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Alt 20.02.2015, 17:30   #41
Sakslane
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Klar finden solche Betrüger immer wieder neue Betrugsideen. Aber man muss es ihnen ja nicht unnötig leicht machen, diese Ideen beliebig lange in bare Münze umzusetzen Sicher wäre es noch besser, wenn man nicht nur die Methode, sondern die Betrüger selbst angreifen könnte, z.B. durch eine Anklage wegen Betrugs, aber dafür braucht es eben eine ganz andere Beweisführung, die bedeutend schwieriger ist.

Natürlich gibt es auch andere Sender, die ihre Zuschauer an der Nase herumführen und damit nicht gerade positiven Einfluss auf die Zuschauer haben. Aber die ziehen den Zuschauern wenigstens nicht mit falschen Versprechungen das Geld aus der Tasche. Wer z.B. RTL schaut, bekommt das, was angeboten wird - Talkshows und Seifenopern. Und eben Dschungelcamp.
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Alt 20.02.2015, 18:08   #42
basti_79
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Formal ist es gar nicht so schwierig, da den Betrug nachzuweisen. Wenn man davon ausgeht (wie viele Leute hier es tun), dass diese Taten wirkungslos bleiben werden, ist der Tatbestand schon dadurch erfüllt, dass jemand versucht, Leute zum Anruf zu bewegen.

In der Realität stehen da jedoch einige Hindernisse im Weg:
  1. Wird sich der ggf. Betrogene nicht betrogen fühlen. Das wird dadurch relativiert, dass Betrug ein "Offizialdelikt" ist, von der Polizei also verfolgt werden muss. Dennoch, vor Gericht würde dann geklärt werden müssen, was der Inhalt der Vereinbarung war.
  2. Da wird es dann wieder schwierig: meistens kann man zwar nachweisen, dass es da meinetwegen ein Versprechen von Heilung gegeben hat, ebenso offensichtlich ist aber, dass es sich beim versprochenen Dienst eher um einen weltanschaulichen handelt als um einen realen. Es ist aber eben nicht verboten, schöne Reden zu verkaufen.
  3. Das sieht man sehr deutlich an den Kirchen. Diese tun ja letztendlich dasselbe, sie verkaufen (gegen Steuergeld übrigens!) eine Heilung von Gebrechen, die sie letztlich oft selber verursachen. So kann man ja nur durch eine Kirche "erlöst" werden, wenn man vorher schon erfahren hat, dass das nötig sein könnte.
  4. In diesem Sinne erkennt man dann auch an, dass es da die Freiheit gibt, auch anscheinend unsinnige Dinge zu tun. Es ist halt jedem überlassen, wem er wofür Geld zahlt.
Kurz gesagt wäre, wenn so etwas Betrug ist, jede Menge anderes auch Betrug. Und die schlimmsten Wechselfallen haben wir da noch gar nicht einmal angekratzt. Es ist einfach schwierig zu behaupten, man solle oder könne da noch Unterschiede machen zwischen verschiedenen Religionen.



John Frum kann mich z.B. gar nicht "erlösen", obwohl die Anhänger der entsprechenden Religion darauf beharren, dass gerade das für mich sinnvoll sein könnte. Er, bzw. die Vorstellung, dass er oder sein spirituelles "Echo" das tun könne, ist anscheinend Bedingung dafür, dass das geschehen kann.
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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Alt 21.02.2015, 13:08   #43
Groschenjunge
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Hi,

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Formal ist es gar nicht so schwierig, da den Betrug nachzuweisen.
Im Sinne des Gesetzes ist es extrem schwierig. Dazu http://www.rechtsanwalt-betrug.de/ Spätestens beim Vorsatz wird es schwierig. Betrug im gegenwärtigen Sinne des Gesetzes ist es leider nicht.

Ich kann nachvollziehen, dass man solchen Gaunern das Leben so schwer wie möglich machen sollte. Aber über den Betrug geht es eben schlecht. Dennoch gibt es eine andere Möglichkeit: http://www.faz.net/aktuell/gesellsch...g-1580686.html
Zitat:
Im Grundsatz bestätigte der BGH diese Auffassung – eine Leistung sei objektiv unmöglich, wenn sie „nach den Naturgesetzen oder nach dem Stand der Erkenntnis von Wissenschaft und Technik schlechthin nicht erbracht werden kann“; so sei es, wenn „der Einsatz übernatürlicher, magischer oder parapsychologischer Kräfte und Fähigkeiten“ versprochen werde. Aber, gaben die Richter zu bedenken, damit entfalle der Vergütungsanspruch „nicht zwingend“: Wenn gerade „irrationale, für Dritte nicht nachvollziehbare Handlungen“ versprochen würden sei grundsätzlich denkbar, dass die Parteien die Vergütung ungeachtet von „Tauglichkeit“ solcher Handlungen vereinbart hätten. Das gebiete die Vertragsfreiheit.
Das mit der Vertragsfreiheit ist aus meiner Sicht ein hohes Gut. Aber:
Zitat:
Denn der BGH wies ausdrücklich auf die mögliche Nichtigkeit der Vereinbarung wegen „Sittenwidrigkeit“ hin – es dürfe „nicht verkannt werden, dass sich viele Personen, die derartige Verträge schließen, in einer schwierigen Lebenssituation befinden oder es sich bei ihnen um leichtgläubige, unerfahrene oder psychisch labile Menschen handelt“. Das mag der Anwalt des Messebauers bedacht haben, als er sagte, die Klägerin habe „die Lage meines Mandanten schamlos ausgenutzt und aus seinem seelischen Ruin finanziellen Profit geschlagen“. (Aktenzeichen III ZR 87/10)
Dazu der §138 BGB: http://dejure.org/gesetze/BGB/138.html
Zitat:
Nichtig ist insbesondere ein Rechtsgeschäft, durch das jemand unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen.
Wenn, dann käme für mich nur der 138er zum Zuge.

-gj
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"Der frühe Vogel mag vielleicht den Wurm fressen, aber erst die zweite Maus bekommt den Käse." Vince Ebert
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