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Phytotherapie - Heilpflanzen Erfahrungen mit Heilpflanzen, Tipps zum Sammeln etc., Rezepturen, Fragen...

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Alt 29.05.2004, 21:10   #1
Desert Rose
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Soja: Gesund oder schädlich?

Zitat:
Soja

Wunderbohne im Zwielicht

Sie gilt als wahre Wunderbohne und wird vor allem Frauen als Jungbrunnen angepriesen: Soja soll das schädliche Cholesterin senken, vor Krebs schützen, vor allem aber eine ebenso sanfte wie wirkungsvolle Alternative zur höchst umstrittenen Hormonersatztherapie in den Wechseljahren sein. Doch jetzt gibt es erstmals ernsthafte Zweifel am Nutzen der Hülsenfrucht: Forscher der Universität Karlsruhe fanden heraus, dass Soja der Gesundheit unter Umständen auch schaden kann. Sogar mit Krebs wird die Pflanze in Verbindung gebracht.

Hormonersatzmedikamente stehen unter Beschuss

Nach Angaben des Berufsverbandes der Frauenärzte befinden sich in Deutschland derzeit rund zehn Millionen Frauen in den Wechseljahren, und nur bei 20 bis 30 Prozent verläuft die Hormonumstellung beschwerdefrei. Bei der überwiegenden Mehrheit dagegen reduziert die verminderte Produktion von Östrogen und Progesteron die Lebensqualität: Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen gehören zu den häufigsten Beschwerden der Menopause.

Noch immer greifen Millionen Patientinnen in dieser Lebensphase zu Hormonmedikamenten. Doch inzwischen zeigen sich viele Frauen alarmiert von den Ergebnissen mehrerer Studien, wonach die Therapie das Risiko für Brustkrebs, Schlaganfall, Herzinfarkt, Alzheimer, Thrombosen und Lungenembolie deutlich erhöht. Auch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat ihre Empfehlungen mittlerweile aktualisiert: Nur bei starken Beschwerden und auch nur so lange wie unbedingt erforderlich soll der Hormonersatz eingenommen werden.

Soja enthält hohe Konzentration von Phytoöstrogenen

Bei der Suche nach schonenderen pflanzlichen Alternativen steht Soja schon lange im Blickpunkt. Bereits in den 80er Jahren war Wissenschaftlern aufgefallen, dass Japanerinnen in der Menopause wesentlich seltener unter Hitzewallungen und Knochenschwund leiden als europäische Frauen. Zurückgeführt wurde dies auf die traditionell sojareiche Ernährung in dem asiatischen Land. Welcher Inhaltsstoff der Pflanze jedoch für die positive Wirkung verantwortlich sein soll, ist nach Angaben der Forscher bis heute weitgehend unklar.

Unstrittig ist lediglich, dass Soja hohe Konzentrationen an so genannten Phytoöstrogenen enthält, die ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östradiol wirken. Die Wissenschaftler des Karlsruher Uni-Instituts für Lebensmittelchemie und Toxikologie untersuchen derzeit, was genau im Körper geschieht, wenn diese Stoffe mit der Nahrung aufgenommen werden. Geprüft wird vor allem, welche Zwischen- und Endprodukte beim Abbau der Phytoöstrogene entstehen und welche Wirkung sie haben. Die ersten Ergebnisse sind beunruhigend: Einige der Zwischenprodukte ähneln bekannten Krebs erregenden Stoffen, wie Institutsleiter Manfred Metzler berichtet.

Warnung vor hoch dosierten Präparaten

Die Experten testeten unter anderem die Effekte der Pflanzeninhaltsstoffe auf das Verhalten der so genannten Mitose-Spindel, die eine entscheidende Rolle bei der Zellteilung im Körper spielt. Tatsächlich stellten die Forscher fest, dass drei der in Soja enthaltenen Phytoöstrogene diesen Mechanismus so stören, dass sich das genetische Material ungleichmäßig verteilt. "Das heißt, dass diese Substanzen und einige ihrer Abbauprodukte potenziell Krebs erregend sind", sagt Metzler. Allerdings sei der Effekt bisher nur in einzelnen Zellen beobachtet worden. Ob sich die Ergebnisse auf den gesamten Organismus übertragen ließen, müsse noch an Tieren untersucht werden.

