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Chemtrails In großer Höhe ausgebrachtes Material, das Menschen, das Wetter oder das Klima beeinflussen soll, das keine allgemein bekannte Waffe darstellt

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Alt 28.02.2017, 16:51   #1
basti_79
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Standard Dokument übergeben: "Chemtrails: Sauberer Himmel?"

Jemand übergab mir dieses Dokument mit den - sparsamen - Worten:
Zitat:
hier hast du wissenschaftliche Belege
Wir hatten vor mehreren Monaten über das Thema "Chemtrails" geredet, seitdem eigentlich nur über Cloudbusting, "alternative Medizin" und religiöse und weltanschauliche Fragen. https://www.scribd.com/document/3404...017-Chemtrails Durchaus typisch für Texte aus diesem Formenkreis wird der Text mit einigen Bildern eingeleitet, auf denen man einen Unterschied zwischen "gesundem Himmel" und "verseuchtem" erkennen soll. Unterschiede gibt es da - zwischen den Fotos. Die zu untersuchende Behauptung wäre, ob diese Unterschiede auf äussere Einflüsse zurückgehen, oder durch die Auswahl der Fotos zustande kommen.

Da ich demjenigen einmal versprochen hatte, mich mit solch einem Dokument inhaltlich zu beschäftigen, tue ich das jetzt.
1. ETH Zürich: Die Atmosphärenphysikerin Prof. Ulrike Lohmann – aluminiumhaltige Nanoteilchen in der Luft!
Zunächst einmal fällt auf, dass Frau Lohmann diesen Text anscheinend nicht autoritisert hat - die Redakteure der Broschüre haben anscheinend einfach ihr Bild und ihre Meriten verwendet und in einen anderen Kontext gesetzt. Abseits davon, dass das schlechter Stil ist, wird die ursprüngliche Aussage arg verfälscht und mit politischen Zitaten verknüpft. Was da von der ETH wirklich gemessen wurde, kann man (Primärquelle ist leider nicht kostenfrei verfügbar) auf einem Satz Folien hier nachvollziehen:

http://www.nanoparticles.ch/archive/2016_Lohmann_PR.pdf

Man hat da den Ruß, der aus einem typischen Flugzeugtriebwerk ausgestoßen wurde, eingefangen und charakterisiert, um zukünftig Voraussagen darüber machen zu können, welche Wirkung Flugzeugabgase auf die Bildung von Wolken haben. Es ist schon lange geläufig, dass Flugzeugabgase Wolken hervorbringen können, und da es so viel Flugverkehr gibt, wäre es wichtig, mehr darüber zu erfahren. Anders, als in der Broschüre angedeutet wird, wird keine Aussage über absolute Mengen gemacht, sondern es wird letztendlich nur die Zusammensetzung dieses Russes gemessen. Die absoluten Mengen sind erstaunlich gering: nach Yu et al. liegen sie knapp über 200 mg pro kg ausgestossenem CO2. Davon ist dann - unter ungünstigsten Bedingungen - weniger als 1% Barium. Der kleinste Schwellwert für Barium ist 0,72 mg/m³. Man kann das ohne weiteres nicht umrechnen, aber man kann wohl ohne weiteres sagen, dass man das Risiko eingeht, dass das Barium aus Flugzeugabgasen "lokale toxische Wirkungen" entfaltet, d.h. dass man sich etwas wie eine Bronchitis holen könnte, wenn man längere Zeit (rußige!) Flugzeugabgase einatmet. Hätte sich der Ruß vorher niedergeschlagen, wie er es zu tun pflegt, wäre diese Gefahr geringer.

Da der Ruß aus den Triebwerken von fliegenden Flugzeugen in großer Höhe freigesetzt wird, wird er auf dem Weg nach unten in größeren Luftmengen verteilt. Dabei wird z.B. auch das Barium so weit verdünnt, dass am Boden kein Einfluss von Flugzeugabgasen mehr erkennbar ist. Um das mal ins Verhältnis zu setzen: damit es zu erkennbaren Bleivergiftungen kam, mussten Millionen Tonnen Tetraethylblei (das zu etwa zwei Dritteln aus Blei besteht) verbrannt werden. Der Verbrauch durch Flugbenzin beläuft sich auf 13% [x] von 4.1 Mrd. t Erdöl [x], also auf gut 500 mio. t. Selbst, wenn man Barium und Blei als vergleichbar toxisch betrachtet (was nicht der Fall ist, Blei ist ein starkes Nervengift, Barium nicht), müsste man eine sehr dehnbare Auffassung von Wahrheit haben, um zu behaupten, es könnten sich am Boden gefährliche (oder auch nur messbare) Bariumkonzentrationen ergeben.

