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Religion Von Animismus bis Zen...

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Alt 11.08.2008, 19:02   #1
albi2000
Jungspund
 
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Standard Schamanismus, ein Aberglaube sondergleichen?

Ein Mensch wird von einer bösen Krankheit befallen. Er geht zu einem Schamanen, dieser muss untersuchen, welcher Geist diese Person quält, dann nimmt er mit diesem Geist Kontakt auf, und schlägt ihm einen Deal vor, er solle dieser Mensch in Ruhe lassen, uns er gebe ihm dafür ein Blutopfer, dann wird ein Widder geopfert.
Bei den gesamten Bevölkerung spielt sich das fast gleich ab: ein gewisser Gott -niemand weiß zwar so recht, welcher Gott das ist, wie er heisst-, verlangt eine Unmenge Tieropfer, um die Sünden der ungehorsamen Erdlingen zu tilgen. Um den endlosen, blutigen, tierquälerischen Schlächtereien ein Ende zu setzen, kam ein gewisser Jesus, der Menschensohn, schlägt diesem Gott einen Handel vor. Anstelle der Tieropfer bietet er sich als einmaliges ewig gültiges Menschenopfer an. Gesagt, getan, und die Erdlinge sind fürderhin von ihrer Schuld befreit und straffrei. Durch diesen Kuhhandel – Blutopferabtausch anstelle von den Stieren einen Menschen zu opfern,- kann sich dann Jesus zum Gottessohn erheben und darf auf der rechten Seite neben dem Gott-Vater sitzen und sich auch zu einem dritten Teil auch Gott nennen. „Wer’s glaubt, bezahlt einen Taler“, so steht es in einem Märchen von den Grimm Brüdern. Aber heute sagt man nicht mehr Taler, sondern Kirchensteuer.

//edit: Werbelink entfernt.

Geändert von Acolina (11.08.2008 um 19:28 Uhr). Grund: Werbelink entfernt
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Alt 12.08.2008, 10:11   #2
Der Anwalt
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öhm... aha... und was soll uns das nun sagen? War das jetzt eine Feststellung?
__________________
Schaue niemals in einen Spiegel, wenn Du nicht bereit bist die Wahrheit zu erblicken.
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Alt 12.08.2008, 11:11   #3
perfidulo
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Zitat:
Zitat von Der Anwalt Beitrag anzeigen
öhm... aha... und was soll uns das nun sagen? War das jetzt eine Feststellung?
Das was die Pfaffen jeden Sonntag von der Kanzel verkünden

Zitat:
Um den endlosen, blutigen, tierquälerischen Schlächtereien ein Ende zu setzen, kam ein gewisser Jesus, der Menschensohn, schlägt diesem Gott einen Handel vor. Anstelle der Tieropfer bietet er sich als einmaliges ewig gültiges Menschenopfer an.
Christen sind lieb.
__________________
Vor jeder Antwort beachten: Ich bin kein Adept der Fantomzeit!
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Alt 12.08.2008, 11:32   #4
Tarlanc
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@albi:
Wo hast du denn dein fundiertes Religionsgeschichtliches Wissen her? Aus dem Ferkelbuch?
__________________
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Alt 12.08.2008, 14:15   #5
Acolina
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Ort: just the other side of nowhere
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Also dies fundierte Wissen klingt z.T. schon wie aus der Bibel ... Allerdings gab es da wohl dann auch so einige Textverständnisprobleme

Was willst du nun sagen, albi2000? Dass alle Religionen gleichermaßen Aberglauben sind? Also z.B. Christentum diesbezüglich auch nicht "besser" als Schamanismus ist?
__________________
Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
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Alt 19.08.2008, 17:04   #6
Calligula
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Ja nett, danke. Ich fühl mich als Christ sehr geschmeichelt. Hat dein Artikel eigentlich irgendeine Aussage, oder ist nur deine Katze über die Tastatur gerannt.
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Alt 26.08.2008, 19:14   #7
MartinB
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Eines meiner persönlichen Ansinnen ist es, Schamanismus und Christsein unter einen (und zwar meinen, das würde mir schon reichen) Hut zu bekommen. In diesem Sinne finde ich es schon löblich von abi2000, dass auch er implizit Jesus als erfolgreichsten Schamanen aller Zeiten, na, ich nenne es hier mal erahnt. Möglicherweise steckt in seinem Beitrag mehr Wahrheit, als ihm lieb ist. Darüber könnte man interessant diskutieren...

