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Biete... Suche... Auf der Suche nach einem Buch? Muss die alte Zeitungssammlung der neuen Platz machen? Etwas Wichtiges im TV verpasst und nun auf der Suche nach dem Video?

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Alt 25.11.2008, 17:41   #1
Lukas the brain
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Standard Bücher über die Grundlagen der Demokratie gesucht

Moin,

ich halte die Demokratie für die einzig "wahre" Regierungsform. Nun will ich mich auf desem Bereich etwas bilden und bin nun auf der Suche nach Büchern über die Demokratie.

Die alten Philosophen haben da ja schon einige Werke verfasst. Sowas in die Richtung suche ich, aber auch neueres.

Ich hoffe ihr versteht was ich will.

Danke

Lukas
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Alt 25.11.2008, 18:42   #2
basti_79
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Ich bin der Überzeugung, dass überhaupt nur durch fortwährende Diskussion Klarheit darüber erlangt werden kann, was "Demokratie" überhaupt sein soll.

Texte anderer können hier einen wertvollen Beitrag bilden, so viel ist sicher. Zu beachten ist aber, dass viele Texte an ihrer eingeschränkten Perspektive kranken: Texte werden in unterschiedlichem Maße verbreitet, und einige haben offensichtlich größere Chancen überliefert zu werden, als andere. Beispielsweise sind uns von Aristoteles Äußerungen zur Demokratie überliefert, vom "Durchschnittsgriechen" jedoch nicht. Auch nicht von Sklaven, die unter dem gelebt haben, was da halt als "Normal" verstanden wurde.

Als schillerndes Beispiel läßt sich sicherlich der Begriff der "Deutschen Demokratischen Republik" anführen. Was genau sagt uns, dass dies eben keine Demokratie war?

Getrennt von diesen Fragen ist Demokratie eine herrliche Angelegenheit, die vor allem auch immer funktioniert.

Ich würde folgende Übung vorschlagen: du schaust dir mal verschiedene Systeme zur Bestimmung und Kontrolle von Herrschaft an und untersuchst sie auf ihre Demokratietauglichkeit.

Beispielsweise gab es in England (und seinen Kolonien) eine Einrichtung, die als "Right to petition the King" bezeichnet wurde. Jeder (Bürger, vermute ich) durfte einen "Antrag" an den König stellen, über den er zu bescheiden hatte, ohne den Untertanen allein für diese Anfrage zu belangen. Das ist ohne Zweifel ein demokratisches Element. Inwiefern es funktioniert hat, ist sicher eine Interessante Frage. Ebenso interessant ist aber die Frage, ob unsere heutigen demokratischen Elemente funktionieren. Und dies wird man nur durch konkrete Betrachtung des Einzelfalls und vor allem auch ohne allzu tiefes Hintergrundwissen fragen dürfen müssen.

Ich gestehe dir, wie auch jedem anderen, die Frage zu: "Ist X demokratisch? Funktioniert X?" (X=Wahlrecht, StvO, eine Partei, der Bundespräsident), ohne genau darüber aufgeklärt zu sein, was "Demokratie" in einer speziellen Situation für spezielle Leute bedeuten mag. Ich halte die explizite Frage "was verstehst du unter Demokratie?" in beiden Richtungen für hilfreich.

Was du in verschiedenen Texten lesen kannst, bleibt blanke Theorie (zusammen mit der Gefahr der Idealisierung), solange du dir nicht Aufgrund deiner Erfahrung und deines Verständnisses ein Urteil bilden kannst. Laß dich davon aber nicht abhalten

Also, ich würd mich freuen, von dir derart zu lesen.

Hinweise zu konkreten Maßnahmen der Herrschaft kannst du zuhauf der Tagespresse entnehmen. BKA-Gesetz ist da so ein Stichwort, da ist der Einstieg nicht so schwer, da die Entfernung von demokratischen Ideen noch nicht allzu weit fortgeschritten ist. Auch die Vorgänge im Hessischen Landtag könnten von Interesse sein.
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Perfidulo: Ich hatte erst vor, einen Roman darüber [über das verschwundene Mittelalter] zu schreiben.
Groschenjunge: Was ist der Unterschied zum Jetzt?
Perfidulo: Es quasseln nicht dauernd Leute dazwischen.
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Alt 25.11.2008, 19:11   #3
Lukas the brain
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Ich suche für den Anfang ja soetwas, was mir erstamal einen Überblich verschafft und worauf ich auch aufbauen kann.
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Alt 23.07.2011, 23:05   #4
Gotthalmseder
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Standard Demokratiekritik

Naja, wir sind damit aufgewachsen Demokratie zu befürworten.
Aber der Geld und Wirtschaftskreislauf, sowie unser Einfluss auf die Umwelt, das alles ist miteinander zu einem ein komplexen System verwoben, ähnlich einem großen Organismus. Nun stelle dir vor es würde ein kleiner Organismus, wie unseren eigenen Körper, dadurch reguliert, indem über die Justierung seiner Parameter all seine Zellen "abstimmen", obwohl sie gar keinen Einblick in die Funktionsweise des Systems haben.
Es bedarf wohl eher wissenschaftlicher Institutionen, welche beginnen Teile des Systems durch Simulationen nachzubilden, und damit Prognosen aufzustellen, welchen Einfluss bestimmte Eingriffe haben, um dieses komplizierte System in Griff zu bekommen.

