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Alt 02.07.2009, 15:20   #1
Zeitungsjunge
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Registriert seit: 14.01.2008
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RSS-Feed Ein paar Worte zur Zukunft der Wissenschaft

Richard Feynman veröffentlichte seine Arbeiten zur Quantenelektrodynamik, da war er 29. Charles Darwin betrat das Deck der Beagle im Alter von 22 Jahren, und die bahnbrechenden Arbeiten von Gerhard Ertl begannen bereits mit seiner Dissertation. Die in Lindau versammelten Nobelpreisträger mögen allesamt ältere Herren sein, doch man muss nicht reich an Jahren sein, um bedeutende Entdeckungen zu machen.



Im Gegenteil. Wie ein roter Faden zieht sich eine zentrale Botschaft durch fast alle Vorlesungen und Gespräche: Der wirkliche Motor der Innovation in der Wissenschaft ist der Nachwuchs. Ohne seine Doktoranden, sagt Martin Chalfie zum Beispiel, hätte er nie etwas vom Green Fluorescent Protein gehört, das ihm ein paar Jahre später seinen Nobelpreis einbrachte. Sir Harold Kroto hat es sogar noch prägnanter ausgedrückt:

Die Relativitätstheorie stammt nicht von ihm


sondern von ihm:


Nobelpreise sind nur selten das Ergebnis sorgfältiger Planung, sondern in den meisten Fällen einer spontanen Idee, neuen Perspektiven und Ansätzen und fast immer einer gehörigen Dosis Glück. Und sie kommen oft aus unerwarteter Richtung. Auch deswegen empfahl zum Beispiel Richard Ernst in seinem Vortrag, sich ein Hobby außerhalb der Wissenschaft zuzulegen.

Der wissenschaftliche Nachwuchs soll, das konnte man immer wieder in offiziellen und inoffiziellen Gesprächen hören, das Recht haben, zu scheitern und auch den Mut dazu, das Scheitern zu riskieren. Große Entdeckungen macht man nicht, indem man auf Nummer sicher geht. Das Leben, sagt Aaron Ciechanover, sei nun mal voller Risiken.
Eine klare Botschaft an die Forschungsfinanzierung, aber auch an den Nachwuchs, den Gerhard Ertl mehrmals aufrief, nicht immer auf Autoritäten zu vertrauen und der eigenen Neugier zu folgen. Denn nur so erforscht man neues.

"Die Grenze der Wissenschaft ist allein die menschliche Vorstellungskraft", sagte Professor Noyori im Interview, "Ich bin alt, und meine Vorstellungskraft lässt nach."
Die wirklich interessanten und bedeutenden Gäste in Lindau sind nicht die Nobelpreisträger mit ihren weisen Worten, sondern die Nachwuchswissenschaftler im Publikum. Von ihnen werden die wissenschaftlichen Revolutionen kommen, von denen abhängt, wie wir in Zukunft leben werden.

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