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Rund um Naturwissenschaft Neue Technologien, Physik, Chemie, Neue Energien, Tesla & Co ...

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Alt 09.06.2005, 07:56   #1
Acolina
Hausdrachen
 
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Glaubwürdigkeit der Wissenschaft

Zitat:
US-STUDIE

Jeder dritte Forscher mogelt

Forschungsskandale und Datenmanipulationen haben wiederholt die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft erschüttert. In den USA hat eine groß angelegte Studie jetzt erstmals das Fehlverhalten unter Forschern zahlenmäßig erfasst - mit erschreckenden Ergebnissen.

In schaurig-schöner Regelmäßigkeit stolperten in den vergangenen Jahren selbst prominente Wissenschaftler über Betrugsskandale. Doch die wenigen spektakulären Fälle sind nur die Spitze des Eisbergs, wie jetzt die erste groß angelegte Studie über wissenschaftliches Fehlverhalten in den USA nahe legt.

Ein Team um Brian Martinson von der Health Partners Research Foundation hat 3247 US-Wissenschaftler befragt - darunter Biologen, Mediziner, Chemiker, Physiker, Ingenieure und Sozialwissenschaftler. Das erschreckende Ergebnis, nachzulesen in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Nature": Jeder dritte Forscher hat nach eigenen Angaben allein in den vergangenen drei Jahren mindestens ein potentiell strafwürdiges Vergehen begangen.

6 Prozent der Befragten haben eingeräumt, in ihren Fachartikeln Daten verschwiegen zu haben, die ihren eigenen Forschungsergebnissen widersprochen hätten. 15 Prozent hätten Daten ignoriert, von denen sie "aus dem Bauch heraus" geglaubt hätten, sie seien falsch. Besonders bedenklich: Weitere 15 Prozent der befragten Wissenschaftler hätten den Aufbau, die Methodologie oder die Ergebnisse einer Studie verändert, weil sie von ihren Geldgebern unter Druck gesetzt worden seien.

"US-Wissenschaftler zeigen Verhaltensweisen, die weit über Fälschungen, Erfindungen und Plagiate hinausgehen", schreiben Martinson und seine Kollegen. Es sei vor allem das scheinbar banale, dafür aber weit verbreitete Fehlverhalten, das für die Integrität der Forschung mittlerweile eine große Gefahr darstelle. Man müsse daher mehr als nur die prominenten, aber seltenen Fälle von Forschungsbetrug betrachten.

Als Gründe für die immer weiter um sich greifenden Verstöße machen die Forscher eine ganze Reihe von Faktoren aus. So seien Wissenschaftler heutzutage hartem Wettbewerb und strenger Regulierung ausgesetzt, heißt es in "Nature". Hinzu kämen gesellschaftlicher Druck und immer höhere Anforderungen aus den Chefetagen von Unternehmen.
(Quelle: Spiegel.de)


Weitere Links:

Schlampen, Manipulieren, Fälschen (Telepolis)


Gerade in der letzten Zeit las man auch häufiger von der versuchten oder auch erfolgreichen Einflussnahme z.B. von Tabak- oder auch Mobilfunkunternehmen auf Studienergebnisse.

Hier ein solches "nettes" Beispiel bez. Ölindustrie:
Zitat:
[...]
Allerdings gestaltete sich der Wissensdurst der Regierung Bush in Sachen Klimaschutz bislang recht selektiv - und meist zugunsten der Ölindustrie. Politisch motivierte Eingriffe in die Arbeit von Forschern, die bis zur Unterdrückung kritischer Studien reichten, haben zu einem beispiellosen Zerwürfnis zwischen der Regierung und der Forschergemeinde der USA geführt. Die neueste Episode ist ein Skandal, den die "New York Times" jetzt publik machte: Ein ranghoher Berater Bushs hat demnach systematisch wissenschaftliche Studien manipuliert, um die Rolle des Treibhausgas-Ausstoßes für den Klimawandel herunterzuspielen.

