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Naturphänomene Kurioses und Rekorde aus der Tier- und Pflanzenwelt, atmosphärische und andere Naturschauspiele, verändertes Verhalten von Tieren ...

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Alt 16.07.2010, 19:29   #1
brgi
Grünschnabel
 
Registriert seit: 16.07.2010
Beiträge: 3
Standard Naturphänomen BLITZ

Hallo,

das wird mein erstes Thema hier bei euch im Forum, lese aber schon seit längerer Zeit im Hintergrund mit.

Folgendes interessiert mich, ich hab vor kurzer Zeit auf 3SAT eine Doku gesehen, Namens "Das Rätsel der Blitze - Forschung unter Hochspannung"

Hier mal der Link zum Streaming Video : http://wstreaming.zdf.de/3sat/veryhi...itze_hitec.asx

sehr interessanter beitrag, jedoch eine sache hat mich aufmerksam gemacht u. diese wollte ich mit euch mal diskutieren, vorzugsweise natürlich mit unseren physik spezies

und zwar haben amerikanische wissenschaftler, mit hilfe von wetterballon's, rausgefunden das gewitterwolken ein viel schwächeres elektr. feld besitzen als vorher angenommen...

gleichzeitig wurden hinweise auf röntgenstrahlung und gammastrahlung gefunden, nun ist natürlich die frage was löst dann einen blitz aus wenn die spannung in der wolke so gering ist ?

dazu stellte blitzforscher joseph dweyer folgende theorie auf :

er erwähnt sogenannte "runaway elektronen" was sehr schnelle, energiereiche teilchen sind... wenn diese mit den luft bestandteilen zusammenprallen entsteht röntgenstrahlung...

weiterhin vermutet er, das kosmische strahlung, die ständig in die erdatmosphäre eintritt, sich mit der "luft" verbindet u. so die "runaway elektronen" entstehen lässt, welche letztendlich die entladung inder wolke auslösen und auch die röntgendtrahlung die gemessen wurde entstehen lässt...


nun meine frage, was halten die spezies davon, liegt das physikalisch gesehen im bereich des möglichen ?


PS : im video ab minute 20 kommen die obengenannten äußerungen...



mfg
brgi

Geändert von brgi (16.07.2010 um 19:39 Uhr).
brgi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.07.2010, 23:13   #2
Llewellian
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Llewellian
 
Registriert seit: 05.01.2004
Beiträge: 4.312
Standard

Ich zitiere mich hier mal selber:

http://forum.grenzwissen.de/showpost...1&postcount=16

Zitat:
Zitat von Llewellian Beitrag anzeigen
Nun ja. Die Frage müsste umformuliert werden.

Es ist nicht das "Warum" es blitzt (das ist immer der Ladungsausgleich und die dahinterliegenden physikalischen Gesetze), sondern "WANN" es blitzt.

Und es blitzt immer DANN, wenn sich die Möglichkeit zu einem Ladungsausgleich bietet.

Es muss nicht immer ein thermisches Elektron sein. Es braucht einen Starter, das ist richtig, und hier Bedingungen, die in einem elektrischen Feld Elektronen die Möglichkeit geben, eine gewisse Wegstrecke kollisionsfrei zurückzulegen, um soweit zu beschleunigen, das sie dann bei einer Kollision mit einem neutralen Atom dieses Ionisieren können und weitere Elektronen freischlagen können.


Und hierzu ergeben sich zigtausende Ansätze um völlig zufällig und unvorhersagbar in Zeit und Ort innerhalb eines Gewitters einen Blitz auszulösen.

Kosmische Strahlung ist da ein guter Ansatz, ein sehr guter. Natürliche radioaktive Strahlung und spontaner Kernzerfall von in der Luft befindlichen radioaktiven Isotopen wie z.b C14, welches im Betazerfall zerfällt und ein Elektron sehr hoher Energie und Geschwindigkeit ausstösst.

