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Außergewöhnliche Funde Die Piri Reis Karten, die Maschine von Antikythera oder die Goldflieger aus Südamerika - letzte Zeugen einer uralten Hochzivilisation?

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Alt 05.05.2002, 16:42   #1
Acolina
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Standard 120 Mio Jahre alte Landkarte?

Vorweg: @Dragonhoard: Deine russischen Freunde haben wieder zugeschlagen, ich hoffe, es war nicht wieder zu viel Wodka im Spiel...

So und nun zum Thema:

Im Ural ist eine Steinplatte gefunden worden, die laut einem Bericht der Prawda vom 30.04.02 eine Reliefkarte des Uralgebietes zeigt, die nach Meinung von Dr. Alexandr Chuvyrov von der Bashkirischen Staatlichen Universität nur maschinell hergstellt worden sein kann und nach Datierung einer zugehörigen Muschel gar 120 Mio Jahre alt sein könnte.

Zitat:
... Es geht um eine Steinplatte, die 1999 in der Nähe des Dorfes Chandar in der Region Nurimanov gefunden wurde. Auf dieser Steinplatte ist mit unbekannter Technologie eine Reliefkarte des Urals graviert. Genau dieselbe Art von Karten benutzt für gewöhnlich das Militär. Außerdem finden sich auf der Platte Schriftzeichen unbekannter Herkunft. Die ältesten Berichte solcher Reliefsteine/ -platten datieren vom 17./18. Jahrhundert. Auch vom Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es einen Bericht über Steinplatten mit Reliefs und eigenartigen Schriftzeichen. Alle diese Berichte stammen aus der derselben Region. ...

Der gut eine Tonne schwere Block war 1,48 mal 1,06 mal 0,16 Meter groß. Es dauerte eine Woche, bis er vollständig ausgegraben war. Was sich den Forschern eröffnete, war so unglaublich, dass Chuvyrov seinen Augen nicht traute.

Der so benannte "Dashka-Stein", eigentlich eher eine Platte, wurde in die Universität zur weiteren Untersuchung gebracht. Die Reinigung brachte eine dreidimensionale Reliefkarte zum Vorschein - eine Sensation. Die Forscher machten sich sofort an die Identifikation des Kartenausschnitts. Das erwies sich als leichter gesagt als getan, doch sie wurden fündig. Zusammen mit russischen und chinesischen Kartographen konnten sie eindeutig zeigen, dass es sich um eine Karte der Uralregion handelt. Außerdem enthielt die Karte Schriftzeichen unbekannter Natur. Es wurde zunächst vermutet, dass es sich um alte chinessiche Zeichen handelt, doch konnte dies schnell ausgeschlossen werden.

Dr. Chuvyrov, von Hause aus Naturwissenschaftler, machte sich daraufhin an die Untersuchung des Steins selbst. Er besteht aus drei Schichten. Der Grund ist etwa 14 Zentimeter dick. Er besteht aus hartem Dolomit. Vor allem die zweite Schicht ist hochinteressant. Sie besteht aus Diopsid. Es ist diese Schicht, in die das Bild gearbeitet ist. Wie ganz genau dies vor sich gegangen sein soll, ist völlig unklar. Zurzeit wird ausgeschlossen, dass es "manuell" hergestellt wurde. Die Präzision ist nicht die eines Steinmetzes. Es wirkt eher wie "maschinell" gefertigt. Die dritte Schicht ist nur etwa zwei Millimeter dick. Sie besteht aus einer Art Porzellan und schützt das Bild vor Umwelteinflüssen.

Auch die Karte selbst bietet einige Überraschungen. Neben den eingezeichneten Flüssen offenbaren sich dem aufmerksamen Beobachter zahlreiche weitere Strukturen. Zwei riesige Kanäle sind eingezeichnet. Ein System von Dämmen ergänzt das Ganze zu einer riesigen Staudammanlage. Sie müssen offenbar in der Lage gewesen, über eine Billiarde Kubikmeter Wasser zu stauen. Im Vergleich dazu ist der gewaltige Wolga-Don-Kanal nur ein Kratzer auf der Landkarte.

Als nächstes machten sich die Forscher an die Datierung - keine leichte Aufgabe. Verschiedene Datierungsversuche ergaben sehr unterschiedliche Ergebnisse. Auf der Oberfläche des Steines fanden sich zwei Muscheln. Eine dieser Muscheln (Navicopsina munitus) ist etwa 500 Millionen Jahre alt, die andere (Ecculiomphalus princeps) ungefähr 120 Millionen Jahre. Dieses Alter wurde auch als "Arbeitsthese" akzeptiert. Ursprünglich war man von einem Alter von 3000 Jahren ausgegangen.

Der Fairness halber sei erwähnt, dass den russischen Wissenschaftlern die Datierung anhand der Muschel selbst etwas eigenartig vorkommt - das sollte es auch. Schließlich sagt die Existenz der Muschel nicht wirklich etwas über das Alter der Karte aus. Selbst wenn sie eingesetzt wurde, kann sie doch schon 120 Millionen Jahre tot gewesen sein. Insofern ist die Datierung der Karte durchaus als unsicher zu betrachten.