Auch fehlt der Demokratie die Wählerstimme zukünftiger Generationen. Hätten diese Einfluss, so wären wir heute in einer anderen Situation.
Demokratiekritik findest du zum Beispiel in meinem Buch "Die stille Revolution".
Ein Überblickswerk ist es zwar auch, aber ich betrachte mehr als nur die politische Organisationsform.
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Alt 24.07.2011, 00:34   #5
MJ01
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Zitat:
Zitat von Gotthalmseder Beitrag anzeigen
Naja, wir sind damit aufgewachsen Demokratie zu befürworten.
Aber der Geld und Wirtschaftskreislauf, sowie unser Einfluss auf die Umwelt, das alles ist miteinander zu einem ein komplexen System verwoben, ähnlich einem großen Organismus. Nun stelle dir vor es würde ein kleiner Organismus, wie unseren eigenen Körper, dadurch reguliert, indem über die Justierung seiner Parameter all seine Zellen "abstimmen", obwohl sie gar keinen Einblick in die Funktionsweise des Systems haben.
Es bedarf wohl eher wissenschaftlicher Institutionen, welche beginnen Teile des Systems durch Simulationen nachzubilden, und damit Prognosen aufzustellen, welchen Einfluss bestimmte Eingriffe haben, um dieses komplizierte System in Griff zu bekommen.
Ob man nun eine Demokratie als Regierungsform hat, oder eine Diktatur, ändert nichts daran, dass das System derart komplex ist, dass wir es nicht mehr erfassen, geschweige denn steuern können. Auch mathematische Modelle helfen da nicht weiter. Hier sind so viel Parameter im Spiel, dass man maximal von Chaostheoretischen Komplexen sprechen kann.
Man ändert daher lieber nichts am System, da jede kleine Änderung auf alle Fälle die große Katastrophe auslösen würde. Wenn man nichts tut, glaubt man zumindestens, dass sich die Sachlage von selbst regeln würde, so wie sie es bisher getan hat und somit die große Katatsrophe nur "möglicherweise" eintreten wird!
Zitat:
Auch fehlt der Demokratie die Wählerstimme zukünftiger Generationen. Hätten diese Einfluss, so wären wir heute in einer anderen Situation.
Ja, auch die Poltik hat sich mittlerweile dem "zukünftiger Generationen-Problem" angenommen und die Politiker erschlagen sich gegenseitig mit "Generationenverträgen", "Macht den Kindern"-Argumenten, um ihre eigenen Vorstellungen umzusetzen.

Und ich sage, auch wenn zukünftige Generationen einen Einfluss hätten, würde sich nichts ändern. Einerseits weil das rein physikalisch nicht geht, weil dies lediglich ein Schlagwort ist. (Wie soll jemand der noch nicht existiert, Einfluss auf die heutige Zeit haben können)
Und zweitens werden zukünftige Generationen auch die Sachlage nicht besser überschauen können als heutige, oder entsprechend der steigenden Demokratieverdrossenheit ohnedies die Sachlage als "interessiert mich nicht" bewerten.

Und versuche einmal ein konkretes Ereignis der Vergangenheit mit dem Wissen von heute gezielt zu ändern. Man kann darin nur scheitern!

MfG

MJ
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Alt 24.07.2011, 01:06   #6
Gotthalmseder
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Zitat:
Und versuche einmal ein konkretes Ereignis der Vergangenheit mit dem Wissen von heute gezielt zu ändern. Man kann darin nur scheitern!
Na das sehe ich nicht so. Unser Gehirn dient rein dazu, mögliche Zukünfte vorauszuahnen und den Weg zur optimalen Zukunft zu wählen. Aber oft sehen wir nicht was kommt. Dann passieren Unfälle wie Tschernobyl, dann wird Benzin zum Massenprodukt und das Blei darin vergiftet die Umwelt, oder FCKW zerstört die Ozonschicht. Es gibt unzählige Katastrophen, die zu verhindern gewesen wären, hätten die Menschen damals gewusst was kommt.
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Alt 24.07.2011, 16:31   #7
MJ01
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Zitat:
Zitat von Gotthalmseder Beitrag anzeigen
Na das sehe ich nicht so. Unser Gehirn dient rein dazu, mögliche Zukünfte vorauszuahnen und den Weg zur optimalen Zukunft zu wählen. Aber oft sehen wir nicht was kommt. Dann passieren Unfälle wie Tschernobyl, dann wird Benzin zum Massenprodukt und das Blei darin vergiftet die Umwelt, oder FCKW zerstört die Ozonschicht. Es gibt unzählige Katastrophen, die zu verhindern gewesen wären, hätten die Menschen damals gewusst was kommt.
Also ich denke nicht, dass unser Hirn mögliche Zukünfte vorausahnen kann , wie Du behauptest (und "rein", also "ausschließlich" schon garnicht), dies ist wäre lediglich eine ESO-Aussage, höchstens Du könntest deine Aussage belegen.
Das Gehirn kann maximal vergangene Ereignisse vergleichen, interpretieren und daraus mögliche Schlüsse ziehen. Und diese Schlüsse sind zumeist falsch!