Leider wirkt der Beitrag auf mich aber(glaub-ich) eher so, als wolle da jemand Schamanismus und Christentum verunglimpfend gleich- und herabsetzen. Das ist natürlich ein weniger löbliches Ansinnen, welches dem Schamanen und dem Christen gleichermassen ein Gräuel sein sollte. Ob Diskussionen mit einem solchermassen Gesinnten interessant würden, ziehe ich hier mal vorsichtig in Zweifel.

Die Grimms haben übrigens nicht nur Märchen geschrieben und sich auch zum Thema Aberglauben geäussert. Dazu von Wikipedia ausgeliehen folgendes:

Im Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm wird das Wort Aberglaube als Homonym zum damals häufigeren Oberglaube gestellt, daneben Formen wie „Überglaube, dem super in superstitio nachgebildet“, Beiglaube zum böhmischen powẽra

Interessante Lecktüre, Aberglaube bei Wikipedia, zum Studium empfohlen, abi2000.
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Alt 27.08.2008, 10:56   #8
basti_79
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Ehrlichgesagt halte ich es für völlig unmöglich, als Christ Schamane zu sein, jedenfalls, wenn man die Vorstellungen der gängigen christlichen Kirchen übernimmt.

"Schamanismus" wird gekennzeichnet durch die Vorstellung, ein Mensch könne die Brücke zur "anderen" Welt zu schlagen (da wo die Toten, die Naturgeister etc. leben) und diese betreten.

Diese Vorstellung findet sich im Christentum eher gar nicht. Das höchste der Gefühle ist da eine plötzliche Entrückung beim Beten mit direktem Draht zu Gott. Die Literatur rät dort auch eher von Experimenten ab, bekanntlich war direkter Kontakt zu Gott die meiste Zeit Tabu, es gibt Gebote, die die Verehrung von "Götzen" verbieten (und ich bin mir nahezu sicher, jede Form des Schamanismus würde als Götzenverehrung verstanden) und auch sonst merkt man nicht viel davon, dass Menschen irgendwie mit jenseitigen Entitäten Verbindung aufnehmen.

Auch "Christus" als Schamane zu verehren führt nicht unbedingt weiter, da es im Widerspruch zu zahllosen Inhalten steht, die die meisten Kirchen ablehnen - nach denen wäre ja "Christus" "dreifaltig" (ich denk mir das nicht aus...), und nicht etwa "nur" ein Schamane, also ein Mensch mit Direktverbindung zu Gott.

Natürlich, manche Traditionen kann man durchaus als schamanistisch betrachten, z.B. könnte man argumentieren, Propheten oder Hildegard von Bingen hätten nichts als schamanistische Anwandlungen gehabt, andererseits mag ich diese Deutung nicht ganz teilen, Schamanismus ist doch eigentlich eher kein unfreiwilliges, wundersames Geschehen. Wenn jemand gelegentlich mal von Geistern (oder sonstwas jenseitigem) redet, ist das kein Schamanismus, solange damit nicht Glaubensvorstellungen und eine Tradition verbunden sind.

Also, sowohl die kirchliche Tradition als auch die Literatur der Christen verbietet letztlich explizit jegliche schamanistische Anwandlung. Praxis gibt es offiziell gar nicht, und auch mit der Selig/Heiligsprechung bekommt man ernste Schwierigkeiten, wenn man sich denn allzu sehr auf mystischen Pfaden verirrt.
__________________
Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
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basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.08.2008, 20:29   #9
Calligula
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Jep. Christ ist Christ und Schamane ist Schamane. Wir zwingen niemanden (zumindest nicht mehr) bei uns mitzumachen, aber wer Christ sein will, sollte schon nach der Bibel etc. leben. Das heißt jetzt nicht alles radikal machen was da drin steht, sondern das nicht machen, was nicht drin steht, von Schamanismus und ähnlichem ist da keine Rede. Zum Christsein gehört mehr als nur Guter Mensch sein (das gibts eh nicht). Christ ist wer an Gott glaubt und das geht nicht mit Schamanismus.
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Alt 27.08.2008, 21:51   #10
MartinB
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Vielleicht bin ich ein wenig naiv in solchen Dingen. Ich fühle mich zu beiden Richtungen hingezogen, von beiden tief inspiriert und arbeite daran, sie in meinem Herzen zu vereinen. Sonst nirgends, ich möchte gewiss keinen christlichen Schamanismus "postulieren"... Von daher sind mir ganz persönlich die Auslegungen irgendwelcher Kirchen, Theologen etc. ziemlich unwichtig, was nicht heisst, dass ich sie missbillige. Dass traditionelle Christen mein Bestreben nicht gutheissen können, ist schon klar, aber da gehts mir auch gar nicht drum, von irgendwem gutgeheissen werden zu wollen. Ebensowenig möchte ich dem Klischee des traditionellen Schamanen entsprechen, da gibts ja auch Dogmatiker unter den "modernen traditionellen", denen ihre Methoden und Rituale das Nonplusultra sind... was ich auch ihnen von Herzen zugestehe, wenn sie das so brauchen und es für sie so funktioniert. Schwierig wirds nur, wenn sie meinen, dass das automatisch auch für andere gilt.