In unseren Tagen werden solche 3D-Karten zu Navigationszwecken angefertigt. Um sie herzustellen, bedarfs es eigentlich einer Untersuchung aus der Luft. Allein um das Modell eines einzigen Berges zu erstellen, bedarf es enormer Rechnerleistung. Das momentan in den USA laufende Projekt der Kartografie der Erde wird erst 2010 abgeschlossen sein. Statt Antworten fanden die Wissenschaftler während ihrer Untersuchungen stets nur neue Fragen.

Vergegenwärtigt man sich die alten Aufzeichnungen, in denen von rund 200 solcher Reliefplatten die Rede war, eröffnet sich noch eine ganz neue Perspektive. Rein hypothetisch hätte man bei 384 Kartenstücken die gesamte Erdoberfläche kartografiert. Die Wissenschaftler sind davon überzeugt, noch weitere Kartenstücke auffinden zu können. Eventuell war es ursprünglich eine zusammenhängende Karte, die während der Eiszeit zerbrochen wurde. Eine Idee, wo die restlichen Stücke zu finden sind, haben sie auch schon. Nach fester Überzeugung aller Beteiligten ist die Auffindung weiterer Teile nur eine Frage der Zeit.

In der Zwischenzeit schicken die russischen Forscher ihre Ergebnisse an verschiedene Forschungsinstitutionen in aller Welt. Bis auf eine Ausnahme, bei der es sich eventuell um den Versuch einer Kopie dieser Karte handelt, gibt es keine vergleichbaren Artefakte. Das ist ungewöhnlich. Über die Identifikation des Erschaffer der Karte rätselte man bisher vergebens. Vorläufig heißt sie die Karte des Schöpfers.
Quelle: http://www.freenet.de/freenet/wissen...ral/index.html

Auf den zum Bericht gehörenden 2 Bildern ist leider so gut wie nichts zu erkennen.

Was haltet ihr von der Sache?
__________________
Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 23.03.2018, 16:00   #2
Qwert
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Diese "120 Mio Jahre alte Landkarte?" nennen auch einige Leute "Dashka Stone".
Ein googeln, nach "dashka stone", bringt allerdings wenig Fakten zu Tage.
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Alt 23.03.2018, 16:19   #3
basti_79
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Zitat:
Zitat von Qwert Beitrag anzeigen
Diese "120 Mio Jahre alte Landkarte?" nennen auch einige Leute "Dashka Stone".
Ein googeln, nach "dashka stone", bringt allerdings wenig Fakten zu Tage.
Willkommen im Forum, Qwert. Für die Anderen: wir kennen uns persönlich und haben kurz vorher noch über das Thema gesprochen.

Erst einmal danke für das Stichwort.

Wenn ich "dashka stone" in Google eingebe, stoße ich auf diese Quelle:

http://www.ancient-origins.net/artif...old-map-006589

Wo ein wenig sensationalistisch über den Stein berichtet wird. Da wird allerdings auch der Stein sowie ein Stück Landkarte abgebildet. Die Übereinstimmung muss man - gelinde gesagt - mit der Lupe suchen. Soll heißen: Es gibt so gut wie keine.



Die einzige überhaupt erkennbare Übereinstimmung ist, dass ein Spalt in dem Stein ungefähr dem Lauf des Flusses Belaja zu entsprechen scheint. Das würde aber beim erkennbaren Grad der Übereinstimmung wahrscheinlich auch für den Rhein oder die Elbe gelten...

Noch skurriler ist die Behauptung, auf dem Stein wären "Hieroglyphen" zu sehen. An der Stelle würde ich sagen: "Wie Sie sehen, können Sie nichts sehen". Ich frage mich ernsthaft, was einen Menschen dazu treibt, so eine Behauptung auch noch zu verbreiten.

Abgebildet wird ein Ausschnitt aus einer Landkarte, die die Region um Sterlitamak zeigt.

Wie Dir vielleicht auffällt, liegt dieser Thread schon 16 Jahre trocken. Das bedeutet in der Regel, dass das Interesse am Thema zum Erliegen gekommen ist.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
basti_79 ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 23.03.2018, 16:40   #4
Qwert
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@basti-79

Danke für den Beitrag.
Die genauigkeit der Karte scheint wirklich nicht allzu gut.
Hyroglyphen erkenne ich auch nicht.
Auch hier im Thread wurde bereits erwähnt, dass die Forscher, zu Beginn, den Stein auf 3000 Jahre schätzten. Nur die Muschel hatte sie irritiert.


Ps: Das Alter und die Stille des Themas hatte ich bemerkt. Aber ich dachte mir: "Hinterlasse ich mal eine Nachricht, falls sich doch mal jemanden hierher verirrt.
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