Wie üblich für Chemtrail-Geschichten wird dann auch das Aluminium bemüht. Da sieht es noch knapper aus mit der Argumentation. Aluminium ist nicht nur ziemlich wenig (wenn überhaupt) giftig, es ist auch noch ziemlich häufig. Während bei Barium immerhin die theoretische Möglichkeit besteht, dass man den Eintrag in die Umwelt durch Flugbenzin nachweisen könnte, halte ich das bei Aluminium wegen dessen Häufigkeit für völlig unmöglich. Da ausserdem das Barium aus dem Benzin (bzw. aus dem Öl, das auch immer zum Teil mit verbrannt wird) stammt, müsste man es in Autoabgasen ungefähr in vergleichbaren Mengen finden. Da viel mehr Öl in Automotoren verbrannt wird als in Flugzeugbenzin, dürfte so auch viel mehr Barium freigesetzt werden. Der Eintrag durch Autoabgase wird jedoch (merkwürdigerweise) nicht thematisiert.

Der Abschnitt über die Arbeiten Lohmanns und ihrer Kollegen wird mit einem Hinweis auf ein anderes Thema beendet:
Zitat:
Was sind die genmanipulierten Pflanzen und die sogenannten Termintorsamen, die nur einmal aufkeimen, aber sich nicht vermehren können, anders als die totale Lebensmittelkontrolle.
Schon der zweite Abschnitt ist noch einmal deutlich dürrer.
2. "Schweizerschülerinnen haben Aluminium und Barium im Wasser nachgewiesen"
Die Autoren der Broschüre scheinen ihre Quelle nicht einmal selber gelesen zu haben. Dort steht nämlich, was dieser Nachweis bedeutet: nicht besonders viel. Ausgehend vom - alarmistischen, hysterischen - Ergebnis wird schlicht und einfach behauptet, dass dieses stimmig sei. Das ist ein Zirkelschluss. Welche Grenzwerte man bei Aluminium und Barium anlegen sollte, ob diese überschritten wurden - keine Auskunft.
3. Chemtrails – Nachweis für Aluminium und Barium im Schweizer-Regenwasser
Der dritte Abschnitt präsentiert das "Ergebnis" (eigentlich eher: dessen politische Interpretation) des zweiten Abschnitts noch einmal. Doppelt gemoppelt hält besser, oder was?
4. Zeugnis: "Ich bin hier, um zu bezeugen dass es die Chemtrails wirklich gibt."
Dieser Abschnitt weicht etwas vom bisherigen Muster ab. Die ersten drei Abschnitte zitierten (mehr oder weniger genau) Menschen, die behauptet hatten, mit naturwissenschaftlichen Mitteln ungewöhnliches in der Umwelt gemessen zu haben. Im vierten Abschnitt werden verschiedene Aussagen von (mehr oder minder fachlichen) Fachleuten präsentiert, die man mit viel gutem Willen so lesen kann, als würden sie die Existenz von Chemtrails untermauern. Abseits davon, dass es sich durchweg um Autoritätsargumente handelt, ist bei einigen der Fachleute bekannt, dass sie nicht davon ausgehen, dass es Chemtrails überhaupt gibt, ja, sich sogar teilweise weigern, in diesen Zusammenhang gebracht zu werden.

Einige andere der genannten Fachleute sind als Unterstützer der Chemtrail-Idee bekannt. In der Broschüre wird nicht auf die unterschiedlichen Positionen hingewiesen, sondern es werden Befürworter und Gegner Seite an Seite gestellt. Es werden auch in diesem Abschnitt keine Argumente aufgegriffen, sondern im Gegenteil, es scheint nur darum zu gehen, darzustellen, dass "der Laie staunt und der Fachmann sich wundert". Was die Leute für Hintergründe haben, was sie für Argumente vortragen, wird ausser Acht gelassen. Es wird stattdessen mit Fettdruck und anderen Möglichkeiten der Betonung von Emotionen gearbeitet.
5. Resultate der Forschung bei der Empa in Dübendorf-Schweiz
Da geht es um Feinstaub - der zwar ein Problem ist, aber ja nicht in reiner Form auftritt. Es ist geläufig, dass der meisten Feinstaub nicht aus Flugzeugtriebwerken stammt. Das Format dieses Abschnitts folgt eher dem des vorhergehenden, mit ähnlichen Problemen.