"Konsensmacherei" in spirituellen Angelegenheiten ist mir einfach suspekt. Die Bibel sollte meiner Meinung nach von jedem menschlichen Herzen wahrgenommen und für sich persönlich erforscht werden. Wenn sie das Wort Gottes ist, und das glaube ich, so kann sie nur funktionieren, wenn sie auch das Herz des Einzelnen direkt erreicht. Gott kann doch nicht daran gelegen sein, dass ihn jeder genau gleich versteht... Und was dabei rauskommt, wenn Menschen sich dazu berufen fühlen, die Bibel auch für andere als ausschliesslich sich selbst "auszulegen", dokumentiert ja perfekt das babylonische Durcheinander der tausenden von christlichen Denominationen, die sich untereinander alle irgendwie nicht so richtig vertragen. Und trotz dieser offensichtlichen Tatsache fühlt sich jeder wahre Anhänger (von den Jesus Freaks bis zu den Zeugen Jehovas und darüber/darunter hinaus...) als selig im wahren Glauben schlummernd und den anderen irgendwie wenigstens ein bisschen überlegen... Als suche die Mehrheit der Suchenden hauptsächlich eine religiöse Legitimation ihres Eigendünkels. Hier mach ich mal einen vorläufigen Punkt.

Im Laufe meines Lebens habe ich intensive Erfahrungen und Begegnungen mit Inhalten und Vertretern beider Seiten gemacht (etliche andere sind mir auch begegnet, aber da gabs weniger echte Berührungspunkte). Ab einem bestimmten Intensitätsgrad wurde ich meist dazu aufgefordert "mich zu entscheiden". Da ist dann stets der Punkt für mich erreicht, an dem ich wieder auf wohlwollend kritische Distanz gehen muss, um weder mich selbst noch mein Gegenüber zu verletzen. Dein letzter Satz, Calligula, wäre z.B. so ein Knackpunkt gewesen. Glaube an Gott und Schamanismus geht nicht miteinander? Konsequenterweise müsste ich jetzt fragen, wer hat Dir denn das gesagt - und schon hätten wir einen Pulverfassfunken. Also verkneif ich mir das ganz diplomatisch und gehe meinen Weg einfach weiter - nicht ohne Dir vorher gedankt zu haben, wie es sich gehört. Wichtig ist doch nicht, wo sich Wege trennen, sondern wo sie miteinander gegangen sind. (Vorläufiger Punkt No.2)

Ich will hier jetzt keine Romane schreiben, das Thema ist arg komplex und ich bin mir oft meiner selbst nicht sicher - aber ich liebe wackeligen Boden. Ganz grob gesagt strebe ich nach etwa folgendem: Für mich selbst - und nur für mich - versuche ich, die schamanischen spirituellen Techniken und die christliche spirituelle Glaubenskraft gleichermassen als Werkzeuge einzusetzen, meine Jobs zu tun, die mir auf meinem Lebensweg begegnen. Und die sind mannigfaltig - im Prinzip begreife ich das ganze Dasein als einen Job. Bisher fahre ich ganz gut damit. Wäre ich kein spiritueller "Freelancer", könnte ich nicht meine Arbeit tun.

Hm, schullijung, dass ich hier in die Selbstdarstellerei abgedriftet bin. Nicht grade wissenschaftlich, was? Besserung gelobend, Martin.

Geändert von MartinB (27.08.2008 um 21:54 Uhr).
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