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Alt 17.05.2018, 11:12   #1
basti_79
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Standard Antisemitismus und Xenophobie

Es kommt, wie es kommen muss: die AfD legt vor, und je gleichgeschalteter die Medien (und Parteien) sind, desto eher ziehen sie nach. Neulich, beim Parteitag, Christian Lindner:

https://www.ardmediathek.de/tv/extra...entId=52474932

Hatte natürlich überhaupt nichts mit Rechts zu tun. Auch nichts mit Unterwürfigkeit.

In der Süddeutschen ist eine Karikatur erschienen, die manche Leute in ihrer Gestaltung mit dem "Stürmer" vergleichen. War natürlich "nur ein Witz" (also die Karikatur, nicht der Antisemitismusvorwurf), und die Süddeutsche hat sich auch gleich entschuldigt.

https://www.t-online.de/nachrichten/...karikatur.html

Ich denke, das zeigt deutlich, dass Jahrhundertprojekte wie "Aufklärung" und "Bildung" fehlgeschlagen sind.
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
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Alt 17.05.2018, 21:15   #2
perfidulo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Ich denke, das zeigt deutlich, dass Jahrhundertprojekte wie "Aufklärung" und "Bildung" fehlgeschlagen sind.
In Israel auf jeden Fall.
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Alt 17.05.2018, 21:21   #3
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
V
Ich denke, das zeigt deutlich, dass Jahrhundertprojekte wie "Aufklärung" und "Bildung" fehlgeschlagen sind.
Nicht fehlgeschlagen.
Sie sind nur (noch?)nicht flächendeckend erfolgreich


Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Es kommt, wie es kommen muss: die AfD legt vor, und je gleichgeschalteter die Medien (und Parteien) sind, desto eher ziehen sie nach.
Da darfst du dich auch gern selbstkritisch an die eigene Nase fassen.

Hier von Gleichschaltung zu sprechen, ist entweder mangelnder Bildung geschuldet oder einfach nur Hetze
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"Die Psychiater hatten einige Spezialausdrücke für meinen Fall. Naja, ich hatte auch einige Spezialausdrücke für die Psychiater." (Charles Bukowski)

Geändert von Lupo (17.05.2018 um 21:27 Uhr).
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Alt 17.05.2018, 23:41   #4
basti_79
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Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Nicht fehlgeschlagen.
Sie sind nur (noch?)nicht flächendeckend erfolgreich
Es könnte allerdings auch sein, dass beides nur potjemkinsche Dörfer waren, mit denen man davon ablenken wollte, dass eh immer alles weitergehen muss wie bisher.

Zitat:
Da darfst du dich auch gern selbstkritisch an die eigene Nase fassen.

Hier von Gleichschaltung zu sprechen, ist entweder mangelnder Bildung geschuldet oder einfach nur Hetze
Wie nennst Du das denn, wenn eine nationalistische Oppositionspartei die Mehrheit des Parlaments und die wichtigsten Medien vor sich hertreibt?

Ok, da kann man sagen, im dritten Reich mussten sie da tatsächlich irgendwen verprügeln, damit sich eine solche Wirkung einstellte, aber das Ergebnis ist ja dasselbe...
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Alt 18.05.2018, 01:00   #5
perfidulo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
.......im dritten Reich mussten sie da tatsächlich irgendwen verprügeln, damit sich eine solche Wirkung einstellte, aber das Ergebnis ist ja dasselbe...
Wer das vergleicht, weiss wenig über die Geschichte vor 1933.

Die AfD ist weit von einer NSDAP entfernt und wer das gleichsetzt lenkt von der eigentlichen Gefahr ab.

Noch kann die AfD nicht auf Unterstützung des Grosskapitals hoffen. Da haben selbst die Grünen bessere Karten.
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Alt 18.05.2018, 08:50   #6
Lupo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Es könnte allerdings auch sein, dass beides nur potjemkinsche Dörfer waren, mit denen man davon ablenken wollte, dass eh immer alles weitergehen muss wie bisher.
Echt jetzt?
In jedem verdammten Thread dieser Satz?

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Wie nennst Du das denn, wenn eine nationalistische Oppositionspartei die Mehrheit des Parlaments und die wichtigsten Medien vor sich hertreibt?
Hysterie und Panik, aber nicht Gleichschaltung

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Ok, da kann man sagen, im dritten Reich mussten sie da tatsächlich irgendwen verprügeln, damit sich eine solche Wirkung einstellte, aber das Ergebnis ist ja dasselbe...
Wenn du von anderen differenzierte Beiträge erwartest, solltest du mit gutem Beispiel voran gehen.
Hör doch zuerst mal mit deine Hetze auf?
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Alt 18.05.2018, 11:27   #7
basti_79
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Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Wer das vergleicht, weiss wenig über die Geschichte vor 1933.

