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Alt 29.05.2005, 12:08   #1
nubstyl0r
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Daumen hoch Die Irrtümer der Gentechnologie

Die Irrtümer der Gentechnologie

Die Gentechnologie manipuliert an den Bausteinen des Lebens, ohne deren Funktion und Zusammenwirken genau zu kennen. Immer wieder ergeben sich deshalb nicht vorhersagbare, oft viel später auftretende Folgen. Diese sind meist keine zufälligen Fehler in den Labors: Die Gentechnik bei Pflanzen und Tieren arbeitet mit einem seit Jahren überholten Bild von Vererbung. Pannen und Rückschläge dieser Risikotechnologie resultieren aus einer systematischen Verkennung der Komplexität von Natur und Leben.

Positionseffekt

Schon lange ist bekannt, dass bei der Genmanipulation von Tieren und Pflanzen nicht abzusehen ist, an welcher Stelle des Genoms sich die von den Gentechnikern eingebauten Fremdgene in der DNA verankern und was sie dort bewirken. Diese Wissenslücke hat erhebliche Konsequenzen: Denn je nach seiner Position in der Erbinformation kann ein und dasselbe Gen ganz unterschiedliche Wirkungen und Funktionen haben (Positionseffekt). Auch kann ein einziges Gen, entgegen dem zentralen Dogma der Gentechnik „ein Gen-ein Protein“ eine Vielzahl von Proteinen herstellen. Spitzenreiter darin ist ein Gen der Fruchtfliege, das über 38.000 verschiedene Proteine herstellen kann.

Epigenetik – Vererbung ist mehr als die Summe der Gene

Bislang gingen viele Forscher davon aus, dass Gene die kleinsten funktionellen Einheiten der Vererbung sind. Das Genom von Pflanzen und Tieren wurde als Baukasten betrachtet, bei dem beliebig Teile eingefügt oder entfernt werden können. Dass dieses Bild revidiert werden muss, zeigen jedoch die Erkenntnisse der Epigenetik. Durch diese Erweiterung der traditionellen Genetik wird z.B. erst verständlich, warum es bei Pflanzen, Bäumen und Tieren immer wieder zu einem Abschalten der eingebauten Fremdgene kommt: Die Epigenetik zeigt, dass es im Genom eine Ebene jenseits der Gene gibt. Die DNA ist demzufolge keineswegs das Buch des Lebens, sondern wenig mehr als eine zufällige Anordnung von Worten. Erst durch die Existenz einer ordnenden Struktur bekommen diese Worte Sinn. Obwohl über diese Struktur sehr wenig bekannt ist, werden unverdrossen Pflanzen freigesetzt, die ihre Existenz einer Wissenschaft verdanken, deren eigene Grundlagen noch zu weiten Teilen im Dunklen liegen.

Selbstständiges Abschalten

Bei der Genmanipulation von Tieren kommt es daher sehr oft zu einer Abschaltung der in das Tier eingebrachten Gene durch das so genannte „gene silencing“, spätestens in der nächsten Generation. Viele Versuche scheitern an der nicht stattfindenden Vererbung auf die Nachkommen des transgenen Tieres.
Auch Pflanzen, die beständig dem erbgutverändernden UV-Licht ausgesetzt sind, haben Mechanismen entwickelt, um zu verhindern, dass ihr Genom verändert wird. Auffällig hoch ist bei ihnen die Zahl der Gene, die Reparaturmechanismen übernehmen. Daher haben Pflanzen ungleich mehr Gene als der Mensch, Reis beispielsweise mehr als doppelt so viele. Mutierte oder fremde Gene werden in der Regel entdeckt und stillgelegt. Neben dem normalen Stoffwechsel, der z.B. Fortpflanzung und Wachstum regelt, verfügen Pflanzen zudem über einen so genannten sekundären Stoffwechsel, der nur zum Teil erforscht ist. Hier werden oft mehrere 10.000 Substanzen gebildet. Da Pflanzen vor Umwelteinflüssen nicht weglaufen können, benötigen sie ein großes Anpassungsvermögen. Viele dieser Funktionen werden von den sekundären Inhaltsstoffen übernommen. Beim Einbau neuer Gene wird dieser Stoffwechsel gestört. Pflanzen können dann zum Beispiel besonders anfällig gegenüber Schädlingen werden, durch neue, toxische Inhaltsstoffe nützliche Insekten schädigen oder für Menschen allergene Stoffe produzieren. Stoffe und Prozesse, die noch nicht bekannt sind, können jedoch auch im Zulassungsverfahren für genmanipulierte Organismen nicht erfasst werden. Ihre Freisetzung in die Natur ist daher ein inakzeptables und gefährliches Spiel auf Kosten von Mensch und Natur.
Einige Beispiele belegen die Irrtümer der Gentechnologie:

Transgene Sojapflanzen mit rissigen Stängeln

Genmanipulierte Sojapflanzen der Firma Monsanto mit künstlich eingebauter Herbizidresistenz (RoundupReady-Sojabohnen) reagierten im Anbau unerwartet auf Temperaturveränderungen: In der Hitze riss der Stängel auf. Der Grund: Aus nicht geklärter Ursache erhöht die gentechnische Veränderung die Bildung holzbildender Bestandteile in der Pflanze.