Der Öl-Lobbyist, der Klimaberater wurde

Philip Cooney, ehemaliger Lobbyist der US-Energiebranche und mittlerweile Stabschef im Umweltrat des Weißen Hauses, soll wiederholt Regierungsgutachten nachbearbeitet haben - obwohl die Studien bereits von Wissenschaftlern der Regierung bestätigt worden seien, berichtet die "New York Times". Bevor Cooney 2001 ins Präsidialamt berufen wurde, habe er als Lobbyist für das American Petroleum Institute gearbeitet, die größte Interessengruppe der US-Ölindustrie.
[...]
(Quelle: Spiegel.de)
__________________
Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
Acolina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.06.2005, 09:19   #2
Jahnine
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Und ich dachte die Wissenschaftler wissen alles und haben immer Recht..... da war ich wohl ganz falsch gewickelt, was?


Wenn die Regierungsmenschen schon solche Daten manipulieren, werden wir wohl niemals erfahren, was WIRKLICH los, egal in welcher Hinsicht. Z.B. hinsichtlich Ausserirdische........
Jahnine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.06.2005, 19:52   #3
Streifi
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Schummler gibt es überall. Wer alles ohne zu hinterfragen glaubt, ist selbst schuld. Das gilt auch bei Wissenschaftlern. Selbst die Relativitätstheorie und die Stringtheorie werden derzeit von einer Raumsonde (Gravity Probe B (GP-B)) überprüft, die bestimmte Effekte der Gravitation misst. Sie soll ermitteln, warum die Relativitätstheorie, die den Makrokosmos erklärt und warum die Quanten- bzw. die Stringtheorie, die den Mikrokosmos erklärt, sich nicht vereinigen lassen. Entweder gibt es in der Relativitätstheorie einen Fehler, oder in der Stringtheorie. Und wo der Fehler steckt, soll eben ermittelt werden. Unwarscheinlich aber möglich wäre, daß beide Theorien fehlerhaft sind. Auch dies könnte die Sonde ermitteln. In dem Fall wäre es ein Super-GAU, der uns bei der Erklärung des Universums ein Jahrhundert zurückwerfen würde, da dann alle Theorien komplett auf den Prüfstand kämen und komplett neu ermittelt werden müssten.

Auch die Wissenschaft weiss nicht alles. Wer das glaubt ist schief gewickelt.

Die Wissenschaft versucht auch nur, die Welt zu erklären und bemüht sich um korrekte Beobachtung und Interpretation der Natur. Aber auch die Wissenschaft kann sich mal irren. Zudem ist das Universum zu gross und zu komplex, als daß es je komplett rational erklärt werden könnte, ein endgültiges Weltbild wird es also nie geben, also sollte man sich auch nie zu sehr auf ein bestehendes Weltbild verlassen und immer offen für ein neues, exakteres sein. Wir werden die letzte Wahrheit zwar nie erfahren, aber wir nähern uns dafür gaaaaaaanz langsam kontinuierlich immer mehr an.

Letztenendes ist Wissenschaft selbst eine Art von Glaubensfrage. Ich ziehe aber die Wissenschaft jederzeit irgendeiner Religion oder anderen Glaubensrichtung vor, da sie sich inständig darum bemüht, die Welt zu erklären und sie nicht mit Göttern und anderen übersinnlichen Dingen zu überfluten versucht.
Streifi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.06.2005, 21:08   #4
Salystra
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Zitat:
Letztenendes ist Wissenschaft selbst eine Art von Glaubensfrage. Ich ziehe aber die Wissenschaft jederzeit irgendeiner Religion oder anderen Glaubensrichtung vor, da sie sich inständig darum bemüht, die Welt zu erklären und sie nicht mit Göttern und anderen übersinnlichen Dingen zu überfluten versucht
Widersprichst Du Dir da nicht selber? Zumal wir ja (eben) erfahren haben, dass (manche) Wissenschaftler ihre Ergebnisse nicht so ganz "der hehren Forschung" zuliebe zustande bringen?