Die AfD ist weit von einer NSDAP entfernt und wer das gleichsetzt lenkt von der eigentlichen Gefahr ab.
Was wäre denn die eigentliche Gefahr?

Zitat:
Noch kann die AfD nicht auf Unterstützung des Grosskapitals hoffen. Da haben selbst die Grünen bessere Karten.
Die Finanzierung scheint für aktuelle politische Parteien nicht mehr das entscheidende Kriterium zu sein. Wichtiger ist wohl, wie gut es der Partei gelingt, die Zielgruppe emotional zu manipulieren.

Zitat:
Zitat von Lupo Beitrag anzeigen
Hysterie und Panik, aber nicht Gleichschaltung
Ich würde sagen, wenn es der AfD gelingt (auch indirekt) Politiker und Journalisten in Panik zu versetzen oder hysterisch werden zu lassen, hat die AfD gewonnen. Das ist ja deren Strategie. Mit jedem solchen Vorfall verstärkt sich dieser Eindruck. Das hat etwas vom Streisand-Effekt.

Zitat:
Hör doch zuerst mal mit deine Hetze auf?
Meinst Du meine inzentiven Narrative?
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Alt 18.05.2018, 12:37   #8
perfidulo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Die Finanzierung scheint für aktuelle politische Parteien nicht mehr das entscheidende Kriterium zu sein.
Das nennt man wohl neudeutsch "Framing"

Bei Dir klickt bei "Unterstützung" sofort "Finanzen"

Was solls. Dein Problem.....

Die Gefahr der AfD ist, dass sie die Initiativen zur Selbstorganisation und Kritik in die falsche Richtung lenkt. Früher war radikale Kritik ein linkes Phänomen und man hat versucht etwas Praktisches zu tun. Und wenn es nur ein Buchladen war, in dem man Marx und Engels bekommen konnte, was im normalen Handel schwer war.
Ähnlich mit den ersten Körnerläden und Genossenschaften für saubere Lebensmittel bis hin zu "Landkommunen" oder "Kinderläden"

In den letzten Jahren wurde der Mut zur Selbstorganisation systematisch zerstört und durch staatgetragene Instanzen ersetzt. Etwa "Quartiersmanagement"

Die Hilfe für Flüchtlinge war ein letzter Ausbruch der Selbstorgansation, wo der Staat nicht reagieren konnte, dank de systemimmanenten Trägheit.

Die AfD greift nun den Wunsch nach Selbstorganisation auf (wenn es gegen Flüchtlinge geht) und kanalisiert die Aktionen. Damit wird Selbstorganisation stigmatisiert, weil es ja die AfD macht und der staatskritische Ansatz ist nicht mehr links, sondern explizit rechts (gegen Rundfunkgebühren)

Die Grünen hatten immer schon den paternalistischen Ansatz. Die Bürokratie oder die Umweltverbände sind stellvertretend für den Umweltschutz zuständig. Der Bürger darf ein wenig Hand anlegen (Vögel zählen, Parks aufräumen).

Die Piraten hätten die Technologie für die Selbstorganisation bereitstellen können, sind aber in esoterische Technik-Spielereien abgetaucht.

Man muss wieder die Wurzeln der Selbstorganisation ausgraben. Etwa die "freideutsche Jugend" auf dem Hohen Meissner 1913. Das Woodstock der Lebensreform.

Aber diese Spannung zwischen Selbstorganisation und Führung von Oben hat lange vor der AfD die NSDAP perfekt umgesetzt. Da kann man noch viel lernen. Auch warum in es in die Hose ging 1933 (KPD und Stalinismus)
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Alt 18.05.2018, 17:29   #9
basti_79
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Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Das nennt man wohl neudeutsch "Framing"

Bei Dir klickt bei "Unterstützung" sofort "Finanzen"

Was solls. Dein Problem.....
Ja, aber mal echt. Ich wüsste nicht, welche Unterstützung "das Großkapital" (wer ist das eigentlich?) sonst leisten könnte oder sollte. Ich meine, wenn z.B. Mark Zuckerberg oder der Vorstandsvorsitzende von Heckler & Koch sich irgendwie politisch äußern, führt das doch eh nur dazu, dass denkende oder fühlende Menschen sich angewiedert abwenden. Selbst, wenn es um irgendetwas fachlich passendes geht.

