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Alt 01.01.2018, 15:48   #1
perfidulo
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Standard Das Elend der Chronologiekritiker

Basti hat vor kurzem Chronologiekritik in diesem Forum verboten.

Aber was verboten ist, macht und gerade scharf. Und wenn man sich das Treiben der Chronologiekritiker anschaut, wundert man sich über die Berechtigung eines solchen Verbots.

Die bekannteste Gestalt der Szene Heribert Illig hat sich inzwischen mit vielen seiner früheren Mitstreiter überworfen. Er gibt unverdrossen seine Zeitschrift heraus, die allerdings nicht im Internet zugänglich ist, so dass man zum Inhalt wenig sagen kann.

Andere sind grosszügiger mit Informationen und unterhalten eigene Web-Sites oder mischen in Foren mit.

Einige wollen glauben machen, die ganze Antike (inklusive Pyramiden) sei in den letzen paar Jahrhunderten hochgezogen werden. Andere glauben überall Regelmässigkeiten zu entdecken (etwa in Königsnamen), die ganz klar eine bewusste Gestaltung belegen.

Irgendwie hat sich Beton zu einem hilfreichen Material der Chronologiefälschung entwickelt. Damit lassen sich die unübersehbaren Bauwerke rasch in der erforderlichen Auflösung herstellen ohne Steinmetzen bemühen zu müssen.

Ein Problem ist sicher auch, dass die Chronologiekritiker immer älter werden und nach und nach wegsterben. Frisches Blut und neue Ideen sind nicht zu erkennen. Main-Stream-Wissenschaftler reden nicht mehr mit den Chronologiekritikern, was die natürlich schmerzt. Den Anschluss an die Truther-Szene haben sie irgendwie nicht geschafft. Mal sehen, was 2018 bringt.
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Alt 01.01.2018, 16:45   #2
basti_79
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Standard

Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Aber was verboten ist, macht und gerade scharf. Und wenn man sich das Treiben der Chronologiekritiker anschaut, wundert man sich über die Berechtigung eines solchen Verbots.
Meiner Meinung nach ist das Verbot (das im Übrigen nur "Chronologiekritik" an sich betrifft, nicht das Gespräch über z.B. Vorgänge in der Szene)
  1. Diskutabel
  2. Berechtigt
  3. Notwendig

Zitat:
Ein Problem ist sicher auch, dass die Chronologiekritiker immer älter werden und nach und nach wegsterben. Frisches Blut und neue Ideen sind nicht zu erkennen.
Das hätte ich, ehrlich gesagt, auch erwartet. Schlicht und einfach, weil dieser Blödsinn so abstrus ist, dass es (mich zumindest) schmerzt.

Ich würde erst einmal die Frage stellen, warum jemand überhaupt "die Chronologie kritisiert". Ich verwende Anführungszeichen, weil die Formulierung nur ein Notbehelf ist, nicht, weil ich denke, dass da nicht eine Chronologie kritisiert würde.

Meiner Meinung nach ist der zugrundeliegende Gedankengang folgender:
  1. Historiker erklären, wie unser Staat zustande kam
  2. Gäbe es eine andere Erklärung, wäre der Staat ein Anderer
  3. Ich will, dass der Staat sich verändert
  4. Also kritisiere ich "die Chronologie"

Im Grunde verwechselt man also da die Kausalität. Der Staat beruft sich bei der Ausübung seiner Macht eben gerade nicht auf die Geschichte. Das wäre erstens ein Fehlschluss, und zweitens auch fast immer bescheuert.

Ich erkenne aber durchaus, dass der Eindruck zustande kommen kann. Ganz besonders deutlich sieht man das bei Karl "dem Großen", den ja einige Leute z.B. für den ersten Europäer halten - obwohl es da unstrittig um das Mittelalter geht, wo es noch nicht einmal im Ansatz etwas wie die heutigen Staaten gab.

Zitat:
Main-Stream-Wissenschaftler reden nicht mehr mit den Chronologiekritikern, was die natürlich schmerzt.
Das wäre wohl der Zweck der Maßnahme.

Zitat:
Den Anschluss an die Truther-Szene haben sie irgendwie nicht geschafft.
Kannst Du zeigen, wie dieser Anschluss gesucht wurde? Das würde mich persönlich interessieren.

Zitat:
Mal sehen, was 2018 bringt.
Ach, die haben doch immer Saison...
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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Alt 01.01.2018, 18:01   #3
perfidulo
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Kannst Du zeigen, wie dieser Anschluss gesucht wurde? Das würde mich persönlich interessieren.
Ich hatte nicht angenommen, dass die Chronologiekritiker selbst Anschluss suche. Sie halten sich ja für seriöse Wissenschaftler, die nur verkannt werden.

Aber die Truther fahren ja begierig auf jede schräge Idee ab. Es ist doch logisch, dass man in der Matrix das verschwundene Mittelalter nicht erkennt. Oder irre ich mich da?
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Alt 01.01.2018, 18:39   #4
perfidulo
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Zumindest einer hat es schon mit der Matrix

Zitat:
Die Matrix der alten Geschichte. Analyse einer religiösen Geschichtserfindung", Zweite Auflage; Norderstedt: Books on Demand 2006; 536 Seiten mit 35 Illustrationen. ISBN 3-8334-1826-5
Das ist einer von den ganz Radikalen......

Zitat:
Zentral ist für Pfister die Quellen- und Überlieferungskritik: Die gesamte gedruckte und handschriftliche Überlieferung (Antike, mittelalterliche und frühneuzeitliche Autoren und Chroniken, die Urkunden und sonstigen Dokumente) ist nach ihm erst ab etwa 1730 entstanden. - Um diese Zeit ist auch die heutige Jahrzählung Anno Domini eingeführt worden.
Quelle
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