Siehst Du, und so ist das mit Religionen und ihren Anhängern auch
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Alt 09.06.2005, 21:12   #5
Streifi
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Ach man. Schwarze Schafe gibt es überall. Und werden deren Schumeleien einmal entdeckt, können die in der akademischen Welt eh ihren Hut nehmen. Soviel ist mal sicher.
Streifi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.06.2005, 22:56   #6
gumpensund
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Pfeil

Zitat:
Streifi schrieb :
"Ich ziehe aber die Wissenschaft jederzeit irgendeiner Religion oder anderen Glaubensrichtung vor ..."
Warum biste dann eigentlich bei GreWi ... und nich innem schicken SchuWi- Forum ...
Erzähl mal ...
+

Kann man aber auch etwas anders sehen. Gibt ne ganze Reihe Glaubensrichtungen
und Weltanschauliche "Schulen", die keinen Alleinvertretungs- Anspruch verkünden ...

Ziemlich im Gegensatz zu vielen SchuWi- Vertretern, die ihr auf windige Axiome
gegründetes "Glaubens- System" recht gerne als das Maß aller Dinge verkaufen möchten.

Einige Glaubensrichtungen gründen sich auf viele tausend Jahre praktischer Übung,
Erfahrung und Erkenntnis, vielfach lückenlos übertragen und überliefert ...

Dagegen ist die SchuWi bestenfalls ein etwas eingebildetes, halbstarkes Kind, das
bis heute ne ganze Menge Unwissen und echten Aberglauben stolz "Wissenschaft" nennt.

+

Zitat:
Streifi schrieb :
"... da sie sich inständig darum bemüht, die Welt zu erklären"
lööl ... ... aber man soll ja niemanden in seinen Träumen stören ...

+

kleiner Zen- Spruch als Betthupferl :

Wissen verhält sich zu Erfahrung ... wie ein Tropfen, der ins Meer fällt.

+
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Alt 10.06.2005, 00:34   #7
Streifi
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 27.05.2005
Beiträge: 201
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Zitat:
Original von gumpensund
Warum biste dann eigentlich bei GreWi ... und nich innem schicken SchuWi- Forum ...
Erzähl mal ...
Willst du das wirklich wissen?

*räusper* Aaaalso... *ahem*

Es war einmal ein kleiner Streifi. Der hat sich im Zeitschriftenladen immer diese Esoterik-Magazine gekauft, wo es um UFOs und Geister und so ging. Das fand der auch ganz doll spannend und so. Aber im Laufe der Jahre wurde es langweilig. Immer nur verschwommene und verwackelte Fotos von Irgendwas, in das man ganz doll viel reininterpretiert hat. Streifi begann also, sich langsam zu fragen, wenn es solche Dinge wirklich gäbe, warum keiner scharfe Fotos von diesen Phänomenen macht. Schliesslich gibt es ja auch scharfe Fotos von extrem scheuen Tieren, die auch völlig unberechenbar vor der Kamera flüchten können. Und es war sehr verdächtig, daß die scharfen Fotos fast alle immer als fakes entlarvt wurden. Und auch die Geschichten wurden langweilig, sie waren fast immer die selben. Irgendwer wurde von einem Ausserirdischem entführt, alamierte die Behörden und wurde von irgendwelchen Men in Black aufgesucht. Immer die gleiche Leier. Da erlebt ein Versuchskaninchen in einem Labor ja mehr als die Entführungsopfer. Und dann der Roswell Absturz. Mal war es ein Raumschiff, mal ein Wetterballon, dann haben angebliche Regierungsangestellte, die in Area 51 gearbeitet haben doch etwas von Ufos erzählt, dann haben die neusten Erkenntnisse doch wieder auf einen Wetterballon hingedeutet und ein ewiges Ping Pong, das nie wen zufrieden stellte. Es gab Skeptiker für alles und jeden. Und jeder glaubte letzten Endes das, was er wollte. Das ganze mutete nach der Suche nach dem heiligen Grahl an. Und warscheinlich existiert der nicht mal. Streifi beschloss also, nur zu glauben, was bewiesen wurde. Und das war in der Szene verdammt wenig. Und bei dem, was nicht bewiesen war, tat es immerhin die glaubwürdigste, plausibelste Erklärung. Und die war, daß die Area 51 warscheinlich nur ein Geheimstützpunkt ist bzw. war, in dem neuartige Flugzeuge getestet wurden. Daß dafür Alien-Technologie verwendet wurde, war indess nicht zu glauben, da Streifi weder den Zeugen des Absturzes, noch der amerikanischen Regierung glaubte, der Fall war einfach "ungelöst" und nichts weiter.