Zitat:
Die Gefahr der AfD ist, dass sie die Initiativen zur Selbstorganisation und Kritik in die falsche Richtung lenkt.
Oh, mit dem Satz kann ich inhaltlich etwas anfangen. Was an dem Gepöbel aus den Reihen AfD ist denn "Kritik", und wo ist da überhaupt etwas "organisiert", geschwiege denn "selbst organisiert"?

Ich würde sagen, deren Äußerungen könnte man bestenfalls als "xenophobe Hetze" bezeichnen, oder als "Rufe nach Gewalt, Einnehmen einer Opferhaltung und Versuche der Geschichtsklitterung". Kritik hätte in meinen Augen u.A. die Eigenschaften, sich auf die Realität zu beziehen und beim Publikum nicht nur eine emotionale Reaktion hervorzurufen.

Zitat:
Früher war radikale Kritik ein linkes Phänomen und man hat versucht etwas Praktisches zu tun.
Was, bitte, ist denn an der AfD "radikale Kritik"? Also, radikal sind die schon, aber wie gesagt: Kritik sieht anders aus.

Die anscheinend gemeinten Versuche, "etwas praktisches zu tun", sind - bis auf ein paar Demos, Theaterprojekte, Hippiekommunen, Buchläden und Verlage und ein paar geisteswissenschaftliche Ergüsse - gescheitert. Die Überbleibsel dieser Rotationsbewegungen halte ich für ungefähr so links wie die "breite Mitte" der SPD. Und selbst das würde noch nicht bedeuten, dass damals "Kritik" geleistet wurde, oder "radikale Kritik". Im Wesentlichen hat man da ja versucht, herauszufinden, wie heiß man das Wasser machen muss, damit der Frosch aus dem Topf hüpft.

Zitat:
Und wenn es nur ein Buchladen war, in dem man Marx und Engels bekommen konnte, was im normalen Handel schwer war.


Nachweisbare politische Wirkung der massenhaften Verteilung der Schriften von Marx und Engels (in den 2000'ern war attac Marburg im Wesentlichen ein Marx/Engels-Lesekreis) in den letzten 70 Jahren: 0.

Und das ist nicht die Schuld der AfD, im Übrigen.

Zitat:
Ähnlich mit den ersten Körnerläden und Genossenschaften für saubere Lebensmittel bis hin zu "Landkommunen" oder "Kinderläden"
Ich schwör's, ich hab nachdem ich den ersten Satz Deiner Antwort gelesen hatte, auf den "Quote"-Knopf geklickt und in einem durch von oben herunter geantwortet. Ich kann kaum fassen, dass Du die damals übliche Sektiererei und Konformität (hauptsächlich erzielt durch Gruppendruck, das wichtigste Werkzeug der Faschisten) als Praxis einer kritischen Bewegung bezeichnest. Erstaunlich, dass ich das sogar wusste, bevor ich gelesen habe, was Du geschrieben hast.

Zitat:
In den letzten Jahren wurde der Mut zur Selbstorganisation systematisch zerstört und durch staatgetragene Instanzen ersetzt.


Schwachsinn.
  1. "Selbstorganisation" heißt seit den Anfängen der Bundesrepublik: Päpste wählen und dann weiter wie bisher. Da man das Autoritätsprinzip eben nicht angreifen darf. So hat sich z.B. auch die Piratenpartei selbst zersetzt. Da haben die Behörden nicht einmal einschreiten müssen, so dumm waren die.
  2. Alle (übrigens alle selbsternannt) "Aussteiger", die ich kenne, sehnen sich danach, "Fördermittel" zu erhalten, möglichst von der EU, oder anderweitig de Facto ein "Bedingungsloses Grundeinkommen" zu erhalten. Mit einer ausdrücklichen Forderung danach macht man sich unter linken Geronten (Jg. 2000 oder früher) übrigens zum Hassobjekt.
  3. Die "Organisationen", bei denen solche Prozesse die größte zersetzende Wirkung entfalten, die etwa "der Bildung" (Hirnwäsche) dienen, oder "der Verwaltung", sind meistens die allerersten, die "verstaatlicht" werden und damit nicht etwa weniger selbstorganisiert, sondern einfach nur der Kritik enthoben.

Am tragischste ist das ja mit "linken Pädagogen". Die brüllen 30 Jahre herum vom Kapital und vom Faschismus, und wenn sie dann einmal ihre Lizenz in der Tasche haben, hetzen sie die Schulgestapo gegen Kinder und Jugendliche, das wären alles "Nazis", "Faschisten", die müssten mal "erzogen werden", es müsse überhaupt alles weitergehen wie bisher, und was einem denn einfiele, den höchsten Wert des Staats, und wie edelmütig man wäre, dass man das überhaupt noch ertragen würde ohne Amok zu laufen...

