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Alt 22.04.2003, 22:33   #1
nane
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard SARS seuche

Peking/Genf (dpa) - Die Zahl der SARS-Fälle steigt in China und
Kanada weiter stark an. Innerhalb eines Tages kletterte die Anzahl
der Erkrankten in China um 157 auf 2158. Die Todesfälle nahmen um 5
auf 97 zu, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag in Peking
berichtete. Insbesondere für Peking gehen Experten von einer weiteren
Ausbreitung der gefährlichen Lungenkrankheit aus. In Kanada sind
mehrere tausend Bürger unter Quarantäne gestellt. Mit 316 bekannten
SARS-Fällen und 14 Todesopfern ist Kanada das am härtesten betroffene
Land außerhalb Asiens.


US-Popdiva Mariah Carey verschob aus Angst vor dem Schweren Akuten
Atemwegssyndrom (SARS) ein für Juni geplantes Konzert in Singapur.
Zuvor hatte sie Auftritte in China und Hongkong abgesagt. Der
Schwimm-Weltverband FINA hat zwei in China geplante Langstrecken-
Weltcups gestrichen. Die WHO registrierte bis Dienstagabend weltweit
3947 SARS-Fälle mit 229 Todesopfern. 1935 Patienten wurden den WHO-
Daten zufolge inzwischen als geheilt oder wegen einer irrtümlichen
SARS-Diagnose entlassen.


Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Liu Jianchao,
sagte, die Krankheit sei eine "Katastrophe". Er räumte Fehler im
Umgang mit SARS ein. Wie ernst die Lage eingeschätzt wird, zeigte ein
Bericht der Pekinger Abendzeitung "Beijing Wanbao", dass die
Hauptstadt 1000 Krankenhausbetten für SARS-Patienten vorbereite. Neue
Gebäude und auch Einrichtungen außerhalb der Stadt würden in Betracht
gezogen. Fast 1000 Beatmungsmaschinen, 30 neue Krankenwagen und eine
halbe Million Schutzanzüge seien bestellt worden, berichtete das
Blatt.


Die WHO schickte angesichts der Ausbreitung der Lungenkrankheit
ein weiteres Team nach China. Die sechs Experten wollten in Schanghai
Kliniken besuchen und auch in ländliche Gebiete gelangen. Der WHO-
Vertreter in Peking, Henk Bekedam, sagte: "Wir fürchten, dass sich
SARS langfristig vor allem in den ärmeren Provinzen ausbreitet, weil
dort das Gesundheitssystem zusammengebrochen ist."
China hatte am Sonntag ein deutlich größeres Ausmaß der Krankheit
eingeräumt. In der 14 Millionen Menschen zählenden Hauptstadt, wo
Hunderte von Fälle bis Sonntag verheimlicht worden waren, wurde am
Dienstag ein neuer Anstieg um 106 Patienten auf 488 gemeldet. Die
Zahl der Todesopfer nahm um 3 auf 28 zu.


Das belgische Gesundheitsministerium riet wegen SARS von Reisen
nach ganz China ab. Auch die kanadische Stadt Toronto wurde in die
Liste aufgenommen. Die Warnung gilt für vermeidbare Reisen und
erstreckt sich auch auf Hongkong, Singapur und die vietnamesische
Hauptstadt Hanoi. In Belgien ist bisher noch kein SARS-Fall bekannt.


In Kanada taucht das Virus trotz Quarantäne und striktester
Maßnahmen täglich an neuen Orten auf. So brachte eine mit dem
Coronavirus infizierte Krankenschwester nach einem Bericht der
Zeitung "Globe and Mail" Fahrgäste eines Nahverkehrszuges in Toronto
in Gefahr, mit denen sie zusammen in einem Abteil gesessen hatte. Als
die Stadt in Aufrufen nach diesen Fahrgästen zu suchen begann, ging
die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel schlagartig zurück.


Erst am Dienstag wurden in Kanada 29 neue Infektionen in einer
Gruppe von 500 Mitgliedern einer philippinischen Glaubensgruppe
bekannt. Außerdem erkrankte der Bewohner eines 19-stöckigen
Mietshauses an SARS, in dem drei Mitglieder dieser Gruppe wohnen.
Experten vermuten, dass sich der Bewohner, der mit den Philippinos
keinen direkten Kontakt hatte, über ein Treppengeländer oder einen
Fahrstuhlknopf angesteckt haben könnte.


Die Krankheit hat auch schwere wirtschaftliche Konsequenzen für
die jährliche Kantoner Messe in der Hauptstadt der Provinz Guangdong.
Nachdem im Vorjahr 120 000 Besucher und Abschlüsse über 16,8
Milliarden US-Dollar (derzeit 15,5 Milliarden Euro) gezählt worden
waren, wurden nach Angaben der "South China Morning Post" in der
ersten Hälfte der größten Messe Chinas nur 16 000 Besucher und
Abschlüsse über 2,2 Milliarden US-Dollar berichtet.


Singapurs Armee verzichtet wegen der Lungenkrankheit vorübergehend
auf Manöver im Ausland. Damit solle Befürchtungen befreundeter
Regierungen begegnet werden, dass durch eine Übung der Singapurer
Streitkräfte SARS-Erreger in ihr Land eingeschleppt werden könnten,
sagte Verteidigungsminister Tony Tan. In dem tropischen Stadtstaat
wurden bislang 184 Erkrankungen und 14 SARS-Tote gemeldet.


Japans größte Fluggesellschaft Japan Airlines wird im Mai die Zahl
der Flüge zwischen Tokio und Hongkong abermals um die Hälfte auf
sieben pro Woche reduzieren.


Der SARS-Verdacht bei einem 45-jährigen Patienten im Klinikum
Augsburg bestätigte sich unterdessen nicht. Der von einer Reise aus
China zurückgekehrte Mann aus dem Ostallgäu war am Ostersamstag mit
verdächtigen Symptomen in die Klinik gebracht worden.


Die WHO plant am 17. und 18. Juni eine internationale
Expertenkonferenz in Genf. Dort sollen Forschungsergebnisse und
Strategien zur Eindämmung der Krankheit diskutiert werden.
(Internet: WHO: http://www.who.int/)
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Alt 24.04.2003, 01:20   #2
Sereck
Lebendes Foren-Inventar
 
Registriert seit: 25.09.2002
Beiträge: 2.496
Standard

ich finde das ist schon beängstigend.erst überhaupt nicht bekannt und dann innerhalb von wenigen tagen verbreibtet sich diese krankheit über die ganze welt.
das könnte ein grössere bedrohung werden als alle angenommen haben.
Sereck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.04.2003, 01:35   #3
Zwirni
Lebendes Foren-Inventar
 
Registriert seit: 20.04.2002
Beiträge: 3.540
Standard

Das haben wir schon bei den Verschwörungen:

http://forum.grenzwissen.de/thread.p...adid=1422&sid=

Auch wenn sich der Virus langsam wirklich zu einer katastrophe ausweitet, scheint es in letzter zeit immer mehr hinweise zu geben, dass er gezüchtet wurde.
Zwirni ist offline   Mit Zitat antworten
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