Und betreffend Tschernobyl:
Aufgrund der Katastrophe in Fukushima, hat man beschlossen, dass sog. "Stresstests" bei allen Atomkraftwerken durchgeführt werden sollen.
Und Du weißt schon, weshalb der Reaktor in Tschernobyl hochgegangen ist?
Es wurde damals nämlich gerade eine Art Stresstest in Tschernobyl durchgeführt, allerdings aufgrund der russischen Bürokratie und der Überheblichkeit des führenden Technikers, mit falschen Parametern.
Also ich warte aufgrund der zukünftigen Stresstests, welches weitere alte Kraftwerk da noch hochgehen wird.

Übrigens Blei ist in keinem Treibstoff mehr enthalten (Ausnahme Flugbenzin), sondern schon längst entweder durch Bleiersatz-Mittel ersetzt, oder einfach nicht mehr notwendig.
Im Gegenteil durch vorauseilendem Gehorsam gibt es in Deutschland und Österreich das E10-Benzin, welches mehr Biokraftstoff enthält und dadurch manche Automotoren schädigen kann.

Und um die Ozonschicht zu schützen wurde 1990 statt des FCKW nunmehr ein Alkanegemisch aus Propan und Butan oder aber Pentan, Ammoniak, 2,3,3,3-Tetrafluorpropen oder Kohlenstoffdioxid verwendet, welche entweder feuergefährlich bzw. ätzend sind!

Also so viel zu "menschlichen Vorauszuahnungen eines Weges zur optimalen Zukunft"!

MfG

MJ

Geändert von MJ01 (24.07.2011 um 16:34 Uhr).
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Alt 25.07.2011, 06:57   #8
perfidulo
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Zitat:
Zitat von Gotthalmseder Beitrag anzeigen
Es gibt unzählige Katastrophen, die zu verhindern gewesen wären, hätten die Menschen damals gewusst was kommt.
"Die Menschen", wer immer das sein mag, haben es in fast allen diesen Fällen gewußt.

Gewußt in dem Sinne, daß es von kompetenter Seite Warnungen gab, die aber in den Wind geschlagen wurden. Sagen wir mal aus Profitgier.

An der Tauglichkeit des Salzstocks von Gorleben gibt es seit jeher Zweifel. Entsprechende Gutachten kommen nicht an die Öffentlichkeit. Hinter heißt es dann: Wenn wir das gewußt hätten.

Stuttgart 21. Noch so ein Beispiel der Vertuschung und Manipulation.

Zu Blei in Benzin ist wenig bekannt, daß in den 1930er Jahren schon Ethanol als Antiklopfmittel etabliert war. Es wurde aus Profitgründen durch das billigere Blei ersetzt. Das wurde damals breit diskutiert und es ist inzwischen bekannt, wie die Ölkonzenre getrickst haben (Lesetip: The forbidden fuel)

Bei den FCKW wußte man nicht alles von Anfang an. Aber ich erinnere mich gut an den zähen Widerstand der Chemiekonzerne.

Als Greenpeade den von Foron (alter DDR-Betrieb) entwickelten Kühlschrank ohne FCKW auf den Markt gebracht hat, hieß es wie immer "Das geht nicht, Das ist zu gefährlich" Dann machen es alle.

Es sind nicht "Die Menschen" die etwas nicht wissen, sonder die Gesellschaft, die etwas beurteilt und oft nach Profitinteresse durchzieht.
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Alt 19.08.2011, 15:25   #9
JamesBolivar
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Sinnvoll erscheint mir Rousseaus Gesellschaftvertrag. Das Buch ist insoweit grundlegend, als es definitorische Fragen im Zusammenhang mit Rechtsbegriffen, Machtausübung und Legitimationsideen abhandelt und als Quintessenz der Ideen der europäischen Aufklärung bis heute wirkt.

Organisationsformen politischer Herrschaft sind ja nicht von den dahinterstehenden Interessen, den damit verbundenen Erwartungen und ihrer Legitimation zu trennen.

Was diesen Komplex angeht, ist Rousseau bis heute nicht relativierbar.
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