Zitat:
Etwa "Quartiersmanagement"


Dafür dürfte es wohl in den Zeiten von SGB II keinen Bedarf mehr geben. Problematische Viertel werden geräumt, wer nicht "freiwillig und glücklich zum Erhalt der Gesellschaft beiträgt", darf auch keine Ansprüche mehr anmelden, und schon kann alles weitergehen wie bisher.

Zitat:
Die Hilfe für Flüchtlinge war ein letzter Ausbruch der Selbstorgansation, wo der Staat nicht reagieren konnte, dank de systemimmanenten Trägheit.
Stuss.
  1. Es hat nur in Spuren zivile Hilfe für "Flüchtlinge" gegeben. So bekommen die z.B. allesamt ein mit dem Hartz-IV-Satz vergleichbares "Taschengeld". Das hat alles der Staat geleistet.
  2. Gleichzeitig wurde ja der Druck auf Deutsche Erwerbslose erhöht, "doch endlich eine Arbeit anzunehmen", damit man Argumente dafür hat, die "Flüchtlinge" gleich wieder abzuschieben.
  3. Selbstorganisiert war da De Facto überhaupt nichts. Die Linken sind wie kopflose Hühner durcheinander gerannt und haben die Agenda der AfD übernommen, damit alles weitergehen kann wie bisher.

Zitat:
Die AfD greift nun den Wunsch nach Selbstorganisation auf (wenn es gegen Flüchtlinge geht) und kanalisiert die Aktionen.
Willst Du ihnen einen Vorwurf daraus machen, ihre Mitglieder zu eigenen Zwecken zu instrumentalisieren? Wie Banane ist das denn?

Wo wären denn die Linken heute, hätten sie das niemals tun können?

Zitat:
Damit wird Selbstorganisation stigmatisiert, weil es ja die AfD macht und der staatskritische Ansatz ist nicht mehr links, sondern explizit rechts (gegen Rundfunkgebühren)


Mehrfacher Stuss.
  1. Was offenkundig stigmatisiert wird, ist nicht "Selbstorganisation", sondern Kritik überhaupt.
  2. Jede Oppositionspolitik muss notwendig Staatskritisch sein.
  3. Keine heutige Oppositionspartei (nicht einmal irgendeine nennenswerte Form von Öffentlichkeit) betreibt heutzutage "Kritik", geschweige denn "Staatskritik".
  4. Meines Wissens kann man nach wie vor gegen Rundfunkgebühren sein, ohne sich eine "Nazikeule" einzufangen.
  5. Wehe aber, man wendet sich gegen Schulpflicht Modell '38 oder SGB II - da ist aber die Hölle los...

Zitat:
Die Grünen hatten immer schon den paternalistischen Ansatz.
Ja, und linke Geronten pöbeln immer gegen die Grünen, wenn ihnen nichts besseres einfällt als das. Das ist die Ebene der FDP. Aber das macht ja nichts, solange man es als "Kritik" verkaufen kann.

Zitat:
Die Bürokratie oder die Umweltverbände sind stellvertretend für den Umweltschutz zuständig.


Wer sollte denn für den Umweltschutz zuständig sein? Und wie?

Zitat:
Der Bürger darf ein wenig Hand anlegen (Vögel zählen, Parks aufräumen).
Und?

Zitat:
Die Piraten hätten die Technologie für die Selbstorganisation bereitstellen können, sind aber in esoterische Technik-Spielereien abgetaucht.
Das siehst Du falsch.
  1. Die Technologie für Selbstorganisation ist verfügbar
  2. In der Piratenpartei wurden Päpste gewählt und Linke bekämpft, bevor auch nur jemand einen Reformvorschlag machen konnte
  3. Daher das Versagen
  4. "esoterische Technik-Spielereien" erfüllen für die Piratenpartei denselben Zweck wie z.B. "Umweltschutz" für die Grünen, "der freie Markt" für die FDP oder "weiter wie bisher" für die Parteien der großen Koalition: Diskussionspartner zu verhöhnen, Diskussionen unverzüglich zu beenden und den Punkt für sich selber verbuchen zu können
  5. Bei der Piratenpartei funktioniert das besonders gut, weil "für den Datenschutz" ein viel besseres Argument ist als noch "für die Bildung"
  6. So oder so hat sich die Piratenpartei nie als "Dienstleister für Selbstorganisationsprozesse" verstanden, sondern als dogmatisch-autoritär organisierter Parlamentarierwahlverein, der mit großer Öffentlichkeitswirkung behauptet, minimale Reformen anzustreben

Meiner Meinung nach obliegt es im Übrigen dem Staat, die entsprechende Infrastruktur bereitzustellen. Aber die weigern sich schon seit etwa 1990, von ihrer Linie des "weiter wie bisher, über alle Leichen hinweg" abzuweichen.

