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Alt 18.12.2008, 18:42   #1
celadore
Grünschnabel
 
Registriert seit: 01.05.2006
Beiträge: 2
Standard nicknames

nicknames

eigentlich fällt mir dazu immer wieder nur eines ein,
auch nach jahren komm ich nicht wirklich dahinter
wenn ich mir einen eigenen namen gebe, ist das aus meinem verständis heraus
schon etwas sehr bedeutsames
und manchmal kommt´s mir schon schizo vor, hier bin ich der und der da
ist das nur bei mir so ?
warum werden keine realen namen benutzt
gibts da eine grundsätzliche idee ?

die meisten von euch, nehm ich jetzt mal an, sind schon länger im "geschäft", geübter
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Alt 18.12.2008, 22:52   #2
Manx
Foren-As
 
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Registriert seit: 18.10.2007
Ort: Minden
Beiträge: 915
Standard

Diese Frage stelle ich mir eigentlich auch.

Ich vermute, das hat etwas damit zu tun, dass man sich hinter einem Nicknamen und einem Avatar gut verstecken kann und eigene Komplexe kompensieren oder Marotten ausleben kann. Beispiel: Avatar zeigt eine Art Elfe oder so, Nick ist "Dynamit Donnervogel". Was für ein Mensch verbirgt sich dahinter ?

Vielleicht gibt es noch eine andere Erklärung. Fast niemand mag seinen Vornamen, man hat sich eben dran gewöhnt, ihn akzeptiert. Und hier kann man seinen Namen frei wählen, hier diesen, dort jenen, und wenn er nicht mehr gefällt, wird er gewechselt.

Manche Leute haben wirklich ganz grauslige Vornamen, Karl-Eginhard zum Beispiel, da kann man das Bedürfnis nach Namenswechsel schon verstehen.
In den Niederlanden hat man einen "offiziellen" Vornamen, aber man wählt sich dazu einen eigenen Rufnamen. Auch nicht schlecht.

Und jetzt wirst Du meinen Nicknamen und mein Avatar einer Analyse unterziehen, und wenn Du's raus hast, kriegst Du 'n Negerkuss (politically incorrect, I know).
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Mein Perpetuum Mobile funktioniert jetzt,
es braucht nur verdammt viel Strom.
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Alt 19.12.2008, 05:11   #3
Torsten Migge
Lebendes Foren-Inventar
 
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Registriert seit: 24.03.2002
Ort: "Mainhattan" Westend (Frankfurt a.M.) & Cali, Colombia (Kolumbien)
Beiträge: 2.106
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Naja, Manx, Dein Avatar zeigt möglicherweise einen Triebwagen der Electric Railway auf der Insel Man (Isle of Man), und Manx ist die ausgestorbene gälische Ursprache auf jener Insel (auch Manx-Gälisch genannt)

Manx Electric Railway Station st Laxey:






Saludos!
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"Politik ist die Unterhaltungsabteilung der Rüstungsindustrie"!.
Frank Zappa

Geändert von Torsten Migge (19.12.2008 um 05:16 Uhr).
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Alt 19.12.2008, 07:12   #4
Tarlanc
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Beiträge: 4.102
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Zitat:
Zitat von Manx Beitrag anzeigen
Ich vermute, das hat etwas damit zu tun, dass man sich hinter einem Nicknamen und einem Avatar gut verstecken kann und eigene Komplexe kompensieren oder Marotten ausleben kann.
Das ist eine etwas oberflächliche Analyse, die ich von einem alten Foren-Profi nicht erwartet hätte.

Online-Diskussionsforen haben gegenüber realen Gesprächssituationen mehrere Vorteile. Dazu gehört auch die Anonymität der Diskutanten:
1) Beteiligungszahl: An Diskussionen in Foren können theoretisch unbegrenzt viele Leute teilnehmen. Auch wenn dies nicht in jeder Diskussion realisiert wird, so beteiligen sich doch hunderte Leute an verschiedenen Stellen an der Diskussion im Forum. Dies ist bei realen Diskussionen nicht möglich.
2) Entzeitlichung: Diskussionsbeiträge können jederzeizt gelesen oder geschrieben werden. Reaktionen auf einen Beitrag können auch Stunden später statfinden, ohne dass dies die Diskussion stört. Bei einer Stammtischdiskussion ist das zum Beispiel nicht möglich.
3) Nachvollziehbarkeit: Jede Diskussion lässt sich vor- und zurückspulen, um die Entwicklung der Argumente zu verfolgen. Man kann Aussagen überprüfen, Reaktionen nachlesen und damit die Diskussion zu jedem Zeitpunkt analysieren. Dadurch besteht für die Diskussionsteilnehmer, ein gewisser Zwang, sich anständig zu verhalten. Dumme Äusserungen, Wutausbrüche und unsinnige Argumente bleiben für immer stehen.
4) Annäherung an die ideale Gesprächssituation: Durch die fehlende Begrenzung der Teilnehmerzahl, die Entzeitlichung und die Analysierbarkeit der Argumente lässt sich in Diskussionsforen eine fast ideale Diskussion führen. Es bleibt allen Teilnehmern so viel Zeit wie nötig, sich mit dem Sachverhalt und der Diskussion zu beschäftigen, bevor eine Antwort gemacht wird. Und die Antwort kann so ausführlich und faktengestützt wie nötig sein.
Das ist an einer realen Diskssion einfach nicht möglich.

