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Alt 06.02.2018, 00:39   #71
perfidulo
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Zitat:
Zitat von derwestermann Beitrag anzeigen
Würden sich mehr Bürger politisch engagieren, hätten sie auch mehr Einfluß.
Ach weist Du diesesn Sermon höre ich seit Jahrzehnten.

Engagiert Euch. Die, die es machen (wie ich auch) sehen, dass es ein strukturelles Problem in den Organisationen und vor allem Parteien gibt.

Da kommt man nicht dagegen an.

Das Argument mit dem Fernsehen höre ich mindestens ebensolang und da gab es nur zwei Kanäle oder in Berlin vier bis sechs. Und wenn es nicht Fernsehen ist, dann Fussball oder Rockmusik.

Die Väter des Gründgesetzes, bezeichnenderweise wenig Mütter, waren Politprofis, die das Spiel aus der Weimarer Republik oder dem Kaiserreich kannten. Viele waren dort selbst ausgebremst worden.

Aber sie lernen ebensowenig, wie später die Grünen oder die Piraten. Am Ende sitzt ein autistischer Haufen Funktionäre (bis runter auf Abteilungsebene) und zieht die Fäden solange die Wähler das mitmachen. Das kann lange dauern (Grüne) oder (Piraten) fix gehen.

Wenn die Parteichefs nicht endlich ihre Selbstgefälligkeit aufgeben geht es weiter den Bach runter. Die DDR ging in die Hosen weil die da oben nicht zugehört haben. Die Stasi hat zugehört, aber das wollte auch keiner hören.

Das Problem ist die Selbstgefälligkeit: Alles ist in Ordnung, es sind immer die anderen schuld, die sich nicht einbringen. Aber es gibt 1000 gute Gründe das so zu handhaben.

Irgendwann, wirst auch Du frustriert den Löffel werfen. Oft sind es ja nur die netten persönlichen Beziehungen, die einen halten, egal ob Kirche oder Partei. Wer geht verliert das alles.
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Alt 06.02.2018, 06:57   #72
basti_79
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Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Engagiert Euch. Die, die es machen (wie ich auch) sehen, dass es ein strukturelles Problem in den Organisationen und vor allem Parteien gibt.

  1. Sehe ich Parteien als Teilmenge von Organisationen
  2. Hat genaugenommen nur die Teilmenge der autoritär strukturierten Organisationen "dieses Problem".
  3. Anders ausgedrückt: Das Autoritätsprinzip ist ein Teil des Problems, nicht die Lösung

Zitat:
Da kommt man nicht dagegen an.
"Demokratie" und "Recht" sind zwei Kulturtechniken, die dagegen wirken sollen. Warum funktioniert das nicht oder nicht mehr?

Zitat:
Die Väter des Gründgesetzes, bezeichnenderweise wenig Mütter, waren Politprofis, die das Spiel aus der Weimarer Republik oder dem Kaiserreich kannten. Viele waren dort selbst ausgebremst worden.

Aber sie lernen ebensowenig, wie später die Grünen oder die Piraten.
Die "Väter des Gründgesetzes (!)" sind schon tot, und können nichts mehr lernen. Was würdest Du am Grundgesetz ändern wollen?

Wenn Du darauf keine kluge Antwort weißt, liegt das Problem nicht im Grundgesetz.

Zitat:
Am Ende sitzt ein autistischer Haufen Funktionäre (bis runter auf Abteilungsebene) und zieht die Fäden solange die Wähler das mitmachen. Das kann lange dauern (Grüne) oder (Piraten) fix gehen.
"Autistisch" möchte ich in diesem Zusammenhang nicht lesen, "Ignorant", "Narzisstisch"/"Eitel", "Neurotisch" oder "Arrogant" treffen den Sachverhalt besser.

Zitat:
Wenn die Parteichefs nicht endlich ihre Selbstgefälligkeit aufgeben geht es weiter den Bach runter. Die DDR ging in die Hosen weil die da oben nicht zugehört haben.
Wie gesagt: das Autoritätsprinzip ist ein Teil des Problems, nicht, dass es nicht richtig angewendet wird.

Zitat:
Das Problem ist die Selbstgefälligkeit: Alles ist in Ordnung, es sind immer die anderen schuld, die sich nicht einbringen.
#11 Sie sind unfähig, für das, was sie tun, Reue zu zeigen. Sie beschuldigen immer andere. Verdecken Narzissten tut es nicht leid was sie getan haben, sie sind dazu schlichtweg unfähig

http://www.narzissmus-bindungsangst....en-narzissmus/

Zitat:
Aber es gibt 1000 gute Gründe das so zu handhaben.
Nämlich?