Ins Auge fällt eine - isolierte - Behauptung:
Zitat:
Aluminium ist neurotoxisch.
Diese Behauptung geistert schon seit langer Zeit durch die Köpfe der Menschen. Ich meine mich zu erinnern, schon zu meiner Schulzeit davon gehört zu haben, dass Aluminium als Ursache für die Alzheimer-Krankheit in Betracht gezogen wurde. Erkenntnisfortschritt hat es da (trotz hochempfindlicher Messemthoden, s.o.!) keinen gegeben, Menschen, die mit Aluminium arbeiten, haben keine besonderen Krankheiten, die nachweisbaren Konzentrationen sind minimal und die Behauptung scheint auch nur da (zwischen etlichen "Zeugenaussagen") zu stehen, um den Leser aufzuschrecken.

Die Zitate befassen sich mal mit der (unterstellten) Giftigkeit des Aluminiums, mal mit der (politischen oder wissenschaftlichen) Einordnung von Chemtrails. Besonders viel Wert wird anscheinend auf die Titel der zitierten gelegt, und wieder scheinen Argumente zu fehlen. Es geht in diesem Dokument noch etliche Seiten so und ähnlich weiter, später werden wieder viele farbige Fotos präsentiert - komplett mit Deutung, es werden Heilversprechen gemacht, die Themen changieren etwas, aber bis zum Schluss fehlt der Überblick.

Meine Diagnose: typisch für die Chemtrail-Szene, nichts Neues, schon bei oberflächlicher Prüfung fallen etliche Abschnitte durch, mit Wissenschaft hat das nichts zu tun, eher mit ideologisch verzerrter Darstellung, und anstelle der Autoren dieser Broschüre würde ich aufpassen, dass ich nicht in einer nächsten Ausgabe eine Gegendarstellung abdrucken muss, oder nachher noch eine Verleumdungsklage an den Hals bekomme.

Dem Boten (den ich hier ungenannt lasse, aber auf diesen Beitrag hinweisen werde) möchte ich mitteilen, dass ich solche Dokumente kenne, in dem Sinne, als dass mir jedes Jahr etwa 5 davon zugespielt werden (die wenigsten befassen sich allerdings mit Chemtrails), dass man Gemeinsamkeiten auch unabhängig vom konkreten Thema erkennen kann, dass die Schwächen immer dieselben sind, dass auch dieses Dokument mich nicht von der Chemtrail-Hypothese überzeugen konnte, und dass ich da schlicht andere Maßstäbe anzusetzen scheine als viele andere. Was dann wieder erklärt, warum diese Dokumente so gerne zirkuliert werden.
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Alt 01.03.2017, 19:36   #2
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Ins Auge fällt eine - isolierte - Behauptung: Diese Behauptung geistert schon seit langer Zeit durch die Köpfe der Menschen. Ich meine mich zu erinnern, schon zu meiner Schulzeit davon gehört zu haben, dass Aluminium als Ursache für die Alzheimer-Krankheit in Betracht gezogen wurde. Erkenntnisfortschritt hat es da (trotz hochempfindlicher Messemthoden, s.o.!) keinen gegeben, Menschen, die mit Aluminium arbeiten, haben keine besonderen Krankheiten, die nachweisbaren Konzentrationen sind minimal und die Behauptung scheint auch nur da (zwischen etlichen "Zeugenaussagen") zu stehen, um den Leser aufzuschrecken.

Die Zitate befassen sich mal mit der (unterstellten) Giftigkeit des Aluminiums...
Habe dazu noch ein Zitat: (Quelle daunter verlinkt)

Zitat:
Verursacht Aluminium Alzheimer?

