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Was Oma noch wusste... Bewährte Hausmittel rund um das tägliche Leben...

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Alt 04.11.2010, 11:34   #31
Atlantologe
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Zitat:
Zitat von JamesBolivar Beitrag anzeigen
Diese Sichtweise hat sich mal so eingebürgert, entspricht aber nicht mehr dem aktuellen Forschungsstand.
Das hast du tatsächlich recht - bedingt.

Ich habe ja auch nicht behauptet, dass Cannabis gesund sei, wollte das aber mal in einen Vergleich mit Tabak/ Nikotin und Alkohol stellen, und da sind die "Nebenwirkungen" ja alles andere als vernachlässigbar. Rauchen soll angeblich mehr als die Hälfte aller endogenen Krankheiten eher noch verschlimmern und das Immunsystem schwächen - von den Schäden für Lunge, Herz und andere Organe mal abgesehen. Und es macht extrem süchtig - das weiß ich leider zur Genüge aus eigener Erfahrung, besonders wenn ich auf meine Versuche zurückblicke, mit dem Rauchen aufhören zu wollen. Alkohol ist kein Stück besser, obwohl ich aufgrund des sehr mäßigen Konsums (max. 2 Glas Wein am Abend) keine Abhängigkeit festelle; ein Glas Rotwein soll sogar gesundheitsfördernd sein. Das alles jetzt mal ohne Quellen, muss auch nicht dauernd mit Quellen belegen, dass der Ball rund ist.

Es gibt tatsächlich Nebenwirkungen bei übertrieben vielem Kiffen, und es gibt, wie eine jüngere Studie (vor ca. 2 Jahren) festgestellt haben will, Hirnschädigungen, die direkt auf das THC zurückzuführen sind. Frag mich jetzt nicht nach der Quelle - ich speicher ja viel ab, aber eben auch nicht alles. Stand vor ca. 2 Jahren in Spiegel Online (Wissen). Fand ich nicht so gut. Naja, und Schwangere sollten für die paar Monate vielleicht einfach mal überhaupt nicht kiffen - schaden kann's jedenfalls nicht, wenn man drauf verzichtet - um des Embryos willen.
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Alt 16.11.2010, 17:09   #32
Moredread
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Zitat:
Zitat von JamesBolivar Beitrag anzeigen
Diese Sichtweise hat sich mal so eingebürgert, entspricht aber nicht mehr dem aktuellen Forschungsstand. Ich müsste allerdings selbst auch erst wieder herumgoogeln, kann also nicht aus dem Stegreif mit Anklickbarem dienen.
Sofern sich das auf die Sucht bezieht, ist es falsch. Wenn man jemanden, der Alkoholsüchtig ist, den Alkohol vorenthält, kann das im Extremfall zum Tode führen. Ohne Zweifel jedoch werden im Körper Prozesse in Gang gesetzt, die dafür sorgen, das ein Alkoholsüchtiger buchstäblich die Wände hochklettert. Bei Rauchern ist es ähnlich, nur nicht ganz so schlimm.

Ich selber habe dazu mal den Bericht einer Studie gelesen, wo Leute beobachtet wurden, die Jahrelang Alkohol, Tabak oder Cannabis konsumiert haben. Die Auswirkungen auf die Alkoholgruppe war am schlimmsten, die bei der Cannabisgruppe am niedrigsten. Zusammenfassend und vereinfacht ausgedrückt: Da Cannabis als Downer funktioniert, waren die Probanden einfach ein bisschen "Up" - es gab ein paar Probleme mit dem Schlafen, das war es. Nach knapp einer Woche gab es keine Auffälligkeiten mehr. Psychische Abhängigkeit ist natürlich möglich - man kann von praktisch allem psychisch abhängig werden.

Das Cannabis keinerlei körperliche Nebenwirkungen hat dürfte jedenfalls Unsinn sein. Alles, was eine Wirkung hat, hat auch eine Nebenwirkung. Das Cannabis unter Umständen erhebliche psychische Nebenwirkungen zeigen kann, ist bspw. bestens dokumentiert. Und bei Kiffen ist der Fall eh klar. Schön zusammengefasst hat das mal ein Biologe, den ich auf einer Party getroffen hat. Da meinte auch jemand, Kiffen hätte keine gesundheitlichen Nebenwirkungen. Darauf meinte der Biologe nur, es wäre ziemlich egal, was man verbrennt und einatmet, alleine die Rußpartikel würden zweifelsfrei eine gesundheitliche Beeinträchtigung darstellen.

Eine unmittelbare Beeinträchtigung des menschlichen Körpers durch Cannabinoide ist meines Wissens aber nicht dokumentiert; das einzige, was mir geläufig wäre, sind Studien an Mäusen, bei denen entsprechende Effekte nachgewiesen sind.
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Alt 16.11.2010, 22:15   #33
JamesBolivar
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Ich las vor einigen Jahren eine Zusammenfassung eines Neurologen, der bleibende Veränderungen im neuronalen Zusammenspiel mit dem Ergebnis deutlicher Verschlechterungen kognitiver Leistungen auf anhaltenden THC-Konsum zurückführt. Das würde sich auch mit meinen Beobachtungen decken.

Es ist zwar problematisch, einzelne Faktoren als Ursache individueller Entwicklungen anzusehen, und dann auch noch auf subjektive Eindrücke gestützt, aber ich meine, bei denjenigen Konsumenten, die ich seit vielen Jahren kenne, sogar ein relativ einheitliches Störungsbild wahrnehmen zu können, und neige dazu, an einen deutlichen Einfluss zu glauben.

