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Naturphänomene Kurioses und Rekorde aus der Tier- und Pflanzenwelt, atmosphärische und andere Naturschauspiele, verändertes Verhalten von Tieren ...

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Alt 15.07.2004, 15:58   #1
Desert Rose
Gast
 
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Standard Fast wie bei Alfred Hitchkock - Wenn Bussarde und Krähen Menschen angreifen

Zitat:
Raubvögel verteidigen häufig den Nachwuchs


Vorsicht Vögel? Wenn Bussarde und Krähen Menschen angreifen

veröffentlicht: 15.07.04 - 13:15

Berlin (rpo). Wer Alfred Hitchkocks Thriller "Die Vögel" gesehen hat, den beschleicht beim Anblick großer Vogelschwärme bestimmt schon mal ein mulmiges Gefühl. Und tatsächlich gibt es immer wieder Berichte darüber, dass Menschen von Vögeln angegriffen werden. Was steckt dahinter?
Flügelschlagen, lautes Kreischen und schon bohrt sich ein scharfer Vogelschnabel in den Nacken. Vor "Angriffen" von Vögeln á la Hitchcock haben viele Menschen Angst. Denn immer wieder gibt es Berichte darüber, dass Spaziergänger und Jogger Opfer solcher Attacken werden.

Doch die in Scharen angreifenden, bösartigen Vögel gehören nur in die Welt des Thrillers. Fast immer, wenn ein Vogel einen Menschen angreift, will er sein Brutrevier verteidigen, sagt Wolfgang Fiedler, vom Max-Plank-Institut für Ornithologie in Radolfzell. Warum jedoch ein Jogger beispielsweise von einem Mäusebussard als eine Bedrohung wahrgenommen werde, sei auch ihm rätselhaft.

Auch Waldkäuze können auf Läufer oder Spaziergänger unangenehm reagieren. "Ihre Jungen klettern schon sehr früh aus den Bruthöhlen und sitzen dann gerne auf den Ästen", erklärt der Experte. Nähere man sich bewusst oder unbewusst solchen "Ästlingen", könne es zu heftigen Angriffen der Altvögel kommen.

Häufig werden Krähen für die Übeltäter gehalten. Doch bei den wenigen Fälle, in denen die Rabenvögel tatsächlich "handgreiflich" werden, handele es sich um handaufgezogene Tiere, sagt Fiedler. Sie seien es gewohnt, "ihrem" Menschen auf Arm, Schulter oder Kopf zu fliegen und versuchten das unter Umständen auch bei anderen Leuten. Neben Bussarden und Eulen verteidigten auch manche Singvögel wie Möwen oder Seeschwalben ihr Revier, sagt Franz Bairlein vom Institut für Vogelforschung aus Wilhelmshaven.

Dass sich Medienberichte über angreifende Vögel häufen, habe damit zu tun, dass immer mehr Leute in Naherholungsgebiete gingen, die mittlerweile auch zunehmend von Greifvögeln besiedelt würden, vermutet Fiedler. Zudem hätte früher ein Bauer einen solchen Vorfall höchstens in seinem Bekanntenkreis erzählt. "Heute rennt jeder, dem so etwas 'Ungeheuerliches' wie der Angriff einer größeren Tierart passiert, zu Medien, Behörden und Jägern", sagt der Experte.

Eine Zunahme der Aggressivität halte er für unwahrscheinlich. "Man trifft sich nur öfter", sagt er. Bei den Angriffen handele es sich um ein angeborenes Abwehrverhalten, betont auch Bairlein. Daran habe sich nichts geändert.

Doch selbst von den Mäusebussarden, den am häufigsten gemeldeten "Angreifern", gebe es verschwindend geringe Zahlen. "In Deutschland und angrenzenden Ländern gibt es zwischen 180.000 und 300.000 Brutpaare und es werden vielleicht fünf oder zehn 'Angriffs'-Fälle pro Saison bekannt", erklärt er.

Doch was tun, wenn ein Raubvogel tatsächlich aufdringlich wird? "Bussarde greifen fast immer von hinten an. Schon eine simple Kappe mit einem auf die Hinterseite gemalten Gesicht soll ausreichen, um diese Anflüge abzuwehren", sagt Fiedler. Ausprobiert habe er diese Methode jedoch selber noch nicht. Ansonsten bleibe nur: "ducken und weitergehen". Die unmittelbar verteidigten Brutreviere seien nicht groß. Deshalb könne man nach einem "Angriff" die Stellen meiden.

Wichtig sei auch, kleine "hilflose" Eulen - wie alle anderen Jungvögel - nicht anzufassen. Das fordere sofort den Zorn der Altvögel heraus. Auch auf Annäherungen, etwa für Fotos, an Jungtiere von größeren Vogelarten sollte verzichtet werden.

"Übrigens gehen viele Anflüge auch gar nicht blutig aus", beruhigt Fiedler. Meist erfolgten erst ein paar sehr niedrige Überfüge oder Umkreisungen des "Opfers" zur Drohung. Wer dann stur stehen bleibe, bekomme auch mal die Krallen zu spüren.
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