Unbekanntes Erbgut in Gen-Soja

Jahre nach der Zulassung entdeckten Wissenschaftler im Jahr 2001 unbekannte Abschnitte im Erbgut von Gen-Soja. Die Wissenschaftler stießen auf ein DNA-Stück, das mit keiner bekannten Erbsubstanz von Pflanzen übereinstimmt. Dies ist bereits das zweite Mal, dass unabhängige Wissenschaftler dem Monsanto-Konzern die fehlerhafte Beschreibung einer Gen-Sequenz nachweisen. Bereits ein Jahr zuvor zeigte sich, dass neben dem Gen, das von Monsanto angegeben wurde, noch zwei unvollständige Kopien desselben Gens in RoundupReady-Soja enthalten sind.

Kohlmotten lieben Bt-Mais

Eine unerwartete Nebenfolge insektenresistenter Pflanzen zeigte eine Studie, bei der Larven der Kohlmotte mit Pollen von Gentech-Mais gefüttert wurden. Statt die Larven zu töten oder zu schädigen, gediehen diese nach dem Verzehr prächtig: Die Kohlmotten nutzten das Protein als Nahrungsergänzung und wiesen eine bis zu 56 Prozent höhere Wachstumsrate gegenüber mit konventionellen Pflanzen gefütterten Artgenossen auf. Die Kohlmotte ist ein berüchtigter Rapsschädling.

Petunien weiß statt rot

Das erste deutsche Freisetzungsexperiment in Köln endete in einem farbenfrohen Fiasko: 40.000 manipulierte Petunien, ausgestattet mit einem Maisgen für eine lachsrote Blütenfarbe, blühten statt rot plötzlich weiß oder gesprenkelt. Zudem hatten die Pflanzen mehr Blätter und Triebe, während ihre Fruchtbarkeit herabgesetzt war.

Fische wachsen, frieren aber weiterhin

Wissenschaftler in Neufundland versuchten, Lachsen ein „Antifrier-Gen“ aus einem anderen Fisch einzubauen, um sie widerstandsfähiger gegen die Kälte nordischer Winter zu machen. Die transgenen Lachse erwiesen sich aber nicht als kälteresistent. Dafür löste die Genmanipulation bei einem Teil der Fische eine im Vergleich zu natürlichem Lachs zehnmal höhere Wachstumsrate aus.

Deformationen bei Gen-Fischen

Transgene Lachse weisen unter anderem extreme Kopf- und andere Körperdeformationen sowie veränderte Fettablagerungen auf. Eine Übersicht über körperliche Deformationen bei transgenen Fischen zählt folgende Veränderungen auf: Tumore, veränderte Flossen- und Wirbelformen, Schädeldeformationen, abnormes Kiemenwachstum, fehlende Körpersegmente sowie verkümmerte Nacken- und Schwanzformen.

Gen-Kartoffeln schwächen Ratten

Der britische Wissenschaftler Arpad Pusztai wies nach, dass Kartoffeln, denen ein Schneeglöckchen-Gen eingebaut worden war, unerwartet schädlich für Ratten waren. Nicht das reine Lektin, sondern die transgenen Kartoffeln, die das Lektin selber produzierten, führten zu Schädigungen bei den Versuchstieren. So waren innere Organe der Ratten nach zehn Tagen um etwa zehn Prozent geschrumpft, ihr Immunsystem war geschwächt.

Gentech-Sonnenblume produziert mehr Samen

Transgene Sonnenblumen, die ein Insektengift produzieren sollten, lösten bei der Auskreuzung auf verwandte Wildformen überraschende Zusatzeffekte aus: Die Pflanzen mit der neuen Erbinformation produzierten nicht nur das Gift, sondern auch 50 Prozent mehr Samen. So können Unkräuter entstehen, die sich wesentlich rascher ausbreiten und auch noch Überlebensvorteile haben, nämlich ein Gift gegen schädliche Insekten. Bekanntestes Beispiel ist Raps, der in Amerika zum Super-Unkraut geworden ist und nur noch mit hochgiftigen Pestiziden bekämpft werden kann.

Schädlingsresistenz bei Bäumen

In China wurden Pappeln mit Genen für Insektenresistenz versehen. Ein Teil der Bäume zeigte zwar den erwünschten Effekt gegenüber Schädlingen, jedoch nach zwei Jahren auch unerwartete Empfindlichkeiten gegenüber anderen Schadinsekten. Der Grund: Das Fremdgen verändert die Produktion der so genannten Phytoöstrogene, also den „Hormonhaushalt“ der Pflanze.

Gefährlicher Bierkonsum

Hefe, die gentechnologisch verändert wurde, um die alkoholische Gärung zu verbessern, besaß überraschenderweise eine bis zu dreißig Mal höhere Konzentration an Methylglyoxal, einer hochgiftigen Verbindung.

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