Zumindest eine schwere Demenzerkrankung ist bekannt, die auf Aluminium zurückgeht – sie betrifft jedoch nur einen sehr speziellen Personenkreis. Es handelt sich um die so genannte Dialyse-Enzephalopathie. An ihr erkranken einige Patienten, die wegen eines Nierenschadens auf die Blutwäsche angewiesen sind und dabei aus der Dialyseflüssigkeit große Mengen Aluminiumsalze aufnehmen. Die waren lange Zeit enthalten, um dem Körper überschüssiges Phosphat zu entziehen, wobei einiges von dem Metall in den Blutkreislauf gelangte. Dadurch entwickelten die Patienten voranschreitende Hirnschäden, die bis zur schweren Demenz reichen. Woran das liegt, ist nicht geklärt. Die plausibelste Hypothese ist, dass das Aluminium den Kalziumhaushalt der Nervenzellen durcheinanderbringt. Belegt ist das aber bis heute nicht endgültig. Inzwischen allerdings enthalten Dialyseflüssigkeiten meist keine Aluminiumsalze mehr.

Dass Aluminium das Gehirn schädigen kann, ist also belegt – jedoch treten derartige Effekte nach Meinung der meisten Forscher nur unter extremen Bedingungen auf, nicht jedoch bei den Mengen, die wir unter normalen Umständen über die Nahrung oder die Haut aufnehmen. Die Idee, dass es einen Zusammenhang zwischen Alzheimer und Aluminium geben könnte, basiert einerseits auf der bekannten neurotoxischen Wirkung des Metalls und andererseits darauf, dass einige Forscher erhöhte Aluminiumkonzentrationen in den Gehirnen von Alzheimerpatienten sowie in den für die Krankheit typischen Bündeln aus Tau-Proteinen gefunden haben.

Epidemiologische Studien jedoch fanden keinen Zusammenhang zwischen Aluminiumaufnahme und Alzheimer, deswegen halten viele Experten diese Hypothese inzwischen für hinfällig. Die Aluminiumanreicherung ist möglicherweise vielmehr ein Symptom der neurodegenerativen Erkrankung als ihre Ursache – womöglich hängt die höhere Konzentration einfach damit zusammen, dass das Gehirn bei Alzheimer insgesamt schrumpft. Trotzdem sieht das BfR auf diesem Gebiet noch erheblichen Forschungsbedarf, gerade was die bisher schlecht erforschten Langzeitfolgen der Belastung mit Aluminiumsalzen angeht.
Verursacht Aluminium Krebs?

Die Vermutung, Aluminium habe etwas mit Brustkrebs zu tun, gründet sich auf der Beobachtung, dass Tumoren der Brust etwas häufiger außen sitzen – also zur Achselhöhle gewandt. Eben dort finden auch die aluminiumhaltigen Antitranspirantien regelmäßige Verwendung. Die messerscharfe Schlussfolgerung: Aluminium in Deos verursacht Brustkrebs.

Dahinter stecken zwei Grundideen. Zum einen steht die These im Raum, dass mit dem aufgestauten Schweiß schädliche Substanzen nicht mehr abgeführt werden und ins Gewebe zurückdiffundieren. Dagegen steht die Tatsache, dass Schweiß fast ausschließlich Wasser, Salz und Proteine enthält. Außerdem, vermuten einige Forscher, könnte das Aluminium selbst auf Grund seiner Giftwirkung zum Krebs beitragen.

Allerdings sprechen die meisten Studien inzwischen gegen einen Zusammenhang. Zwei Untersuchungen von 2002 und 2006 fanden keinen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Antiperspirantien, lediglich eine weitere Studie von 2003 zeigt früheres Auftreten von Brustkrebs bei Frauen, die Aluminium ausgesetzt sind, aber keine höheren absoluten Krebsraten – ein kurioses Ergebnis, das möglicherweise auf einen statistischen Ausreißer zurückgeht. Inzwischen erscheint ein Zusammenhang zunehmend unwahrscheinlich oder zumindest vernachlässigbar: Bekannte Brustkrebsrisiken zeigen diese Studien zuverlässig an – ein Zeichen dafür, dass ihre Bedeutung weitaus höher ist. Allerdings ist auch in dieser Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen.

-

*) Zu diesem Wert gelangt man folgendermaßen: Das TWI von einem Milligramm ist eine Wochendosis Aluminium bei oraler Aufnahme. Täglich also 0,143 Milligramm. Bioverfügbar ist aber lediglich 0,1 Prozent des so aufgenommenen Aluminiums. Mit dieser Menge muss man das direkt resorbierte Aluminium aus Deodorants vergleichen.
http://www.spektrum.de/wissen/wie-ge...fakten/1300812
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Alt 01.03.2017, 19:46   #3
basti_79
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Formal korrekt, allerdings liest sich das so, als wollte man lieber doch irgendwelche Giftigkeit nachweisen, als dann am Ende "mit leeren Händen" dazustehen.