Bis die endgültigen Resultate der Studie vorliegen, rät der Toxikologe zur Zurückhaltung vor allem beim Konsum hoch dosierter Sojapräparate. Die mit der normalen Ernährung aufgenommenen Mengen an Phytoöstrogenen seien dagegen höchst wahrscheinlich unbedenklich, betont Metzler. Vermutlich würden die Substanzen so schnell entgiftet und ausgeschieden, dass ihre potenziell schädliche Wirkung auf das Erbmaterial gar nicht zum Tragen komme. In den USA aber seien längst spezielle Soja-Präparate auf dem Markt, die das 20fache jener Phytoöstrogen-Menge enthielten, die selbst eine Japanerin im Durchschnitt pro Tag zu sich nehme, warnt der Professor: "Das könnte tatsächlich gefährlich werden."

Froben Homburger, AP

Meldung vom 29. Mai 2004
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Alt 31.05.2004, 16:52   #2
Desert Rose
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Zitat:
28.5.2004, 13:17 Uhr

Soja könnte vor Gebärmutterkrebs schützen

Ein hoher Sojakonsum geht mit einem geringeren Risiko für Krebs der Gebärmutterschleimhaut einher. Das berichtet eine chinesisch-amerikanische Medizinergruppe im "British Medical Journal".

Frauen in asiatischen Ländern verzehren sehr viel mehr Soja und Sojaprodukte als Frauen in westlichen Ländern, gleichzeitig erkranken sie deutlich seltener am Krebs der Gebärmutterschleimhaut. Die Gruppe um Xiao Ou Shu von der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee, wollte nun mehr über diesen Zusammenhang erfahren. Dazu befragten sie 832 Einwohnerinnen Shanghais, bei denen ein Endometriumkarzinom diagnostiziert worden war, sowie 846 nicht betroffene Frauen zu ihren Ernährungsgewohnheiten.

Zwar unterschieden sich die zwei Gruppen nicht wesentlich in ihrem Sojakonsum, stellten die Mediziner fest. Unter Berücksichtigung weiterer Risikofaktoren fanden sie jedoch einen deutlichen Trend: Je höher die täglich verzehrte Sojamenge, desto seltener war das Endometriumkarzinom. Jene Frauen, die täglich mehr als 16 Gramm Sojaprotein zu sich nahmen, schienen demnach ein gut 30 Prozent geringeres Erkrankungsrisiko aufzuweisen.

Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang bei Studienteilnehmerinnen mit Übergewicht, berichten die Mediziner. Ihrer Ansicht nach könnte der Effekt zumindest teilweise auf Soja-Inhaltsstoffe zurückgehen. Verbindungen aus der Klasse der Isoflavone, aber auch die reichlich enthaltenen Ballaststoffe, beeinflussten Konzentration und Wirkung des Geschlechtshormons Östrogen. Dauerhaft hohe Östrogenspiegel gelten wiederum als Risikofaktor für das Endometriumkarzinom.


Forschung: Wang Hong Xu, Department of Epidemiology, Shanghai Cancer Institute; Xiao Ou Shu, Department of Medicine, Vanderbilt University, Nashville, Tennessee; und andere

Veröffentlichung in British Medical Journal, Vol. 328, 29. Mai 2004, pp 1285-8

WWW:
Krebs des Gebärmutterkörpers
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Alt 23.10.2014, 17:35   #3
Baldur
Gast
 
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Zitat von Desert Rose Beitrag anzeigen

Hat die Wissenschaft sich eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht, weshalb die Asiaten die Samen der Bohne so gut wie überhaupt nicht als Gemüse verzehren, sondern nur ihre Keimsprossen und die durch langwierige komplizierte Prozesse erzeugten Ferment-Produkte? -

Ich kann hier keine phyto-pharmakologische Erklärung abgeben, aber ganz sicher spielt hier der vor ein paar Tausend Jahren noch gesunde Ernährungsinstinkt der Menschen eine Rolle, der sie unbewusst dazu bewog, zumindest die Bohnen des Fabaceen-Gewächses entsprechend zu behandeln, um sie als unschädliche(?) Nahrung nutzen zu können. -

Geändert von Baldur (23.10.2014 um 17:37 Uhr).
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