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Alt 13.10.2002, 14:23   #1
Zwirni
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Frage was wirklich hinter der Tür in der Cheopspyramide war...

Zitat:
Kleopatras Pyramiden

Ein Mediensensation hatte es werden sollen. Chefarchäologe Zahi Hawwas, stilgemäß wie einst Indiana Jones mit Hut gekleidet, tänzelte vor den Kameras und verkündete Vollmundiges: Er lasse die ganze Welt teilhaben, wie er der sagenumwobenen Cheops-Pyramide von Gizeh ein weiteres Geheimnis entreiße. Doch die Reise, 4500 Jahre zurück in die Vergangenheit, von National Geographics live in 141 Länder übertragen, geriet zum Eklat.

Gizeh - Zahi Hawwas sitzt bereits ungeduldig vor den Monitoren, während seine Techniker um 3:35 Uhr den Roboter "Pyramid Rover" im Schein der Halogenlampen in das kleine Loch schieben. "Klaustrophobisch kleines Loch", kommentiert der Chefarchäologe schwitzend. Sie prüfen sorgsam die Steckverbinder, tippen kryptische Befehle in die Terminals. Die Menschen da draußen in der Welt, zum Teil in tiefer Nacht an den Fernsehbildschirmen, halten gespannt den Atem an. Was wird die kleine Maschine auf Raupenketten finden, wenn sie tief in dem hundert Meter langen Schacht vordringt? Eine weitere Grabkammer, einen Sarkopharg, wertvolle Grabbeigaben?

Doch erst einmal ist Geduld gefragt. Langsam, Zentimeter für Zentimeter robbt die Maschine tiefer und tiefer in eines der mächtigsten Bauwerke der Menschheit, ein Bündel Kabel hinter sich her ziehend. Eins der sieben Weltwunder ist es, mit unzähligen Mysterien verwoben, mit Todesflüchen belegt, unzählige Male von Grabräubern heimgesucht. Ein Monument, das zu Tagesbeginn und allabendlich seinen mächtigen Schatten über das Tal wirft. Das Königsfamilien als letzte Ruhestätte diente und beim Bau 20.000 Sklaven das Leben kostete. Ein architektonisches Meisterwerk aus gigantischen Steinblöcken, mit astronomisch streng ausgerichteten Seiten.

Doch die atemlose Spannung ist nicht von langer Dauer. Der erste Unmut und Zweifel an einer wirklich Live übertragenen Medienshow entsteht, als die Exkursion immer wieder von Dokumentarfilmen und Werbeblöcken zerhackt wird. Als der Roboter schließlich vor einer steinernen Tür mit Kupfergriffen steht, zeigt das ZDF "Ben Hur", im amerikanischen Original mit Charlton Heston und ungekürzt. Dann folgt ein Dokumentarfilm über die Blütezeit des Nils, als die Hochkultur der Pharaonen das Land überstrahlte. Dann, nach "Sissi - Schicksaljahre einer Kaiserin" schaltet das zweite deutsche Fernsehen endlich nach Gizeh zurück.

Greifarme öffnen die Tür. Millimeterweise schieben Servos die schwere Platte nach hinten, bis sie schließlich in einen Schacht fällt. Lautlos, denn eine Tonübertragung gibt es nicht. Plötzlich wirbelt Staub auf, der jahrausendelang ruhte und nun das übertragene Bild trübt. Die Techniker im Kontrollraum starren gebannt auf die Monitore und atmen erst wieder, als das Bild aufklart und im fahlen Licht des kleinen Scheinwerfers ein dunkles Loch zeigen, in dem ein Skelett liegt. Ägyptologen spekulieren weltweit über die Bedeutung des Fundes. War es ein Wächter der Grabkammern oder nur ein Räuber, der einen Nachschlüssel hatte, sich dann aber verirrte?

Der Roboter bewegt sich weiter. Die Techniker führen Kabel nach, welche die Raupe mit Strom versorgen, Steuerdaten senden und das Videosignal der kleinen Kamera zurückschicken. Laut Anzeige steckt das Gerät nun hundertfünfzig Meter tief im Stein. Die nächste Hürde: Der Gang knickt ab. In der Einsatzzentrale wird heftig diskutiert. Der Roboter könnte die Hürde nehmen, hat aber keine Blinker. Hawwas besteht gegen den erbitterten Widerstand des ägyptischen Verkehrsministers darauf, weiterzufahren. Schließlich setzen sich die Ketten wieder in Bewegung, langsam schiebt sich der "Pyramid Rover", von Joysticks dirigiert, um die Ecke. In der Schwüle der Nacht fließt der Schweiß in Strömen, bis jemand auf die Idee kommt, ein Fenster zu öffnen. Dann das nächste Hindernis in Gestalt einer quadratischen Platte. Erste Anrufe verärgerter Zuschauer erreichen das ZDF, als diese ein weiteres Mal die Übertragung abbrechen und "Karl Moik in Dubai" ausstrahlen.

Dann der Schock. Die Welt schreit entsetzt auf, während der Roboter durch die Wand bricht und den Blick auf ein Hinterzimmer eines Nachtclubs freigibt, in der sich allzu Menschliches tut. Hier hat Kleopatra Mukefuck ihre Appartment und wartet auf Kundschaft. Zahi Hawwas sabbert auf die Tastatur, als die dralle ägyptische Prostituierte für die Kamera eine Extravorstellung gibt, während die Techniker unverhohlen pfeifen und in hektischer Betriebsamkeit überprüfen, ob die Videorecorder auch wirklich alles mitschneiden. Im ZDF-Studio in Mainz steht Moderator Peter Arens fassungslos vor den Bildern und ringt ob der ganz und gar unköniglichen Präsentation mit Worten, bis ein beherzter Redakteur zum Pult springt und ein Live-Testbild schaltet.

Die Fachwelt überhäuft nun Zahi Hawwas seit Wochen mit Hohn und Spott. Der Leiter des ägyptischen Museums von Berlin sagte, er wäre nichts weiter als ein alter Lüstling, der keinerlei archäologische Qualifikationen besäße und seine Geilheit medienwirksam vermarkte. Der Chefarchäologe hingegen behauptet vehement, einem groß angelegten Schwindel aufgesessen zu sein. Er habe nicht mitbekommen, daß die Techniker den Roboter nicht in die Cheops-Pyramide, sondern in ein verkommenes Hinterhaus in der Altstadt von Kairo gesteckt hätten.

Hawwas bemüht sich derweil um Schadensbegrenzung und versucht nun, den Fund als "sensationelles Zeitdokument ägyptischen Liebeslebens" darzustellen, aber keiner seiner Kollegen schließt sich Hawwas' Sichtweise an, jedenfalls nicht öffentlich.

Kleopatra Mukefuck hat nach dem Medienrummel Probleme ganz anderer Art. Sie wurde in der Zwischenzeit von der ägyptischen Polizei verhaftet, sitzt in Untersuchungshaft und sieht sich der peinlichen Frage der Behörden ausgesetzt, wie denn das Skelett hinter ihre Wand gekommen sei. Ihre erste Aussage, sie habe einem verarmten ägyptischen König ihre Abstellkammer als letzte Ruhestätte zur Verfügung gestellt, vermochte die Beamten nicht zu überzeugen.
Das Ganze mit ein paar Bildern gespickt gibts unter http://www.spiggl.de/oh_cheops.
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