Ich sehe das so: in einer Welt, in der gesoffen und geraucht wird, in der mit Autos gefahren wird, in der Suizid die größte Gefahr für das Leben junger Menschen darstellt, in der SVV eine größere Gesundheitsgefahr darstellt, und in der es Staaten gibt, in denen es keine öffentliche Krankenversicherung gibt, würde ich mir über Aluminium ungefähr als letztes Gedanken machen. Wenn überhaupt.

Ich sehe bei dieser Diskussion (also bei der Frage mit dem Aluminium) oft gewissermaßen ein Ritual. Da wird sich Sorgen gemacht, weil man keine anderen Sorgen hat. An der Stelle rate ich dann üblicherweise dazu, den Rechner abzuschalten und mal ein bißchen unter Leute zu gehen.
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Alt 01.03.2017, 20:12   #4
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Formal korrekt, allerdings liest sich das so, als wollte man lieber doch irgendwelche Giftigkeit nachweisen, als dann am Ende "mit leeren Händen" dazustehen.

Ich sehe das so: in einer Welt, in der gesoffen und geraucht wird, in der mit Autos gefahren wird, in der Suizid die größte Gefahr für das Leben junger Menschen darstellt, in der SVV eine größere Gesundheitsgefahr darstellt, und in der es Staaten gibt, in denen es keine öffentliche Krankenversicherung gibt, würde ich mir über Aluminium ungefähr als letztes Gedanken machen. Wenn überhaupt.
Ich denke, da hat der Autor/die studientreibenden Wissenschaftler die gleiche Sichtweise wie du. Ich auch. Gerade in einer Großstadt kennt man das ja sogar aus den städtischen Anzeigen bezüglich erhöhter Stickoxidwerte usw. Den Willen, dagegen etwas zu tun, oder ernsthaftes Interesse daran zu haben, habe ich nur bei den wenigsten sehen können.

Es ist doch eigentlich eher erfreulich, wenn die Ehrlichkeit da ist, dass natürlich weiter daran geforscht wird und man sich erst mit empirischer Genauigkeit zufrieden gibt.

Sollte man wissenschaftlich genau nachweisen, dass Aluminium ungefährlich ist, wäre das keinesfalls mit "leeren Händen", sondern eine gesicherte Erkenntnis, mit der man arbeiten kann!

Zitat:
Ich sehe bei dieser Diskussion (also bei der Frage mit dem Aluminium) oft gewissermaßen ein Ritual. Da wird sich Sorgen gemacht, weil man keine anderen Sorgen hat. An der Stelle rate ich dann üblicherweise dazu, den Rechner abzuschalten und mal ein bißchen unter Leute zu gehen
Rechner abschalten soll ja bei mehreren Schwierigkeiten schon eine gute Hilfe gewesen sein, ansonsten siehe "First-World-Problems". Mir wurde das Wort erst letztens von einem facebook-aktiven Bekannten ins Gedächtnis zurück gerufen...
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Alt 01.03.2017, 21:04   #5
johnklar
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Mit dieser Kritik stelle ich mich nicht zufrieden mit da wir nicht selbst nachgemessen und geprüft haben wie hoch die Werte sind..
...und sie mit den Natürlichen durschnittswerten von vor 200000 jahren und vor 2000 und vor 200, verglichen haben oä.
weil wir vergleichswerte brauchen um festzustellen ob die werte unnormnal hoch sind und dann müssen wir herausfinden warum, falls ja, sie erhöht sind,
das wäre die korrekte Vorgehensweise.
Wichtig ist auch die Tests selbst vorzunehmen mit eignen Gprüften Geräten / Materialien mum Verfälschungen durch Bestochene oder erpresste Kollegen vorzubeugen.
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Alt 01.03.2017, 21:09   #6
basti_79
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Zitat:
Zitat von BecomeWiser Beitrag anzeigen
Ich denke, da hat der Autor/die studientreibenden Wissenschaftler die gleiche Sichtweise wie du. Ich auch. Gerade in einer Großstadt kennt man das ja sogar aus den städtischen Anzeigen bezüglich erhöhter Stickoxidwerte usw.
Stickoxide sind ein ziemlich unterschiedlicher Fall. Erst einmal steht deren Giftigkeit bzw. Schädlichkeit ausser Frage, und zweitens handelt es sich um Gase, so dass man da ganz einfach eine Konzentration angeben kann. Beides ist bei Aluminium ganz anders.