Dann könnte auch Eis eine Rolle spielen. Koronarentladung an Eiskristallen. Bei Feldemission (Siehe hierzu z.b auch Elmsfeuer) braucht das Elektron garnicht die eigentliche Energie zu erreichen die nötig wäre den Ladungsträger zu verlassen. Wenn die Kathode nur spitz genug ist, erreicht die Feldstärke gegenüber der flächigen Anode (die Wolke im Allgemeinen, auch die Erde) Werte die millionenfach stärker sein können, als das "allgemeine Feld".

http://de.wikipedia.org/wiki/Teilentladung
http://de.wikipedia.org/wiki/Koronaentladung
http://de.wikipedia.org/wiki/Feldemission

Und da Wasser ein Amphoter ist, welches mit sich selbst reagiert und in sich selbst in eigener Lösung Ionen bildet (H3O+ und -OH), kann es hier zu Stromtransporten kommen, zur Freisetzung von Elektronen, die dann im elektrischen Feld der Spitzenendladung so weit beschleunigt werden, das sie ihrerseits durch Stossionisation weiterionisieren können.

Der Prozess hat eine recht geringe "Chance" sich in einen Lawinenprozess umzuwandeln. Auf der anderen Seite enthält eine Gewitterwolke genügend Schneekristalle, die einerseits durch die Amphoter-Eigenschaft und andererseits durch Reibung genügend Ladungstrennung verursachen, das es bei einer durchaus klappen könnte - in einer gewissen Zeit.

Merke: Blitze werden immer entstehen. Auch wenn die eigentlichen "Durchschlagswerte" noch nicht erreicht sind. Braucht nur einen Auslöser. Und das kann vielerlei sein. Dampfspuren von Mikrometeoriten, Ionisationskanäle von Schwerionen aus dem Sonnenwind, Teilchenzerfalls-Rundown Ionisationskanäle (Tscherenkov-Strahlung)...

Ich glaube, das nicht EIN Effekt ursächlich ist, sondern viele die Möglichkeit bieten.
Llewellian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.07.2010, 09:07   #3
Sakslane
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Beiträge: 2.730
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Dem kann ich mich nur anschließen. Durch Ladungstrennung baut sich in der Wolke eine Spannung auf, die sich aber noch nicht sofort entlädt. Wenn es dann eine kleine Anfangsionisation gibt, sei es durch einen Radioaktiven Zerfall oder kosmische Strahlung oder eine Koronaentladung, dann wird diese Ionisation durch die Spannung lawinenartig verstärkt, so ähnlich wie in einem Geigerzähler oder einer Funkenkammer. In dem entstehenden Ionisationskanal entlädt sich dann der Blitz.

Das ist vergleichbar mit einer Plastikfolie, die unter einer mechanischen Spannung steht. Wenn die Spannung nicht zu groß ist, reißt die Folie nicht - es sei denn, man macht einen kleinen Riss hinein. Der breitet sich dann schnell aus und die Folie reißt. Es bedarf nur dieses kleinen Auslösers, der durch die (in diesem Fall eben mechanische) Spannung vergrößert wird.
Sakslane ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.07.2010, 13:37   #4
Llewellian
Lebendes Foren-Inventar
 
Benutzerbild von Llewellian
 
Registriert seit: 05.01.2004
Beiträge: 4.312
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Jupp, und als Elektriker sag ich mal:

Das eine Gewitterwolke insgesamt ein "schwächeres" Feld besitzt ist klar. Vorallem weil eine Gewitterwolke ja auch nicht "gesamt" ein homogener Ladungsträger ist.

Das ganze Ding ist so chaotisch wie nochmal was. In einer Gewitterwolke ist ja auch das Wasser nicht "gleichverteilt", noch z.b auch Eis und ähnliches.

Da reicht dann auch gerne mal eine lokale, chaotische Ladungsverstärkung, z.b ein Aufwindstoss, der plötzlich grössere Eismengen verschiebt.
Llewellian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.01.2011, 22:08   #5
-CC-
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 09.02.2009
Beiträge: 491
Standard

Habe eben diese faszinierenden Bilder gefunden:

Im speziellen geht es um die beiden Aufnahmen der Blitze in der Aschewolke eines Vulkanausbruches.

-CC-

Geändert von -CC- (30.01.2011 um 16:42 Uhr).
-CC- ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.01.2011, 16:35   #6
Acolina
Hausdrachen
 
Benutzerbild von Acolina
 
Registriert seit: 15.01.2002
Ort: just the other side of nowhere
Beiträge: 10.861
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Ohja, wirklich toll! Treffen der Urgewalten
__________________
Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen. (Gerd Lüdemann, Theologieprofessor)
Acolina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.2011, 10:59   #7
Bea
Grünschnabel
 
Registriert seit: 17.03.2011
Beiträge: 4
Standard

Tolle Bilder! Danke fürs posten.
Ich finde sie faszinierend!
Bea ist offline   Mit Zitat antworten
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