Ich würde fast soweit gehen, von einer typischen Cannabis-Psychose zu sprechen, und eine sonst unübliche Agressionsform zuzuordnen, die sich häufig auf fanatisch beibehaltene geradezu paranoide soziale Wahrnehmungen stützt, und mit der völligen Unfähigkeit einhergeht, ganz normale soziale Kontexte wahrzunehmen.

Eine Suchtproblematik tritt wohl nur bei diesen multiplen Sonderfällen auf, die offenbar ohne Probleme zwischen Alkohol, Cannabis, Heroin und den verbreiteteren Ersatzstoffen wechseln können, und mit jedem dieser Suchtstoffe in einen entzugsfreien Zustand eintreten, ansonsten aber das Verhalten von Schwerstabhängigen zeigen.

Nachdem ich Heroinabhängige als Alkoholker enden sah, nicht abhängige Heroinkonsumenten kannte, völlig steuerungsunfähige Cannabis-Konsumenten erlebt habe, die sich schlimmer aufgeführt haben als Heroin-Junkies, hab ich ein gestörtes Verhältnis zur Vokabel Sucht. Ich hab ein Jahr lang unter Obdachlosen gelebt. Das verschafft irritierend harte Einblicke in das Verhältnis zwischen Menschen, Drogen und gebrochenen Biografien.
__________________
Wo Worte keine Evidenz mehr haben, ist jede Diskussion Zeitverschwendung
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Alt 16.11.2010, 23:03   #34
Atlantologe
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Zitat:
Zitat von JamesBolivar Beitrag anzeigen
Ich las vor einigen Jahren eine Zusammenfassung eines Neurologen, der bleibende Veränderungen im neuronalen Zusammenspiel mit dem Ergebnis deutlicher Verschlechterungen kognitiver Leistungen auf anhaltenden THC-Konsum zurückführt.
Es handelte sich möglicherweise um die gleiche Studie, die ich ansprach, auch wenn ich den Link nicht mehr habe. Es ging dort aber mehr um die somatischen Veränderungen nach langem intensivem Cannabis-Konsum.

Zitat:
Ich würde fast soweit gehen, von einer typischen Cannabis-Psychose zu sprechen, und eine sonst unübliche Agressionsform zuzuordnen, die sich häufig auf fanatisch beibehaltene geradezu paranoide soziale Wahrnehmungen stützt, und mit der völligen Unfähigkeit einhergeht, ganz normale soziale Kontexte wahrzunehmen.
Starker Widerspruch! Ich hatte 10 Jahre lang (in meinen jüngeren Jahren) ziemlich stark konsumiert - es war gleichzeitig die Zeit meiner häufigsten, intensivsten und intimsten sozialen Kontakte - und nebenbei auch mein Studium erfolgreich abgeschlossen.

Allerdings lässt sich das nicht generalisieren, so dass deine Diagnose auf einige bedingt zutrifft. Aber das sind dann zumeist die schon vorher persönlichkeitsgestörten Leute, die dann auch recht schnell abdriften in harte Drogen, weil sie glauben ihre Probleme dann besser lösen zu können bzw. ein stärkeres Selbstbewusstsein zu entwickeln.
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Alt 26.04.2011, 12:31   #35
Coffeejunkie
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Zitat:
Zitat von Atlantologe Beitrag anzeigen

Bin gerade über dieses Forum auf den Spiegel Artikel gestoßen…
Ist schon interessant was heute alles möglich ist, aber irgendwie ist es doch schon verwunderlich das man eher eine Bakterie dazu bringt THC zu produzieren als diesen,
in meinen Augen doch recht harmlosen Stoff für bestimmte Zwecke zu legalisieren. Mir war nicht mal bewusst das THC für medizinische Zwecke aus Nutzhanf extrahiert wird. Kann man das nicht billiger in Holland mit normalem Cannabis machen?
Ich will Cannabis auf keinen Fall verharmlosen, aber irgendwie kann das hier ja auch nicht die optimale Lösung sein, komische Welt!

Geändert von Acolina (26.04.2011 um 15:18 Uhr). Grund: Werbung entfernt
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Alt 26.04.2011, 15:39   #36
SchwarzerFuerst
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Reden

Kommt jedenfalls besser als beten,
darauf erst mal eins..... (Selbstzensur!)

Im übrigen, THC aus Nutzhampf zu synthetisieren scheint mir ähnlich sinnvoll, als wenn ich meine Hose rauchen würde.

Geändert von SchwarzerFuerst (26.04.2011 um 15:47 Uhr).
SchwarzerFuerst ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.03.2012, 20:22   #37
Leuchtkörper
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Beiträge: 223
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Zitat:
Zitat von Wan Bi Shu Beitrag anzeigen
Sicher werden sich die Beitragzahler der Krankenkassen ordentlich darüber freuen, die verschreibungspflichtigen Mittel dann für die "nicht süchtigen oder abhängigen" Verbraucher, wie euch, zu finanzieren.
Wohl das dümmste Argument gegen die Legalisierung, das ich je gehört habe.

Nur weil es legal ist, heißt das noch lange nicht, dass man nicht selber dafür bezahlen muss.

Und wenn du auch nur die kleinste Ahnung hättest bei welchen Patienten welche Erfolge erzielt werden, würdest du brav still sein. Schau dir mal ein paar Einzelschicksale an.
Ich zeig dir mal einen Fall: http://www.youtube.com/watch?v=1ThF7VaRfww
oder zwei:
http://www.youtube.com/watch?v=2GpzSvdsnAQ

um dir zu zeigen wie grausam, unmenschlich und absurd das Verbot eigentlich ist.

Geändert von Leuchtkörper (13.03.2012 um 20:38 Uhr).
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