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Religion Von Animismus bis Zen...

Umfrageergebnis anzeigen: Würde, wenn die Menschheit nur eine Glaubensrichtung hätte auch so viele Kriege führen?
Ja, hat nicht s mit Religion zu tun 12 36,36%
Nein, wahrscheinlich nicht 19 57,58%
weiss nicht 2 6,06%
Multiple-Choice-Umfrage. Teilnehmer: 33. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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Alt 08.11.2004, 13:44   #51
camäleon
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Ich glaube schon, dass ein Zusammenhang besteht zwischen der Häufung von Kriegen und der „Religion“. Dies aber als Beweissführung für die Schädlichkeit eines Glaubens an einen Gott an sich ab zu tun finde ich voreilig, oberflächlich, äusserst problematisch und gefährlich.

Wenn ich das Lexikon unter Religionen aufschlage, so finde ich folgende Begriffsdefinition:

(lat) Das Ergriffen sein von der Wirklichkeit des Heiligen, das überwiegend in Glaubensgemeinschaften, den geschichtlichen Religionen, seine Ausdrucksform findet. Denke ich über den oben zitierten Satz nach, so kristallisieren sich für mich zwei Begriffe zentral heraus; … des Heiligen und ….Glaubensgemeinschaften. Dies scheinen die zentralen Charakteristika einer Religion zu sein.

Mit dem „heiligen“ eng verbunden ist das Streben nach einem Ideal, dem Absoluten, dem wahren und immer währenden Richtigen.

Mit dem „Glauben“ eng verbunden ist die Hoffnung auf die Erreichung und Verschmelzung mit dem „immer währenden richtigen Ziel'“.

Erfassen wir diese beiden Begriffe in ihrer viel breiteren Qualität, so wird schnell klar, dass sich diese Begriffe schicksalhaft durch die ganze Gesellschaft ziehen. Sie treten in jeder Gruppierung auf. Wo das Streben auf das „immer währende richtige Ziel“ zum Ausschluss und Herausdrängen des andersartigen führt, ist die Keimzelle des Krieges geboren.

In der geschichtlichen Vergangenheit waren es vor allem die Religionen, welche diese urmenschlichen Regungen nach dem Absoluten immer währenden zu lenken versuchten. Dies mit mehr oder weniger Erfolg. Der religiöse Zerfall und die zusehends bröckelnde Einflussnahme der Religionen auf die gesellschaftlichen Geschicke bieten, da sie nicht Urheber sondern nur Stellvertreter menschlicher Regung sind, kaum Hoffnung auf eine Besserung.

So werden sich zukünftig bloss die Vorzeichen der Kriege ändern.

In diesem Sinne denke ich Zusammenhang ja, Ursache nein!
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Alt 08.11.2004, 18:25   #52
Bundy
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Man kann das sicher nicht auf alle Kriege schieben, in vielen Fällen muß aber gesagt werden: Auch Ursache Ja.
Es ist notwendig für einen Krieg, daß ihm Konflikte und Meinungsverschiedenheiten vorrausgehen. Diese entstehen nicht allzu selten durch religiöse ansichten wie zum Beispiel das nicht anerkennen eines anderen Gottes oder daß vom 'Feind' bewohntes Land laut irgendwelchen heiligen Schriften und laut Gott einem selbst zusteht. Das, und vieles mehr, ist der Stoff, aus dem Glaubenskriege entstehen. Auch wenn diese nicht immer als solche zu erkennen sind.
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Alt 08.11.2004, 23:45   #53
camäleon
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@ bundy

Eigentlich möchte ich nicht auf der Sache rumhacken. Es ist mir jedoch ein Bedürfnis mein Anliegen nochmals zu formulieren- da ich denke, ich hab mich vielleicht etwas kompliziert ausgedrückt und Du hast mich nicht verstanden.