Mit den Jahren wurde es Streifi dann zu dumm und er kaufte sich keine Esoterik-Magazine mehr und begann indess, mehr die richtigen wissenschaftlichen Zeitschriften zu kaufen, da die Wissenschaftler im Vergleich zu UFO-Fanatikern weltweit einfach mehr Gehör fanden und anerkannter waren. Schliesslich sind dies ja auch "aufgeklärte" Zeiten.

Irgendwann begann Streifi dann im Internet umherzustreifen und fand hier und dort mal recht okkulte und obskure Sachen. Teilweise wirklich rätselhaft, teilweise so unglaublich schlecht gefakter Unsinn, daß es schon wieder lustig war. Ganz hat die Esoterik-Schiene Streifi also nie verlassen, sie ist nur ins Reich der Fantasie hinübergeglitten. Und da Streifi gern mal Fantasy- und SciFigeschichten schreibt, auch wenn noch keine fertig und online zum nachlesen ist, holt er sich immer gern aus der Esoterik- und Grenzwissenschafts-Szene hin und wieder mal eine Inspiration.

Soweit eigentlich eine nette Geschichte, nicht wahr? Und so war es auch.

Wissenschaftsseiten sind mir persönlich etwas zu trocken, ich lese also nur die Artikel, die mich wirklich interessieren, behalte aber immer im Hinterkopf, daß nur bewiesene Sachen Tatsachen sind, daß alles andere nur Theorien sind, wenn sie für mich auch glaubwürdiger sind, als jede Religion oder alternative Glaubensrichtung.

Letzten Endes würde ich nie in einem Wissenschaftsforum abhängen, da würde mir die Decke auf den Kopf fallen und ausserdem, wenn da schon Leute anfangen, herumzuspekulieren, kommt bei dem Halbwissen, was die meisten haben, auch nicht viel anderes heraus, als wenn einige Grenzwissenschafts-Begeisterte herumspekulieren, dann begebe ich mich lieber direkt in diese Richtung, da weiss ich dann schon, was ich von dem Diskutierten halten darf.

Und ich bin mit den Leuten eh vorsichtig. Auf coasttocoastam bin ich auf die krassesten Beispiele für Fakes gestoßen. Ein Foto von der Goldengate Bridge, mit Photoshop, bzw. dem Wischfinger-Tool bearbeitet und schon kannst du jeden, der sich mit Grafikbearbeitung nicht auskennt, schocken. Das Bild wurde als Foto-Omen einer nahenden Katastrophe (warscheinlich Terror-Anschlag) verkauft und die Leute glaubten es ungeprüft. Auch Fotos von Zigarettenqualm, transparenten Plastiktüten vor der Kamera, Lichtspiegelungen, Lichtstrahlen etc. reichten von Geisterbildern über UFO-Bildern bis hin zu Fotos von angeblichen strukturellen Raumzeitbrüchen und Paralleldimensionstoren. Die Fantasie der Uploader kannte fast keine Grenzen. Und die Dummheit der Leute, die dies glaubten, ebenso wenig. Zuletzt waren es auch solche Dinge, die mich "wachrüttelten", daß dieser ganze Esoterik-Spuk nur für die "Gläubigen" ist, nicht aber für die, die nicht an so etwas glauben.