Zitat:
Irgendwann, wirst auch Du frustriert den Löffel werfen.
Ich würd's mal so sagen:

Wer jetzt noch Mitglied der SPD ist, und der Parteielite nicht die ewige Verdammung androht, und das auch programmatisch betreibt, bis diese Clique weg vom Fenster ist, betreibt Schönwetterpolitik und beschleunigt vorsätzlich den Niedergang der SPD. Dazu würde gehören, die Wiederkunft der GroKo zu verhindern und stattdessen zukunftsfähige Politik zu installieren, wo bislang nur Merkels Sockenpuppen zucken.

Und wer nicht versteht, wovon ich rede, kann gerne meinetwegen im SPD-Ortsverein Olpe weiter vor sich hinbrasseln. Der wird sich eh nicht mehr ändern, und auch nichts in der SPD, nichts in Olpe und auch ansonsten nichts...

Zitat:
Oft sind es ja nur die netten persönlichen Beziehungen, die einen halten, egal ob Kirche oder Partei. Wer geht verliert das alles.
Naja, bei den Piraten war es halt so, dass man die "netten" Beziehungen an einer Hand abzählen konnte - und ich auch immer Wert darauf gelegt habe, Kontakt zur Wirklichkeit zu halten. Gerade eben aus diesem Grund.
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Alt 06.02.2018, 18:55   #73
derwestermann
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Zitat:
Zitat von perfidulo Beitrag anzeigen
Ach weist Du diesen Sermon höre ich seit Jahrzehnten.
Bleibt aber wahr!
Wer soll denn die nötigen Veränderungen herbeiführen? Glaubt irgendwer, dass sich die politische Elite von selbst ändert? Nein, sie gehört angeschoben.

Das hat mit dem Umweltschutz (noch nicht abgeschlossen der Task) funktioniert, das hat mit Frauenrechten (noch nicht abgeschlossen der Task) funktioniert, mit der Gleichstellung Homosexueller (auch noch nicht abgeschlossen der Task) und lauter anderen Dingen geklappt.
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Alt 06.02.2018, 19:06   #74
basti_79
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derwestermann, hast Du eben ernsthaft Vorgänge, die seit Jahrzehnten "befeuert" werden, mitunter ohne, dass sich tatsächliche Auswirkungen zeigen, zumindest zum Teil als "Erfolge" bezeichnet?

Wie würdest Du denn die "Tasks"
  • Demokratisierung des Schulsystems
  • Abschaffung der Zwangsarbeit
  • Einführung universellen Menschenrechts

einordnen? "Angefangen, aber wieder aufgehört"? "Es gibt eben wichtigeres"? "Parteibonzen, Bäume und Tiere gehen vor"?
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Alt 06.02.2018, 20:38   #75
perfidulo
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Zitat:
Zitat von derwestermann Beitrag anzeigen
Wer soll denn die nötigen Veränderungen herbeiführen?
Ausserparlamentarisch klappt immer ganz gut.

Notfalls mal wieder eine Revolution, aber dann darf man die Sozialdemokraten nicht in den Vollzugsrat lassen.

Alle wirklichen Veränderungen wurden ausserhalb der Parteien auf den Weg gebracht, vor allem der Umweltschutz, der Feminismus usw. usw.

Irgendwann hängen sich die Parteien an (nachdem sie es vorher bekämpft haben) und tun so, als hätten sie es erfunden und als ob es ohne sie nicht möglich gewesen wäre.

Da die staatlich alimentierte "politische Bildung" über die Parteistiftungen gemacht wird, kommen alternative Sichtweisen kaum zum Zug.

Aber ich kann von mir sagen: Bei einigen Bewegungen war ich ganz fürh dabei und weiss von was ich rede.
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Alt 07.02.2018, 20:42   #76
basti_79
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Die LINKE hat übrigens gerade - wider Erwarten und nach Jahrzehnten - einen sinnvollen Vorschlag gemacht. Da kann man mal abwarten, woher der "weiter wie bisher"-Befehl kommen wird:
  1. Von linken Parteieliten
  2. Vom "Ältestenrat" des Bundestags
  3. Von der linken Basis
  4. Vom Bundestag selber
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