hier nochmals meine Meinung:
Vordergründig gesehen, mag der Streit um die Religionen und die damit verbundenen territorialen Anschprüche durchaus dem Argument der Kriegstreiberei standhalten. In meinem vorigen Post wollte ich jedoch darauf hinweisen, das die heute gängigen Weltreligionen bloss Prügelknabe für ein viel tiefer liegendes Problem sind. Das eigentliche Problem liegt meines erachtens im menschlichen Streben nach dem Absoluten. In der Vergangenheit war dieses Streben vor allem die Domäne der Religionen. Was die Häufung erklärt. Und heute? Es sind wissenschaftliche Erkenntnisse, politische Programme und sonstige Strömungen. Es macht keinen Unterschied; totalitäre Strömungen gibt es überall und sind Ausdruck von emotionaler Ueberforderung. Sie alle sind potentielle Kriegstreiber. Die Zukunft wird zeigen, an welchem "Rettungsanker" wir uns erhhängen werden.
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Alt 09.11.2004, 06:07   #54
Bundy
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Wie gesagt, man kann es nicht auf alle Kriege anwenden. Gerade wenn wir uns die Regionen Israel und Umländer anschauen wendet sich das Blatt. Dort scheint es all zu oft ein politischer Konflikt zu sein, wo es aber unterm Strich um etwas ganz anderes geht.
Natürlich kann man einem Zweiten Weltkrieg oder einem Einmarsch der USA in den Irak keinen Religiösen Charakter abverlangen. Dort allerdings musste Religion auch nicht als Prügelknabe herhalten.
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Alt 09.11.2004, 15:36   #55
Elisabeth
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Natürlich kann man einem Zweiten Weltkrieg oder einem Einmarsch der USA in den Irak keinen Religiösen Charakter abverlangen.

So einfach ist das nicht. Es gibt nur 2 Lösungen- die falsche (Terroristen) und die richtige (Amerika). Es kann keine anderen Götter geben neben mir- so ähnlich steht es in der Bibel. Und die Tradition der USA ist eine christliche. Hat der Terror also etwas mit Religion zu tun? Immerhin ist die Religion ein Teil der Kultur der Amerikaner und der "anderen". Geht man davon aus, dass es sich bei den Terroristen um Muslime gehandelt hat, wäre die Unvereinbarkeit der Meinungen nur zu verständlich. Es gibt nur eine Wahrheit in einer monotheistischen Religion. Natürlich die eigene Wahrheit. In sofern sind sich Christen und Muslime also ähnlich. Nur die "Leidensfähigkeit", die Bereitschaft für seine Idee zu sterben, ist unterschiedlich. Vielleicht hat genau das das Abendland am meisten erschreckt

Jede Religion hat Gebete. Ein Gebet ist Ihr Gespräch mit Gott. Ihr Erfolg und Glück ist die Antwort Gottes. Ihre unselbstsüchtige Werke zur Hilfe anderer sind Ihre in Handlungen übergegangenen Gebete. Daher ist dies kein Ausnahmefall
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Alt 09.11.2004, 20:06   #56
Bundy
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Was aber wäre, wenn die Staaten, aus denen die Terroristen kamen, christliche gewesen wären. Wären die Amis dort nicht genau so einmarschiert? Es gibt zwar nicht viele christliche Fanatisten oder Terroristen, aber man wäre sicher trotzdem einmarschiert. Oder hätte man es nicht getan, weil es keine religiösen Auseinandersetzungen gegeben hat? Ich glaube doch.
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Alt 11.11.2004, 10:15   #57
Stuss
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Jo dem stimm ich zu, aber man sollte sich vielleicht nicht nur auf unsere Epoche beschränken, dann fällt es auch nicht so schwer Christentum mit Terrorismus zu verknüpfen.

Ich seh das so, Religion wird meistens nur als Vorwand zum Krieg benutzt. Das bedeutet aber keinenfalls, dass die Religionen nichts dafür können. Gott dürfte dies doch überhaupt nicht zulassen...
Ausserdem erzeugen Religionen eine Art Spannung zwischen Menschengruppen, ein "Anderssein" oder eine Art Konkurenz. Ohne diese Spannung würde es erst gar nicht zu vielen Konflikten kommen weil die Hemmschwelle wesentlich höher liegen würde. Auch wenn die Religionen meistens und in unserer Epoche nicht die direkten Auslöser für Kriege sind, leisten sie ihnen meistens ersklassige Vorarbeit.
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Alt 18.12.2004, 14:45   #58
Stuss
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Schöner Artikel zur Diskussion, fals jemand die taz liest.

Um Gottes willen!
Shaolinmönche stehen Kopf, Derwische tanzen, Fromme geißeln sich und hören Engel singen. Gott ist wieder auferstanden: In seinem Namen werden Kriege geführt, Wahlen gewonnen, Menschen ermordet und Leben gerettet. Die Welt wird Himmel und Hölle - um des Glaubens willen. Das taz-Dossier zum vierten Advent über die Macht des Glaubens auf den SEITEN 3 bis 9

taz Nr. 7543 vom 18.12.2004, Seite 1, 5 Zeilen (TAZ-Bericht)
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