Auf dieser Seite ist beispielsweise ein solches Foto zu sehen. Dies ist eindeutig Zigarettenrauch, aber schaut, welch nette Geschichte dazu gestrickt wurde. Und es findet sich immer jemand, der sie glaubt. Sogar diese Lichtreflexionen, die bei Digital-Fotographie normal sind, wurden schon als Geister, Mini-UFOs oder "Spook-Spheres" verkauft, wobei sie zufällig auf dem Foto anwesende Tiere, die zufällig in die Richtung einer solchen Reflexion blickten, natürlich selbstverständlicherweise "gesehen" wurden.

Letzten Endes hat mich aber die ganze ROD-Schiene einigermassen wieder auf die Szene aufmerksam gemacht, da dort zum Teil sehr hübsche Bilder von komischen, sich durch die Luft schlängelnden Stangen zu sehen waren. Für einen Moment war ich echt neugierig, um was es sich dabei handeln konnte, doch die Erklärung, daß es sich dabei um schnell an der Kamera vorbeifliegende Insekten handle, war am einleuchtendsten. "Beweisfotos" für diese Behauptung reichten für mich aus, um mir dieses "Phänomen" zu erklären, dennoch war ich von der Fantasie mancher Leute sehr fasziniert, die darin Drachen, antike, aufgerollte Botschaften, ruhelose Geister, mal wieder Alienraumschiffe, oder gar sogar bisher nicht entdeckte Lebewesen von der Erde oder aus einer Paralleldimension sahen. Größtenteils musste ich doch schmunzeln, aber als ich dies sah, hatte es mich doch wieder um einige Inspirationen erweitert.

Schließlich habe ich auch dieses Forum gefunden und lange Zeit sehr amüsiert mitgelesen, bis ich dann doch mal in dem "UFOs sind Lebewesen?"-Thread in Kryptozoologie antworten musste. Ich bin sehr von Quallen und anderen Meereslebewesen fasziniert und fand daher die dortige Theorie sehr unterhaltsam. Ich musste sie einfach kommentieren. Und wo ich schon einmal dabei war, hab ich mich eben auch zu manch anderen Dingen geäussert.

Zitat:
Original von gumpensund
Kann man aber auch etwas anders sehen. Gibt ne ganze Reihe Glaubensrichtungen
und Weltanschauliche "Schulen", die keinen Alleinvertretungs- Anspruch verkünden ...

Ziemlich im Gegensatz zu vielen SchuWi- Vertretern, die ihr auf windige Axiome
gegründetes "Glaubens- System" recht gerne als das Maß aller Dinge verkaufen möchten.

Einige Glaubensrichtungen gründen sich auf viele tausend Jahre praktischer Übung,
Erfahrung und Erkenntnis, vielfach lückenlos übertragen und überliefert ...

Dagegen ist die SchuWi bestenfalls ein etwas eingebildetes, halbstarkes Kind, das
bis heute ne ganze Menge Unwissen und echten Aberglauben stolz "Wissenschaft" nennt.
Dem kann ich mich nur recht bedingt anschliessen. Viele Glaubensrichtungen basieren auf fiktiven Systemen, die die Welt erklären sollen. Aber Quellenangaben und Beweise fehlen, ganz im Gegenteil, es heisst, "die Person und der Typ haben gesagt" und weil dies heilige Personen sein sollten, soll das ganze dann schon stimmen. Wissenschaft hingegen basiert auf Logik und plausiblen Erklärungsversuchen. Nichts geschieht ohne Grund (Kausalität) und die Ursache liegt, wie so oft, im gaaaanz kleinen (Mikrokosmos). Und dann gibt es etliche Formeln, die das alles stützen sollten. Ich glaube das ganze daher mal ungefragt, ich will nicht jahrelang Physik studieren, damit ich mich irgendwann mit Wissenschaftlern streiten kann. Zumal genug Wissenschaftler unterschiedliche Ansichten von der Welt aben und parallel daran arbeiten, ihr Weltbild zu beweisen und das der Konkurenz zu demontieren. Das ist eine gesunde Rivalität, die auf allen Seiten dafür sorgt, daß die Wissenschaftler gründlich arbeiten und versuchen, zu einem gemeinsamen Konsenz zu kommen. Schwarze Schafe und Pseudo-Experten mal ausgeklammert.

