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Alt 27.12.2002, 14:59   #1
Acolina
Hausdrachen
 
Benutzerbild von Acolina
 
Registriert seit: 15.01.2002
Ort: just the other side of nowhere
Beiträge: 10.878
Pfeil

Hallo zusammen,

ab und an bekomm' ich Mails bzw. ist es auch hier im Forum Thema, dass die Grenzwissenschaften (respektive Beiträge hier im Forum) "gefährlich" seien, z.B. weil sie Paranoia auslösen, ängstigen, verwirren, irritieren, beunruhigen etc. pp. oder ganz einfach dazu verleiten, Falsches für richtig zu halten.

Deshalb möchte ich einmal einen Text, den ich vor mehr als einem Vierteljahrhundert entdeckte und der seitdem zu so etwas wie meiner Lebensmaxime geworden ist, hier als eine Art "Gebrauchsanweisung" für den Umgang mit den Grenzwissenschaften und mit diesem Forum hereinstellen:

Zitat:
Der Sohn des Kesa aus Kalamo kam einmal zum Buddha und klagte: "Meister, jeder Priester und Mönch erhebt mir gegenüber seinen Glauben zum einzig wahren und verurteilt den Glauben der anderen als falsch. Zweifel quälen mich, weil ich nicht weiß, welchen Worten ich folgen soll."

Der Buddha erwiderte: "Deine Zweifel sind gerechtfertigt, Sohn des Kesa. Höre meinen Rat: Glaube nichts auf bloßes Hörensagen hin; glaube nicht an Überlieferungen, bloß, weil sie alt und durch viele Generationen gegangen sind; glaube nichts aufgrund von Gerüchten oder weil viel darüber geredet wird; glaube nichts, bloß, weil es ein alter Weiser bezeugt; glaube nie etwas, weil Vermutungen oder langjährige Gewohnheit dich verleiten es für wahr zu halten; glaube nichts auf die bloße Autorität deiner Lehrer und Geistlichen hin.

Was jedoch nach eigener Erfahrung und Untersuchung mit deiner Vernunft übereinstimmt und zu deinem eigenen Wohle und Heile wie zu dem aller anderen Wesen dient, das nimm als Wahrheit und lebe danach!"

(Anguttara Nikaya)
In diesem Sinne herzliche Grüße
Eure Acolina

P.S. "Eigene Erfahrung und Untersuchung" - Logik & Empirie trennen den Weizen von der Spreu
__________________
Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
Acolina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.12.2002, 19:01   #2
nane
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

sehr weise und verständlich

so einfach kann es sein - wenn der eigene geist
mitspielt.
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Alt 29.12.2002, 14:08   #3
SeaRaven
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

ich glaub mit der "Gebrauchsanweisung" versteht jeder warum es hier geht. Da sie einfach und nicht mir Fremdwörtern vollgepackt ist, ist sie gerade zu perfekt zu diesem Thema
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Alt 29.12.2002, 21:22   #4
GerdB
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Es gibt genug Situationen , in denen man mit Gebrauchsanweisungen kämpfen muss ( nicht nur bei japanischen Geräten ).
Diese hier versteh sogar ich !
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Alt 30.12.2002, 18:52   #5
camäleon
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 30.08.2002
Beiträge: 451
Standard Ergänzung zur Gebrauchsanleitung

Wahrnehmung und Wirklichkeit


Der chinesische Weise (Konfuzius)

Ein chinesischer Weiser führte einmal vor den Augen seiner Schüler vier Blinde zu einem Elefanten. Den ersten führte er zum Rüssel, den zweiten zu den Beinen, den dritten zum Bauch und den vierten zum Schwanz des Tieres. Sie sollten das Tier betasten und daraufhin beschreiben.

„Ein Elefant“, sagte der erste, nachdem er den Rüssel sorgsam betastet hatte, „ein Elefant ist ein langes, weiches, bewegliches Rohr so dick wie mein Oberarm.“

„Unsinn“, sagte der zweite, „ein Elefant ist viel dicker; etwa wie ein Baum, den ich mit beiden Armen gerade noch umfassen kann.“

„Ein Baum?“ sagte der dritte, der am Bauch des Elefanten stand, eine Tonne, so gross, dass ich mit ausgestreckten Armen noch nicht einmal ihren halben Umfang ermessen kann.“

„Ihr irrt alle“, sagte der vierte, „ein Elefant ist vielmehr wie ein kurzer, biegsamer Stock, an dessen Ende ein büschel Reisstroh befestigt ist.“

Der Weise lächelte - die Schüler schwiegen.

camäleon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.01.2003, 17:26   #6
Tom
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
Original von GerdB
Es gibt genug Situationen , in denen man mit Gebrauchsanweisungen kämpfen muss ( nicht nur bei japanischen Geräten ).
Diese hier versteh sogar ich !
So isses. Einfach und doch präzise. Und wer hier nicht weiterkommt soll im chat vorbeikommen: Da werden Sie geholfen
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Alt 01.01.2003, 21:30   #7
camäleon
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 30.08.2002
Beiträge: 451
Standard von der Gebrauchsanweisung zum Kochbuch..

Antoine de Saint-Exupery
"Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung."

Ja, weise Worte. Sie schützen vor voreilig eingeschlagenen Bahnen und Dogmatismus! Um an dieser Stelle noch Gurdejieff zu Zitieren:
(aus Belzebub's Erzählungen an seinen Enkel)

....Als meine Grossmuter- das Himmelreich sei ihr beschieden- im Sterben lag, führte mich meine Mutter, wie es damals Sitte war, zu ihrem Bett, und als ich ihre rechte Hand küsste, legte meine teure jetzt verstorbene Grossmutter mir ihre sterbende Linke auf den Kopf und sagte flüsternd, aber deutlich:
"Aeltester meiner Enkel, höre und erinnere dich immer an mein strenges Vermächnis: tue nie im Leben was andere tun."

Nachdem sie dies gesagt, schaute sie auf meinen Nasenbogen, und da sie offenbar mein Erstauntsein und mein dunkles Verständnis von dem, was sie gesagt hatte, gewahrte, fügte sie ein wenig ärgerlich und anspornend hinzu:
"Entweder tue nichts- gehe nur in die Schule-, oder tue etwas, was sonst niemand tut."
Darauf gab sie ohne Aufschub und mit einem deutlichen Impuls von Verachtung für alle um sie herum und mit löblicher Selbsterkenntnis ihre Seele direkt in die Hände seiner Wahrhaftigkeit, des Erzengels Gabriel selbst..Meine erste Tat, die offensichtlich nicht mit..

(Neugierig? Dann selber les in Belzebub's Erzählungen an seinen Enkel)

Warum ich das alles zitier? Gurdejeff gibt in seinen Voten nicht so exiplite Aussagen wie Antoine de Saint- Exupery ; dafür beschäftigt er sich viel mehr mit dem "wie": man könnt es vielleicht für's Erste so ausdrücken:
"Man soll nicht am Brötchen riechen ob es frisch ist, vielmehr es ans Ohr halten und so beurteilen ob es frisch ist."


Um die Sache noch verwirrlicher zu gestalten: (denn das fehlt in der Gebrauchsanweisung noch)

Atoine de Saint-Exupery:
Man sieht nur mit dem Herzen gut
camäleon ist offline   Mit Zitat antworten
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