage? Die NSAKEY-Story ist uralt. Er wurde '98 entdeckt, der Heise-Artikel ist von '99.
oops..
da war meine quelle wohl "etwas" hinten nach
datum ist mir beim lesen auch nicht aufgefallen.. danke für die aufklärung.
danke auch für die anderen links!
 
Alt 29.10.2005, 09:40   #117
Acolina
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Die BigBrotherAwards 2005 sind verliehen: http://www.bigbrotherawards.de/2005/

Zu den - hoffentlich doch - stolzen Gewinnern zählen u.a. Otto Schily (für sein "Lebenswerk" ), Christian Wulff, Volker Bouffier, Erhard Rex, Franz Beckenbauer und die Saatgut Treuhand Verwaltungs GmbH.

Dazu auch Spiegel.de oder golem.de
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Alt 29.10.2005, 11:00   #118
Renatus
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Da hilft nur eines - einfach alles Boykottieren worauf man verzichten kann.
Fussball, Mobiltelefon, Telefon, Spazieren gehen, Payback Punkte Sammeln...

Wer glaubt alles zu brauchen muss sich nicht wundern, wenn es mal gegen ihn verwendet wird

Datenschutz ist nur ein Wort wie z.B. Demokratie, Freiheit, Frieden, Sicherheit, Terror
Alles Augenwischerei

Herzliche Grüße

Renatus
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Alt 19.12.2005, 14:58   #119
Acolina
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Standard Vorratsdatenspeicherung

Am 14.12. hat das Europaparlament die Vorratsdatenspeicherungs-Richtlinie mit 378 Stimmen (197 Gegenstimmen, 30 Enthaltungen) beschlossen. Damit besteht die Möglichkeit, die Verbindungs- und Standortdaten von rund 450 Millionen Bürgern, die beim Telefonieren (incl. nicht zustande gekommener Telefonanrufe), SMSen, E-Mailen, Surfen oder Filesharing anfallen, zu überwachen und langfristig zu speichern. Diese Daten sollen dann genutzt werden, um Profile vom Kommunikationsverhalten und von den Bewegungen Verdächtiger zu erstellen.

Die Inhalte von SMS und E-Mails sollen übrigens nicht gespeichert werden, wobei das zu den für die übrige Datenspeicherung anfallenden Kosten bei den Providern zusätzliche verursacht, da die Verbindungs- und Inhaltsdaten auf Protokollebene vermischt werden und somit zusätzliche Filter integriert werden müssen. Wobei die Kosten für die Chose natürlich - wie immer - letztendlich bei uns Nutzern hängen bleiben.

Die Speicherdauer soll zwischen 6 und 24 Monaten betragen, allerdings soll sie wohl nach oben nicht begrenzt sein, Polen würde wohl gern 15 Jahre speichern (die Datenspeicherhersteller werden sich freuen )

Bezüglich des Zugriffs auf die gespeicherten Daten wurde übrigens der sehr schwammige Ausdruck "schwere Straftaten" verwendet und keine Beschränkung auf Terrorismus und Organisiertes Verbrechen festgelegt. Wer wann, wo und warum Zugriff hat, soll in den Ländern selbst geregelt werden. Sicherheits- und Datenschutzrichtlinien wurden nicht in die Richtlinie integriert. Inwieweit das alles überhaupt mit nationalen Gesetzen vereinbar ist, müssen dann wohl letztendlich die Verfassungsschutzgerichte entscheiden.

Zitat:
Vorratsspeicherung von TK-Daten: "Privatsphäre wird zum Luxusgut"

Branchenverbände, Datenschützer, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie linksliberale Politiker haben voller Empörung und Sorge auf den heutigen Beschluss des EU-Parlaments zur massiven Ausdehnung der Telekommunikationsüberwachung reagiert. "Was als präventive Terrorismusbekämpfung beschlossen wurde, ist nichts anderes als die Bekämpfung der freien Kommunikation", beklagt Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein. Mit dem Entscheid "wird aus unserer freiheitlichen eine überwachte Informationsgesellschaft". Die neue europäische Bespitzelung ziele direkt auf die Köpfe der Menschen: "Jeder soll und muss wissen, dass jeder Kontakt per Telefon, Fax, Mobilfunk, SMS oder E-Mail, jede Nutzung des Internet langfristig gespeichert wird" und die Sicherheitsbehörden darauf zugreifen könnten. Das Telekommunikationsgeheimnis werde zur "disponiblen Masse". Die Parlamentarier hätten ein Papier abgenickt, das eine "Kapitulation der Freiheitsrechte vor vermeintlichen Sicherheitsbelangen darstellt".
(Quelle: heise.de)

Bei heise online gibt es eine Linkliste zu den wichtigsten Artikeln aus ihrer Berichterstattung zur Vorratsdatenspeicherung.

Ob das Sammeln solch immenser Datenmengen überhaupt im Sinne von Verbrechens- bzw. Terrorismusvorbeugung und -bekämpfung sinnig ist, bleibt sehr zu bezweifeln, tatsächlich unabhängige Untersuchungen scheint es dazu nicht zu geben.

Zumal es wie immer ist: Gegen jede Krankheit lässt der liebe Gott auch ein Kräutlein wachsen...

Bereits jetzt finden sich auf einer niederländischen Website beispielsweise zehn Wege, wie man eine Vorratsdatenspeicherung umgehen könnte. Z.B. kann man freie WLans oder beim Chatten außereuropäische Chatserver nutzen. Des Weiteren Tools wie Tor oder Freenet (nicht zu verwechseln mit dem Provider etc. "Freenet")

Ich sag's mal so: Nicht der Stärkere, sondern der Kreativere bleibt schlussendlich Gewinner der Evolution!
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Alt 19.12.2005, 15:10   #120
Akuma
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Halli

Ist es Zufall, dass wir Menschen "dies und solches" in Film und Geschichten schon seit Jahrzehnten vorausgeahnt haben und auch gewarnt wurden ?

Neuste Beispiele wären wohl "die Insel" oder "Minority Report"

Precrime lässt grüßen, wenn jemand wegen "Verdacht" festgenommen wird.


Dann heißt es wohl auch bald öfters: --> -->


Grüße
__________________
Zitat:
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Akuma ist offline  
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