Zitat:
Original von gumpensund
Zitat:
Streifi schrieb :
"... da sie sich inständig darum bemüht, die Welt zu erklären"
lööl ... ... aber man soll ja niemanden in seinen Träumen stören ...
Ist doch so. Was tut sie denn sonst? Die sucht wenigstens nicht nach faulen Ausreden, wie einem Weltenlenker alias Gott, dem man alles in die Schuhe schieben kann.

Zitat:
Original von gumpensund
kleiner Zen- Spruch als Betthupferl :

Wissen verhält sich zu Erfahrung ... wie ein Tropfen, der ins Meer fällt.
Da ist was Wahres dran.
Streifi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.06.2005, 04:43   #8
gumpensund
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Zitat:
Willst du das wirklich wissen?
doch doch ... war ne reine Frage ... ... sonst wär nen *Kicher* hinter geparkt und nich "erzähl mal" drunter.

Da ich (ähnlich wie du) noch ziemlich neu bin, hier in Acolina´s Wundertüte, stolper ich noch über manches
oder wunder mich eben ne Runde zu einigem, was die alten Hasen kaum noch juckt.

Die selbe Frage hätt ich mit Fug auch einigen anderen hier stellen können ... ich war vorher noch nie innem
GreWi- Forum, nichmal zum lesen ... meine naive Vermutung war eher, daß die Leuz hier alle GW- Landmarken
drauf haben und es nun aus ihrer Praxis heraus 1 oder 2 Schaltkreise lockerer sehen, als die Leschis und Schuwis

Drum war und ist mein Staunen nicht gering : fast jeder Vorschlag, der über das Physik- Schulbuch hinaus
geht, wird hier komplett pulverisiert, ignoriert, verlacht, diffamiert ... kurz : mit der üblichen Palette von
Techniken niedergemacht & abgewimmelt, die eher bekannt typisch für Schuwis und Berufs- Skeptiker sind.

Und das verblüffenderweise gerade von solchen Vögeln, die genügend eigene Probleme haben. Sie halten gerne
jenes Schulbuch mal hoch, wie ne Mao- Bibel ... dann ist es wieder Schwert und Schild. Nur zur Abwechsung
mal reingeschaut hat kaum einer. Manche haben Mühe, auch nur 10% dieser "heiligen" Schuwi zu fressen
und befassen sich eigentlich viel lieber mit aufblasbarem Spielzeug, wie ihrem Ego- System und anderen Sachen.
Sind aber große Autoritäten, wenn es darum geht Ansätze niederzumachen, die da nicht drinstehen ...

Ist das nicht ein ganz klein wenig Paradox ? Die Frage hab ich mir schon x mal verkniffen. Und jemand zu fragen,
der selbst kaum merkt, was er da so treibt, bringt von der Antwort her nicht viel. Drum warst du eben dran.

Du verstehst das wohl richtig : du bist in diesem Fall der "Aufhänger" und der Adressat einer Frage, die mich
schon eine Weile beschäftigt hat. Die Punkte, über die ich gestolpert bin, haben was mit dir zu tun, sind aber
auch archetypisch. Visierpunkt meiner Zweifel und Kritik ist nicht dein Wesen, sondern der Teil von dir, dem es
momentan gefällt, diesen Achetyp mit zu verkörpern.