Zitat:
Man muss wieder die Wurzeln der Selbstorganisation ausgraben.
Was wären diese denn? Jetzt inhaltlich, nicht personell, traditionell oder ideologisch.

Zitat:
Etwa die "freideutsche Jugend" auf dem Hohen Meissner 1913. Das Woodstock der Lebensreform.
Stumpfsinn.

Zitat:
Aber diese Spannung zwischen Selbstorganisation und Führung von Oben hat lange vor der AfD die NSDAP perfekt umgesetzt. Da kann man noch viel lernen. Auch warum in es in die Hose ging 1933 (KPD und Stalinismus)
Äh, das ist erstens offensichtlich und zweitens allgemein bekannt. Im "Revisionismusstreit" um 1900 haben ein paar Idioten bei der SPD etwas gemerkt und dann eigene Parteien gegründet. Die SPD hat zu dieser Zeit versagt und sich dazu entschieden, den ersten Weltkrieg zu unterstützen. Die Parteien haben 30 Jahre lang Päpste gewählt und gehofft, dass sich davon etwas ändert. Dann kam Hitler, hat ein paar SPD'ler erschießen lassen, ein paar verprügeln, die SPD verboten, und dann konnte erst einmal alles weitergehen wie bisher. Nach dem Krieg hat sich die SPD neu aufgestellt und gesagt: "jetzt kann ja endlich alles weitergehen wie bisher". Dann haben sie weitergemacht wie bisher, dann kamen KPD und NPD und DVU und so, die haben sie auch alle verboten. Irgendwann kamen die Grünen. Die haben gesagt: "Umweltschutz, dann kann alles weitergehen wie bisher". Deswegen sind linke Geronten heute noch neidisch auf deren "politische Erfolge" (FCKW-Verbote, Umweltplaketten). Zum Dank dafür dürfen die Grünen jetzt sagen: "weiter wie bisher". Die Piratenpartei hat einfach von Anfang an gesagt: "weiter wie bisher", und hat dafür zumindest den Achtungserfolg gewährt bekommen, irgendwann zwischen zwei Bundestagswahlen mal auf 10 oder 12% zu stehen. Dann haben die Leute gemerkt: die wollen ja, dass sich etwas ändert. Dann wurde die AfD gegründet (ein Schelm, wer schlechtes dabei denkt), und die haben gesagt: "weiter wie bisher". Dann haben alle anderen gesagt: "Das ist ja Nazi!". Dann haben die gesagt: "Nazikeule, weiter wie bisher". Seitdem ist die AfD eine demokratische Partei, darf andere Parteien fernsteuern und die Medien, und es kann endlich wieder einmal alles weitergehen wie bisher.

Und wie unter Libertären üblich, braucht bloss jemand aufschreien und sagen: "ABER DIE RUNDFUNKGEBÜHREN!", dann machen die Nazis die Opferrolle, sind Demokraten und dann kann alles weitergehen wie bisher. Inklusive Zwangsarbeit, inklusive der Verbrennung unliebsamer Fremdlinge/Ketzer, inklusive Angriffskriege und Versuchen der Vernichtung demokratischer oder emanzipatorischer Impulse.

Wenn's ganz schlimm kommt, fordert einfach irgendwer die Frauenquote und beschuldigt die Grünen. Dann kann aber wirklich endlich alles weitergehen wie bisher. Und dann sind auch noch die Arbeitslosen schuld und auch die Linken. Ohne Feindbild funktioniert Politik dieser Art nun einmal nicht.
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Alt 18.05.2018, 18:40   #10
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Auf diesen Sermon zu antworten halte ich für müßig.


Du hast nichts kapiert und schwimmst im Selbstmitleid. Alles ist Scheisse. Und du zimmerst Dir Dein eigenes Weltbild zurecht.


Auch mit der SPD im Revisionsimusstreit ist es komplizierter als Du es aufgeschnappt hast.


Es ist vor allem völlig unangebracht die AfD als unfähige Trottel darzustellen. Das macht man nur, damit man auf die Argumente (die es ja Deiner Meinung nach nicht mal gibt) eingehen muss. Hat man mit den Grünen und Linken auch so versucht. Heute machen die Linken und die Grünen mit gegen die AfD.


Naja, die einst verfolgtern Juden morden heute Palästinenser......
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