Zitat:
Den Willen, dagegen etwas zu tun, oder ernsthaftes Interesse daran zu haben, habe ich nur bei den wenigsten sehen können.
Stickoxide kommen ja jetzt hauptsächlich aus Motoren. Man könnte ganz einfach etwas dagegen tun, indem man vermeidet, Motoren zu betreiben.

Zitat:
Es ist doch eigentlich eher erfreulich, wenn die Ehrlichkeit da ist, dass natürlich weiter daran geforscht wird und man sich erst mit empirischer Genauigkeit zufrieden gibt.
Mir ist schon klar, dass dieser Eindruck, den ich da hatte, auf die Umstände zurückzuführen ist. Dennoch, das kann - je nach Leser - eher zur Unsicherheit beitragen als alles andere, von daher ist die Frage, warum und wozu man solch eine Quelle verwenden sollte.

Was ist "empirische Genauigkeit"?

Zitat:
Sollte man wissenschaftlich genau nachweisen, dass Aluminium ungefährlich ist, wäre das keinesfalls mit "leeren Händen", sondern eine gesicherte Erkenntnis, mit der man arbeiten kann!
Ich sage das nur ungerne, aber sogar das, was Du da zitiert hast, kann man noch lesen als: Aluminium ist ungefährlich. Genaugenommen lese ich da sogar einen kleinen ironischen Unterton.

Genauer kann ich sagen: selbst mit diesem zusätzlichen Wissen halte ich Aluminium noch für so ungefährlich, dass ich mir den Döner in Alufolie einpacken lasse, gelegentlich Dinge aus Aluminium anfasse, und mich auch im Alltag (ganz wichtig!) selten mit der Frage auseinandersetze. Das hat den Grund, dass ich mich viel größere Gefahren ausgesetzt sehe. Die Wissenschaftler, die solche Fragestellungen untersuchen, haben andere Motivationen, aber darum geht es ja auch.

Zitat:
Rechner abschalten soll ja bei mehreren Schwierigkeiten schon eine gute Hilfe gewesen sein, ansonsten siehe "First-World-Problems".
Du meinst etwa:

"Weil ich nur wegen Internet und überhaupt Computern von der Gefährlichkeit des Aluminium erfahren habe, muss ich jetzt mehr darüber erfahren?"

Falls: nein.

Zitat:
Mir wurde das Wort erst letztens von einem facebook-aktiven Bekannten ins Gedächtnis zurück gerufen...
Freut mich zu hören. Meine Ex hat da auch oft von geredet. Allerdings so, als hätte sie keine.
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basti_79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.03.2017, 21:51   #7
sunray
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Stickoxide sind ein ziemlich unterschiedlicher Fall. Erst einmal steht deren Giftigkeit bzw. Schädlichkeit ausser Frage, und zweitens handelt es sich um Gase, so dass man da ganz einfach eine Konzentration angeben kann. Beides ist bei Aluminium ganz anders.
Nicht unbedingt richtig diese Aussage mMn

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Genauer kann ich sagen: selbst mit diesem zusätzlichen Wissen halte ich Aluminium noch für so ungefährlich, dass ich mir den Döner in Alufolie einpacken lasse, gelegentlich Dinge aus Aluminium anfasse, und mich auch im Alltag (ganz wichtig!) selten mit der Frage auseinandersetze. Das hat den Grund, dass ich mich viel größere Gefahren ausgesetzt sehe. Die Wissenschaftler, die solche Fragestellungen untersuchen, haben andere Motivationen, aber darum geht es ja auch.
Hier wäre vieleicht noch zu bedenken, dass Aluminium nicht zwingend Aluminium ist.
Dass Aluminium in Staubform oder als Oxid schädlich für das Lungengewebe ist ist erwiesen und durch die Krankheit Aluminose belegt, was dann doch ein Unterschied zu Alufolie ist.
Hat aber nicht wirklich was mit Chemtrails sondern allgemein mit der Umweltverschmutzung zu tun.
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Kann mich nicht so gut ausdrücken, habe dafür wenig Probleme mit Verständnis.
Die Energie ist tatsächlich der Stoff, aus dem alle Elementarteilchen, alle Atome und daher überhaupt alle Dinge gemacht sind, und gleichzeitig ist die Energie auch das Bewegende.
Werner Heisenberg, Physiker

Geändert von sunray (01.03.2017 um 21:54 Uhr).
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Alt 01.03.2017, 22:39   #8
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Erstmal, basti, ich bin deiner Meinung. Ich bin kein Befürworter der Angst vor Aluminium.

Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Stickoxide sind ein ziemlich unterschiedlicher Fall. Erst einmal steht deren Giftigkeit bzw. Schädlichkeit ausser Frage, und zweitens handelt es sich um Gase, so dass man da ganz einfach eine Konzentration angeben kann. Beides ist bei Aluminium ganz anders.

Stickoxide kommen ja jetzt hauptsächlich aus Motoren. Man könnte ganz einfach etwas dagegen tun, indem man vermeidet, Motoren zu betreiben.
Dabei ging es mir ja auch nicht um das Gas Stickoxid, sondern um das allgemeine Bewusstsein der Menschen, die sich kaum für tatsächliche Gefahren interessieren, und gleichzeitig so anfällig für Schadstoffmythen und -Gerüchte sind.

Zitat:
Mir ist schon klar, dass dieser Eindruck, den ich da hatte, auf die Umstände zurückzuführen ist. Dennoch, das kann - je nach Leser - eher zur Unsicherheit beitragen als alles andere, von daher ist die Frage, warum und wozu man solch eine Quelle verwenden sollte.
Ganz einfach: Mehr Informationen. Derjenige, der sich mit den Quellen auseinandersetzt, der sollte auch nicht verunsichert, sondern interessiert sein.

Zitat:
Was ist "empirische Genauigkeit"?
Diese Wortzusammensetzung ist eventuell eine Eigenschöpfung

Gemeint war die Genaugkeit, durch die empirische Daten zustande kommen.

Zitat:
Genauer kann ich sagen: selbst mit diesem zusätzlichen Wissen halte ich Aluminium noch für so ungefährlich, dass ich mir den Döner in Alufolie einpacken lasse, gelegentlich Dinge aus Aluminium anfasse, und mich auch im Alltag (ganz wichtig!) selten mit der Frage auseinandersetze. Das hat den Grund, dass ich mich viel größere Gefahren ausgesetzt sehe. Die Wissenschaftler, die solche Fragestellungen untersuchen, haben andere Motivationen, aber darum geht es ja auch.
Ganz genau! Und hier geht es ja um wissenschaftliche Fakten.
In meinem Alltag mache ich mir auch herzlich wenig Gedanken über die Gefährlichkeit von Aluminium am Deckel meiner Wasserflasche.

Zitat:
Du meinst etwa:

"Weil ich nur wegen Internet und überhaupt Computern von der Gefährlichkeit des Aluminium erfahren habe, muss ich jetzt mehr darüber erfahren?"

Falls: nein.
Nein, viel eher: Weil ich nur wegen des Internets und überhaupt Computern verlernt habe, kritisch mit Aussagen umzugehen, sollte ich dort weniger Zeit verbringen.

Zitat:
Freut mich zu hören. Meine Ex hat da auch oft von geredet. Allerdings so, als hätte sie keine.
Meiner Meinung nach, müssten sich viele Menschen eingestehen, dass Sie auch wegen "First-World-Problems leiden".
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Alt 02.03.2017, 16:47   #9
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Zitat:
Zitat von basti_79 Beitrag anzeigen
Ich sehe bei dieser Diskussion (also bei der Frage mit dem Aluminium) oft gewissermaßen ein Ritual. Da wird sich Sorgen gemacht, weil man keine anderen Sorgen hat. An der Stelle rate ich dann üblicherweise dazu, den Rechner abzuschalten und mal ein bißchen unter Leute zu gehen.

Wow, das ausgerechnet aus deinem Mund? Respekt!

Das was in Klammern steht, kannst du auch ganz weglassen...da dein Spruch für viele/einige der hier aufgeworfenen "Probleme" zutreffend ist!
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„Wir werden von Desinformation und Halbwahrheiten geradezu überschüttet.“
- Jack Nicholson - (Süddeutsche Zeitung 23. Januar 2008)
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Alt 02.03.2017, 16:55   #10
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Zitat:
Zitat von Venkman Beitrag anzeigen
Das was in Klammern steht, kannst du auch ganz weglassen...da dein Spruch für viele/einige der hier aufgeworfenen "Probleme" zutreffend ist!
Welche meinst Du da?
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