Persönliche Kritik oder Fragen nach deinem "Belief- System" wären eher fies, weil das deine "Intimsphäre"
betrifft ... etwas sägen und neugierig bohren am Archetyp hingegen erlaub ich mir manchmal schon ...

Deine Antwort hat mir ziemlich gefallen, schöne Lektüre ... und einiges kann ich nun bissl besser nachvollziehen
und verstehen ... nebst ein paar Punkten daraus, die auch mich & andere beispielhaft betreffen ... Merci ...

+
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Alt 10.06.2005, 04:59   #9
gumpensund
Gast
 
Beiträge: n/a
Pfeil

"Meine" Stolpersteine hab ich schon mal angestrichen
und etwas durch die Schaltkreise ziehen lassen ...

+ Glauben heisst nicht Wissen. Und Wissen ist Macht.
+ Streifi beschloss also, nur zu glauben, was bewiesen wurde.
+ Und bei dem, was nicht bewiesen war, tat es immerhin die glaubwürdigste, plausibelste Erklärung.
+ (Kausalität) und die Ursache liegt, wie so oft, im gaaaanz kleinen (Mikrokosmos).
+ Ich glaube das ganze daher mal ungefragt, ich will nicht jahrelang Physik studieren,

... um dann darüber paar Stündchen in der horizontalen
zu meditieren ... alte indische Übung ...

+
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Alt 10.06.2005, 16:16   #10
Llewellian
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Also ich sags mal so:

Das mit den "komischen" Messergebnissen wird einem schon auf der Uni eingeprügelt. Hab ich selbst am eigenen Leib schmerzlich erfahren im Physikunterricht.

Thema war "Miss die Lichtgeschwindigkeit möglichst genau".

Ich also an die Arbeit, häng mich richtig rein, bau fett den Aufbau auf, such mir die besten Geräte aus dem Wissenschaftspark raus und komme mit dem Ergebniss (incl. Fehlerrechnung nach 1000 Versuchsdurchgängen) zu meinem Prof.

Der kuckts an und meint: Kann nicht sein. Kein Schüler misst hier an der Uni die Lichtgeschwindigkeit bis auf 0.5 Prozent vom Braunschweiger Eichnormal genau. +/-5 Prozent ok, aber nicht so genau. Da ist was falsch....sie haben doch mit Fleiss auf das bekannte Ergebniss hingearbeitet.

Tja.. Dreimal hat er mich das ganze Aufbauen lassen. An drei Tagen, in 2 verschiedenen Labors. Und jedesmal war ich so genau. Das Ergebnis war immer wieder gleich. Abweichungen Delta um die 0.5 +/- 0,1

Er meinte: Er würde mir die Arbeit solange nicht zulassen, bis ich den Fehler gefunden hätte...

Tja.. ich war bei einem anderen Physikprof, habs prüfen lassen, der konnte auch nix finden und nachdem ich dann einen Tadel kassierte, weil ich gegenüber meinem Prof voll ausgetickt bin und ihn einen alten erzkonservativen Theoretiker genannt habe der noch nicht mal englisch kann und einen Dipl. Ing zum Messgeräte bedienen braucht.... da hat ers mir dann (dank der Beihilfe des anderen Profs und der Studentenverbindung) endlich zugelassen...

Fazit: Ich hätte sofort die Arbeit gehabt und hätte eine menge Freizeit haben können, wenn ich nach dem ersten Mal einfach an den Platz gegangen wäre, alle Fehlerrechnungen so "korrigiert" hätte, das mein Ergebnis schlechter gewesen wäre und in seine +/- 5% Vorgabe gepasst hätte und voila, er hätts zugelassen. Ich hätte nur sagen müssen: Sie haben recht, Herr Professor. Und ich keine Ahnung.

Was lernt man: Wer Messergebnisse schon als Student fälschen muss um zu kriegen was er will, der wirds später auch machen. Du biegst dich oder du brichst.
Llewellian ist offline   Mit Zitat antworten
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