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Alt 27.12.2002, 18:57   #2
Zwirni
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Standard RE: Neus von RAEL

Zitat:
Bereits nächste Woche soll in Europa ein weiterer Menschen-Klon auf die Welt kommen, hat die Raelianerin Brigitte Boisselier angekündigt. Ob die Forscherin tatsächlich einen Klon geschaffen hat, ist immer noch nicht klar.

Auf einer Pressekonferenz in Florida sagte Brigitte Boisselier, Schöpferin des angeblich ersten Menschen-Klons, dass noch vier weitere Mütter mit einem Klon-Baby schwanger seien. Bereits nächste Woche werde das nächste Klon-Baby in Nordeuropa auf die Welt kommen. Es sei das Kind eines lesbischen Paares.

Das gestern zur Welt gekommene Mädchen, dass angeblich ein Klon seiner Mutter sein soll, befinde sich samt der Mutter noch im Krankenhaus, berichtete die 46-jährige Chemikerin am Freitagnachmittag. Beiden gehe es aber gut.

Das Baby mit Namen Eve sei am 2. Weihnachtstag um 11.55 Uhr geboren worden. In welchem Land, teilte die Biochemikerin nicht mit. Vorerst hätten es die Eltern abgelehnt, vor die Presse zu treten. Die 31-jährige Mutter sei geklont worden und habe das Kind selbst per Kaiserschnitt zur Welt gebracht.

Die Eltern entschieden sich den Angaben zufolge für das Klonen, weil der Vater unfruchtbar sei.

Ob das Mädchen tatsächlich eine genetische Kopie seiner Mutter ist, sollen Boisselier zufolge unabhängige Wissenschaftler klären. Ergebnisse der Tests werden demnach in frühestens einer Woche vorliegen.

Die Dolly-Methode

Boisselier erklärte, ihr Unternehmen Clonaid habe im Januar dieses Jahres damit begonnen, mit menschlichen Zellen das Klonen zu testen. Das Klon-Verfahren ähnele dem, das bei dem Klon-Schaf Dolly angewandt worden sei.

Bei Dolly war der Kern einer Körperzelle in eine Eizelle implantiert worden, die dann ein anderes Tier austrug.

Boisseliers Unternehmen Clonaid habe bei insgesamt zehn Frauen Klon-Eizellen eingesetzt. In fünf Fällen sei die Schwangerschaft nun erfolgreich. „Das ist das Ergebnis harter Arbeit“, sagte Boisselier.

20 weitere Klonierungen geplant

Derzeit seien weitere 20 Klonierungen geplant. Künftig will Boisselier Klon-Klinien auf jedem Kontinent einrichten und so die „Führerschaft bei der Klonierungstechnologie“ übernehmen.

Die Wissenschaftlerin bedankte sich auf der Pressekonferenz noch einmal bei ihrem „spirituellem Führer“, dem Chef der Raelianer-Sekte. „Wir als Raelianer glauben daran, dass man die Wissenschaft nicht aufhalten darf“, sagte Boisseliers zu Gegnern des Klonierens.

Am Freitagmorgen hatte Brigitte Boisselier die Geburt eines angeblich geklonten Mädchens bekannt gegeben.

Wissenschaftler bezweifeln Klon-Baby

Weltweit äußerten Wissenschaftler starke Zweifel an der Behauptung der Raelianer, einen Menschen-Klon geschaffen zu haben. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) meldete erhebliche Zweifel an: „Wir
glauben das nicht.“

DFG-Sprecherin Eva-Maria Streier sagte, grundsätzlich glaube sie die Nachricht aus den USA nicht. Sie vermutete hinter der Ankündigung Sensationshascherei.

Nach bisherigen Erkenntnissen hätten zwischen 200 und tausend Frauen zur Verfügung stehen müssen, um eine Klonschwangerschaft zu ermöglichen. Die wissenschaftliche Methode sei noch nicht ausgereift, betonte Streier.

Auch aus moralischen Gründen lehne die DFG das Klonen ab. Die Produktion eines identischen Wesens sei Selbstzweck und Egoismus.

DFG fordert Klonverbot

Die DFG forderte erneut ein weltweites Klonverbot für den Menschen. Dieses war eigentlich schon unterschriftsreif, scheiterte aber kürzlich vor allem an einem Streit zwischen den USA und Großbritannien.

Während Washington strikt für ein Verbot von reproduktivem und therapeutischen Klonen ist, will London eine Tür für das therapeutische Klonen - also für medizinische Zwecke - offen lassen. Frankreich und Deutschland haben bei den Vereinten Nationen eine Initiative gegen das Klonen von Menschen eingebracht.

Auch der bekannte französische Gentechnik-Forscher Axel Kahn erklärte, es gebe bislang „absolut keine Beweise“ dafür, dass die Behauptung der Raelianer-Sekte wahr sei.

Solange dieser Beweis ausstehe, sollte die Erklärung Boisseliers als „reine Propaganda“ betrachtet werden. Zur Überprüfung ihrer Angaben müsste der „genetische Code“ des Babys erstellt und dann mit dem Erbgut des mutmaßlichen Elternteils verglichen werden, sagte Kahn im Rundfunk weiter.

Klon-Schaf Dolly 1997

Tierzuchtexperten haben seit dem Klon-Schaf „Dolly“ 1997 schon eine Reihe verschiedener Säugetiere geklont, darunter Mäuse, Katzen, Ziegen und Rinder.

Sie meinen, dass es theoretisch auch möglich sein sollte, Menschen zu klonen. Allerdings kommen in der Tierzucht Dutzende oder sogar Hunderte missglückter Versuche auf die Geburt eines geklonten Tiers.

Brigitte Boisselier unterhält eine Klinik mit Namen Clonaid auf den Bahamas. Sie hatte vor einigen Woche erklärt, ihr seien fünf Schwangerschaften mit geklonten Embryonen gelungen, und die erste Geburt werde noch vor 2003 erfolgen.

Außer der gebürtigen Französin hatten noch zwei andere Fruchtbarkeitsexperten die Geburt der ersten geklonten Menschen in Aussicht gestellt: der Italiener Severino Antinori und der Amerikaner Panos Zavos.

Rael, ein Schlagersänger und Rennfahrer

Brigitte Boisselier ist eine so genante Raelianerin. So bezeichnen sich die Anhänger von Raël, einem aus Frankreich stammenden Schlagersänger und Rennfahrer, der im Osten Kanadas ein religiöses Zentrum eingerichtet hat.

Der Sektenführer, der mit bürgerlichem Namen Claude Vorilhon heißt, war eigenen Angaben zufolge 1973 auf einem Vulkan in Südfrankreich auf ein Ufo getroffen.

Von den Aliens erfuhr er seinen Ausführungen nach, dass die ersten Menschen auf der Erde als Klone von Außerirdischen mit dem Namen Elohim entstanden.

Die Sekte gibt die Zahl ihrer Mitglieder mit derzeit etwa 55.000 an. Sie glauben, dass das Klonen ihnen die Möglichkeit gibt, Religion und Wissenschaft miteinander zu verschmelzen.

Boisselier sprach 1998 von „ungefähr 100“ Klienten, die bereit seien, für ein Klonbaby je 200 000 Dollar (rund 200 000 Euro) zu zahlen.
http://www.sueddeutsche.de/index.php...atei=index.php
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