Da bleibt nur noch ein wichtiger Aspekt, um die Diskussion so ideal wie möglich zu machen:

5) Anonymität: In einer idealen Gesprächssituation sollen nicht Menschen, sondern Ansichten miteinander konkurrieren. Es muss, ungeachtet des Gegenübers, immer der 'zwanglose Zwang des besseren Arguments' herrschen. Selbst wenn jemand etwas Schlaues sagt, der zu einer Personengruppe gehört, die man nicht mag, muss dies geachtet werden. Wenn jemand mit Doktortiteln und hohem Prestige etwas Dummes sagt, dann muss es als etwas Dummes behandelt werden. Die Biographie, Demographie und der Ruf eines Diskussionsteilnehmers darf die Diskussion nicht beeinflussen. Um dies zu erreichen, werden Geschlechts-, Rassen- und Alterbezeichnende Nicknames verwendet.
Den Nicknames ist für gewöhnlich nicht zu entnehmen, mit wem man es zu tun hat. Das Gegenüber ist nur ein Name oder eine Nummer. Da es kein Gesicht und keine Geschichte hat, werden die Einflüsse von persönlichen Gefühlen minimiert. Man kann sich nur auf die gemachten Aussagen stützen, wenn man sich in einer Diskussion beteiligt.


Natürlich kennt man nach einer Weile seine Pappenheimer und weiss, wer schlüssige Argumente vorbringt, wer eher zu flaming neigt, wer öfters mal absichtlich Falschaussagen macht, sich gern wichtig macht oder jeden Mist glaubt. Dadurch geht ein Teil der Anonymität wieder flöten.
Allerdings stützt sich auch da die Einschätzung eines Diskussionsteilnehmers auf die bisher in Diskussionen gemachten Aussagen. Nicht auf Persönlichkeitsmerkmale. Jeder hat also die gleiche Chance, sich einen guten (oder schlechten) Namen zu machen. Ungeachtet von Geschlecht, Beruf, Aussehen, Alter, Bildung oder Kleidungsstil.


Und darum sind Nicknames in Diskussionsforen äusserst sinnvoll.
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Even people who are a pain in the arse can stimulate new thinking.
Vaughan Bell, Institute of Psychiatry, London
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Alt 19.12.2008, 11:04   #5
Manx
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99 Punkte, lieber Torsten. In der Tat ist es die MANX Electric Railway. Aber den entscheidenden einen Punkt hast Du noch nicht.

Weiter so.
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Alt 19.12.2008, 11:43   #6
Manx
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Eine Analyse sollte das keineswegs sein. Es ist mir durchaus klar, dass sich das nicht mit so wenigen Worten darstellen lässt. Selbst an Deinen Ausführungen ließe sich einiges kritisieren, finden wir dort doch nur positive, ideale Vorstellungen, ganz böse ausgedrückt: Friede, Freude, Eierkuchen.

Zugegeben, ich habe nur die negative Seite angekratzt. Aber bitte, wie viele Forenmitglieder nutzen diese Anonymität, um z.B. andere aufzumischen oder es zumindest zu versuchen? Wie viele haben eine fast panische Angst, dass irgendwelche unbedeutenden Daten (Name, Anschrift usw) bekannt werden?

Abgesehen davon, ich diskutiere mit Dir genau so gern oder ungern, ob Du Professor oder Hilfsarbeiter, Raumfahrtingenieur oder Elektriker, schwarz, rot, gelb, grün oder weiß bist. Dazu braucht's keine Anonymisierung.
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Alt 19.12.2008, 22:21   #7
Tarlanc
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Zitat:
Zitat von Manx Beitrag anzeigen
Selbst an Deinen Ausführungen ließe sich einiges kritisieren, finden wir dort doch nur positive, ideale Vorstellungen, ganz böse ausgedrückt: Friede, Freude, Eierkuchen.
Sie sind höchst idealisiert, das stimmt.
Aber das ist es, wozu Nicknames gut sind. Natürlich werden sie mitunter auch anders genutzt. Sie werden zum Flaming, Rumtrollen, Spammen und rumblödeln verwendet.
Aber der Missbrauch oder unangemessene Gebrauch von Nicknames war ja eigentlich nicht gefragt. Sondern, um den Threadersteller zu zitieren:
Zitat:
warum werden keine realen namen benutzt
gibts da eine grundsätzliche idee ?
Und das war nun mal eine der Grundlegenden Ideen. Sie enstpricht (wie die meisten Grundlegenden Ideen) nicht unbedingt der Realität, da die meisten hier die Biographien der Vielschreiber kennen und im Chat ein reger Austausch von persönlichen, themenfremden Informationen stattfindet, aber die Idee finde ich prinzipiell gut.

Auch bei akademischen Verbindungen ist die Teilanonymisierung eine gute Sache. Man lernt sein Gegenüber über die Interaktion kennen und nicht über seinen sozialen Status oder seinen Lebenslauf. Das enthemmt und lässt bessere Diskussionen zu.

Zitat:
Abgesehen davon, ich diskutiere mit Dir genau so gern oder ungern, ob Du Professor oder Hilfsarbeiter, Raumfahrtingenieur oder Elektriker, schwarz, rot, gelb, grün oder weiß bist. Dazu braucht's keine Anonymisierung.
Ja, das rede ich mir auch immer wieder ein. Dass ich als aufgeklärter Mensch ohnehin über jegliche Art von Sexismus, Rassismus und Klassismus erhaben bin und für mich nur der Mensch und seine Ideen zählen.
Aber das ist nun mal leider weder bei mir noch bei den meisten Leuten, die ich kenne, Realität. Ich würde mir wünschen, meine niederen Instinkte so überwinden zu können, aber mit Nicknames ist das viel leichter.
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